{"id":19694,"date":"2024-03-24T08:00:39","date_gmt":"2024-03-24T07:00:39","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=19694"},"modified":"2024-03-26T11:09:56","modified_gmt":"2024-03-26T10:09:56","slug":"matthaeus-27-33-54-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/matthaeus-27-33-54-3\/","title":{"rendered":"Matth\u00e4us 27, 33-54"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Seelsorge kreuznah| Karfreitag | 29.03.24 | Mt 27, 33-54 | Verena Salvisberg |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-19695\" src=\"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/kreuznah-213x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"213\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/kreuznah-213x300.jpeg 213w, https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/kreuznah-728x1024.jpeg 728w, https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/kreuznah-768x1080.jpeg 768w, https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/kreuznah-9x12.jpeg 9w, https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/kreuznah.jpeg 910w\" sizes=\"auto, (max-width: 213px) 100vw, 213px\" \/><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Viele Akteure tummeln sich in dieser vom Evangelisten Matth\u00e4us beschriebenen Karfreitagsszene. Da sind jene, die Jesus ein bitteres Getr\u00e4nk reichen. Oder die M\u00e4nner, die das Los werfen, um seine Kleider aufzuteilen. Einige sitzen da und halten Wache. Anderen ist es wichtig, dass geschrieben steht, worin seine Schuld besteht: K\u00f6nig der Juden. Welche Anmassung!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zwei R\u00e4uber werden gekreuzigt, links und rechts. Auch sie verh\u00f6hnen den Mann in der Mitte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Andere gehen vorbei, sch\u00fctteln den Kopf: Den Tempel niederreissen und in drei Tagen wiederaufbauen? Wie vermessen!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Da sind die Hohepriester und Schriftgelehrte. Sie sagen: Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht helfen. Einige stehen dort und warten: Lasst uns mal sehen, was passiert.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein gesch\u00e4ftiges Treiben rund um das Kreuz.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und der Gekreuzigte? Der sterbende Mensch?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mit ihm wird gemacht. \u00dcber ihn wird gespottet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er wird verh\u00f6hnt. Er wird behandelt, als sei er schon tot.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In meinen ersten Jahren als Pfarrerin fand ich mich oft in \u00e4hnlichen Szenen wieder. Ich wurde gerufen. Es eilt. Die Mutter liegt im Sterben. Der Vater kann nicht von dieser Welt lassen. Der Bruder ist sterbenskrank. Du musst kommen. Rund um den Menschen auf dem Totenbett war oft viel Betrieb. Menschen gingen aus und ein. Die medizinische oder palliative Pflege musste verrichtet werden. Nicht selten wussten Angeh\u00f6rige, was jetzt gut w\u00e4re f\u00fcr den Sterbenden. Beten. Singen. Belastendes beichten. Einen Segen sprechen. Einmal habe ich erlebt, wie eine junge Pflegerin bei einer uralten Frau \u2013 sie lag ganz offensichtlich im Sterben \u2013 anhand von einer Liste abzukl\u00e4ren versuchte, was sie am n\u00e4chsten Morgen zu fr\u00fchst\u00fccken w\u00fcnsche. Butter und Br\u00f6tchen oder M\u00fcesli?, welche Konfit\u00fcre?, Milchkaffee oder lieber Tee? Wie absurd! Mit den Menschen wurde gemacht, sie wurden behandelt, sie lagen da, geplagt von den Vorstellungen und Erwartungen der Umgebung.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich sp\u00fcrte als junge Pfarrerin eine grosse Scheu vor diesen Situationen. Da war bei mir ein grosser Respekt vor dem Tod und vor dem, was unmittelbar vorher kam. Ich litt unter dem Betrieb und dass ich ein Teil davon sein sollte. Was konnte ich \u00fcberhaupt tun als Seelsorgerin? Was war mein Auftrag?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Besonders herausfordernd wurde es f\u00fcr mich in dem einen Jahr, als innerhalb von wenigen Wochen ein ehemaliger Konfirmand im Schwimmbad ertrank, eine engagierte Freiwillige unheilbar erkrankte und einer der regelm\u00e4ssigen Gottesdienstbesucher im Spital auf seinen Tod wartete.