{"id":19773,"date":"2024-04-16T07:05:57","date_gmt":"2024-04-16T05:05:57","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=19773"},"modified":"2024-04-15T12:51:28","modified_gmt":"2024-04-15T10:51:28","slug":"2-korinther-414-18-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/2-korinther-414-18-2\/","title":{"rendered":"2 Korinther 4,14\u201318"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Jubilate | 21.04.2024 | 2Kor 4,14\u201318 | Hansj\u00f6rg Biener |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eIrgendwann is jut\u201c, sagen die Leute und gehen in Rente. \u201eNur wer muss, bleibt zum Schluss.\u201c Wom\u00f6glich kann er oder sie sich auch gl\u00fccklich sch\u00e4tzen. Viele Leute gehen auch, weil gesundheitlich oder beruflich \u201enix mehr jut\u201c ist. Und oft gehen sie mit dem Gef\u00fchl, die besten Jahre ihres Lebens gegeben zu haben und nichts zur\u00fcckzubekommen. Der heutige Predigttext klingt wie ein Gegentext. Aber er stammt auch aus einer Zeit, in der es Rente nicht gab&#8230;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Predigttext<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Apostel Paulus schreibt an die Gemeinde in Korinth:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00bbWir werden nicht m\u00fcde; sondern wenn auch unser \u00e4u\u00dferer Mensch verf\u00e4llt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert. Denn unsre Tr\u00fcbsal, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und \u00fcber alle Ma\u00dfen gewichtige Herrlichkeit, uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig.\u00ab (2. Korinther 4,16-18)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Durchhalten [im geistlichen Dienst] bis zuletzt?<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das sind tapfere Worte, die mich sehr bewegen. [Als Mensch und als Pfarrer. Mein Rentenbescheid sagt, ich soll bis 66-6 durchhalten. Aber das w\u00e4re nur die berufliche Entpflichtung. Wie Sie vielleicht wissen, gilt das Ordinationsgel\u00fcbde wie die Priesterweihe auf Lebenszeit.] Ich habe deshalb in meinen Erinnerungen nach Menschen gesucht, die mir das Gesagte auch heute bewahrheiten w\u00fcrden. Ich bin auf zwei gekommen, deren \u00e4u\u00dferer Mensch verfiel, die aber bis zuletzt ein christliches Zeugnis geben wollten. Einen der beiden kennen Sie nicht, aber er bleibt mir das Beispiel. Den anderen kennen Sie vielleicht. Tausende Christen haben in ihm jedenfalls ein Beispiel gesehen. Die \u00c4lteren unter uns werden sogar Bilder vor Augen haben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00bbWir werden nicht m\u00fcde; [&#8230;] wenn auch unser \u00e4u\u00dferer Mensch verf\u00e4llt, [&#8230;]. Denn unsre Tr\u00fcbsal, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und \u00fcber alle Ma\u00dfen gewichtige Herrlichkeit [&#8230;]. Was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig.\u00ab (2. Korinther 4,16-18)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das k\u00f6nnten auch Worte von Papst Johannes Paul II. (1920-2005, ab 1978 Papst) sein. Als er gew\u00e4hlt wurde, war er 58 und wirkte frisch, geradezu jung f\u00fcr sein Alter. Seine Amtszeit dauerte jedoch 26 Jahre und 5 Monate. [Wir kennen nur einen Papst, der l\u00e4nger im Amt war: Pius IX. (1792-1878, ab 1846 Papst) im 19. Jahrhundert.] Johannes Paul II. war eine markante Pers\u00f6nlichkeit: In Moralfragen streng katholisch, im Antikommunismus deutlich. [Nicht umsonst hat der Kreml 1981 ein Attentat auf den Papst ver\u00fcben lassen.] Johannes Paul II. hatte aber auch moderne Seiten. Er war der erste Papst, der seine Gemeinde in aller Welt besuchte und konsequent Medien nutzte. Was die Menschen am Ende erschreckte und beeindruckte, war die Z\u00e4higkeit, mit der er seinem Amt bis ins hohe Alter nachkam. In seinen letzten Jahren war Johannes Paul II. durch L\u00e4hmungserscheinungen und Probleme beim Sprechen gehandicapt\/ beeintr\u00e4chtigt. Aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden zur\u00fccktreten? Davon hielt Johannes Paul II. nichts. Er wollte die Dauer seiner Amtszeit \u201ein Gottes H\u00e4nde legen\u201c. Anfang 2005 verschlechterte sich der Gesundheitszustand des 84-J\u00e4hrigen dramatisch. Den Ostersegen Urbi et Orbi spendete er stumm. Er wurde bereits durch eine st\u00e4ndige Sonde k\u00fcnstlich ern\u00e4hrt. Nach seinem Tod wollte die Menge auf dem Petersplatz Johannes Paul II. sofort heiligsprechen. Santo subito. Die Menge sah in seinem zeitlichen Wirken bereits \u201eeine \u00fcber alle Ma\u00dfen gewichtige Herrlichkeit\u201c. [Santo subito?] Bei Heiligsprechungen jeder Art bin ich dann doch evangelisch. Ich bin skeptisch wegen der unbekannten, wom\u00f6glich dunklen Seiten eines Menschen. Ich erkenne aber an, dass die Gl\u00e4ubigen auf dem Petersplatz das Gef\u00fchl eines Segens hatten, der \u00fcber den Tod von Johannes Paul II. hinaus reichte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Fast 20 Jahre sp\u00e4ter erleben wir wieder, wie ein Papst gebrechlich wird. Papst Franziskus I. (*1936, ab 2013 Papst) sitzt seit 2022 im Rollstuhl und muss sich gelegentlich vertreten lassen. In der Karwoche nahm auch die nicht-religi\u00f6se \u00d6ffentlichkeit Notiz von seinen gesundheitlichen Problemen. So hat Franziskus am Palmsonntag eine schon an die Presse verteilte Predigt ausfallen lassen und geschwiegen. Beim Kreuzweg am Karfreitag war er nicht dabei, um sich f\u00fcr die Osternacht und den Ostersonntag zu schonen. Seit geraumer Zeit gab es Spekulationen, wie es weitergeht. Vor Ostern hat Franziskus I. klargestellt, dass auch er das Papstamt ad vitam, auf die gesamte Lebenszeit, sieht. Sein Vorg\u00e4nger Benedikt XVI. (1927-2022, 2005-2013 Papst) ist als erster Papst der Neuzeit zur\u00fcckgetreten, als er merkte, \u201eich kann\/will nicht mehr\u201c. Manche haben ihm das \u00fcbel genommen. Das Papstamt sei eine Lebensaufgabe, aus der man sich nicht davonstehlen kann. Auch hier bin ich dann doch evangelisch. Jeder Pfarrer, jeder Priester, auch der Bischof von Rom sollte das Amt aufgeben k\u00f6nnen, wenn die Kr\u00e4fte von K\u00f6rper und Geist erkennbar schwinden. Andererseits habe ich im Fernsehen die \u00dcbertragung vom Ostersegen Urbi et Orbi gesehen. Ich muss anerkennen, wie bewegt die Menschen auf dem Petersplatz waren. Sie konnten den Papst [noch einmal] sehen und seinen Worten lauschen. [\u00dcberdies bekamen praktizierende Katholiken, unter den Bedingungen des katholischen Bu\u00dfsakraments, im Segen auch den Erlass zeitlicher S\u00fcndenstrafen zugesprochen.] Auf der einen Seite der Papst, der nur mit M\u00fche zum Segen aufsteht. Auf der anderen Seite Tausende auf dem Petersplatz und Millionen \u00fcber die Medien, die hier Segen empfangen. Nicht einfach von einem Papst, der durchhalten will bis zuletzt, sondern durch ihn von Gott.