{"id":19547,"date":"2024-02-28T15:43:23","date_gmt":"2024-02-28T14:43:23","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=19547"},"modified":"2024-02-28T15:43:23","modified_gmt":"2024-02-28T14:43:23","slug":"1-petrus-113-21-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/1-petrus-113-21-3\/","title":{"rendered":"1. Petrus 1,13-21"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">1. Petr 1, 13-21: \u00abRafft euch auf und hofft das Beste, ihr seid frei!\u00bb | Okuli | 03.03.24 |\u00a0D\u00f6rte Gebhard |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Gnade sei mit euch von dem, der da ist, der da war und der da kommt. Amen. <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Predigttext steht im 1. Petrusbrief im 1. Kapitel.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Erst einmal lese ich, was manche vielleicht das erste Mal h\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Denn wohl kaum jemand unter uns hat sein Konfirmationswort in diesem Kapitel stehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Denn nur selten finden wir irgendetwas an den Petrusbriefen. Vor allem, weil wir nicht sehr oft dort \u00fcberhaupt suchen. Die Evangelien jedenfalls sind weiter vorn und im Beliebtheitsranking weiter oben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Denn da wird weder eine spannende Geschichte erz\u00e4hlt, noch steht ein kurzer und knackiger Spruch in diesem Brief. Da ist kein eing\u00e4ngiges Motto zu entdecken, das ich einrahmen und an die Wand h\u00e4ngen w\u00fcrde, damit ihn allf\u00e4lliger Besuch bei mir daheim nebenbei auch einmal liest.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">H\u00f6ren wir zuerst hin:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Leben in der Heiligung<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em><sup>13 <\/sup><\/em><em>Darum umg\u00fcrtet die H\u00fcften eurer Vernunft, seid n\u00fcchtern und hofft ganz und gar auf die Gnade, die auf euch zukommt bei der Offenbarung Jesu Christi!<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em><sup>14 <\/sup><\/em><em>Als Kinder des Gehorsams lasst euch nicht von den Begierden leiten, die euch fr\u00fcher, als ihr noch unwissend wart, beherrscht haben,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em><sup>15 <\/sup><\/em><em>sondern entsprecht dem Heiligen, der euch berufen hat, und werdet selbst Heilige in eurem ganzen Lebenswandel;\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em><sup>16 <\/sup><\/em><em>denn es steht geschrieben:\u00a0Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em><sup>17 <\/sup><\/em><em>Und wenn ihr den als Vater anruft, der ohne Ansehen der Person einen jeden richtet aufgrund seines Tuns, dann f\u00fchrt, solange ihr in der Fremde weilt, ein Leben in Gottesfurcht.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em><sup>18 <\/sup><\/em><em>Ihr wisst doch, dass ihr nicht mit Verg\u00e4nglichem, mit Gold oder Silber, freigekauft wurdet aus einem Leben ohne Inhalt, wie es euch von den V\u00e4tern vorgelebt wurde,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em><sup>19 <\/sup><\/em><em>sondern mit dem teuren Blut eines makellosen, unbefleckten Lammes, mit dem Blut Christi.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em><sup>20 <\/sup><\/em><em>Ausersehen dazu war er vor Grundlegung der Welt, erschienen aber ist er am Ende der Zeiten, um euretwillen,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em><sup>21 <\/sup><\/em><em>die ihr durch ihn an Gott glaubt, der ihn von den Toten auferweckt und ihm die Herrlichkeit verliehen hat. So k\u00f6nnen sich euer Glaube und eure Hoffnung auf Gott richten.<\/em><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">I<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Beginnen wir mit dem Anfang:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Umg\u00fcrtet Eure H\u00fcften &#8230; <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Um diese ersten Worte zu verstehen, m\u00fcssen wir uns umziehen, auch wenn unsere Hosen G\u00fcrtel haben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir m\u00fcssen uns trennen von unseren modischen und praktischen Kleidern im 21. Jahrhundert. Wir werden<\/p>\n<ul>\n<li>zuerst das sportliche Hemd und die feinen Sonntagshosen ablegen,<\/li>\n<li>auch den Talar &#8230;,<\/li>\n<li>dann die festen Schuhe gegen Sandalen tauschen.<\/li>\n<li>Hemd, Pullover und Krawatte brauchen wir auch nicht,<\/li>\n<li>Brille und Uhr sind noch nicht erfunden.