{"id":19859,"date":"2024-05-04T06:40:09","date_gmt":"2024-05-04T04:40:09","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=19859"},"modified":"2024-05-03T15:42:54","modified_gmt":"2024-05-03T13:42:54","slug":"apostelgeschichte-11-11-lukas-2446-53","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/apostelgeschichte-11-11-lukas-2446-53\/","title":{"rendered":"Apostelgeschichte 1,1-11; Lukas 24,46-53"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Eine Bewegung in der Bewegung | Christi Himmelfahrt | Apg 1,1-11; Lk 24,46-53 (d\u00e4nische Perikopenordnung) |\u00a0Rasmus N\u00f8jgaard |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Christi Himmelfahrt<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Himmelfahrt!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eine Zeit, wo alles geschehen kann. Eine Zeit in Bewegung.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir sind versammelt in der Kirche, um den Auftrag fortzusetzen, den Jesus seinen J\u00fcngern an diesem Tag gab.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>In seinem Namen soll verk\u00fcndigt werden!<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das ist der Missionsbefehl des Lukasevangeliums:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>In seinem Namen soll gepredigt werden Bu\u00dfe zur Vergebung der S\u00fcnden unter allen V\u00f6lkern. Von Jerusalem an seid ihr daf\u00fcr Zeugen. <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die evangelische Botschaft ist eigentlich so einfach, dass unsere Aufgabe darin besteht, die Bu\u00dfe zur Vergebung der S\u00fcnden zu verk\u00fcndigen f\u00fcr alle V\u00f6lker.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Da ist Bewegung in dieser Sendung. Erst soll es in Jerusalem geschehen, aber dann in der ganzen Welt. In der Beziehung soll die Botschaft weitergegeben werden. Das gilt auch k\u00f6rperlich, wenn wir uns geographisch bewegen, um die Botschaft weiterzugeben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In vieler Hinsicht ist dieses Ereignis die Geburtsstunde des Christentums als einer universalen und weltumfassenden Bewegung, wenn das Partikul\u00e4re, das \u00f6rtlich und geographisch Gebundene zum Universalen wird, geographisch, ethnisch und sprachlich verschieden. Das Christentum wird zu einer Bewegung, die weiterreicht von Volk zu Volk bis hin zu neuen Kulturen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das ist eine Bewegung in st\u00e4ndiger Bewegung. Das ist bereits im Befehl Jesu angelegt, wenn die J\u00fcnger Bu\u00dfe und Umkehr predigen sollen. Sie sollen ihr Leben und Denken \u00e4ndern, von der Wirklichkeit des Gerichts zur Wirklichkeit der Gnade. Jesus reicht nicht die Vergebung der S\u00fcnden allein denen, die an ihn glauben, sondern er fordert Umkehr zu einem Leben in der Vergebung der S\u00fcnden. Das ist ein Glaube, der alles ver\u00e4ndert, und das ist eine Wirklichkeit, die das Leben der J\u00fcnger ver\u00e4ndern wird. Davon h\u00f6ren wir in der Apostelgeschichte, Ihr k\u00f6nnt es selbst zuhause lesen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die J\u00fcnger kommen zum Tempel und loben Gott. Sie waren auch Zeugen der Verwandlung Jesu. Erst sein Tod, sein Begr\u00e4bnis und dann seine Auferstehung. Nach Lukas und der Apostelgeschichte, wir sehen das als ein Gesamtwerk, ist Jesus auferstanden in 40 Tagen, ehe er gen Himmel fuhr. Jedes Evangelium hat eine eigene Erz\u00e4hlung von dieser Zeit, und das Einzige, was wirklich feststeht, ist dies, dass Jesus aus dem Grabe aufersteht, sich zeigt und gen Himmel f\u00e4hrt, um sich mit seinem Vater zu vereinen. Das ist das Motiv, die Bewegung, die \u00dcberschreitung des Lokalen und eine Vorstellung von Christus als dem Erl\u00f6ser und Vers\u00f6hner aller V\u00f6lker. Matth\u00e4us verbindet das mit der Taufe und einer Belehrung \u00fcber die Aufgabe der J\u00fcnger, wo die Taufe offenbar dieselbe Verk\u00fcndigung enth\u00e4lt wie bei Lukas als ein Segen mit der Vergebung der S\u00fcnden. So schreibt Lukas, dass Jesus sie mitnahm aus der Stadt heraus, und w\u00e4hrend er sie segnete, wird er emporgehoben in den Himmel. Das ist ein starkes Bild.