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich bin nicht sicher, ob ein Auftreten als Pfarrer oder Priester bis zuletzt wirklich immer ein Segen ist. Trotzdem helfen mir das pers\u00f6nliche Beispiel, das Sie nicht kennen k\u00f6nnen, und das Beispiel der P\u00e4pste, das Sie kennen k\u00f6nnen, Paulus ein bisschen besser zu verstehen. Was sei \u201eunsere Tr\u00fcbsal\u201c im Vergleich zum erhofften Segen, indem man ein christliches Beispiel gibt, bis zuletzt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Paulus, ein Apostel Europas<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was P\u00e4pste an \u00e4u\u00dferer Bedr\u00e4ngnis, inneren K\u00e4mpfen und k\u00f6rperlichen Schmerzen erleben, kann man aus der Ferne nicht ermessen. Deshalb nehme ich auf, was Paulus in seinen Briefen geschrieben hat: Sich immer neu fragen, wie man Menschen f\u00fcr Jesus gewinnen kann. So oft im Ungewissen sein, was die M\u00fchen bringen. Andererseits sp\u00fcren: Weh mir, wenn ich mich aus meinem Auftrag davonstehle. Menschen f\u00fcr Jesus gewinnen \u2013 das war die Bestimmung, die Paulus gefunden hat.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Diese Bestimmung hat auch mit sich gebracht, was Paulus Tr\u00fcbsal nannte. Es gab nicht nur Sonnenschein und Glaubensgemeinschaft in seinen Gemeinden. Gerade auch bei der Korinther Gemeinde, an die Paulus unseren Predigttext geschrieben hatte. Hier hat Paulus erlebt, wie seine Christen nicht m\u00fcndig, sondern \u00fcberm\u00fctig wurden. Er war nun nicht mehr der Gemeindegr\u00fcnder. Er war die alte Autorit\u00e4t, der man es zeigen wollte. [Das gibt es auch noch heutzutage. Ich habe in meiner Zeit als Gemeindepfarrer beobachten m\u00fcssen, wie der gutmeinende Gr\u00fcnder einer freien Gemeinde einem Teil seiner Gemeinde nicht mehr gen\u00fcgte und die Gemeinde sich spaltete.] Paulus ist hier weiter an den Menschen geblieben, auch unter Schmerzen und Tr\u00e4nen. In Korinth fanden Gemeinde und Gemeindegr\u00fcnder wieder zusammen. Andernorts, in Galatien, [war das] nicht [der Fall].<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich kann mir auch nicht ansatzweise vorstellen, wie viel Kraft Fu\u00dfm\u00e4rsche und Schiffbr\u00fcche kosteten, was Nachstellungen von Nichtchristen und Auseinandersetzungen mit Mitchristen mit Paulus gemacht haben. Trotzdem l\u00e4sst Paulus sich nicht h\u00e4ngen. Er tut weiter das, was von Gott her seine Pflicht ist: f\u00fcr das Evangelium leben. Zu seinem Gl\u00fcck hilft ihm die Hoffnung auf das noch \u201eUnsichtbare\u201c, den erwarteten Segen, \u00fcber das Offensichtliche, \u201eSichtbare\u201c hinweg. Und Paulus erlebt f\u00fcr sich: Die Herausforderungen wachsen, aber es w\u00e4chst auch die Kraft. Oder, mit den Worten von Paulus: Auch in der Tr\u00fcbsal entstehen noch Dinge von Ewigkeitswert, \u201eeine ewige und \u00fcber alle Ma\u00dfen gewichtige Herrlichkeit\u201c. Er beklagt nicht schwindende Kraft. Er preist Gottes Kraft, die in den Schwachen m\u00e4chtig wird.