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dann stehen wir da, fast wie Gott uns schuf und kleiden uns sogleich neu ein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">(Auch wenn der Karneval auch in Basel und damit f\u00fcr dieses Jahr endg\u00fcltig vorbei ist.)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir ziehen wie die ersten Christen damals einmal probeweise eine Toga an.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Warum?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Toga war das Gewand des freien, r\u00f6mischen B\u00fcrgers. Sklaven und Fremde durften keine Toga tragen. Die Toga symbolisierte seinerzeit Freiheit, soweit die Welt, beherrscht von den R\u00f6mern, denn Freiheit zu bieten hatte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Stoff f\u00fcr eine Toga war ungef\u00e4hr 6 m lang, 2.50 m breit und halbkreisf\u00f6rmig. Also alles andere als luftig, so ein Gewand. Als freier Mensch zu leben, war zu keiner Zeit leicht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und das Anziehen einer Toga ist alles andere als simpel! Wir brauchen Hilfe, um nicht total schief gewickelt zu sein. Leben in Freiheit will gelernt sein! Vor allem k\u00f6nnen wir uns unsere Freiheit nicht selbst verschaffen. Wir sind gerade f\u00fcr unsere eigene Freiheit auf andere angewiesen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Freiheit ohne Regeln gibt es nicht und gab es nicht. Schliesslich existierten genaue Vorschriften f\u00fcr den exakten Faltenwurf, sollte man wenig oder am besten gar keine Klammern, Spangen, Broschen oder \u00c4hnliches verwenden und hier oben, vor der Brust, ergab sich bei richtiger Wickelung in einer grossen Falte eine Tasche, in der man alles verstauen konnte, was man so dabeihatte, wenn man aus dem Haus ging und beide H\u00e4nde freihaben wollte oder auch etwas zu verbergen hatte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich kann es nicht sehen und nicht wissen: Sind alle fertig umgezogen?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nat\u00fcrlich spielt sich das alles im Geiste ab. Das haben hier zum Gl\u00fcck alle gleich verstanden! Wir haben <em>im Geiste<\/em> eine Toga wie die ersten Christen an.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Stehen alle innerlich erhaben und aufrecht da?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Toga ist sehr geeignet, sehr vornehm, sehr gerade wie eine Statue dazustehen, aber einfach loslaufen \u2013 das gelingt nicht. Sofort geht das Gestolper los, man verheddert sich im Stoff, man st\u00fcrzt und f\u00e4llt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Da setzt der Predigttext ein:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Umg\u00fcrtet eure H\u00fcften<\/em> \u2013 oder unter uns gesagt: Rafft euch auf!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">II<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wollte man damals aufbrechen, musste man den Stoff der Toga hochraffen und einen G\u00fcrtel umbinden, damit das ganze, kunstvolle Faltengebilde hielt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der ganze Text hat einen anderen Tonfall, wenn man gleich am Anfang h\u00f6rt: Rafft euch auf! Macht euch parat zum Aufbruch! Ihr lebt, ihr seid frei! Das galt damals schon, aber um wie viel mehr heute, speziell an Sonntagen wie diesem, an dem wir hierzulande in grosser Freiheit abstimmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Rafft euch auf! <em>Umg\u00fcrtet die H\u00fcften eurer Vernunft, seid n\u00fcchtern. <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Anders \u00fcbersetzt:<em> Bewahrt einen klaren Kopf.<\/em> (\u00dcbersetzung: Basisbibel)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das ist ein Lieblingsgedanke des Briefschreibers. Er betont mehrmals, wie wichtig Vernunft und N\u00fcchternheit f\u00fcr die Christenheit sind und breitet dann aus, was er darunter versteht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">N\u00fcchternheit bedeutet im 1. Petrusbrief, sich <em>nicht von seinen Begierden leiten zu lassen<\/em> (V. 14). Da sind einerseits gewiss die vielen S\u00fcchte im Blick, der Alkohol, die Geldgier (Silber und Gold werden ausdr\u00fccklich als verg\u00e4ngliche Dinge genannt), die Streit- und die Ruhmsucht, aber auch Neid und Hass und hinter allem die Angst &#8230;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber auch der grosse Hang zur Gleichg\u00fcltigkeit, zur Bequemlichkeit, geh\u00f6rt dazu. Warum sollte ich mich (heutzutage vom Sofa) erheben, zu irgendetwas aufraffen, wenn ich doch die Welt ohnehin nicht \u00e4ndern kann?