{"id":19881,"date":"2024-05-07T12:19:47","date_gmt":"2024-05-07T10:19:47","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=19881"},"modified":"2024-05-07T13:22:39","modified_gmt":"2024-05-07T11:22:39","slug":"joel-31-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/joel-31-5\/","title":{"rendered":"Joel 3,1-5"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Exaudi | Joel 3,1-5; R\u00f6mer 8,31b-39; Johannes 17,20-26 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | Anna Jensen |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Die Liebe besteht ewig<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Liebe besteht ewig. Das \u00c4rgerliche an unserem Leben ist, dass es verg\u00e4nglich ist. Wir leben nur in einer begrenzten Periode, dann wird uns das Leben genommen, und das, was einmal war, ist nicht mehr. Die Perspektive der Ewigkeit kommt in unser Leben mit der Liebe, denn die Liebe ist zeitlos, reicht \u00fcber die Zeit hinaus. Die Liebe ist ewig und f\u00fcgt deshalb eine neue Dimension zu unserem Leben hinzu. Die Liebe kann uns aufrichten und uns dazu bewegen, \u00fcber uns selbst hinauszureichen. Aber auch wenn wir uns bem\u00fchen, wird unsere Liebe doch nie stark genug, um f\u00fcr ewig zu sein. Aber die Liebe Gottes ist ewig. Im R\u00f6merbrief schreibt Paulus, dass uns nichts von der Liebe scheidet, die Gott uns in Jesus Christus zeigt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es gibt viele gute Filme und Romane, die von der ewigen Liebe handeln. Echte Liebe ist n\u00e4mlich ewig. Soll ein Roman oder ein Film Erfolg haben, muss die ewige Liebe darin vorkommen. 1997 kam der gro\u00dfe Film von James Cameron \u00fcber die Titanic, der 11 Oskars gewann. Eigentlich handelte der Film ja von einem tragischen Ungl\u00fcck, wo 1000 Menschen ertranken, aber nicht deswegen erinnern wir uns an diesen Film. Wir haben ihn in Erinnerung wegen der starken Schilderung der Liebe zwischen den beiden jungen Menschen Rose und Jack. Zwar ertrinkt der Held Jack, aber wir zweifeln nicht daran, dass die Liebe zwischen den beiden ewig ist. Die Geschichte wird von der \u00e4lteren Rose erz\u00e4hlt, die den Schiffbruch \u00fcberlebte. Sie hatte danach ein gutes Leben, und als sie schlie\u00dflich im Sterben lag, gleitet die Kamera \u00fcber ihren Nachttisch. Hier sieht man Bilder von Rose, der quer auf einem Pferd sitzt, also in einer m\u00e4nnlichen Stellung. Auf der Titanic diskutierten Rose und Jack Reiten, und Rose meinte, sie w\u00fcrde gerne in m\u00e4nnlicher Position reiten, denn das taten ordentliche M\u00e4dchen ja nicht. Die Begegnung mit Jack ver\u00e4nderte ihr Leben, ja Jack ist geradezu die Ursache daf\u00fcr, dass sie es wagte, wirklich zu leben. Der Film endet vielleicht etwas pathetisch mit einer Szene, wo Rose wieder jung ist und in einem wei\u00dfen Kleid zu Jack geht, der wartend an der Haupttreppe der Titanic steht. Im Tode bekamen sie einander f\u00fcr ewig. Echte Liebe ist n\u00e4mlich f\u00fcr ewig.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Unser Leben ist verg\u00e4nglich, es hat ein Ende. Die meisten wollen nur ungern daran denken, dass wir von hier fortm\u00fcssen, dass wir Abschied nehmen m\u00fcssen von all denen, die wir liebhaben. In der buddhistischen Tradition geht es darum, sich nicht an etwas hier in der Welt zu binden. Der Gedanke dabei ist: Je mehr man die Welt liebhat, desto schwerer ist der Abschied. Deshalb geht es darum, sich von der Welt zu befreien, ja von der Materie, so dass man i reinem Geist in die Ewigkeit eingehen kann. In unserem Leben gibt es viel, auf das wir ungern verzichten. Das kann Materielles ein wie Schmuck, M\u00f6bel oder H\u00e4user, zu denen wir eine besondere Beziehung haben, oder ganz praktisch Waschmaschinen und Autos, die unser Leben erleichtern. Aber wir