{"id":19585,"date":"2024-03-12T13:01:22","date_gmt":"2024-03-12T12:01:22","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=19585"},"modified":"2024-03-15T16:52:29","modified_gmt":"2024-03-15T15:52:29","slug":"genesis-221-14","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/genesis-221-14\/","title":{"rendered":"Genesis 22,1\u201314"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Unterbrochen | Judika | 17.03.2024 | Gen 22,1\u201314 | Christoph Kock |<\/h3>\n<ol>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><strong> Eine Geschichte vom verhinderten Opfer<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Passionszeit 2024. Erinnerung an einen Leidensweg. Der Blick richtet sich auf Jesus Christus und geht \u00fcber ihn hinaus. Im Januar hat eine Studie offengelegt, wie die evangelische Kirche sexualisierte Gewalt erm\u00f6glicht und verdr\u00e4ngt hat.<a href=\"applewebdata:\/\/873F2113-7CF3-43CA-AC26-A9718D4219B7#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Es hat lange gedauert, bis betroffene Personen wahrgenommen worden sind und Geh\u00f6r gefunden haben. Leidenswege sind \u00f6ffentlich geworden. Erlittene Gewalt. Erschreckend, was in der evangelischen Kirche geschehen ist. Verst\u00f6rend, wie die folgende Erz\u00e4hlung aus dem 1. Buch Mose, Kapitel 22:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nach diesen Geschichten versuchte Gott Abraham und sprach zu ihm:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Abraham!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und er antwortete:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Hier bin ich.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und er sprach:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du lieb hast, und geh hin in das Land Morija und opfere ihn dort zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Da stand Abraham fr\u00fch am Morgen auf und g\u00fcrtete seinen Esel und nahm mit sich zwei Knechte und seinen Sohn Isaak und spaltete Holz zum Brandopfer, machte sich auf und ging hin an den Ort, von dem ihm Gott gesagt hatte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Am dritten Tage hob Abraham seine Augen auf und sah die St\u00e4tte von ferne.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und Abraham sprach zu seinen Knechten:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bleibt ihr hier mit dem Esel. Ich und der Knabe wollen dorthin gehen, und wenn wir angebetet haben, wollen wir wieder zu euch kommen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und Abraham nahm das Holz zum Brandopfer und legte es auf seinen Sohn Isaak. Er aber nahm das Feuer und das Messer in seine Hand; und gingen die beiden miteinander.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mein Vater!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Abraham antwortete:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Hier bin ich, mein Sohn.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und er sprach:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Siehe, hier ist Feuer und Holz; wo ist aber das Schaf zum Brandopfer?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Abraham antwortete:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mein Sohn, Gott wird sich ersehen ein Schaf zum Brandopfer.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und gingen die beiden miteinander.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und als sie an die St\u00e4tte kamen, die ihm Gott gesagt hatte, baute Abraham dort einen Altar und legte das Holz darauf und band seinen Sohn Isaak, legte ihn auf den Altar oben auf das Holz und reckte seine Hand aus und fasste das Messer, dass er seinen Sohn schlachtete.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Da rief ihn der Engel des HERRN vom Himmel und sprach:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Abraham! Abraham!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er antwortete:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Hier bin ich.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er sprach:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lege deine Hand nicht an den Knaben und tu ihm nichts; denn nun wei\u00df ich, dass du Gott f\u00fcrchtest und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont um meinetwillen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Da hob Abraham seine Augen auf und sah einen Widder hinter sich im Gestr\u00fcpp mit seinen H\u00f6rnern h\u00e4ngen und ging hin und nahm den Widder und opferte ihn zum Brandopfer an seines Sohnes statt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und Abraham nannte die St\u00e4tte &#8222;Der HERR sieht&#8220;. Daher man noch heute sagt: Auf dem Berge, da der HERR sich sehen l\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Abraham soll seinen eigenen Sohn opfern. Den langersehnten