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was kann ich als Einzelne schon ausrichten?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Victor Frankl, der Begr\u00fcnder der Logotherapie, Arzt und Psychiater im 20. Jahrhundert, antwortet darauf sehr streng und genau im Sinne unseres Briefschreibers: \u00ab<em>Wenn wir nicht l\u00e4nger in der Lage sind, eine Situation zu \u00e4ndern,<\/em> <em>sind wir gefordert, uns selbst zu \u00e4ndern.\u00bb<a href=\"applewebdata:\/\/28A2C417-E714-4B42-9E9F-C4E999B90AD3#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><strong>[1]<\/strong><\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das hat Frankl nicht einfach so an einem sonnigen Sonntag dahingesagt. Er ist u.a. im KZ Auschwitz inhaftiert gewesen und war dort nicht nur nicht in der Lage, etwas an seiner Situation zu \u00e4ndern, sondern hatte den Tod in jedem Moment vor Augen. Aber er hatte auch noch dort die Kraft, sich selbst zu \u00e4ndern. Sp\u00e4ter, als er \u00fcberlebt hatte, hat er es auf den Punkt gebracht: \u00abIch muss mir nicht alles gefallen lassen, nicht einmal von mir selbst.\u00bb<a href=\"applewebdata:\/\/28A2C417-E714-4B42-9E9F-C4E999B90AD3#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> In grausamer Gefangenschaft wurde er innerlich frei.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im 1. Petrusbrief wird denn auch mit keinem Satz \u00fcber die auch damals f\u00fcrchterlichen Verh\u00e4ltnisse in der Welt geschimpft oder geklagt. Sie h\u00e4tten dazu allen Grund gehabt: Die Christinnen und Christen wurden denunziert und beh\u00f6rdlich schikaniert, sie wurden sozial ausgegrenzt, um ihre Freiheit und um ihr Leben gebracht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Stattdessen wird der Wandel des eigenen Lebens verlangt: <em>Werdet selbst Heilige in eurem ganzen Lebenswandel;\u00a0denn es steht geschrieben:\u00a0Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das ist selbstverst\u00e4ndlich viel zu viel verlangt \u2013 aber mit Vernunft und N\u00fcchternheit erkenne ich, was ich schaffen kann und was nicht, wo meine Gr\u00f6sse und wo meine Grenzen sind. Die verlangte N\u00fcchternheit entzieht einem aber vor allen Dingen alle g\u00e4ngigen und allzu beliebten Ausreden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Alle kennen diese Selbstrechtfertigungsversuche, die beginnen mit: \u00abAls ich klein war, da &#8230; und deshalb kann ich bis heute nicht &#8230; \u00bb<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Doch! Frankl war entschieden dagegen, den Eltern die Schuld f\u00fcr alles zu geben. Eine komische Kindheit bedeute keinesfalls, dass man nicht gross werden, dass man nicht eine vern\u00fcnftige Erwachsene werden kann, auch sp\u00e4ter noch.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im 1. Petrusbrief wird dieser Gedanke noch wesentlich sch\u00e4rfer ausgedr\u00fcckt:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Ihr wisst doch, dass ihr &#8230; freigekauft wurdet aus einem Leben ohne Inhalt, wie es euch von den V\u00e4tern vorgelebt wurde, &#8230; <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Also v\u00f6llig abgesehen von Euren V\u00e4tern und M\u00fcttern, ob es Heiden waren wie damals die meisten oder nicht: Ihr k\u00f6nnt das Gewesene nicht mehr \u00e4ndern, aber hofft in Zukunft das Beste!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">III<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aufgerafft haben wir uns, jetzt gilt es, das Beste zu hoffen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jede und jeder entscheidet selbst, was die gr\u00f6ssere Herausforderung ist:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sich aufraffen oder das Beste hoffen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zuerst kommt es auf den (oft resignierten) Tonfall an:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u2018Dann wollen wir mal das Beste hoffen!\u2019, gefolgt von einem langen Schnaufen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das klingt genau wie das Gegenteil von dem, was wir eigentlich sagen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ungef\u00e4hr so: \u2018Dann m\u00fcssen wir wohl das Schlimmste bef\u00fcrchten.