haben auch andere Werte, die wir sch\u00e4tzen, das kann unser Aussehen sein, oder unsere Gesundheit. Das kann unsere Freiheit sein, unsere Mobilit\u00e4t, oder unsere Freunde und soziale Beziehungen. Das kann Kunst oder Musik sein, auf die wir ungern verzichten, aber das, was f\u00fcr die meisten unentbehrlich ist, ist die N\u00e4he anderer Menschen. Dass da jemand ist, den wir lieben, und vielleicht ein Mensch, der uns liebt. Denn die Liebe reicht \u00fcber Zeit und Raum hinaus. Die meisten Dinge in unserem Leben sind verg\u00e4nglich, wir k\u00f6nnen das Haus verlieren, unsere Arbeit, unsere gute Gesundheit, wir k\u00f6nnen die verlieren, die wir lieben, ja wir k\u00f6nnen das Leben verlieren, die Liebe aber, die Liebe selbst bleibt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In Romanen und in dem Film Titanic ist die Liebe erhaben \u00fcber dem Leben, sie reicht hinein in den Tod. Die meisten von uns wissen sehr wohl, dass es vielleicht nicht so ist in der Wirklichkeit, aber wir wollen es gerne glauben. Eine junge Frau erkrankte an unheilbarem Krebs. Als sie da entkr\u00e4ftet im Krankenhausbette lag, wurde sie bitter auf das Leben. Sie wollte Liebe nicht in der Ewigkeit erfahren, sie wollte sie jetzt erfahren! Sie wollte ihre Lieben, ihren Mann und ihre Kinder haben, w\u00e4hrend sie am Leben war, und nicht einen Traum von einem k\u00fcnftigen Paradies. Vielleicht deshalb werden wir so ger\u00fchrt von der romantischen Liebe, weil sie eben in die Ewigkeit reicht, die nie endet. Von dieser Liebe sind wir schon umfangen, und sie hat kein Ende. Niemand und nichts, nicht einmal der Tod kann uns scheiden von der Liebe Gottes.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn wir im Leben Abschied nehmen von denen, die wir lieben, was geschieht dann mit der Liebe? Ist sie ewig, oder h\u00f6rt sie vielleicht auf, kann die Liebe ein Ende haben?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Manche Verliebtheit h\u00f6rt auf nach einer Zeit. Vielleicht haben die Liebenden eingesehen, dass sie so verschieden waren, dass sie nie ein gemeinsames Leben f\u00fchren k\u00f6nnten. Vielleicht erlosch die Verliebtheit, ohne Liebe zu hinterlassen? Manche Paare leben in Liebe viele Jahre zusammen, aber selbst nach zwanzig oder vierzig Jahren kann die Liebe verbraucht und verdampft sein. In gewisser Weise war es vielleicht leichter f\u00fcr Rose in dem Film Titanic, Jack das ganze Leben zu lieben, denn Jack war ja eben nicht ein Teil ihres Lebens. Jack war eine Erinnerung, die die liebte, Rose entging der Leere und der M\u00fche des Alltags.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dennoch halten wir daran fest, dass die Liebe f\u00fcr die Ewigkeit ist. <em>Unsere<\/em> Liebe ist nicht ewig, sie ist verg\u00e4nglich so wie vieles Andere im Leben, aber die Liebe Gottes zu uns ist ewig! Nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes in Jesus Christus. Unsere Liebe kann vergehen, selbst die brennendste Verliebtheit kann erkalten, aber die Liebe Gottes zu uns ist ewig.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus war sich durchaus dar\u00fcber klar, dass wir Menschen nicht die gro\u00dfe ewige Liebe leisten k\u00f6nnen. Wir k\u00f6nnen nicht das ganze Leben Gott treu sein und ihn lieben. Deshalb bittet Jesus f\u00fcr uns im heutigen Text aus dem Johannesevangelium. Jesus bittet darum, dass die Liebe, mit der Gott Jesus liebt, auch uns einschlie\u00dfen m\u00f6ge. Unsere Liebe kann nicht an Gott festhalten, auch wenn wir es gerne wollen, auch wenn wir es gerne glauben wollen. Wir lassen unsere eigenen Kinder taufen, wir versuchen gute Menschen zu sein, wir versuchen einander zu lieben, uns \u00fcber uns selbst zu erheben, aber immer wieder versagen wir. Wir werden kleinlich und rechthaberisch, wir brechen unsere Versprechen