Sohn, den Gott ihm und seiner Frau Sara verhei\u00dfen und dann in hohem Alter geschenkt hat. Diesen Sohn will Gott als Opfer? Oder geht es um den Gehorsam Abrahams? Ob Abraham um Gottes willen auch vor dem \u00c4u\u00dfersten nicht Halt macht und zu t\u00f6ten bereit ist. Was ist das f\u00fcr eine Pr\u00fcfung?! Eine h\u00f6chst fragw\u00fcrdige Geschichte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Menschen haben sie immer wieder erz\u00e4hlt und dabei sind unterschiedliche Bedeutungen zu Tage getreten. Sie ist erz\u00e4hlt worden als die Geschichte vom unersch\u00fctterlichen Gehorsam, von der v\u00f6lligen Hingabe oder vom verborgenen Gott. Ich will sie heute erz\u00e4hlen als die Geschichte vom verhinderten Opfer. Weil Gott den Kreislauf der Gewalt unterbricht.<\/p>\n<ol>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><strong> Abrahams Trauma<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Geschichte vom verhinderten Opfer nimmt ihren Anfang in der Kindheit Abrahams. Dar\u00fcber schweigt die Bibel. Aber nach j\u00fcdischer \u00dcberlieferung<a href=\"applewebdata:\/\/873F2113-7CF3-43CA-AC26-A9718D4219B7#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> wuchs Abraham in einem kleinen Laden auf, in dem sein Vater Terach G\u00f6tterfiguren herstellte und verkaufte. Statuen jener G\u00f6ttern, die \u00f6ffentlich angebetet und verehrt wurden. Abraham schien nicht viel von diesem Gesch\u00e4ft mit den G\u00f6tzen zu halten. Er nahm er einen Stock und zerschlug fast alle G\u00f6tterfiguren. Dann steckte er den Stock der gr\u00f6\u00dften Figur in die Hand. Als ihn sein Vater sp\u00e4ter zur Rede stellte, sagte der: \u201eDer gr\u00f6\u00dfte G\u00f6tze hat einen Stock genommen und alle anderen zerschlagen.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eWarum willst du mich auf den Arm nehmen?\u201c, widersprach ihm sein Vater erregt, \u201edie G\u00f6tter haben doch weder Sinn noch Verstand.\u201c Abraham antwortete: \u201eVater, warum h\u00f6ren deine Ohren nicht, was dein Mund redet?\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Da schnappte sich Terach seinen widerspenstigen Sohn und lieferte ihn dem K\u00f6nig aus. Der war \u00fcber Abraham so erz\u00fcrnt, dass er ihn in einen Feuerofen werfen lie\u00df. Jedoch, so hei\u00dft es am Ende dieser Legende, stieg Abraham auf wundersame Weise unversehrt aus dem Ofen, ohne dass auch nur eines seiner Haare angesengt war.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Abraham gerettet, \u00e4u\u00dferlich unversehrt. Aber welche Wunden hat er davongetragen? Welche Verletzungen sind geblieben? Aus heutiger Sicht erz\u00e4hlt diese j\u00fcdische Legende von einer traumatischen Kindheit, in der Abraham Gewalt erlitten hat, ausgeliefert durch den eigenen Vater.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>III. Kreislauf der Gewalt<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wer als Kind solche Erfahrungen machen muss, bleibt davon oft als Erwachsener gezeichnet. Selbst wenn auf den ersten Blick alles in Ordnung scheint. Man l\u00e4ngst vergessen hat, was damals passiert ist. Wer als Kind Gewalt erlitten hat, steht in der Gefahr, als Erwachsener gewaltt\u00e4tig zu werden. Unbewusst das zu wiederholen, was damals passiert ist \u2013 nur in vertauschten Rollen. Erlittene Ohnmacht andere erleiden zu lassen. Die eigenen Kinder zu schlagen, weil man selbst geschlagen worden ist. Weil man nicht gelernt hat, anders mit Konflikten umzugehen. Es nicht schafft, Widerspruch anders auszuhalten. Weil Ohnmacht keine Option mehr ist, nie wieder, und deshalb Gewalt zum Einsatz kommt. So setzt sich Gewalt fort. Opfer werden zu T\u00e4tern, die wiederum andere zu Opfern machen. Ein unheilvoller Kreislauf. Gewalt f\u00fchrt zu Gewalt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Abraham l\u00e4sst die G\u00f6tzenbilder hinter sich, verl\u00e4sst seine Heimat. H\u00f6rt auf Gottes Ruf. Auf den <em>einen<\/em> Gott, den wir sp\u00e4ter als Gott Israels kennenlernen. Abraham vertraut auf Gott. Darauf, zum Vater eines gro\u00dfen Volkes zu werden und zum Segen f\u00fcr alle V\u00f6lker der Erde \u2013 so hat es Gott ihm versprochen. Doch dann h\u00f6rt Abraham, wie Gott ihm befiehlt, mit seinem Sohn dasselbe zu tun, was er als Kind erlitten hat. Die Schmerzen weiterzugeben, die er in sich tr\u00e4gt. Kann das sein, dass Gott dieses Opfer von ihm verlangt?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Abraham schweigt, stellt keine Fragen. Das verstehe ich nicht. Als Gott ihm mitteilt, die St\u00e4dte Sodom und Gomorrha zu vernichten, weil Menschen dort so viel B\u00f6ses tun, f\u00e4ngt Abraham an, mit Gott zu verhandeln: Wie viele gute Menschen braucht es dort, damit alle gerettet werden (Gen 18,16\u201333). Aber als es um seinen Sohn geht: kein einziges Wort. Wie ein Zombie bereitet Abraham das Opfer vor, nimmt alles mit, was er daf\u00fcr braucht, Isaak eingeschlossen. L\u00e4sst ihn auf dem letzten Wegst\u00fcck selbst das Holz tragen, mit dem er seinen Leichnam verbrennen will.