{"id":19690,"date":"2024-03-24T08:00:55","date_gmt":"2024-03-24T07:00:55","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=19690"},"modified":"2024-03-26T10:56:26","modified_gmt":"2024-03-26T09:56:26","slug":"matthaeus-2733-54","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/matthaeus-2733-54\/","title":{"rendered":"Matth\u00e4us 27,33-54"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Gott stirbt gegen die Grausamkeit der Menschen | Karfreitag | 29.04.2024 | Mt 27, 33-54 | Peter Schuchardt |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Gnade unsere Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen! Amen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der heutige Predigttext steht in Mt 27, 33-54:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em><sup>33<\/sup><\/em><em>So kamen sie zu der Stelle, die Golgota hei\u00dft \u2013 das bedeutet: Sch\u00e4delplatz.<sup>34<\/sup>Sie gaben Jesus Wein zu trinken, der mit Galle gemischt war. Er versuchte davon, wollte ihn aber nicht trinken.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em><sup>35<\/sup><\/em><em> Dann kreuzigten sie ihn. Sie verteilten seine Kleider und losten sie untereinander aus.<sup>36<\/sup>Danach setzen sie sich hin und bewachten ihn.<sup>37<\/sup>\u00dcber seinem Kopf brachten sie ein Schild an. Darauf stand der Grund f\u00fcr seine Verurteilung: \u00bbDas ist Jesus, der K\u00f6nig der Juden.\u00ab<sup>38<\/sup>Mit Jesus kreuzigten sie zwei Verbrecher, den einen rechts, den anderen links von ihm. <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em><sup>39<\/sup><\/em><em>Die Leute, die vorbeikamen, l\u00e4sterten \u00fcber ihn. Sie sch\u00fcttelten ihre K\u00f6pfe<sup>40<\/sup>und sagten: \u00bbDu wolltest doch den Tempel abrei\u00dfen und in nur drei Tagen wieder aufbauen. Wenn du wirklich der Sohn Gottes bist, dann rette dich selbst und steig vom Kreuz herab!\u00ab<sup>41<\/sup>Genauso machten sich die f\u00fchrenden Priesterzusammen mit den Schriftgelehrten und Rats\u00e4ltesten\u00fcber ihn lustig. Sie sagten: <sup>42<\/sup>\u00bbAndere hat er gerettet. Sich selbst kann er nicht retten. Dabei ist er doch der \u203aK\u00f6nig von Israel\u2039! Er soll jetzt vom Kreuz herabsteigen, dann glauben wir an ihn.<sup>43<\/sup> Er hat auf Gott vertraut \u2013der soll ihn jetzt retten, wenn er Gefallen an ihm hat. Er hat doch behauptet: \u203aIch bin Gottes Sohn.\u2039\u00ab<sup>44<\/sup>Genauso verspotteten ihn die beiden Verbrecher, die mit ihm gekreuzigt worden waren.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em><sup>45<\/sup><\/em><em>Es war die sechste Stunde, da breitete sich Finsternis aus \u00fcber das ganze Land. Das dauerte bis zur neunten Stunde.<sup>46<\/sup>Um die neunte Stunde schrie Jesus laut: \u00bbEli, Eli, lema sabachtani?\u00ab Das hei\u00dft: \u00bbMein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?\u00ab<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em><sup>47<\/sup><\/em><em>Als sie das h\u00f6rten, sagten einige von denen, die dabeistanden: \u00bbEr ruft nach Elija.\u00ab<sup>48<\/sup>Sofort lief einer von ihnen hin, nahm einen Schwamm und tauchte ihn in Essig. Dann steckte er ihn auf eine Stange und hielt ihn Jesus zum Trinken hin.<sup>49<\/sup>Aber die anderen riefen: \u00bbLass das! Wir wollen sehen, ob Elija kommt und ihn rettet.\u00ab<sup>50<\/sup>Aber Jesus schrie noch einmal laut auf und starb.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em><sup>51<\/sup><\/em><em>In diesem Moment zerriss der Vorhang im Tempel von oben bis unten in zwei Teile. Die Erde bebte, und Felsen spalteten sich.<sup>52<\/sup>Grabkammern \u00f6ffneten sich, und die K\u00f6rper vieler verstorbener Heiliger wurden auferweckt.<sup>53<\/sup>Nach der Auferstehung von Jesuskamen sie aus ihren Grabkammern heraus. Sie gingen in die Heilige Stadt, wo sie von vielen Menschen gesehen wurden.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em><sup>54<\/sup><\/em><em>Ein r\u00f6mischer Hauptmann mit seinen Soldaten bewachte Jesus. Sie sahen das Erdbeben und alles, was geschah. Da f\u00fcrchteten sie sich sehr und sagten: \u00bbEr war wirklich Gottes Sohn!