selbst denen gegen\u00fcber, die wir lieben, weil unsere Liebe zueinander schwach ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber die Liebe Gottes zu uns ist ewig. Er sandte seinen Sohn zu uns, um uns von einer Liebe zu erz\u00e4hlen, die gr\u00f6\u00dfer ist als wir, einer Liebe, die \u00fcber unser eigenes Leben hinausreicht hinein in die Ewigkeit. Nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes, weder Kr\u00e4fte noch Engel oder etwas in der H\u00f6he oder Tiefe. Da ist Trost. Wir wissen, dass wir sterben werden, Gott verhei\u00dft uns, dass wir von der Liebe Gottes umfangen sind, im Leben und im Tode.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sich geliebt wissen, das kann das Leben eines Menschen ver\u00e4ndern. Jacks Liebe zu Rose im Film Titanic ver\u00e4nderte ihr Leben und ihre Selbstwahrnehmung. Sie bekam Kraft und Mut, das Leben zu leben, das sie wollte. Im Evangelium von Zach\u00e4us wird erz\u00e4hlt, dass sich alles in seinem Leben ver\u00e4nderte, als Jesus bei ihm einkehren wollte. Zach\u00e4us sp\u00fcrte, dass auch er von der Liebe Jesu umfasst war, und das veranlasste ihn, sein Leben als Z\u00f6llner zu beenden, er gab sein ganzes Verm\u00f6gen weg und folgte stattdessen Jesus. Das Leben der J\u00fcnger wurde auch ein anderes, nachdem sie erkannt hatten, dass sie geliebt waren und umfangen von der gro\u00dfen Liebe Gottes.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auch wir sind umfangen von der Liebe Gottes. Immer schon geliebt. Gottes Liebe zu uns gibt Kr\u00e4fte und Mut, unser Leben in Liebe zu leben. Nun liegt es an uns, wie wir unser Leben f\u00fchren wollen mit dem Glauben, dass weder Tod noch Leben, Engel oder M\u00e4chte, Hohes oder Tiefes uns scheiden k\u00f6nnen von Christis Jesus, unserem Herrn. Amen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pastorin Anna Jensen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">5230 Odense M<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">E-mail: <a href=\"mailto:ansj@km.dk\">ansj(at)km.dk<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Exaudi | Joel 3,1-5; R\u00f6mer 8,31b-39; Johannes 17,20-26 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | Anna Jensen | Die Liebe besteht ewig Die Liebe besteht ewig. Das \u00c4rgerliche an unserem Leben ist, dass es verg\u00e4nglich ist. Wir leben nur in einer begrenzten Periode, dann wird uns das Leben genommen, und das, was einmal war, ist nicht mehr. Die Perspektive [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":19879,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27,1,2,830,185,157,853,114,377,974,349,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-19881","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-joel","category-aktuelle","category-at","category-anna-jensen","category-aus-dem-daenischen","category-beitragende","category-bibel","category-deut","category-exaudi","category-kapitel-03-chapter-03-joel","category-kasus","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19881","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19881"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19881\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19882,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19881\/revisions\/19882"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/19879"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19881"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19881"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19881"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=19881"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=19881"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=19881"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=19881"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}