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie es Isaak wohl erging. Was er geahnt, gef\u00fchlt hat. Auch dar\u00fcber kein Wort. Drei Tage lang. Was f\u00fcr ein f\u00fcrchterliches Schweigen zwischen Vater und Sohn. Erst kurz vor dem Ziel erhebt Isaak seine Stimme. Er wundert sich \u00fcber das Verhalten seines Vaters und fragt, was es bedeutet. Abraham redet \u00fcber Gott und l\u00fcgt seinen Sohn an. Macht weiter, wie ferngesteuert. Selbst als sein Sohn auf dem Altar liegt, stellt er Gottes Auftrag nicht in Frage. Es scheint, als setze sich das Verm\u00e4chtnis der Gewalt fort, die die Welt beherrscht und die sich tief in die Seelen der Menschen eingefressen hat.<\/p>\n<ol>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><strong> Erst Gott verhindert das Opfer<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es ist Gott selbst, der Abraham Einhalt gebieten l\u00e4sst. Erst Gott verhindert das Opfer. Erst Gott sorgt daf\u00fcr, dass Abraham seinem Sohn die Wahrheit gesagt hat. Isaak wird gerettet. Aber viel ist zerbrochen. Ob jetzt auch Isaak traumatisiert ist? Das Gespr\u00e4ch vor dem versuchten Opfer ist das letzte Gespr\u00e4ch zwischen den beiden, das in der Bibel erz\u00e4hlt wird. Die letzte Begegnung zwischen Vater und Sohn, bevor Isaak sich sp\u00e4ter um die Beerdigung des Vaters k\u00fcmmert. Im Anschluss wird von Saras Tod erz\u00e4hlt. Die j\u00fcdische Tradition stellt sich vor, dass Sara von der versuchten Opferung ihres Sohnes Isaak h\u00f6rte, als Abraham nach Hause kam. Und als sie das h\u00f6rte, starb sie vor Schreck. Abraham weint und beklagt Saras Tod. Ein Happyend h\u00f6rt sich anders an.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eine zutiefst verst\u00f6rende Erz\u00e4hlung. Dar\u00fcber, wie sich Menschen Gott vorstellen und wie Gott durch diese Gottesbilder hindurch zu Tage tritt. Welchen Reim ich mir darauf mache: Die Gr\u00f6\u00dfe Abrahams besteht nicht darin, dass er seinen Sohn auf den Opferaltar gebunden hat. Nein! Abrahams Gr\u00f6\u00dfe liegt darin, dass er das Opfer nicht vollendet hat. Dass er sich von Gott im letzten Moment hat unterbrechen lassen. Dass er sich von Gott sagen l\u00e4sst: \u201eLege deine Hand nicht an den Knaben und tu ihm nichts.\u201c Das ist Gottes Botschaft. \u201eStopp. Tu es nicht.\u201c Gott verlangt kein Opfer. Gott verhindert es. Gott unterbricht den Kreislauf der Gewalt. Auf diesen Gott will ich h\u00f6ren. Mit diesem Gott weiterreden.<\/p>\n<ol>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><strong> Kein Opfer, nirgends<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Christinnen und Christen lesen die Erz\u00e4hlung von der Bindung Isaaks<a href=\"applewebdata:\/\/873F2113-7CF3-43CA-AC26-A9718D4219B7#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> in der Passionszeit. Der Blick richtet sich auf Jesus Christus und geht \u00fcber ihn hinaus. Dass Menschen leiden, ist ein Thema. Die Erz\u00e4hlung von Abraham, der bereit war, seinen Sohn zu opfern, h\u00e4lt ihnen den Spiegel vor. Angesichts von Gewalt und Leid verstummen Menschen, wo geredet werden muss. Mit Gott und miteinander. Gewalt setzt sich fort. H\u00f6chste Zeit, dass jemand den Kreislauf unterbricht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Studie zur sexualisierten Gewalt in der evangelischen Kirche in der Diakonie zeigt: Menschen ist hier Unrecht widerfahren. T\u00e4ter, allermeist waren es M\u00e4nner, haben ihnen Gewalt angetan. Das ist schmerzhaft und ersch\u00fctternd. Jeder Fall ist einer zu viel. Zur Aufarbeitung geh\u00f6rt Pr\u00e4vention durch Schutzkonzepte: Wie k\u00f6nnen wir verhindern, dass Menschen in unserem Verantwortungsbereich sexualisierte Gewalt erleben? Zugleich stellt sich die Frage, wie von dem Unrecht zu reden ist, das in Kirche und Diakonie geschehen ist. In Begegnungen mit betroffenen Personen ist deutlich geworden, dass viele den Begriff \u201aOpfer\u2018 ablehnen. Weil er sie auf die erlittene Gewalt reduziert. Wer \u201aOpfer\u2018 sagt, macht die Ohnmacht gro\u00df und den Menschen klein. Ob es ohne diesen Begriff geht. Wo doch der Glaube von der Erfahrung lebt, die Abraham gemacht hat: Gott unterbricht den Kreislauf der Gewalt. Um Gottes Willen kein Opfer, nirgends.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eingangsbegebet:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ja, Gott, bei dir sind wir zuhause.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie oft oder selten wir auch kommen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ob wir lieber hinten sitzen oder mittendrin.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Blick geht auf die Bibel.