{"id":19624,"date":"2024-03-25T08:00:24","date_gmt":"2024-03-25T07:00:24","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=19624"},"modified":"2024-03-20T15:30:52","modified_gmt":"2024-03-20T14:30:52","slug":"hebraeer-911-12-24","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/hebraeer-911-12-24\/","title":{"rendered":"Hebr\u00e4er 9,11-12.24"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Jesu Leiden und Sterben bezeugt: GOTT IST F\u00dcR UNS! | Karsamstag | 30.3.2024 | Hebr 9,11-12.24 | Winfried Klotz |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">11 Jetzt aber ist Christus gekommen als der Oberste Priester, dessen Opfer uns in Gottes Augen wirklich vollkommen gemacht hat. C Er ist durch den vorderen Teil des Zeltes hindurchgegangen \u2013 des Zeltes, das gr\u00f6\u00dfer und vollkommener ist, weil es nicht von Menschen errichtet wurde, und das hei\u00dft: nicht zu dieser Welt geh\u00f6rt.\u00a0 \u00a0\u00a04,14S<\/p>\n<ol>\n<li style=\"font-weight: 400;\">C) W\u00f6rtlich <em>der Oberste Priester der (Wirklichkeit) gewordenen G\u00fcter.<\/em> Zahlreiche Handschriften haben <em>der zuk\u00fcnftigen G\u00fcter.<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">12 Und er ist ein f\u00fcr alle Mal hineingegangen in das eigentliche, das himmlische Allerheiligste. Das tat er nicht mit dem Blut von B\u00f6cken und jungen Stieren, sondern mit seinem eigenen Blut. Und so hat er uns f\u00fcr immer von unserer Schuld befreit.\u00a0\u00a0 \u00a07,27S; (eigenes Blut) 9,25; 12,24; 13,12.20; R\u00f6m 3,25-26S; 1Petr 1,18-19<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">24 Christus ging nicht in ein Allerheiligstes, das Menschen errichtet haben und das doch nur eine unvollkommene Nachbildung des wirklichen Allerheiligsten ist. Er ging in den Himmel selbst, um von jetzt an st\u00e4ndig in der Gegenwart Gottes zu verweilen und bei ihm f\u00fcr uns einzutreten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was glauben und bekennen wir von Jesus, dem Christus? Aus der Sicht des j\u00fcdischen Glaubens und in Unterscheidung davon gibt der Hebr\u00e4erbrief Antwort. Er denkt nicht nach \u00fcber die Worte und Taten Jesu, sondern schaut auf Jesu Sterben am Kreuz. Er erkennt in Jesus den \u201eOberste Priester, dessen Opfer uns in Gottes Augen wirklich vollkommen gemacht hat.\u201c Ausgeliefert an die r\u00f6mische Besatzungsmacht, in r\u00f6mischer Weise hingerichtet am Kreuz, ist Jesus nicht der als Gottesl\u00e4sterer notwendigerweise aus dem Volk Gottes ausgeschiedene, sondern Gottes Oberster Priester, der durch das Opfer seines Lebens unsere Schuld weggenommen hat.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was der Hebr\u00e4erbrief bekennt, halten heute viele f\u00fcr eine unbegr\u00fcndete Hineinlegung in die Geschichte vom Leiden und Sterben Jesu am Kreuz. Aber so wenig hier ein Beweis im Horizont s\u00e4kularen Denkens zu f\u00fchren ist \u2013 der Verfasser des Hebr\u00e4erbriefs redet aus Glauben und das hei\u00dft nach Kap. 11, 1, weil er innerlich davon \u00fcberf\u00fchrt, gewiss gemacht ist, was Gott im Leiden Jesu getan hat \u2013 so ist seine Beweisf\u00fchrung doch nicht frei erfunden, sondern geschieht im Horizont der j\u00fcdischen \u00dcberlieferung.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In den Versen 1-7 des neunten Kapitels beschreibt er die Stiftsh\u00fctte und die Ordnung des Gottesdienstes in Anlehnung an die Berichte in der Thora (z. B. 2. Mose 25; 4. Mose 18 u. \u00f6.). Der Gottesdienst in der Stiftsh\u00fctte ist f\u00fcr ihn \u201eSinnbild f\u00fcr die gegenw\u00e4rtige Zeit und den in ihr herrschenden Zustand: Da werden Opfer und Gaben dargebracht, die nicht die Kraft haben, die Menschen, die sie darbringen, in ihrem Innern vollkommen zu machen, sodass ihr Gewissen sie nicht mehr anklagt\u201c. (V. 9) So sieht der Verfasser die Situation des j\u00fcdischen Volkes vor Christus; so ist auch die geistliche Lage all der Kirchenmitglieder, die, obwohl getauft und konfirmiert, auf die Frage nach ihrem Glauben Gott und die 10 Gebote nennen, aber von Gottes Handeln im Christus Jesus nichts zu sagen wissen. Ich wei\u00df, dass viele mir das als \u00fcberhebliche Kritik ankreiden m\u00f6chten in der Weise, \u201edie k\u00f6nnen das halt nicht besser ausdr\u00fccken\u201c, aber bei Licht betrachtet ist der Glaubensstand einiger, die das Evangelium verk\u00fcndigen sollen, neben \u201esozialpolitisch-\u00f6kologischen und friedensbewegten Anreicherungen\u201c auch nicht tiefer gegr\u00fcndet. Dass der Christus Jesus ins himmlische Allerheiligste eingegangen ist durch sein eigenes Blut \u2013 durch das Opfer seines Lebens \u2013 und uns eine ewige Erl\u00f6sung erworben hat, m\u00f6gen nicht viele nachsprechen; es ist aber unverzichtbar, denn die Kraft unseres Glaubens kommt nicht aus unseren Appellen zur Verbesserung der Menschheit, gegr\u00fcndet auf eine Art Gottesbewusstsein und Mitmenschlichkeit; sondern die Kraft des Glaubens kommt aus dem ungeteilten Vertrauen auf den Gott, der im Christus Jesus \u201euns f\u00fcr immer von unserer Schuld befreit.