{"id":19953,"date":"2024-05-28T10:31:22","date_gmt":"2024-05-28T08:31:22","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=19953"},"modified":"2024-05-28T10:49:39","modified_gmt":"2024-05-28T08:49:39","slug":"jeremia-23-16-29-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/jeremia-23-16-29-6\/","title":{"rendered":"Jeremia 23, 16-29"},"content":{"rendered":"<h3>1.Sonntag nach Trinitatis | 02.06.2024 | Jer 23, 16-29 | Friedrich Seven |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Text<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">16) So spricht der Herr Zebaoth: H\u00f6rt nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen! Sie betr\u00fcgen euch, sie verk\u00fcnden euch Gesichte aus ihrem Herzen und nicht aus dem Mund des Herrn.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">17) Sie sagen denen, die des Herrn Wort verachten: Es wird euch wohlgehen-, und allen, die im Starrsinn ihres Herzens wandeln, sagen sie: Es wir kein Unheil \u00fcber euch kommen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">18) Aber wer hat im Rat des Herrn gestanden, dass er sein Wort gesehen und vernommen h\u00e4tte? Wer hat sein Wort vernommen und geh\u00f6rt?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">19) Siehe es wird ein Wetter des Herrn kommen voll Grimm und ein schreckliches Ungewitter auf den Kopf der Gottlosen niedergehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">20) Und des Herr Zorn wird nicht ablassen, bis er tue und ausrichte, was er im Sinn hat; zur letzten Zeit werdet ihr es klar erkennen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">21) Ich sandte die Propheten nicht, doch laufen sie; ich redete nicht zu ihnen, und doch weissagen sie.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">22) Denn wenn sie in\u00a0 meinem Rat gestanden h\u00e4tten, so h\u00e4tten sie meine Worte meinem Volk gepredigt, um es von seinem b\u00f6sen Wandel und von seinem b\u00f6sen Tun zu bekehren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">23) Bin ich nur ein Gott, der nahe ist, spricht der Herr, und nicht auch ein Gott, der ferne ist?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">24) Meinst du, dass sich jemand so heimlich verbergen k\u00f6nne, dass ich ihn nicht sehe?, spricht der Herr. Bin ich es nicht, der Himmel und Erde erf\u00fcllt? , spricht der Herr.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">25) Ich h\u00f6re es wohl, was die Propheten reden, die L\u00fcge weissagen in meinem Namen und sprechen, mir hat getr\u00e4umt, mir hat getr\u00e4umt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">26)Wann wollen doch die Propheten aufh\u00f6ren, die L\u00fcge\u00a0 weissagen und ihres Herzens Trug weissagen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">27) und wollen, dass mein Volk meinen Namen vergesse \u00fcber ihren Tr\u00e4umen, die einer dem anderen erz\u00e4hlt, so wie ihre V\u00e4ter meinen Namen verga\u00dfen \u00fcber dem Baal?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">28) Ein Prophet, der Tr\u00e4ume hat, der erz\u00e4hle Tr\u00e4ume; wer aber mein Wort hat, der predige mein Wort recht. Wie reimen sich Stroh und Weizen zusammen?, spricht der Herr.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">29) Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der Herr, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmei\u00dft?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">bei diesem Hammerwort des Propheten kommt mir immer wieder unser Gemeindepastor in den Sinn, der, als er dieses Wort sprach, pl\u00f6tzlich mit einem Hammer auf die Kanzelbr\u00fcstung schlug.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nicht nur wir Konfirmandinnen und Konfirmanden begriffen damit sofort, dass der Hammer, von dem Jeremia spricht, wohl Steine zerkleinern, uns aber nicht erschlagen, sondern aufwecken soll.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir sollen uns nicht wegtr\u00e4umen und uns in diesen Tr\u00e4umen etwa noch in der N\u00e4he Gottes w\u00e4hnen, wie es uns falsche Propheten verk\u00fcnden. Die Propheten rufen ihre Zuh\u00f6rer nicht zur Umkehr zu Gott auf, sondern verk\u00fcnden die \u00a0Langm\u00fctigkeit Gottes. Jeremia ist mit seinem Ruf erfolglos geblieben. Das Unheil, das er komme sah, ist schlie\u00dflich mit dem Untergang Jerusalems im Jahre 586 vor Christus eingetreten, und die Worte des Propheten sind danach in der kunstvollen Form zusammengefasst worden, in der sie uns heute \u00fcberliefert\u00a0 vorliegen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn der Prophet Jeremia seine Zuh\u00f6rer damals vor solchen