{"id":19906,"date":"2024-05-13T15:59:09","date_gmt":"2024-05-13T13:59:09","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=19906"},"modified":"2024-05-14T08:05:27","modified_gmt":"2024-05-14T06:05:27","slug":"ezechiel-371-14-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/ezechiel-371-14-3\/","title":{"rendered":"Ezechiel 37,1\u201314"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">(Nur) eine Vision? Totengebeine und ihre Erweckung | Pfingstsonntag | 19.05.2024 | Ezechiel 37,1\u201314 | Thomas Bautz |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was sich bei Ezechiel in einer Vision als schreckliches Bild eines Durcheinanders von Totengebeinen zeigt, das erweist sich leider in den Konzentrationslagern der Nazis und bei den Kriegsverbrechen in Kriegen, V\u00f6lkermord (Genozid) und B\u00fcrgerkriegen durch die Menschheitsgeschichte hindurch bis zu unseren Tagen als schaurige Realit\u00e4t. Wie viele Massengr\u00e4ber werden immer wieder gefunden! Die Orte muss ich hier nicht nennen; die kennen Sie aus den Nachrichten und aus der Geschichte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Vision der Totengebeine im Ezechielbuch<a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> l\u00e4sst den Propheten nicht unbeteiligt; er ist pers\u00f6nlich involviert,<a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>indem ihm wiederholt gesagt wird zu weissagen (Ez 37,7\u201310; cf. 37,11\u201314; Jes 26,19):<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eUnd ich weissagte, wie es mir geboten worden war, und als ich geweissagt hatte, war da ein L\u00e4rmen, und sieh, ein Beben, und Gebeine r\u00fcckten aneinander, eines an das andere. Und ich schaute hin, und sieh, auf ihnen waren Sehnen, und Fleisch war gewachsen, und dar\u00fcber zog er Haut, Geist aber war nicht in ihnen. Und er sprach zu mir: Weissage \u00fcber den Geist, weissage, Mensch, und sprich zum Geist: So spricht Adonai JHWH: Geist, komm herbei von den vier Winden und hauche diese Toten, Erschlagenen<a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> an, damit sie leben. Und ich weissagte, wie er es mir geboten hatte, und der Geist kam in sie, und sie wurden lebendig und stellten sich auf ihre F\u00fc\u00dfe, ein gro\u00dfes, gewaltiges Heer.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lasst uns einmal schauen, wie sich Vision und Wirklichkeit (damals wie heute) zueinander verhalten. Es ist zu ber\u00fccksichtigen, dass sich Vergangenheit und Gegenwart nicht deckungsgleich vergleichen lassen; das betrifft gerade die Rolle Israels. Sollte die Erneuerung sogleich Wehrt\u00fcchtigkeit mit sich bringen? Viele \u00fcbersetzen das hebr\u00e4ische Wort \u05d7\u05d9\u05dc mit <em>Heer<\/em>; es bedeutet aber vorwiegend <em>Macht<\/em>, <em>St\u00e4rke<\/em>, milit\u00e4rische St\u00e4rke ist ergo nicht gemeint.<a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ezechiel hat die erste Deportation (597 v.u.Z.) pers\u00f6nlich erlebt; er redet nicht wie ein Blinder von der Farbe. Die Verschleppung weiter Teile der Mittel- und Oberschicht Judas und Jerusalems ist f\u00fcr die Betroffenen ein dramatisches Ereignis. Aus biblischen Texten geht hervor, dass die Babylonier die Deportierten bewusst nach folgenden Kriterien ausw\u00e4hlen: gute Ausbildung, spezielles Wissen und Fertigkeiten, die ihnen allesamt in Bereichen wie Milit\u00e4r, Handwerk und Wirtschaft n\u00fctzen.<a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die zweite Eroberung Jerusalems und die Zerst\u00f6rung der Stadt wie des Tempels als Zentralheiligtum 587 v.u.Z. (die erste war 597 v.u.Z.)<a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> bewirkt neue Orientierung in der Verk\u00fcndigung Ezechiels. Als Vision\u00e4r spricht er von grundlegender \u201eErneuerung und Wiederherstellung Israels, von dem Wunder der Neugeburt (Ez 37)\u201c. Dieses Wunder besteht, etwas n\u00fcchterner formuliert, in der Tatsache, dass trotz Eroberung Jerusalems und Zerst\u00f6rung des ersten Tempels dem \u201eGottesglauben\u201c der Boden nicht entzogen worden ist.