\u00ab<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Schwestern und Br\u00fcder,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">ist der Mensch gut? Ist er b\u00f6se? Oder ist uns in uns Menschen beides, gut und b\u00f6se? Wir sind sicher zu beidem f\u00e4hig, zum Gutem und zum B\u00f6sen. Menschen haben wunderbare Werke geschaffen, ich denke an die Musik Johans Sebastian Bachs, die Bilder von van Gogh, an Lieder, die das Herz ber\u00fchren. Menschen helfen einander in Notsituationen, tr\u00f6sten Trauernde, sind gut zueinander. Und das ist tr\u00f6stlich, dass wir das wissen und dass wir uns daran erinnern. Denn heute, am Karfreitag, da h\u00f6ren wir von b\u00f6ser Grausamkeit, die Menschen einem anderen Menschen antun. Dieser andere ist Jesus Christus. Er ist seinen Weg gegangen vom Stall von Betlehem \u00fcber seine Taufe im Jordan hin zu uns Menschen. Vor allem den Armen, den Traurigen, den Verlorenen hat er sich zugewandt, liebevoll zugewandt. Er hat Menschen geheilt. Er hat Hoffnung gegeben. Die Menschen sp\u00fcrten: Gott ist mit diesem Mann. Wir k\u00f6nnen Gottes Liebe sp\u00fcren, wir k\u00f6nnen sie sehen in dem, was er tut, und wir k\u00f6nnen sie in seinen Worten h\u00f6ren. Jesus ist seinen Liebesweg weitergegangen bis nach Jerusalem. In der Hauptstadt, so hofften seine J\u00fcnger, da w\u00fcrde nun endlich Gottes neue Welt, sein Reich, Wirklichkeit werden. Endlich w\u00fcrde eine neue Zeit anbrechen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Doch es kommt ganz anders. Jesus wird verhaftet, er wird verh\u00f6rt, gefoltert und zum Tod verurteilt. Am Kreuz soll er sterben, so wie ein Verbrecher und Aufr\u00fchrer. \u201eKreuzige ihn!\u201c so haben die Menschen gerufen, als Pilatus fragte: \u201eWas soll ich denn nun mit diesem Jesus machen? \u201eKreuzige ihn!\u201c Mancher, der nun den Tod forderte, hatte wenige Tage zuvor noch voller Freude \u201eHosianna\u201c gerufen, hatte Jesus zugejubelt und in ihm den neuen K\u00f6nig gesehen. Doch nun sehen sie nur eine zerschlagene Gestalt mit einer Dornenkrone. Die Soldaten hatten ihn gefoltert, er blutete aus vielen Wunden. Sieht so ein K\u00f6nig aus? Dann bringen sie Jesus hinaus aus der Stadt. Denn er soll drau\u00dfen vor den Stadtmauern sterben. Golgatha, Sch\u00e4delst\u00e4tte, so hei\u00dft der H\u00fcgel, auf dem er gekreuzigt wird. Rechts und links errichten sie noch zwei andere Kreuze. Denn auch zwei R\u00e4uber werden mit Jesus hingerichtet. Es sind viele Menschen gekommen, um sich das anzugucken. Die Freunde von Jesus, seine J\u00fcnger, die sind nicht dabei. Sie sind vor Angst weggelaufen. Nur die Frauen wagen es und sehen sich das, aber nur von der Ferne<a href=\"applewebdata:\/\/A7C511C4-D019-467E-BDB1-C35685E0B101#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>. Ohnm\u00e4chtig m\u00fcssen sie miterleben, wie Jesus stirbt. Doch um das Kreuz herum stehen viele: Schaulustige, Priester, Schriftgelehrte, und Soldaten. Die Soldaten haben einen grausamen Spa\u00df gemacht: \u00dcber dem Kopf von Jesus haben sie eine Tafel angebracht: \u201eHier h\u00e4ngt Jesus, der K\u00f6nig der Juden\u201c. Als sie das Kreuz aufgestellt haben, spielen sie noch ein W\u00fcrfelspiel um seine Kleider. Die braucht er ja nun nicht mehr. Nackt h\u00e4ngt er am Kreuz.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Drei M\u00e4nner sterben hier. Doch es herrscht keine ergriffene Stille angesichts des Todeskampfes. Nein, die Leute verh\u00f6hnen Jesus und lachen ihn aus: \u201eHe Jesus, du wolltest doch den Tempel abrei\u00dfen und in drei Tagen wieder aufbauen! Was ist denn nun damit?\u201c Andere rufen: \u201eWenn du Gottes Sohn bist, dann steig runter von deinem Kreuz. Dann glauben wir auch an dich.\u201c So hatte schon der Teufel in der W\u00fcste versucht, Jesus vom richtigen Weg abzubringen. Und noch andere spotten: \u201eDer hat doch so viele gerettet. Aber sich selber retten kann er nicht, dieser K\u00f6nig der Juden!