\u2019<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Angst l\u00e4sst Menschen reglos erstarren. Sie werden dann herabgezogen vom zwar hochgerafften, aber immer noch schweren Stoff der Toga, die eigentlich anzeigt, dass wir freie Menschen sind und dass wir berechtigten Grund zur Hoffnung haben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber Hoffnung ist gegenw\u00e4rtig nicht leicht zu kriegen! Angst dagegen wird ist an jeder Ecke im Angebot.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abUnd wenn du Angst hast, kannst du nicht nach vorne denken, weil ein Teil deines Gehirns den Zugang zum kreativen L\u00f6sungsdenken abriegelt.\u00bb<a href=\"applewebdata:\/\/28A2C417-E714-4B42-9E9F-C4E999B90AD3#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dieses Zitat stammt von Florence Gaub, einer deutsch-franz\u00f6sischen Politikwissenschaftlerin und ihres Zeichens Zukunftsforscherin. Sie hat im vergangenen Jahr ein Buch ver\u00f6ffentlicht unter dem herausfordernden Titel \u00abZukunft. Eine Bedienungsanleitung\u00bb. Auch wenn ich bei weitem nicht alle ihre Gedanken einleuchtend finde, so lerne ich doch viel. Denn sie pl\u00e4diert f\u00fcr einen \u00abpragmatischen Optimismus, bei dem man bewusst daran denkt, was man selbst tun kann.\u00bb<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gaub beschreibt, wie schwer sich \u2013 wohlgemerkt freie \u2013 Menschen in Westeuropa tun, die Ungewissheit der Zukunft mit Hoffnung auszumalen. Insbesondere die Politikerinnen und Politiker unterscheidet sie danach, ob sie in der Lage sind, ein positives Zukunftsbild zu zeichnen oder nur Pessimismus zu verbreiten. Sie empfiehlt, viel seltener zu fragen: Wovor f\u00fcrchtet Ihr Euch? Dagegen viel \u00f6fter zu ergr\u00fcnden: Worauf freut Ihr Euch?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im 1. Petrusbrief ist ein Meister seines Fachs am Werk, was die Vorfreude auf die Zukunft bei Gott angeht. Er h\u00e4lt sich nicht mit Katastrophenszenarien auf, er beschreibt nicht im Detail jeden worst case, der nur denkbar ist. Er verbreitet \u2013 allerdings sehr sachlich \u2013 Vorfreude. Niemals hat er eine rosarote Brille auf, daher lautet die klare Anweisung:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Hofft ganz und gar auf die Gnade, die auf euch zukommt bei der Offenbarung Jesu Christi!<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie anspruchsvoll der Optimismus im 1. Petrusbrief ist, haben wir gesehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vor allem aber ist das Leben als Christ sehr verheissungsvoll:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir hoffen wirklich das Beste \u2013 wir hoffen auf Gott, <em>der Jesus Christus von den Toten auferweckt hat. <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Welche Kleider wir dazu tragen, ist zuletzt ganz gleich. Hauptsache, sie sind praktisch, so oft wir uns bis zur Auferstehung von den Toten noch aufraffen m\u00fcssen, so oft wir uns noch ganz n\u00fcchtern auf unsere Freiheit besinnen und egal, wie oft Menschen uns entt\u00e4uschen, vern\u00fcnftigerweise die Hoffnung auf Gott nicht aufgeben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Und der Friede Gottes, der h\u00f6her ist als unsere Vernunft, der st\u00e4rke und bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus, Amen. <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>\u00a0&#8212;<\/em><strong><em>\u00a0<\/em><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/28A2C417-E714-4B42-9E9F-C4E999B90AD3#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Quelle: <a href=\"https:\/\/gutezitate.com\/zitat\/196313\">https:\/\/gutezitate.com\/zitat\/196313<\/a>, abgerufen am 26. 2. 2024.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/28A2C417-E714-4B42-9E9F-C4E999B90AD3#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> \u00a0Quelle: <a href=\"https:\/\/www.johannes-jurka.at\/psychotherapie\/existenzanalyse\/\">https:\/\/www.johannes-jurka.at\/psychotherapie\/existenzanalyse\/<\/a>, abgerufen am 26. 2. 2024.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/28A2C417-E714-4B42-9E9F-C4E999B90AD3#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> \u00a0Vgl. zum ganzen Gedankengang Gaub, Florence: \u201eWer Angst hat, kann nicht nach vorne denken\u201c, in: Die ZEIT, Nr. 7 (2024), S. 27.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Petr 1, 13-21: \u00abRafft euch auf und hofft das Beste, ihr seid frei!\u00bb | Okuli | 03.03.24 |\u00a0D\u00f6rte Gebhard | Gnade sei mit euch von dem, der da ist, der da war und der da kommt. Amen. Liebe Gemeinde Der Predigttext steht im 1. Petrusbrief im 1. Kapitel. 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