<a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Die Glaubensst\u00e4rke Israels wurde nochmals zutiefst ersch\u00fcttert, als r\u00f6mische Truppen im Jahre 70 (u.Z.) den Tempel pl\u00fcndern, in Brand setzen und zerst\u00f6ren. Nur die <em>Westmauer<\/em> ist erhalten, (die Bezeichnung \u201eKlagemauer\u201c ist unj\u00fcdisch). Der Fall Jerusalems und die wiederholte Zerst\u00f6rung des Tempels sind tiefe Einschnitte in die Geschichte Israels.<a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Dennoch:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Diese nationale Katastrophe brachte nicht das Ende Israels; sie trug bei zum Wandel seiner Gestalt und seines Wesens, \u201edas vielleicht erst von diesem Augenblick an jene Weiten und Tiefen erreichte\u201c, die das \u201eJudentum\u201c und mit ihm die hebr\u00e4ische Bibel \u201ezum welthistorischen Paradigma\u201c Israels und \u201eseiner Gotteserfahrung(en) werden lie\u00dfen. In der Bew\u00e4ltigung der Geschichte mit seinem Gott kulminieren Tragik und Gr\u00f6\u00dfe dieses Volkes.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die hebr\u00e4ische Bibel spricht aber nicht nur vom kollektiven Glauben oder von der Gemeinschaft als Gesellschaft gegen\u00fcber \u201eseinem Gott\u201c; vielmehr vollzieht sich gerade bei Ezechiel eine Wandlung, indem er Gottvertrauen und Verantwortung des Einzelnen anspricht. Er sieht Gemeinschaft als eine \u201eVielheit von Einzelnen\u201c, \u201evon denen jeder Gott gegen\u00fcber nur noch f\u00fcr sich selber (\u2026) vollkommen verantwortlich ist\u201c. Jetzt steht \u201ejeder als Person seinem Gott gegen\u00fcber (\u2026), jeder in der Glaubens-einsamkeit des Propheten. Und Gott steht jedem Einzelnen so fordernd, eifernd und vergeltend gegen\u00fcber wie vordem dem Volke.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was das deutsche Volk mit dem Volk Israel gemeinsam hat, ist die Erinnerungskultur, allerdings mit dem Unterschied, dass sich die Pflege der Erinnerung wie ein roter Faden durch die hebr\u00e4ische Bibel, durch die m\u00fcndlichen Traditionen und durch die Rituale des Judentums ziehen, w\u00e4hrend wir aus der Einsicht einer bitteren Notwendigkeit durch Gedenkst\u00e4tten, durch moderne Geschichtsschreibung, durch Bildungsarbeit und durch Beziehungen der Vers\u00f6hnung mit Erinnerung mahnend an uns selbst herantreten: \u201eNie wieder!\u201c Angesichts nie aufh\u00f6render Schm\u00e4hungen, Sch\u00e4ndungen, antij\u00fcdischer Schmierereien an Synagogen und auf j\u00fcdischen Friedh\u00f6fen sowie im Blick auf die zunehmenden Gewalttaten gegen\u00fcber Juden \u2013 und das seit der Zeit nach 1945<a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> \u2013 \u00a0wird das W\u00e4chteramt unserer Regierung notwendiger denn je. Nur eine geschichtsbewusste Demokratie, die nichts vergisst und eine Gesellschaft, die sich sehr entschlossen gegen Feinde der Demokratie stellen und solidarisch gegen\u00fcber Juden, aber auch friedliebenden Muslimen und anderen Kulturen verhalten, wappnen sich gegen eine zweite Shoa (Holocaust).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es ist schon ein Wunder, dass Israel trotz aller Fremdherrschaft, entgegen der Deportationen und vor allem trotz der mehrfachen Zerst\u00f6rung ihres Zentralheiligtums, des Tempels in Jerusalem, entgegen der ihm immer wieder begegnenden Gewalt seine Religion und Kultur am Leben erhalten konnte, bis hin zur Gr\u00fcndung des Staates Israel (14. Mai 1948). Bereits einen Tag sp\u00e4ter reagierten arabische L\u00e4nder aggressiv und griffen Israel an; Israel aber ging als Sieger hervor. Viele arabische Einwohner des alten Pal\u00e4stina wurden vertrieben oder sind gefl\u00fcchtet. Sie und die Araber, die zur\u00fcckbleiben, werden k\u00fcnftig als Pal\u00e4stinenser bezeichnet. Die Staatsgr\u00fcndung st\u00f6\u00dft international auf erheblichen Widerstand, doch das Land erh\u00e4lt auch Unterst\u00fctzung, da es eine Heimst\u00e4tte f\u00fcr die \u00dcberlebenden der deutschen Judenverfolgung in Europa sein kann.