\u201c Doch sie merken gar nicht, dass in ihrem Spott immer wieder die Wahrheit \u00fcber Jesus aufleuchtet. Ja, er hat viele gerettet. Ja, er ist Gottes Sohn. Ja, er wird nach drei Tagen einen neuen Tempel errichten, mit seiner Auferstehung wird er eine Gemeinschaft gr\u00fcnden, in der alle Menschen Gott anbeten k\u00f6nnen. Er ist der K\u00f6nig der Juden, ja noch mehr, der K\u00f6nig der K\u00f6nige. Die Sp\u00f6tter sprechen die Wahrheit \u00fcber Jesus aus, ohne sie selber zu erkennen<a href=\"applewebdata:\/\/A7C511C4-D019-467E-BDB1-C35685E0B101#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>. Aus Grausamkeit geben die Soldaten Jesus Wein zu trinken, der mit Galle gemischt ist und unglaublich bitter schmeckt. Jesus probiert davon, aber er mag ihn nicht trinken.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ist der Mensch gut? In der Erz\u00e4hlung vom Sterben Jesu zeigt uns Matth\u00e4us: Der Mensch ist grausam. Er freut sich, daran, wenn es einem anderen schlecht geht. Ja, selbst die beiden R\u00e4uber, rechts und links, die beschimpfen Jesus und verh\u00f6hnen ihn. Da gibt es keine Solidarit\u00e4t der Leidenden. Die, die selber bald sterben m\u00fcssen, die wie Jesus verzweifelt nach Luft atmen, denen es so schlecht geht, die freuen sich, ein letzter Triumph: \u201eHa, hier ist jemand, der ist noch schlechter dran als wir. Dem werden wir es zeigen, wenn es das letzte ist, was wir tun.\u201c Neben der k\u00f6rperlichen tritt die moralische Vernichtung.<a href=\"applewebdata:\/\/A7C511C4-D019-467E-BDB1-C35685E0B101#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das ist schwer auszuhalten, und Matth\u00e4us erz\u00e4hlt noch weiter. Der Himmel verdunkelt sich, es ist, als ob Gott den ersten Sch\u00f6pfungstag wieder r\u00fcckg\u00e4ngig machen <a href=\"applewebdata:\/\/A7C511C4-D019-467E-BDB1-C35685E0B101#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> und die Welt in den chaotischen Urzustand zur\u00fcckversetzen will, als alles dunkel und \u00f6de war. Drei Stunden lang dauert diese Finsternis, und drei Stunden stirbt Jesus einen langen, qualvollen Tod. Dann, um drei Uhr nachmittags, ruft er laut: \u201eEli, Eli, lema sabachtani!\u201c, das ist aram\u00e4isch und meint \u201eMein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?\u201c Es ist der Psalm 22, den Jesus kurz vor seinem Tod betet. Doch die Leute verstehen ihn nicht genau. Einige sagen: \u201eEr ruft nach Elia, dem gro\u00dfen Propheten des Alten Testamens.\u201c \u00a0Wenn Elia wiederkommt, so glauben die frommen Juden und J\u00fcdinnen, dann wird Gott sein Reich errichten. Einer will Jesus in seinem Todeskampf etwas zu trinken geben und h\u00e4lt ihm einen Stock mit einem Essigschwamm hin. Doch dann rufen sie: \u201eWarte mal, lass uns mal sehen, ob Elia wirklich kommt.\u201c Es sind Schaulustige, Gaffer, wie es sie zu allen Zeiten gab und gibt. Die sehen in der Hinrichtung eine Show, ein Spektakel, etwas, was einen wohligen Schauer \u00fcber ihren R\u00fccken laufen l\u00e4sst. Doch Elia kommt nicht. Dann schreit Jesus noch einmal laut auf und stirbt. Was machen nun all die Leute, die Gaffer, die Priester, die Schriftgelehrten? Ich stelle mir vor, sie gehen einfach nach Hause, denn sie haben ja Hunger, das Ganze hat lange gedauert, aber sie haben ja etwas zu sehen bekommen. Sie hatten ihren Spa\u00df. Von dieser Kreuzigung werden sie noch lange erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Matth\u00e4us erz\u00e4hlt uns hier viel \u00fcber die Menschen. Ja, so grausam waren sie. Doch er sagt noch mehr: Ja, so grausam sind <u>wir<\/u>. Denn es ist entsetzlich und oft kaum auszuhalten, was Menschen einander antun. Wir h\u00f6ren und lesen immer wieder von k\u00f6rperlicher und seelischer Gewalt, von Misshandlungen, von Missbrauch, von Terror, von Dingen, f\u00fcr die uns oft die Worte und die Vorstellungskraft fehlen. Ihr werdet Nachrichten und Meldungen davon im Kopf haben. Oft sind diese Nachrichten so grausam, dass wir fragen: Wie kann das sein? Wie kann ein Mensch einem anderen so etwas antun? Die Antwort, die Matth\u00e4us uns gibt, die ist nicht leicht. Er sagt: Weil wir Menschen sind. Weil wir dazu f\u00e4hig sind.