Propheten warnte, die mit Traumgesichten vorgaben, uns in die N\u00e4he zu Gott zu f\u00fchren, \u00a0dann m\u00f6chte ich sagen: Heute sind wir selbst f\u00fcr uns die falschesten Propheten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zu verf\u00fchrerisch ist der Gedanke, wir k\u00f6nnten auf dem Weg zu Gott alles hinter uns lassen, dem Leben entfliehen und dabei ganz vergessen, woher wir eigentlich kommen. Zu naheliegend scheint der Gedanke, wir br\u00e4uchten gar nicht zu Gott umzukehren, sondern k\u00f6nnten schon jetzt allezeit bei ihm sein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Seit Pfingsten aber d\u00fcrfen wir wissen, dass wir aus diesem Leben nicht entfliehen m\u00fcssen, sondern dass wir hoffnungsvoll in die Zukunft aufbrechen k\u00f6nnen in der Kraft des Geistes, mit der uns unser Herr, Jesus Christus, begabt hat und weiter begabt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir brauchen uns kein besseres Leben mehr zu ertr\u00e4umen, sondern werden mit dem Traum in diesem Leben neue oft ungewohnte Schritte gehen. Wenn wir aus der Kraft des Geistes von einem besseren Leben tr\u00e4umen, dann mit einem Mut, der nicht nur die Kehrseite blo\u00dfer Verzweiflung ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es reden heute auch viele Propheten\u00a0 auf uns ein, die uns nicht mit Wunschtr\u00e4umen von der N\u00e4he Gottes\u00a0 verf\u00fchren wollen, sondern uns mit Albtr\u00e4umen vom drohenden Weltuntergang heimsuchen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gegen diese Propheten hilft es auch nicht zu wissen, dass solche Prophetie immer schon \u00a0gekommen und wieder gegangen ist, um dann anders gewandet und aufgestellt wiederzukehren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Den selbsternannten Unheilspropheten zu antworten, dass alles beim alten bleiben wird, hilft aber auch nicht, weil es nicht stimmt. Nicht nur die \u00c4lteren unter uns werden wissen, wie viel im Leben und wie pl\u00f6tzlich sich nahezu das ganze Leben \u00e4ndern kann.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auch \u00a0scheint es im Blick auf bedrohliche Szenarien immer wieder f\u00fcnf vor zw\u00f6lf oder bereits danach zu sein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Doch ist es f\u00fcr den Augenblick nie zu sp\u00e4t, um sich im H\u00f6ren auf Gottes Wort auf seine Gerechtigkeit, seinen Frieden und auf die Bewahrung seiner Sch\u00f6pfung zu besinnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Uhr schl\u00e4gt daf\u00fcr nie zu sp\u00e4t, und die Zeit zum Beten und Handeln ist nicht festgelegt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">So k\u00f6nnen wir Zeichen setzen im Eintreten f\u00fcr mehr Gerechtigkeit, mit Anf\u00e4ngen von\u00a0 Friedfertigkeit unter uns und mit uns, sowie mit ermutigenden praktischen dankbaren Ma\u00dfnahmen zur Bewahrung der Sch\u00f6pfung.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dabei brauchen wir nicht davon zu tr\u00e4umen, die Welt zu retten, aber wir m\u00fcssen uns den Traum von einer besseren Welt auch nicht\u00a0 verbieten lassen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ob in der Arbeit mit Fl\u00fcchtlingen oder beim Anhalten im Gebet f\u00fcr den Frieden, und beim Sammeln f\u00fcr die Kriegsgebiete der Welt. immer stehen wir jeden Tag neu vor gemeindlichen Herausforderungen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott sei Dank k\u00f6nnen wir an vieles auch ankn\u00fcpfen, was wir mit \u00a0anderen Organisationen und Initiativen vorbereitet haben. Wie st\u00fcnden wir heute verlegen in der Arbeit mit Fl\u00fcchtlingen dar, wenn wir uns im Jahr 2015 wegegeduckt h\u00e4tten, und wie angesagt wirkt \u00a0angesichts hochger\u00fcsteter Autos, die auch als E-Fahrzeuge vor allem Tempo 200 leisten m\u00fcssen, die schon lange bew\u00e4hrte freundliche Empfehlung \u201eEnergiesparen, ja bitte.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir m\u00fcssen nichts mit dem Hammer rein treiben, Gottes Wort wird sich \u00a0durchsetzen, und wir d\u00fcrfen es jeden Sonntag h\u00f6ren und feiern.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dr. Friedrich Seven, Pfarrer i. R.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">37412 Scharzfeld<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">E-mail: friedrichseven@t-online.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1.Sonntag nach Trinitatis | 02.06.2024 | Jer 23, 16-29 | Friedrich Seven | Text 16) So spricht der Herr Zebaoth: H\u00f6rt nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen! 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