<a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die hebr\u00e4ische Bibel, insgesamt im Judentum auch als Tora bezeichnet, verschweigt nirgendwo, wenn Israel au\u00dfenpolitisch durch eine schlechte Politik ihrer Regierungen (K\u00f6nige) schuldig wird gegen\u00fcber seinen Nachbarv\u00f6lkern. Sie kann aber auch nicht ignorieren, wo dem Volk Israel gro\u00dfes Unrecht widerf\u00e4hrt. F\u00fcr uns Au\u00dfenstehende ist es teilweise unm\u00f6glich, die Beweggr\u00fcnde bei den beteiligten V\u00f6lkern bzw. ihrer Regierungen nachzuvollziehen. Tatsache ist aber, dass schon in der Historie die Ursachen f\u00fcr gewaltsame Konflikte angelegt sind und daher immer wieder aufflammen und im Nahen Osten leider bis heute andauern \u2013 das reinste \u201ePulverfass\u201c!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Von diesen politisch motivierten Anfeindungen und Kriegen gegen Israel und dessen Reaktion sind Hass und Vernichtungswillen gegen das Judentum, gegen als Juden gebrandmarkte, stigmatisierte\u00a0 Menschen streng zu unterscheiden. Abgesehen vom vielerorts generell grassierenden Hass gegen Juden, h\u00e4ufig aus Neid, haben die Nazis die Feindschaft gegen Juden auf die Spitze getrieben. Die Ausrottung, die Vernichtung der Juden, zumindest der europ\u00e4ischen Juden ist ihr Programm. Mit unvorstellbarer Pr\u00e4zision und Konsequenz errichten sie Arbeits- und Vernichtungslager, planen in ausgefeilter Logistik Massentransporte in plombierten Viehwaggons und bauen ihre Todesfabriken mit Gaskammern und Krematorien.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">David Ol\u00e8re, der einzige Maler, der das alles gesehen und \u00fcberlebt hatte, hat nach 1945 Zeichnungen, zum Teil bereits vorher angefertigt, und gemalte Bilder hinterlassen, deren dokumentarischer Wert unsch\u00e4tzbar ist.<a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a> Er hat als \u00dcberlebender aus Auschwitz-Birkenau Unvorstellbares erlebt und sp\u00e4ter als K\u00fcnstler gemalt, wie z.B. den <em>Erstickungstod durch Zyklon B<\/em>.<a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ol\u00e8re hat eine besondere Geschichte: Am 2. M\u00e4rz 1943 verl\u00e4sst ein Transport mit tausend Juden das Sammel- und Durchgangslager Drancy, 20 km nord\u00f6stlich von Paris, Richtung Auschwitz. Es ist die 49. Deportation im Rahmen der \u201eEndl\u00f6sung der Judenfrage\u201c; nur hundert M\u00e4nner und neunzehn Frauen wertet man bei der Selektion als arbeitsf\u00e4hig. Die \u00fcbrigen 881 Deportierten werden sofort vergast. Sechs \u00fcberleben, darunter zwei Frauen. Ol\u00e8re wird als Totengr\u00e4ber im Bunker 2 des Krematoriums III zum j\u00fcdischen Sonderkommando<a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> abgestellt. In dem Geb\u00e4ude befinden sich eine Gaskammer und Verbrennungs\u00f6fen. Ein \u00dcberlebender berichtet nach dem Krieg, dass Ol\u00e8re dem Sonderkommando zugeteilt war und \u201edie ungew\u00f6hnliche Aufgabe\u201c hatte, \u201eBilder f\u00fcr die SS zu malen\u201c. Auch aufgrund seiner Deutschkenntnisse war er f\u00fcr die SS interessant. Ol\u00e8re schrieb f\u00fcr sie \u201ekalligraphierte und mit Blumen dekorierte Briefe an ihre Familien\u201c.<a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eManchmal jedoch wurde David Ol\u00e8re auch zu den Verbrennungs\u00f6fen beordert oder mu\u00dfte an der \u201aR\u00e4umung\u2018 der Gaskammern teilnehmen.\u201c Manchmal wurde er unfreiwillig Zeuge des Ausziehens im Auskleideraum und der Vergasung.<a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a> Ich w\u00e4hle nur ein Beispiel aus dem umfangreichen Bildmaterial, das uns der K\u00fcnstler und Auschwitz-\u00dcberlebende hinterlassen hat: <em>Gazage<\/em> (<em>Gassing<\/em>).