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Lernen am Vorbild<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es ist leicht, Menschen wie Paulus auf einen Sockel zu stellen. [Santo subito.] Damit gingen wir aber an dem vorbei, wof\u00fcr zum Beispiel Paulus lebte. Es geht um ein Leben, das in Gott seine Bestimmung findet und deshalb segensreich ist. Darum sollen wir nicht die besondere Lebensleistung eines Paulus oder Papstes herausstellen. Worum es Paulus ging, soll auch in unserem Leben Gestalt gewinnen. Wir sollen in unserem Leben den Ort ausf\u00fcllen, an den man offenbar von Gott gestellt wurde. Dabei, so die Verhei\u00dfung, werden wir erleben, was auch Paulus erlebt hat: Wir werden M\u00fcdigkeit sp\u00fcren, aber auch die Kraft, die in den Schwachen m\u00e4chtig ist. Sie kann \u201eeine ewige und \u00fcber alle Ma\u00dfen gewichtige Herrlichkeit\u201c schaffen, weil es Gottes Kraft in unserem Leben ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nun sind wir nicht der V\u00f6lkermissionar Paulus. Die meisten werden auch keine Berufung ins geistliche Amt haben. Eins aber gilt f\u00fcr Paulus wie f\u00fcr Gl\u00e4ubige heute: Wer sein Leben von Gott her versteht, bekommt ein orientierendes und tragendes Element in die Lebensf\u00fchrung. Dazu noch zwei Gedanken. Nicht als Vorgaben der Art: Das musst du jetzt so oder so machen. Aber doch in Form von Anregungen mit der Hoffnung, dass Zeitliches \u201eeine ewige und \u00fcber alle Ma\u00dfen gewichtige Herrlichkeit\u201c schaffen kann.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Anregung \u201ef\u00fcr jetzt<\/strong><strong>\u201c: Projekt Segen<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich m\u00f6chte zun\u00e4chst auf die Lebensphase schauen, in der wir noch nicht dauerhaft m\u00fcde sind. Da haben wir es in Mitteleuropa gut. Im Vergleich zu fr\u00fcher, aber auch im Vergleich zu vielen anderen Regionen in dieser Welt: Wir sind nicht mehr auf das Dorf oder die Stadt beschr\u00e4nkt, in der wir geboren wurden. Berufe werden uns nicht mehr in die Wiege gelegt. Und f\u00fcr Frauen hei\u00dft es nicht mehr \u201eKinder, K\u00fcche, Kirche\u201c. Das Leben bietet uns so viele M\u00f6glichkeiten und so viel Lebenszeit, uns privat und beruflich zu entfalten. Die Vielfalt der M\u00f6glichkeiten hat aber auch ihre Kehrseite. Die M\u00f6glichkeiten zur Lebensgestaltung sind so vielf\u00e4ltig, dass man irgendwann wissen muss, was man will. Wer sich f\u00fcr nichts entscheiden kann, hat am Schluss auch nichts. Und da kann Gott ins Spiel kommen. Die Orientierung an Gott kann helfen, \u201eeine ewige und \u00fcber alle Ma\u00dfen gewichtige Herrlichkeit\u201c zu schaffen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nun haben wir eher keine \u201eBerufung\u201c zum Paulus oder Papst. Wir brauchen es etwas kleiner. Also spreche ich von unseren \u201eBerufen\u201c. Im fr\u00fchen Christentum gab es Berufe, die man nicht aus\u00fcben durfte. Auch heute w\u00fcrde ich Berufst\u00e4tigkeiten kennen, die man nicht aus\u00fcben kann, ohne seine Seele zu besch\u00e4digen: Rechtsanwalt von Donald Trump, S\u00f6ldner oder Putins Folterknecht, Arzt, der auf Migrantenrouten oder in Gef\u00e4ngnissen einer anderen Gro\u00dfmacht Get\u00f6teten Organe f\u00fcr den Organhandel entnimmt. Das sind vielleicht Extrembeispiele, doch ich kann mir noch mehr unchristliche T\u00e4tigkeiten vorstellen. Ich m\u00f6chte Christen und Christinnen sehen, die etwas schaffen, wof\u00fcr Menschen ehrlichen Herzens dankbar sein k\u00f6nnen. Und da kann ich mir von der Hebamme bis zum Bestatter viele segensreiche Berufst\u00e4tigkeiten vorstellen. Man kann als Biobauer oder Pfleger ein Segen sein, Polizistin oder Wissenschaftlerin in der Grundlagenforschung in vielen Berufen mehr.