{"id":19350,"date":"2024-01-03T19:30:46","date_gmt":"2024-01-03T18:30:46","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=19350"},"modified":"2024-01-03T20:05:53","modified_gmt":"2024-01-03T19:05:53","slug":"markus-1013-16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/markus-1013-16\/","title":{"rendered":"Markus 10,13-16"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Erster Sonntag nach Epiphanias | 07.01.24 | Markus 10.13-16 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | Lasse R\u00f8dsgaard Lauesen |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Kinder sind ungezogen!<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Man kann nach Weihnachten noch immer Geschenkpapierreste an den merkw\u00fcrdigsten Stellen im Hause finden. Sie kommen von Geschenken, die rasch aufgemacht und sofort in Gebrauch genommen wurden. Das war nicht ich, aber ich soll es wohl nicht sagen, denn ihr habt erraten, wer es war. Kinder sind ungezogen, da sind wir uns wohl einig, selbstverst\u00e4ndlich mehr oder weniger. Nichtsdestoweniger sind Kinder ungezogen, bis wir sie zu dem erzogen haben, was wir wollen. Sie sollen lernen, sich anst\u00e4ndig zu benehmen und Dankesch\u00f6n sagen, das sind leider keine angeborenen Eigenschaften. Die Erziehung ist eine Pflicht der Eltern, damit wir es ertragen k\u00f6nnen, mit ihnen zusammen zu sein, wenn sie erwachsen werden. Das heutige Evangelium ist eingepackt in christliche Erziehung, Jesus hat gerade Unterricht erteilt \u00fcber seine Auffassung von Scheidung, und nach der Begegnung mit den Eltern kommt da ein reicher Mann, der gerne ewiges Leben haben m\u00f6chte und fragt, was er daf\u00fcr tun soll. Jesus gibt also Unterricht in dem, was man tun und lassen soll, wenn man Christ ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">W\u00e4re Jesus nicht von den Eltern an diesem Tage aufgehalten worden, h\u00e4tten wir glauben k\u00f6nnen, dass das Christentum eine Frage der Erziehung ist. Aber gl\u00fccklicherweise wurde er aufgehalten. Und die Worte an die J\u00fcnger fallen, dass <em>der, der das Reich Gotte nicht empf\u00e4ngt wie ein kleines Kind, gar nicht in das Reich Gottes kommt.<\/em> Hier geht es nicht um Erziehung, sondern darum, dass man den Kindern in das Reich Gottes folgt. Wie also empfangen wir das Reich Gottes? Wie ein kleines Kind, damit wir hineinkommen? Vielleicht k\u00f6nnen wir Heiligabend als Beispiel verwenden und sehen, wie Erwachsene und Kinder Geschenke empfangen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Erwachsene erh\u00e4lt sein Geschenk auf den Scho\u00df, rollt das Band fein zusammen und zieht das Klebeband ab, nat\u00fcrlich damit man das Papier wiederverwenden kann. Der Erwachsene findet das Geschenk und ruft sogleich: <em>Vielen Dank, dar\u00fcber freue ich mich. <\/em>Und der Geber antwortet: <em>Man kann es umtauschen, es l\u00e4sst sich umtauschen.<\/em>Das ist ja alles gut und sch\u00f6n, aber versucht zu h\u00f6ren, dass man auf viele entt\u00e4uschende Arten Vielen Dank sagen kann. Selbst das, wor\u00fcber wir gesagt haben, dass wir uns dar\u00fcber freuen, wird umgetauscht f\u00fcr etwas anderes.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gute Erziehung macht uns zu besseren Menschen als wir eigentlich sind, w\u00e4hrend Ehrlichkeit uns zu dem macht, was wir sind. Man denke nur, wenn wir nur ganz ehrlich w\u00e4ren und statt zu danken antworteten auf die Aussage, dass man das Geschenk umtauschen kann: <em>Genau das soll es!<\/em> Vielleicht w\u00fcrde Ehrlichkeit die marineblauen Socken am heiligen Abend ganz ausrotten. Was also glaubst du, dass Gott von uns Erwachsenen erwartet, gute Erziehung oder Ehrlichkeit?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nun zu dem Kind, das das Geschenk dem Geber aus der Hand rei\u00dft und mit gro\u00dfer Begeisterung die Einpackung abrei\u00dft. Das Papier wird beiseite geworfen, das Band abgerissen, das Paket ge\u00f6ffnet und das Geschenk wird sofort in Gebrauch genommen. Da ist niemand, der sagen kann, dass man es umtauschen kann, denn das ist nicht mehr m\u00f6glich. Da wird nicht viel Wert gelegt auf die m\u00fchsame Verpackung der Gro\u00dfeltern oder des Personals in einem Gesch\u00e4ft. Die Freude \u00fcber das Geschenk ist am wichtigsten. Mitten in all dem kann man sich selbst sagen h\u00f6ren: <em>Denk daran, Danke zu sagen<\/em>. Der Erwachsene wei\u00df, dass Geschenke dankbar empfangen werden m\u00fcssen, denn sonst wird der Geber traurig. Das Kind dagegen empf\u00e4ngt das Geschenk f\u00fcr sich selbst mit der Freude, die daraus folgt. Nicht mit Dank und guter Erziehung sollen wir also das Reich Gottes empfangen, sondern wir Kinder mit spontaner Freude.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">War da jemand von euch, der sah, was in dem Geschenk war? Das Weihnachtsgeschenk des Jahres ist in der Kirche immer Jesus, der uns im neuen Kirchenjahr begleitet mit vielen Erz\u00e4hlungen \u00fcber Gott und uns. Da geht es stets anders zu als wir erwarten, aber es geht dennoch. Wie heute, wo Jesus die kleinen Kinder in den Arm nimmt, die H\u00e4nde auf sie legte und sie segnete. Damit hatten die J\u00fcnger wohl nicht gerechnet. Und schon gar nicht, dass das Reich Gott es den kleinen Kindern geh\u00f6rt. Der Sohn Gottes ber\u00fchrt also die Kinder und segnet das Leben, zu dem sie aufwachsen, auch wenn sie ungezogen sind. Er ist mit ihnen alle Tage, auch wenn sie eines Tages gerne tauschen wollen und entt\u00e4uscht sind, sind sie dennoch gesegnet. Denn das Reich Gottes, dass ihnen geh\u00f6rt, ist gr\u00f6\u00dfer als alle anderen Gemeinschaften. Das sollen wir nicht mit einer Dankbarkeit empfangen, als gierten wir nach mehr Gaben, sondern ganz so wie das Kind mit Freude. Denn anders kann man das Reich Gottes nicht empfangen. Rei\u00dfe also nur die Einpackung ab und beginne, das Geschenk zu gebrauchen. Amen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">P.S.: <em>Wozu sollst du die Gabe gebrauchen? Das sollst du ja selbst herausfinden in der Woche, die kommt. Noch einmal Amen.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pastor Lasse R\u00f8dsgaard Lauesen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">P\u00e5rup<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">DK-5000 Odense<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">E-Mail: lrl(at)km.dk<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erster Sonntag nach Epiphanias | 07.01.24 | Markus 10.13-16 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | Lasse R\u00f8dsgaard Lauesen | Kinder sind ungezogen! Man kann nach Weihnachten noch immer Geschenkpapierreste an den merkw\u00fcrdigsten Stellen im Hause finden. Sie kommen von Geschenken, die rasch aufgemacht und sofort in Gebrauch genommen wurden. 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