<a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a> Man sieht deutlich, wie v\u00f6llig ausgemergelte K\u00f6rper, nur noch Haut und Knochen, eher skelettiert, nach oben streben, um noch Luft zu bekommen. Die unten kauernden Opfer haben keine Chance; sie werden getreten, auch die eigenen Kinder. Ihnen allen wird beschert \u2013 ganz und gar nicht \u201eGeist Gottes\u201c, sondern im Gegenteil: Sie erhalten ausnahmslos Zyklon B, das von den Nazis f\u00fcr ihre Vernichtung ausgew\u00e4hlte, t\u00f6dliche, den sicheren Tod bringende Gas! Das nenne ich zynisch!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der markanteste Unterschied zwischen der Vision der Totengebeine bei Ezechiel und dem Bild des K\u00fcnstlers und Auschwitz-\u00dcberlebenden David Ol\u00e8re besteht eben darin: das eine ist Vision, w\u00e4hrend das andere Wirklichkeit ist. Allerdings gewinnt man den Eindruck, dass der Vision des Ezechiel eine Realit\u00e4t zugrunde liegt; das zeigt der Dialog mit JHWH: \u201eDu Mensch, diese Gebeine sind das ganze Haus Israel! Siehe, sie sagen: Unsere Gebeine sind vertrocknet, und unsere Hoffnung ist dahin. Wir sind (vom Leben) abgeschnitten\u201c (Ez 37,11)! Offenbar wird die Vision unterbrochen, wodurch die Realit\u00e4t zur Sprache gebracht wird: Israel war (wieder einmal) am Boden zerst\u00f6rt, ohnm\u00e4chtig, vom Leben abgeschnitten; andererseits beh\u00e4lt die Verhei\u00dfung kraft der prophetischen Zeichenhandlung im Kontext ihre Dominanz, setzt sich durch.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es mag Ansto\u00df erregen \u2013 auch in einer Kirchengemeinde, an Auschwitz zu erinnern; ebenso k\u00f6nnte ich die <em>Todesfuge<a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftn20\" name=\"_ftnref20\"><strong>[20]<\/strong><\/a><\/em> Paul Celans rezitieren; ich erinnere mich noch an eine ambivalente Reaktion in einer K\u00f6lner Kirchengemeinde. Ich halte es jedenfalls f\u00fcr wichtig, aufzuzeigen, dass f\u00fcr die Mehrzahl einzelner Menschen wie f\u00fcr ganze V\u00f6lker ihr Lebensweg von Geburt an durch die H\u00f6lle f\u00fchrt. Genial\u00a0 setzen das der Dichter Dante Alighieri und der Bildhauer Auguste Rodin dichterisch, k\u00fcnstlerisch um. Es geht um das <em>H\u00f6llentor<\/em>.<a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a> Rodin studiert das Werk Dantes,<a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a> versucht, sich in den Geist des Dichters hineinzuversetzen<a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a> und w\u00e4hlt den ersten Teil der <em>Divina Commedia<\/em>, das <em>Inferno<\/em>. Da sind auf dem Tor hoch oben die Worte zu lesen:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eDurch mich geht es zur Stadt der Leiden,<br \/>\nDurch mich geht es zum ewigen Schmerz,<br \/>\nDurch mich geht es zu den verlorenen Menschen.<br \/>\n<em>Lasciate ogni speranza, voi ch&#8217;entrate!<\/em><br \/>\nLasst alle Hoffnung fahren, die ihr hereinkommt!\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Inferno, existenzielle Verlorenheit bei dieser monumentalen Skulpturengruppe. Die Figuren ringen mit der Hoffnungslosigkeit und Endg\u00fcltigkeit des Todes. Menschenleiber. Sie taumeln, fallen, st\u00fcrzen hinunter. Einzeln, in Paaren oder wie in Trauben dicht aneinanderh\u00e4ngend. M\u00e4nner, Frauen, Alte, Junge. Sie taumeln, fallen, st\u00fcrzen. Hinunter in eine haltlose Tiefe. 186 Figuren sind es insgesamt. Untergebracht sind sie auf einem riesigen Bronzeportal. Mehr als sechs Meter ist es hoch und vier Meter breit. Wir stehen vor dem <em>H\u00f6llentor<\/em> des Bildhauers Rodin. Es gilt als sein bedeutendstes Werk, obwohl es unvollendet blieb. 37 Jahre arbeitet er an diesem Werk. Erst nach seinem Tod (1917) wird das <em>H\u00f6llentor<\/em> in Bronze gegossen.