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dein Wort f\u00fcr uns:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Du liebst, wo Ohnmacht um sich greift.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Du schaffst Recht,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">wo Menschen einander gleichg\u00fcltig werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Du machst lebendig,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">wo sich Menschen dem Tod ausliefern.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Doch manchmal ist dein Wort verst\u00f6rend.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dein Reden und unser H\u00f6ren fallen auseinander und ein Abgrund tut sich auf.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">So schenke uns offene Augen, Ohren und Herzen f\u00fcr deine Spuren, die unsere Wege kreuzen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Darum bitten wir dich durch Jesus Christus,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">dessen Leid und Tod du \u00fcberwunden hast.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcrbitten:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott, schaffe Recht \u2013<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">so betet einer im Psalm, so rufen wir.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott schaffe Recht \u2013<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">wo Gier zu Leid f\u00fchrt,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">wo Gewalt das Leben besch\u00e4digt,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">wo das, was ein Mensch einem anderen antut,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">grausam und zutiefst verletzend ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott, schaffe Recht \u2013<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">denen, die verstummt sind,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">denen, die nichts mehr hoffen,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">denen, f\u00fcr die du verborgen bist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott, schaffe Recht \u2013<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">zwischen denen, die Gewalt erlitten und denen,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">die sie ausge\u00fcbt haben und zu T\u00e4tern geworden sind.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott, schaffe Recht \u2013<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dass dein Licht unter uns aufleuchtet<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">und deine Wahrheit uns leitet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mit Jesu Worten beten wir:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lieder:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Suchen und fragen (WortLaute 86)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bewahre uns, Gott (EG 171)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Korn, das in die Erde (EG 98)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dr. Christoph Kock, geb. 1967, Pfarrer der Evangelischen Kirche im Rheinland. Seit 2007 Pfarrer an der Friedenskirche in der Evangelischen Kirchengemeinde Wesel.<\/p>\n<p><a title=\"mailto:christoph.kock@ekir.de\" href=\"mailto:christoph.kock@ekir.de\" data-ogsc=\"\"><span lang=\"IT\">christoph.kock@ekir.de<\/span><\/a><\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/873F2113-7CF3-43CA-AC26-A9718D4219B7#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Forschung zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt und anderen Missbrauchsformen in der Evangelischen Kirche und Diakonie in Deutschland (25.01.2024): https:\/\/www.forum-studie.de\/<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/873F2113-7CF3-43CA-AC26-A9718D4219B7#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Aggada \u00fcberliefert zehn Pr\u00fcfungen Abrahams, die erste ist die im Folgenden genannte, vgl.<a href=\"https:\/\/www.ordonline.de\/religion-aktuelles\/dwar-thora\/die-akeda-die-bindung-nichtopferung-isaaks-die-10-pruefungen-abrahams\/\">https:\/\/www.ordonline.de\/religion-aktuelles\/dwar-thora\/die-akeda-die-bindung-nichtopferung-isaaks-die-10-pruefungen-abrahams\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/873F2113-7CF3-43CA-AC26-A9718D4219B7#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Leider \u00fcberschreibt die Lutherbibel Genesis 22 immer noch mit \u201eDas Opfer Abrahams\u201c, die BasisBibel l\u00e4sst mit der \u00dcberschrift \u201eGott pr\u00fcft Abraham\u201c die j\u00fcdische \u00dcberlieferung in der Aggada anklingen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unterbrochen | Judika | 17.03.2024 | Gen 22,1\u201314 | Christoph Kock | Eine Geschichte vom verhinderten Opfer Passionszeit 2024. 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