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es ging nicht anders: Ich musste mich stellen. Meinen Fragen. Meiner Ohnmacht. Dem Tod.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was war mein Auftrag? Was konnte ich tun?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Einfach eine weitere Akteurin sein in dem Karfreitagsgeschehen?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Konfirmand lag im Technikraum des Schwimmbads auf dem Boden. Der Amtsarzt hatte gerade den Totenschein ausgestellt. Jemand hatte mich angerufen, es sei etwas Schlimmes passiert, ich m\u00fcsse kommen. Der Arzt sagte zu mir: \u00abWenn man jetzt genug Glauben h\u00e4tte, k\u00f6nnte man ihn lebendig machen\u00bb. In meinen Ohren klang das h\u00f6hnisch, so wie \u00abAndere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten\u2026\u00bb.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die freiwillige Mitarbeiterin bat mich zum Gespr\u00e4ch, nachdem sie die Diagnose der t\u00f6dlichen Krankheit erfahren hatte. Wie konnte ich sie unterst\u00fctzen, ihr beistehen oder helfen?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie besuchte Heilungsgottesdienste und hegte die grosse Hoffnung auf ein Wunder. Sollte ich ihr diese Hoffnung ausreden? Was war mein Auftrag in dem Ganzen?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und schliesslich der treue Gottesdienstbesucher. Ihm war der Glauben abhandengekommen. Die frommen Spr\u00fcche blieben mir im Hals stecken.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Diese Wochen mit den drei Krankheits- und Todesf\u00e4llen, die mich pers\u00f6nlich betrafen und die die Frage nach meinem Auftrag dringlich stellten, forderten mich sehr. Ich las, ich h\u00f6rte Musik, um irgendwie klarzukommen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was mir wirklich half war dieser Holzschnitt der ungarischen K\u00fcnstlerin D\u00e1vid M\u00e1ria Kiss<a href=\"applewebdata:\/\/2B46B148-31E9-4F95-A9DB-74DA75D587BA#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>, den ich Ihnen heute mitgebracht habe:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mitten in dem Betrieb rund um den Tod diese eine Szene:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zwei F\u00fcsse<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">die Wundmale lassen den Gekreuzigten erkennen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">das Holz des Kreuzes<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">ein verh\u00fclltes Gesicht<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">eine Hand.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein schlichtes Bild. Eine Geschichte. Jemand ist nicht davongelaufen. Vor dem Leiden. Vor dem Tod.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es gibt nichts zu tun. Auch nichts zu sagen. Das ist schwer.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">K\u00f6nnten Sie das? Sterben und Tod, Leiden \u2013 ein schwieriges Thema. Eines, dem wir gerne ausweichen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dorothee So\u0308lle schreibt in ihrem postum erschienenen Buch \u00abMystik und Tod\u00bb:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir sind nicht mehr nur Erdulder unseres Geschicks\u2026Die Menschen sind T\u00e4ter geworden. Sie haben gelernt, \u2026Krankheiten zu vertreiben, das Leben zu verl\u00e4ngern. Sie haben gelernt, Macher des eigenen Lebens und Schicksals zu sein. Diese reine T\u00e4terschaft bringt ihr eigenes Unglu\u0308ck mit sich. Es verku\u0308mmern die Begabungen der Menschen, die mit dem Leiden, dem Annehmen, dem Dulden, dem Ertragen zusammenh\u00e4ngen, ihre F\u00e4higkeiten, das Leben anzunehmen, Grenzen zuzugeben&#8230; Wer nur gelernt hat, im Aktionsmodus zu leben, wer sich selber nur als Macher gerechtfertigt sieht, kann nicht mit Situationen umgehen, in denen er nichts mehr machen kann und in denen er als T\u00e4ter an seine Grenzen st\u00f6sst\u2026 Darum stirbt es sich so schwer bei uns.