<a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In Rainer Maria Rilkes Rodin-Studie (1903) ist Rodin \u201eein Suchender des Lebens\u201c. Bei allem Ringen durch die Dramen des Lebens, durch alle Wirrnisse, fing er an zu begreifen, so ist das Leben: \u201ein Sehnsucht und Weh, in Wahnsinn und Angst, in Verlust und Gewinn.\u201c Hier war ein unermessliches Verlangen, \u201ehier war kein L\u00fcgen und Verleugnen, und die Geb\u00e4rden von Geben und Nehmen, hier waren sie echt und gro\u00df. Hier waren die Laster und die L\u00e4sterungen, die Verdammnisse und die Seligkeiten, und man begriff auf einmal, da\u00df eine Welt arm sein mu\u00dfte, die das alles verbarg und vergrub und tat, als ob es nicht w\u00e4re.\u201c In den \u201everzweifelten und verlorenen Versuchen, dem Dasein einen unendlichen Sinn zu finden, ist etwas von jener Sehnsucht, die die gro\u00dfen Dichter (aus)macht. Hier hungert die Menschheit \u00fcber sich hinaus. Hier strecken sich H\u00e4nde aus nach der Ewigkeit (\u2026).<a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Rilke beschreibt und kommentiert, was ihn bei der Betrachtung des <em>H\u00f6llentors<\/em> bewegt, stets auch in Relation zu dem Bildhauer, in dessen Werkstatt er ein paar Monate arbeitete.<a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a> Es mag nicht ganz angemessen erscheinen, an dieser Stelle an die Vision bei Ezechiel zu erinnern. Aber schien nicht der Anblick von Totengebeinen und deren Vergleich mit dem Volk Israel eine \u201eh\u00f6llische\u201c Provokation f\u00fcr den Propheten, der das Auf und Ab von Heil und Unheil in seiner Verk\u00fcndigung im Auftrag JHWHs zwar gewohnt war, der sich aber angesichts einer solchen tabula rasa wie vor den Kopf gesto\u00dfen sah:<a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a> Hier war kein Leben mehr! Ohne diese Situation schm\u00e4lern zu wollen: Kennen wir nicht auch Lebensabschnitte innerhalb der Gro\u00dffamilie oder bei Freunden oder bei uns selbst, von denen wir mindestens im Nachhinein sagen m\u00fcssen: Das war die H\u00f6lle! Ich w\u00e4re fast gestorben. Ich war wie tot.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eine Beziehung kann wie verdorrt sein: nicht mehr lebendig, die Gef\u00fchle wie abgestorben; nicht nur die einstigen Gl\u00fccksgef\u00fchle, vielmehr auch keine Wut, kein Streitwille \u2013 alles einfach tot. Oder wie mag sich ein Mensch f\u00fchlen, der eine unheilbare, todbringende Krankheit hat und die letzte Phase seines Lebens in der Klinik oder daheim im Kreise der Angeh\u00f6rigen verbringt: Ausgetrocknet sind seine Gebeine wie sein Mund, der immer wieder neu befeuchtet werden muss. Sterbende bed\u00fcrfen der Gegenwart der Lebenden; Ber\u00fchrungen sind sehr wichtig. Das f\u00e4llt uns weitaus schwerer als dem Sterbenden, weil wir den Geruch und die N\u00e4he des Todes sp\u00fcren. Instinktiv beschleichen uns Angst, ja, die Gewissheit, dass auch wir einmal die Grenze des Lebens erreichen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Doch werden Menschen mitunter geplagt von \u201ekleinen Toden\u201c, von Verlusten, Misserfolgen, Krisen, massiven Einschr\u00e4nkungen, Verletzungen, Unterdr\u00fcckungen, Dem\u00fctigungen, Betrug, Ausgrenzungen, k\u00f6rperlicher, seelischer Gewalt. In diesen Phasen besticht der Gedanke: \u201eDa w\u00e4re ich lieber tot!\u201c Wer nicht betroffen ist, wischt diese Worte leicht vom Tisch. Rodin, wie es Rilke empfindet, kennt \u201edas Leben des heutigen Menschen\u201c, \u201edie Geb\u00e4rden der Menschheit, die ihren Sinn nicht finden kann\u201c (im Vergleich zu Dantes Zeit), ungeduldiger geworden, nerv\u00f6ser (\u2026), hastiger. Und alle die durchw\u00fchlten Fragen des Daseins liegen um sie her.