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und wenn es noch etwas kleiner sein soll: Es ist auch eine Herausforderung, ein angenehmer Mensch zu sein. Jemand, der nicht nur nimmt, sondern auch etwas Positives zur Welt beitr\u00e4gt. Auch das w\u00e4re f\u00fcr mich ein Handeln mit Ewigkeitswert.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Anregung \u201ef\u00fcr bis zuletzt\u201c: Projekt Ewigkeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich habe bisher von der Lebenszeit gesprochen, in der die Gestaltungsm\u00f6glichkeiten gr\u00f6\u00dfer sind als die Einschr\u00e4nkungen. Ab der zweiten Lebensh\u00e4lfte tritt dem Projekt, ein Segen zu sein, ein zweites zur Seite. Schon in der aktiven Zeit wird uns klar, dass manche Entscheidungen andere ausgeschlossen haben. In vielem k\u00f6nnen wir nichts mehr \u00e4ndern. Die Zeit f\u00fcr komplette Neuanf\u00e4nge l\u00e4uft immer mehr ab. Das hei\u00dft: Wir m\u00fcssen Frieden schlie\u00dfen mit dem Leben, dem gelebten und dem ungelebten. Eine Freundin von mir hat einmal gesagt: \u201eIch will einmal eine weise Frau sein.\u201c Das war ein weises Wort!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Je \u00e4lter man wird, umso klarer wird die Frage nach dem, was bleibt. Von den irdischen G\u00fctern wird man\u00a0 nichts mitnehmen k\u00f6nnen und wahrscheinlich auch nicht viel bleiben. Vielleicht, hoffentlich, bleibt man in den guten Erinnerungen von Kindern und Kindeskindern, Nachbarn und Berufskollegen, gerne auch Mitchristen und Mitchristinnen. Vielleicht hat man tats\u00e4chlich auch in gr\u00f6\u00dferen Zusammenh\u00e4ngen etwas zum Besseren bewegt. Sei es im Beruf, sei es im Ehrenamt. Die Dankbarkeit der anderen, dass man da war, sind das Einzige, was von uns bleibt. Gute Werke, die Menschen wirklich gutgetan haben, werden unsere \u201eewige und \u00fcber alle Ma\u00dfen gewichtige Herrlichkeit\u201c sein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Abschlie\u00dfend muss ich an den Anfang zur\u00fcckkehren. Wir in Deutschland\/\u00d6sterreich\/der Schweiz werden heutzutage deutlich \u00e4lter als Menschen in der Zeit des Paulus. Viele Menschen erleben deshalb noch eine Zeit, in der \u201enix mehr jut\u201c ist. Deshalb: Es gibt eine Zeit nach den Projekten. Wenn es nicht mehr geht, soll man nicht mehr mehr sein m\u00fcssen, als einfach ein Mensch, dem es nicht gut geht. Irgendwann wird es Zeit, mit der letzten Kraft der Ewigkeit entgegenzuwachsen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dr. Hansj\u00f6rg Biener (*1961) ist Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und als Religionslehrer an der Wilhelm-L\u00f6he-Schule in N\u00fcrnberg t\u00e4tig. Au\u00dferdem ist er au\u00dferplanm\u00e4\u00dfiger Professor f\u00fcr Religionsp\u00e4dagogik und Didaktik des evangelischen Religionsunterrichts an der Friedrich-Alexander-Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg. (Hansjoerg.Biener (at) fau.de)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jubilate | 21.04.2024 | 2Kor 4,14\u201318 | Hansj\u00f6rg Biener | \u201eIrgendwann is jut\u201c, sagen die Leute und gehen in Rente. \u201eNur wer muss, bleibt zum Schluss.\u201c Wom\u00f6glich kann er oder sie sich auch gl\u00fccklich sch\u00e4tzen. Viele Leute gehen auch, weil gesundheitlich oder beruflich \u201enix mehr jut\u201c ist. 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