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und wo ist Gott? Kann er nicht ein Wort sagen? Kann er uns nicht zur Vernunft bringen? Doch ganz ehrlich: Das wissen wir doch alles l\u00e4ngst. Wir wissen, was Gott von uns m\u00f6chte<a href=\"applewebdata:\/\/A7C511C4-D019-467E-BDB1-C35685E0B101#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> \u2013 und doch handeln wir oft so grausam und unmenschlich, rauben dem anderen seine W\u00fcrde, machen uns \u00fcber sein Ungl\u00fcck lustig, verh\u00f6hnen den, der doch schon geschlagen am Boden liegt oder am Kreuz h\u00e4ngt. Warum greift Gott nicht ein? Ich kann diese Frage verstehen, und doch denke ich: Wer so fragt, der nimmt dem T\u00e4ter seine Verantwortung. Der schiebt sie auf Gott. Aber es sind Menschen, die einem anderen Menschen das antun. Es ist nicht Gott. Doch Gott setzt sich diesem Leiden aus. Er nimmt es auf sich. Er h\u00e4lt es aus. Gott h\u00e4lt <u>uns<\/u> aus, in all unser Boshaftigkeit und Grausamkeit. Er nimmt das auf sich, um uns zu zeigen: Das ist nicht alles. Nicht eure Grausamkeit und euer B\u00f6sesein sollen die Welt bestimmen. Und das l\u00e4sst mich hoffen. Denn \u00fcberlegt einmal, liebe Schwestern und Br\u00fcder: Wie grausam w\u00e4re eine gottlose Welt, eine Welt, die nur uns Menschen \u00fcberlassen w\u00e4re. Wir m\u00fcssten alles Grausame und B\u00f6se, das Menschen gegen andere Menschen aushecken und tun, alleine tragen. Ich glaube: Wir w\u00fcrden daran zugrunde gehen. Aber Gott l\u00e4sst uns nicht allein. Er geht mit Jesus ans Kreuz, er geht mit ihm in den Tod, er stirbt an unserer menschlichen Grausamkeit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber das ist nicht das Ende. So weit sind wir heute, am Karfreitag, noch nicht. Aber wir wissen ja mehr. Wir gehen auf Ostern zu. In drei Tagen werden wir hier miteinander die Auferstehung Jesu feiern, werden fr\u00f6hlich singen und das Licht der Osterkerze einander weitergeben. Denn diese Grausamkeit, das B\u00f6se, wird nicht siegen. Gott besiegt den Tod, die Grausamkeit und das B\u00f6se. Er bringt sein Licht in das Dunkel der Welt und unseres Lebens. Auch davon erz\u00e4hlt uns Matth\u00e4us. Denn als Jesus stirbt, zerrei\u00dft im Tempel der Vorhang. Dieser Vorhang trennte die Welt von Gott ab. Nun ist der Weg zu Gott frei. F\u00fcr jeden. Davon erz\u00e4hlt Matth\u00e4us uns am Ende. Ein r\u00f6mischer Hauptmann, der das alles mitangesehen hat, der sagt mit seinen Soldaten: \u201eDieser Jesus war wirklich Gottes Sohn!\u201c Am Ende steht ein Glaubensbekenntnis. Aber es das Bekenntnis eines Heiden, eines Menschen, der nicht an den Gott der Bibel glaubt. Sein Gott war der r\u00f6mische Kaiser, der war in den Augen seiner Untertanen ein Sohn Gottes. Doch nun erkennt der Hauptmann: Nicht in der milit\u00e4rischen St\u00e4rke Roms oder irgendeines anderen Regimes liegt die Wahrheit, sondern in der Liebe. In der g\u00f6ttlichen Liebe, die sich gegen alle Grausamkeit f\u00fcr uns Menschen hingibt. Diese Liebe wird den Tod und alle Todesm\u00e4chte, wie immer sie auch hei\u00dfen m\u00f6gen, besiegen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liedvorschl\u00e4ge:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">EG 91 \u201eHerr st\u00e4rke mich, dein Leiden zu bedenken\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">EG 97 \u201eHolz auf Jesu Schulter\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Himmel, Erde, Luft und Meer (Beiheft der Nordkirche) 21\u201eKreuz, auf das ich schaue\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">EG 93 \u201eNun geh\u00f6ren unsre Herzen\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcrbittgebet<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Barmherziger Gott,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">unter dem Kreuz deines Sohnes kommen wir vor dich und bitten dich:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lass uns nicht allein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">St\u00e4rke unser Herz und unseren Glauben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Oft drohen wir zu verzweifeln, wenn wir sehen,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">was Menschen einander antun.