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Fast 600 Jahre liegen zwischen Dantes <em>Divina Commedia<\/em> und Rodins <em>H\u00f6llentor<\/em>. Rodin, dessen Schaffen im Ausklang des 19. Jh. Antwort sucht auf Fragen, welche die \u201econditio moderna\u201c des Menschen aufwirft. Denn eins steht auch f\u00fcr den Bildhauer au\u00dfer Frage: \u201eDie Kunst enth\u00fcllt den Menschen den Sinn ihrer Existenz. Es ist wie ein Sprudeln intellektueller Kr\u00e4fte, das in vielfachen Kaskaden herunterf\u00e4llt, bis es das gro\u00dfe stets bewegte Gew\u00e4sser bildet, das den geistigen Zustand einer Zeit darstellt.\u201c<a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a> Wasser und Geist sind sich \u00e4hnlich, indem sie als lebendige, m\u00e4chtige Kr\u00e4fte neues Leben schaffen und schenken. Beide bahnen sich ihren Weg und beleben, was vorher tot war.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Mensch hat Anteil an der Macht des Geistes, die Leben schafft oder zerst\u00f6rt. Rodin ist die Gestalt des Denkers wichtig: oberhalb des <em>H\u00f6llentors<\/em> platziert Rodin seinen \u201eDenker\u201c. In einem eigenen Feld \u00fcber dem T\u00fcrsturz sitzt er hoch \u00fcber dem Geschehen tief unter ihm, gedankenverloren. Der Denker ist \u201eder Mittelpunkt des Tores\u201c.<a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein denkender Mensch sollte nicht mit einem Gr\u00fcbler verwechselt werden. Kinder sind h\u00e4ufig die besten Philosophen, weil sie grundlegende, scheinbar einfache Fragen stellen. Wir ben\u00f6tigen oft frischen Wind, der verstaubte Gelehrten- oder Lehrerzimmer durchweht. Geistesfreiheit braucht es, um vertrocknete, verkrustete Strukturen aufzubrechen. M\u00f6gen wir uns zu Vision\u00e4ren entwickeln, die \u00e4hnlich wie Ezechiel offen sind f\u00fcr <em>den<\/em> Geist, den wir zum Gl\u00fcck nicht kontrollieren k\u00f6nnen! Denn der Wind (Geist) weht, wo er will \u2026 (Joh 3,8).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pfarrer Thomas Bautz<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">(\u201eim Unruhestand\u201c)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bonn<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<a href=\"mailto:bautzprivat@gmx.de\">bautzprivat@gmx.de<\/a><\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Zur diffizilen Entstehung, zum Genre des Buches und zur historischen Einordnung, s. Ruth Poser: Ezechiel \/ Ezechielbuch (2021), wibilex.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> \u201eDas in der Bildrede 37,11 vom Volk gebrauchte Bildelement der vertrockneten Gebeine gestaltet sich dem Propheten zur autodramatischen Vision, in der er selbst durch das ihm aufgetragene Prophezeien handelnd dabei ist.\u201c TRE 10 (1982), Art. <em>Ezechiel\/ Ezechielbuch<\/em> (Walther Zimmerli), 766\u2013781: 774.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Passiv von harag (\u05d4\u05e8\u05d2): einen Menschen t\u00f6ten im Sinne von Totschlag (cf. Gesenius).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Mehrfach ist in Ez 37,1\u201314 die Rede von ruah (\u05e8\u05d5\u05d7): Geist, Odem, Wind; Martin Buber fasst die Bedeutungen im Wort \u201eGeistbraus\u201c zusammen: Die Schrift. Verdeutscht von Martin Buber, gemeinsam mit Franz Rosenzweig. Bd. 3: B\u00fccher der K\u00fcndung (1985), 549\u2013550; die Holy Bible. New International Version (1978) liest durchg\u00e4ngig <em>breath<\/em>, nur in 37,14 <em>Spirit<\/em>; Exegese, s. Andr\u00e9 Tolksdorf: Die \u05e8\u05d5\u05d7 als Perspektive f\u00fcr ein neues Leben. Eine Studie zu Hes 36 und 37 als Kern des Hesekiel-Buches, Bibelstudien 30 (2021): Exegetische Beobachtungen zu Hes 37, S. 175\u2013194. Der Mythos von der Erschaffung des Menschen verwendet \u201eLebensodem\u201c: \u201eJHWH Elohim bildete den Menschen (Adam) aus Staub vom Erdboden (Adamah) und blies Lebensodem in seine Nase, so wurde der Mensch (Adam) ein lebendiges Wesen\u201c (Gen 2,7).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Cf. Gesenius.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Cf. Barbara Schmitz: Geschichte Israels (2., aktualis. Aufl. 2015): Die erste Eroberung Jerusalems und die erste Deporation durch die Babylonier (597 v.u.Z.), S. 22\u201326: Ezechiel, S. 24\u201326.