<a href=\"applewebdata:\/\/2B46B148-31E9-4F95-A9DB-74DA75D587BA#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Diese grunds\u00e4tzlichen \u00dcberlegungen dr\u00fccken sich aus in allt\u00e4glichen Begebenheiten, die wir wohl alle kennen. Am schwierigsten ist die Kommunikation, wenn irgendwie eine Krankheit oder der Tod im Spiel ist. Angefangen bei der Frage nach dem Befinden? Wie geht\u2019s? Eigentlich muss jedes Mal zwischen den beiden Gespr\u00e4chspartnern austariert werden, ob es um Smalltalk geht oder mehr.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Oder wie kann man einer fl\u00fcchtigen Bekannten, deren Mann k\u00fcrzlich verstorben ist, sein aufrichtiges Beileid ausdr\u00fccken? Reicht die Floskel vom Kondolieren? Oder verstecke ich mich doch lieber schnell hinter dem n\u00e4chsten Gestell im Laden, um die peinliche Begegnung zu vermeiden?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was, wenn jemand unheilbar krank ist? Kann ich ihm meine gesunde Gegenwart zumuten? Wor\u00fcber sprechen wir? \u00dcber die Krankheit, den Tod? Oder vermeiden wir das Thema, in dem wir \u00fcber alles M\u00f6gliche plaudern? Mit wem kann man \u00fcberhaupt \u00fcber den Tod sprechen?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es ist schwer. Und doch sind wir immer wieder gefordert, uns damit auseinanderzusetzen. Und wir versuchen es auch immer wieder. Versuchen auch immer wieder das Aushalten. Versuchen das Nahesein. Niemand soll allein sein m\u00fcssen in der Verzweiflung, in der Krankheit, im Leiden, im Tod!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein paar Stunden vor seinem Tod sagt Jesus zu seinen Freunden: <em>Meine Seele ist zu Tode betr\u00fcbt, bleibt hier und wacht! <\/em>Meine Seele ist zu Tode betr\u00fcbt. Haben Sie jemanden, dem sie diesen Satz sagen k\u00f6nnten? W\u00e4ren Sie f\u00e4hig, diesen Satz zu <u>h\u00f6ren<\/u>? Mir fallen sofort Strategien ein. Zu Tode betr\u00fcbt? Das darf nicht sein. Wie k\u00f6nnte man diesen Menschen aufmuntern? Vielleicht etwas unternehmen? Etwas Ablenkung t\u00e4te ihm gut.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es k\u00f6nnte aber sein, dass es in diesem Moment nichts zu tun gibt, auch nichts zu sagen. Aber das ist schwer. Und weil wir diesen Satz nicht h\u00f6ren k\u00f6nnen, m\u00f6gen wir ihn auch nicht aussprechen: Meine Seele ist zu Tode betr\u00fcbt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dieser Satz eines Menschen, der am Ende ist, kann zum Anfang werden. Wenn er ausgesprochen wird und wenn er geh\u00f6rt wird. Zum Anfang des Daseins, des Bleibens, des Nichtdavonlaufens, des Aushaltens bis zuletzt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bleibt hier und wacht!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dieser Bitte Jesu wird nicht entsprochen. Die J\u00fcnger im Garten schlafen. Was h\u00e4tte es nicht alles f\u00fcr Alternativen gegeben!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie h\u00e4tten die Not ihres Freundes wahrnehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie h\u00e4tten mit Jesus gemeinsam auf das Ende warten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie h\u00e4tten zu ihm sprechen k\u00f6nnen. Worte, die noch gesagt werden mussten. Ihm danken. Fragen stellen. Sich vers\u00f6hnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie h\u00e4tten sich gemeinsam erinnern k\u00f6nnen an viele gemeinsame Erlebnisse.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie h\u00e4tten ihm die M\u00f6glichkeit geben k\u00f6nnen, \u00fcber seine Todesangst zu sprechen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie h\u00e4tten \u00fcber ihre eigenen \u00c4ngste und Hoffnungen sprechen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie h\u00e4tten gemeinsam beten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nichts von dem.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie traurig!