\u201c Das ist doch der Anfang der Erl\u00f6sung, der Beginn nicht nur eines neuen Lebens f\u00fcr einen Einzelnen, sondern auch einer neuen Welt. Gott hat im Sterben und Auferstehen Jesu f\u00fcr uns gehandelt, das ist keine Tat eines Menschen!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">W\u00e4hrend die EKD zum wiederholten Male die Standfestigkeit ihrer Kirchenmauern untersuchen l\u00e4sst und viel Geld f\u00fcr eine Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung aufgewendet hat, die zu vielen Diskussionen, ich f\u00fcrchte aber, nicht zu Umkehr und Erneuerung f\u00fchrt, denn sie r\u00fchrt nicht an die Frage biblischer Verk\u00fcndigung, lasst uns den Glauben an den Gott, der in Christus sich unser wirklich angenommen hat, elementar, grunds\u00e4tzlich und eindeutig weitersagen. Wollen wir denn nicht, dass unsere Mitmenschen angesteckt werden vom heilsamen Virus dieses Vertrauens auf Gott, dieser Hoffnung, die nicht nur eine Orientierung ist f\u00fcr heute, sondern ewige Hoffnung?! Treibt uns denn Gottes Geist nicht dazu, f\u00fcr uns und unsere N\u00e4chsten mehr zu erhoffen als ein gelingendes irdisches Leben, mehr, d. h., dass sie, befreit von der Verlorenheit und Einsamkeit in einer \u00fcberkomplexen Welt, Frieden und Geborgenheit erfahren im Christus Jesus. Dass sie erkennen, wie hohl ein Leben ist, das Erf\u00fcllung nur in irdischen G\u00fctern sucht und im Christus Jesus den finden, \u00fcber dem die Engel Gottes auf- und niedersteigen. \u00dcbrigens, wir Christen in der immer noch reichen westlichen Welt sind, auch wenn wir in der Verbindung mit Jesus leben, heftig bedroht und angefochten durch die Ideologie eines guten Lebens. Auch wir setzen immer wieder die falschen Gewichte. Besitzverzicht verlangt Jesus meistens nicht von uns, aber doch ein Haben als h\u00e4tten wir nicht; du darfst das Gute genie\u00dfen, aber teile mit den Bed\u00fcrftigen und lerne zu verzichten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus ist, so die bildliche Vorstellung des Hebr\u00e4erbriefs, ins himmlische Allerheiligste durch seine Lebenshingabe am Kreuz eingegangen, \u201eum von jetzt an st\u00e4ndig in der Gegenwart Gottes zu verweilen und bei ihm f\u00fcr uns einzutreten\u201c. \u201eF\u00dcR UNS\u201c, das ist entscheidend, im Christus ist Gott f\u00fcr uns! Im Sterben Jesu am Kreuz ist GOTTES F\u00dcR UNS auf dieser Erde geschehen, seine Kraft wird offenbar darin, dass Jesus in den Himmel eingegangen ist und bei Gott f\u00fcr uns eintritt. Das mag manchen nicht einleuchten, der Himmel ist doch weit weg; das stimmt, gilt aber nur f\u00fcr uns ans Irdische gebundenen Menschen; Gott in Christus kommt denen nahe, die im Namen Jesu beten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Von himmlischen Dingen redet der Hebr\u00e4erbrief, von einer normalerweise uns nicht zug\u00e4nglichen Wirklichkeit; er tut dies im Hinschauen auf Jesus Christus, in dem Gott f\u00fcr uns den Himmel aufgetan hat. Fangen wir wieder mutig an, gegr\u00fcndet auf Jesus, vom Himmel zu reden, ER hat ihn doch f\u00fcr uns ge\u00f6ffnet, deshalb leben wir voller Hoffnung und Zukunft. Je \u00e4lter ich werde, umso mehr wird mir meine Begrenztheit bewusst; umso gr\u00f6\u00dfer aber wird mir die Blickrichtung auf den Christus Jesus. Jesus ist durch sein Sterben eingegangen in die unsichtbare Welt Gottes. Auf ihn darf ich zu leben voller Hoffnung. Ich w\u00e4re dumm, wenn ich mich begn\u00fcgen wollte mit den so schnell verrauchenden Freuden und Sorgen dieser Zeit und Welt! Jetzt schon getragen von dem, der f\u00fcr mich eintritt bei Gott, freue ich mich ihn von Angesicht zu sehen. ER hat uns eine ewige Erl\u00f6sung erworben. Amen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Winfried Klotz, Pfr. i. R., Bad K\u00f6nig\/Odenwald, Jg. 1952, verh., drei erwachsene Kinder. Theol. gepr\u00e4gt von Otto Michel und Hans Joachim Iwand, Mitglied Pfarrgebetsbund.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">winfried.klotz@web,de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jesu Leiden und Sterben bezeugt: GOTT IST F\u00dcR UNS! | Karsamstag | 30.3.2024 | Hebr 9,11-12.24 | Winfried Klotz | 11 Jetzt aber ist Christus gekommen als der Oberste Priester, dessen Opfer uns in Gottes Augen wirklich vollkommen gemacht hat. 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