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> S. Thomas Wagner: Exil\/ Exilszeit (2007), wibilex.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> B. Schmitz: Geschichte Israels (2015), 26.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Ruth Poser: Ezechiel \/ Ezechielbuch (2021) erw\u00e4gt eine Traumatheologie\/ Traumatologie des Ezechielbuches.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Siegfried Herrmann: Geschichte Israels in alttestamentlicher Zeit (2., \u00fcberarb. u. erw. Aufl. 1980): (II.) Die K\u00f6nigreiche Israel und Juda (11.) Die Babylonier und das Ende des Staates Juda, 335\u2013349: 349.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Martin Buber: Glaube der Propheten (2., verb. Aufl. 1984): Der Gott der Leidenden (195\u2013281): Die Frage, 227\u2013246: 230\u2013231.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> S. \u201eListe von antisemitischen Anschl\u00e4gen und Angriffen im deutschsprachigen Raum nach 1945 in der Bundesrepublik Deutschland\u201c bei wikipedia.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Cf. <a href=\"https:\/\/www.annefrank.org\/de\/timeline\/183\/grundung-des-staates-israel\/\">https:\/\/www.annefrank.org\/de\/timeline\/183\/grundung-des-staates-israel\/<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Vergessen oder vergeben. Bilder aus der Todeszone. Texte von Alexandre Oler\/ Bilder von David Ol\u00e8re (2004, <sup>2<\/sup>2012): Vorwort v. Serge und Beate Klarsfeld, 7\u201311: 9; Or.: Un g\u00e9nocide en h\u00e9ritage (1998).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> S. meine Predigt \u00fcber Ez 37,1-14 vom 16. April 2022 (im Archiv); cf. weiter unten.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> S. Gideon Greif: \u201eWir weinten tr\u00e4nenlos \u2026\u201c. Augenzeugenberichte des j\u00fcdischen \u201eSonderkommandos\u201c in Auschwitz. Aus dem Hebr\u00e4ischen \u00fcbersetzt v. Matthias Schmidt (1995, 1999, <sup>10<\/sup>2014).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Vergessen oder vergeben (2012): Vorwort v. Serge und Beate Klarsfeld, 7\u20138.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Vergessen oder vergeben. Bilder aus der Todeszone (2012), 8; cf. Jean-Claude Pressac: Die Krematorien von Auschwitz. Die Technik des Massenmordes (Neuausgabe 1995): (IX) Die Einrichtung von Gaskammern in den Krematorien, 69\u201396: Es folgen 4 Zeichnungen von David Ol\u00e8re: Dokument 29: Der Ofenraum des Krematoriums II mit seinen f\u00fcnf Dreimuffel\u00f6fen; Dok. 31: die \u201eFriseure\u201c und \u201eZahn\u00e4rzte\u201c bei der Arbeit in der Gaskammer. [\u2026]; Dok. 32: Herausholen der Leichen aus der Gaskammer des Krematoriums III und ihr Transport zum Aufzug des Ofens [\u2026]; Dok. 33: Einschieben einer Frauen- und mehrerer Kinderleichen in die Ein\u00e4scherungskammer [\u2026]; Dok. 35: Auskleideraum des Krematoriums III. An der Decke links das Entl\u00fcftungsrohr mit seinen Saugstutzen. Jean-Claude Pressac l\u00e4sst an der <em>Authentizit\u00e4t der Bilder<\/em> von David Ol\u00e8re keine Zweifel aufkommen, indem er sie als <em>Dokumente<\/em> angibt; Or.: Les Cr\u00e9matoires d\u2019Auschwitz (1993); cf<em>. Auschwitz. <\/em>Technique and Operation of the Gas Chambers. Beate Klarsfeld Foundation, N.Y. 1989. Pressac (1944\u20132003) war Chemiker und Historiker.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Cf. <em>Erstickungstod durch Zyklon B<\/em> oder <em>Gazage<\/em> (<em>Gassing<\/em>, 131 x 162 cm): Ausst.-Kat.\u00a0David Ol\u00e8re:<em>\u00a0<\/em>1902\u20131985<em>. A painter in the Sonderkommando at Auschwitz<\/em>\u00a0(1989), A Living Memorial to the Holocaust, New York, S. 54; s. Videopr\u00e4sentation\u00a0<a href=\"https:\/\/webdoku.rbb-online.de\/david-olere-chronist-von-auschwitz#237964\">https:\/\/webdoku.rbb-online.de\/david-olere-chronist-von-auschwitz#237964<\/a>; Vergessen oder vergeben (2012), 32\u201333 (Abb., S. 33).