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Menschen, die andere beim Sterben begleiten oder Menschen, die todkrank sind, berichten Erstaunliches. Eine Familie, die ihren Vater begleitet bis zum letzten Atemzug, erz\u00e4hlt in bewegenden Worten von dem Frieden, von dem sie erfasst wurde, in diesen letzten Momenten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eine Akteurin zu sein in den Karfreitagsszenen des Lebens. Im Laufe meines Berufslebens habe ich das gelernt. Ich habe gelesen. Ich habe geschaut und geh\u00f6rt. Ich habe Ohnmacht ausgehalten. Ich habe stellvertretend f\u00fcr einen Menschen gebetet: <em>Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und wenn ich heute den Holzschnitt betrachte, der bei mir im B\u00fcro h\u00e4ngt, denke ich: Eigentlich ist das das Wesentliche aller Seelsorge, nicht nur am Sterbebett: Aushalten, dass man nichts machen kann.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und wenn sich in der matth\u00e4ischen Karfreitagsgeschichte gleich die Ereignisse \u00fcberst\u00fcrzen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Drei Stunden finsterste Finsternis.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Schrei.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Vorhang im Tempel, der zerreist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das Erdbeben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Gr\u00e4ber, die sich \u00f6ffnen. Die Heiligen, die hervorkommen und in der Stadt vielen erscheinen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und ein r\u00f6mischer Hauptmann, der erkennt: <em>Ja, der war wirklich Gottes Sohn.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn diese sich \u00fcberst\u00fcrzen Ereignisse alles nochmal in ein anderes Licht r\u00fccken, eine Bedeutung hinzuf\u00fcgen, die \u00fcber den Tod hinausweist, bleibt mir f\u00fcr mich doch am wichtigsten dieses Bild:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zwei F\u00fcsse, das Holz des Kreuzes, ein verh\u00fclltes Gesicht, eine Hand.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein Bild gr\u00f6sster Innigkeit. \u00a0Ganz hinein gegeben in die Dunkelheit lehnt jemand \u2013 eine Frau? &#8211; \u00a0den Kopf an den Kreuzesstamm. Sanft ber\u00fchrt ihre Hand das Holz, an dem Jesus h\u00e4ngt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die gaffenden Zuschauer, die Gleichg\u00fcltigen am Wegesrand, die brutalen Soldaten, sie alle sind aus diesem Bild verbannt. Sie haben keinen Zutritt zu diesem Raum, der von Trauer und Liebe erf\u00fcllt ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eine traute es sich zu: Sterbebegleitung. Bleiben, sich der Dunkelheit aussetzen, den Schmerz teilen, den Todesschrei aushalten. Und bleiben. Karfreitag, das heisst nicht davonzulaufen vor dem Leiden und vor dem Tod, dem der anderen und unserem eigenen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es gibt nichts zu tun. Auch nichts zu sagen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das ist schwer. Immer noch.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Seelsorge kreuznah.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pfrn. Verena Salvisberg<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Merligen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><a href=\"mailto:verenasalvisberg@bluewin.ch\">verenasalvisberg@bluewin.ch<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Verena Salvisberg Lantsch, geb. 1965, Regionalpfarrerin seit 1. August 2022, vorher Gemeindepfarrerin in Laufenburg und Frick und Roggwil<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/2B46B148-31E9-4F95-A9DB-74DA75D587BA#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Vera Krause, Ancilla R\u00f6ttger OSC: KreuzWeg mit Bildern von D\u00e1vid M\u00e1ria Kiss. Verlag Katholische Bibelwerk GmbH, Stuttgart 2007.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/2B46B148-31E9-4F95-A9DB-74DA75D587BA#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> S\u00f6lle, Dorothee: Endlichkeit und Ewiges Leben. Zur Mystik des Todes. 2002, S.11.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seelsorge kreuznah| Karfreitag | 29.03.24 | Mt 27, 33-54 | Verena Salvisberg | Liebe Gemeinde Viele Akteure tummeln sich in dieser vom Evangelisten Matth\u00e4us beschriebenen Karfreitagsszene. Da sind jene, die Jesus ein bitteres Getr\u00e4nk reichen. Oder die M\u00e4nner, die das Los werfen, um seine Kleider aufzuteilen. Einige sitzen da und halten Wache. 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