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Noch immer kommen wir in die Kirche, um von Jesus und seiner Botschaft zu h\u00f6ren und uns davon bewegen zu lassen. Das kann das Evangelium, uns bewegen, so dass wir, indem wir die Umkehr zur Vergebung der S\u00fcnden erleben, auch selbst in und von diesem Glauben leben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Kommen wir nicht deshalb in die Kirche? Um uns bewegen zu lassen? Nicht sentimental, sondern grundlegend, existenziell umgeworfen werden von Selbstgen\u00fcgsamkeit zu Gemeinschaft. Diesen Geist haben wir von Christus empfangen, das ist die Gabe des Heiligen Geistes, auf die uns Jesus hier am Himmelfahrtstag vorbereitet, dass wir sie empfangen und verwalten zum Nutzen und zur Freude f\u00fcr die Welt. Das ist nicht eine Gabe, die wir allein f\u00fcr uns selbst bekommen haben, auch nicht eine Kraft, die wir selbst erfinden oder finden k\u00f6nnen, sondern eine Gabe und Kraft, die wir von Christus empfangen, um andere teilhaben zu lassen an der Umkehr zur Vergebung der S\u00fcnden, so dass auch andere es h\u00f6ren und erleben. Die Umkehr zur Vergebung der S\u00fcnden erfahren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Glaube ist nicht Vernunft, ist nicht Moral, ist nicht Politik, ist nicht Naturwissenschaft. Glaube ist die Kunst der Ahnung, die M\u00f6glichkeit der Verwandlung, sich \u00f6ffnen, damit das Wort zu mir spricht. Wenn wir in Andeutungen und im Kinderglauben die Kraft der Erz\u00e4hlung erleben, die St\u00e4rke des Wortes und die Hoffnung des Glaubens, dann schenkt dies F\u00fclle und Lebensmut, und das widerspricht nicht der Vernunft, der Moral, der Politik und der Naturwissenschaft, sondern gibt Orientierung und Perspektive.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Heute sagt Jesus:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Im Namen Christi soll Umkehr zur Vergebung der S\u00fcnden gepredigt werden!<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das ist ein Wort, das einen S\u00fcnder umwerfen kann, und wer von uns ist ohne S\u00fcnde? Diese Worte werfen jedenfalls mich um. Vergebung der S\u00fcnden! Wir wissen sehr wohl, was die S\u00fcnde ist, und hier in diesem Augenblick m\u00fcssen wir darauf verzichten, uns zu verstecken und unsere dunklen Werke zu verbergen. Wir k\u00f6nnen erleichtert ein Bekenntnis ablegen, unsere S\u00fcnde offenbaren f\u00fcr unseren Herrn, denn Christus hat sich offenbart als das Licht, das die Finsternis verdr\u00e4ngt, er tr\u00e4gt unsere S\u00fcndigkeit mit uns. Er teilt das Schicksal mit uns. Was f\u00fcr eine Erleichterung, ganz durchschaut und doch vergeben zu sein. Das ist ein Wunderglaube. Und nicht nur mein Glaube, sondern unser Glaube. Das ist der Glaube Christi an alle V\u00f6lker. Das ist das wahrhaft Verwunderliche, dass es nicht mehr nur die Himmelfahrt von Moses oder Elia oder Daniel ist, sondern Gottes Himmelfahrt, der sich erhoben hat aus der Finsternis und die Pforten des Todes durchbrochen hat und uns den Weg zu uns selbst gewiesen hat. Der diese Welt zu unserem Zuhause gemacht hat.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich verstehe sehr wohl die Skepsis der Menschen. Dennoch bin ich der \u00dcberzeugung, dass das Evangelium Worte enth\u00e4lt, die nur von Gott kommen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Glaube ist Gottes Wille, Gottes Offenbarung. Das ist keine Flucht, sondern ein Aufstieg in eine gr\u00f6\u00dfere Welt, wo wir Kraft und Mut erhalten, das Leben zu leben, das uns beschieden ist. Ohne zu fl\u00fcchten. Eine Wiedereinsetzung in das Leben, das um uns ist. Eine neue Hoffnungsf\u00fclle f\u00fcr den Leib, der uns geh\u00f6rt, f\u00fcr den Sinn, mit dem wir denken und wahrnehmen. Eine Wiederaufrichtung des gebrochenen Menschen, der wir sind.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus predigte die Umkehr zur Vergebung der S\u00fcnden. Nun stehen wir vor einem barmherzigen Richter und Erl\u00f6ser. Ein Vorzeichen des Wunders von Pfingsten, wo sich die Himmelfahrt Christi in umgekehrter Weise wiederholt und der Geist Christi \u00fcber die Menschen kommt. Heute bereiten wir uns vor auf Pfingsten, indem wir uns vertiefen in das, was die Umkehr zur Vergebung der S\u00fcnden bedeutet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mit seiner Himmelfahrt erhebt Gott unseren Blick, so dass wir Himmel und Erde \u00fcberblicken. Wir atmen ein und atmen aus.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Kirche hier ist der Ort und die Zeit f\u00fcr die Begegnung zwischen Himmel und Erde. Nicht machtvoll, sondern barmherzig in der Liebe Gottes zu uns.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Himmlisch eben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pastor Rasmus N\u00f8jgaard<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">DK-2100 K\u00f8benhavn \u00d8<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Email: rn(at)km.dk<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Bewegung in der Bewegung | Christi Himmelfahrt | Apg 1,1-11; Lk 24,46-53 (d\u00e4nische Perikopenordnung) |\u00a0Rasmus N\u00f8jgaard | Christi Himmelfahrt Himmelfahrt! Eine Zeit, wo alles geschehen kann. Eine Zeit in Bewegung. Wir sind versammelt in der Kirche, um den Auftrag fortzusetzen, den Jesus seinen J\u00fcngern an diesem Tag gab. In seinem Namen soll verk\u00fcndigt werden! 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