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dann wollen wir aufgeben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Du aber gibst uns nicht auf.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Du gibst dich f\u00fcr uns hin.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lass uns die Zeichen deiner Hingabe erkennen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lass uns bei dir bleiben, auch in unseren schweren Tagen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir bitten dich f\u00fcr alle, die unter Krieg, Terror und Folter leiden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sei du ihnen nahe.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Schenke ihnen Hoffnung,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">dass ihre Peiniger und Peinigerinnen nicht gewinnen werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir denken an die, die in ihrem Leben nicht mehr zurechtkommen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">So viele sind in der Sucht, in der Trauer, in der Angst gefangen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lass sie sp\u00fcren: du bist da.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Leuchte mit deinem Licht in ihr Dunkel.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir bitten dich f\u00fcr alle Christen und Christinnen,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">die verfolgt werden,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">die ihren Glauben nicht frei leben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mach du ihnen Mut.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Erf\u00fclle ihr Herz mit Zuversicht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Unter dem Kreuz deines Sohnes kommen wir vor dich und bitten dich:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Erbarme dich unser.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Erbarme dich dieser Welt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pastor Peter Schuchardt<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bredstedt<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">E-Mail: <a href=\"mailto:peter.schuchardt@kirche-nf.de\">peter.schuchardt@kirche-nf.de<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Peter Schuchardt, geb. 1966, Pastor der Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), seit 1998 Pastor an der St. Nikolai Kirche in Bredstedt\/Nordfriesland (75%), seit 2001 zus\u00e4tzlich Klinikseelsorger an der DIAKO NF\/Riddorf (25%).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/A7C511C4-D019-467E-BDB1-C35685E0B101#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Mt 27,55<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/A7C511C4-D019-467E-BDB1-C35685E0B101#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Vgl. die Auslegung zu Mt 27, 33-54 von Rainer Stuhlmann in: Predigtmeditationen im christlich-j\u00fcdischen Kontext. Zur Perikopenreihe VI, Berlin 2023; S.147<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/A7C511C4-D019-467E-BDB1-C35685E0B101#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Vgl. Gottfried Voigt, Die bessere Gerechtigkeit. Homiletische Auslegung der Predigttexte. Neue Folge: Reihe V, S.190<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/A7C511C4-D019-467E-BDB1-C35685E0B101#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> 1Mose 1,3-4<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/A7C511C4-D019-467E-BDB1-C35685E0B101#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Mi 6,8<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gott stirbt gegen die Grausamkeit der Menschen | Karfreitag | 29.04.2024 | Mt 27, 33-54 | Peter Schuchardt | Die Gnade unsere Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen! 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