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Sie hat nie an Aktualit\u00e4t verloren, s. Thomas Sparr: Todesfuge. Biographie eines Gedichts (2020).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Auguste Rodin. Das H\u00f6llentor. Zeichnungen und Plastik, [Katalog anl\u00e4\u00dflich der Ausstellung in der St\u00e4dtischen Kunsthalle Mannheim, 28. September 1991 bis 6. Januar 1992, hg. v. Manfred Fath in Zusammenarbeit mit J. A. Schmoll gen. Eisenwerth. Mit Beitr. von Nicole Barbier (1991); <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/der-bildhauer-auguste-rodin-und-sein-hoellentor-wir-muessen-100.html\">https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/der-bildhauer-auguste-rodin-und-sein-hoellentor-wir-muessen-100.html<\/a>. \u00dcberschrift: \u201eWir m\u00fcssen das Leben lieben\u201c. Zum Thema: Antoinette Le Normand-Romain: Rodin. Das H\u00f6llentor (1999, 2002); Raphael Masson\/ V\u00e9ronique Mattiussi: Rodin (2004): Das H\u00f6llentor, 25\u201347.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> TRE 8 (1981), Art. <em>Dante Alighieri<\/em> (1265\u20131321), 349\u2013353 (August Buck): Das Werk, 350\u2013352: <em>Commedia<\/em>, seit der Ausgabe von 1555 <em>Divina Commedia<\/em>, 351\u2013352.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> S. Masson\/ Mattiussi: Rodin (2004): Dante und die K\u00fcnstler. Ein ewiger Quell der Inspiration, 48\u201351.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> Geschichte, Restaurierung und Transport: Das H\u00f6llentor von Z\u00fcrich, Semesterarbeit Felix Forrer, SS 2006, Hochschule der K\u00fcnste, Bern (pdf-Datei im Anhang); cf. Skulptur. Von der Antike bis zur Gegenwart (8. Jh. v.u.Z. bis 20. Jh.), hg.v. Georges Duby\/ Jean-Luc Daval (2002; urspr\u00fcngl. 4 Bde., 1986\u20131991): Das H\u00f6llentor, 930\u2013931.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Rilke. Auguste Rodin (1902). Mit 96 Abbildungen (1955; 1984, <sup>13<\/sup>2018): <em>Porte de l\u2019Enfer<\/em>, 34\u201339: 35\u201336.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> Rilke-Handbuch. Leben \u2013 Werk \u2013 Wirkung, hg.v. Manfred Engel (2013): Kontakte und Kontexte (2.2) Bildende Kunst (130\u2013150): Auguste Rodin, 139\u2013142: 140; Ingeborg Schnack. Rainer Maria Rilke. Chronik seines Lebens und seines Werkes 1875\u20131926. Erweiterte Neuausgabe, hg.v. Renate Scharffenberg (1975; 2009): Bei Rodin (1905\u20131906), 223\u2013245: 224ff; Erste Meisterschaft, 245\u2013257: 245 (danach arbeitete Rilke 7 Monate bei Rodin).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> Zumal Ezechiel ganz abrupt mit den verdorrten, abgestorbenen Gebeinen als Sinnbild Israels konfrontiert war: \u201eEs war die Hand JHWHs \u00fcber mir \u2026\u201c; Ruth Huppert: Israel steht auf. Eine Studie zu Bedeutung und Funktion von Ez 37,1-14 im Buch Ezechiel, Beitr\u00e4ge zum Verstehen der Bibel 27 (2016): Einzeluntersuchungen zu Ez 37\uff0c1\u201314, S. 106 \u2013 205; Ez 37, 1\u201314 als nichtdatierter Textabschnitt im Buch Ezechiel, 262\u2013276.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> Rilke. Auguste Rodin (1903). Mit 96 Abbildungen (<sup>13<\/sup>2018), 37.<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/der-bildhauer-auguste-rodin-und-sein-hoellentor-wir-muessen-100.html\">https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/der-bildhauer-auguste-rodin-und-sein-hoellentor-wir-muessen-100.html<\/a>. Dort auch das Bild vom \u201eDenker\u201c (s.u.).<\/p>\n<p><a href=\"applewebdata:\/\/911E2B30-04C7-44F2-9067-3EE206EED637#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> Rilke. Auguste Rodin (1903). Mit 96 Abbildungen (<sup>13<\/sup>2018), 37.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Nur) eine Vision? Totengebeine und ihre Erweckung | Pfingstsonntag | 19.05.2024 | Ezechiel 37,1\u201314 | Thomas Bautz | Liebe Gemeinde! 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