{"id":20049,"date":"2024-06-25T09:01:44","date_gmt":"2024-06-25T07:01:44","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=20049"},"modified":"2024-06-25T09:01:44","modified_gmt":"2024-06-25T07:01:44","slug":"2-korinther-121-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/2-korinther-121-10\/","title":{"rendered":"2. Korinther 12,1\u201310"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">\u201aWo Menschenkraft ausgeht, geht Gottes Kraft ein\u2018 | 5. Sonntag nach Trinitatis | 30.6.2024 | 2.Kor 12,1-10 | Winfried Klotz |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">1 Ihr zwingt mich dazu, dass ich mein Selbstlob noch weiter treibe. Zwar hat niemand einen Nutzen davon; trotzdem will ich jetzt von den Visionen und Offenbarungen sprechen, die vom Herrn kommen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">2 Ich kenne einen mit Christus verbundenen Menschen, der vor vierzehn Jahren in den dritten Himmel versetzt wurde. Ich bin nicht sicher, ob er k\u00f6rperlich dort war oder nur im Geist; das wei\u00df nur Gott.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">3-4 Jedenfalls wei\u00df ich, dass diese Person ins Paradies versetzt wurde, ob k\u00f6rperlich oder nur im Geist, das wei\u00df nur Gott. Dort h\u00f6rte sie geheimnisvolle Worte, die kein Mensch aussprechen kann.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">5 Im Blick auf diese Person will ich prahlen. A Im Blick auf mich selbst prahle ich nur mit meiner Schw\u00e4che. (12,5-6) 11,16.30 A) W\u00f6rtlich mich r\u00fchmen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">6 Wollte ich aber f\u00fcr mich selbst damit prahlen, so w\u00e4re das kein Anzeichen, dass ich den Verstand verloren h\u00e4tte; ich w\u00fcrde ja die reine Wahrheit sagen. Trotzdem verzichte ich darauf; denn jeder soll mich nach dem beurteilen, was er an mir sieht und mich reden h\u00f6rt, und nicht h\u00f6her von mir denken.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">7 Ich habe unbeschreibliche Dinge geschaut. Aber damit ich mir nichts darauf einbilde, hat Gott mir einen \u00bbStachel ins Fleisch\u00ab gegeben: Ein Engel des Satans darf mich mit F\u00e4usten schlagen, damit ich nicht \u00fcberheblich werde. Gal 4,13-14; Ijob 2,6-7; Num 33,55<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">8 Dreimal habe ich zum Herrn gebetet, dass der Satansengel von mir abl\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">9 Aber der Herr hat zu mir gesagt: \u00bbDu brauchst nicht mehr als meine Gnade. Je schw\u00e4cher du bist, desto st\u00e4rker erweist sich an dir meine Kraft.\u00ab Jetzt trage ich meine Schw\u00e4che gern, ja, ich bin stolz darauf, weil dann Christus seine Kraft an mir erweisen kann. Phil 4,13; Jes 40,29-31; (Gnade) R\u00f6m 5,2S<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">10 Darum freue ich mich \u00fcber meine Schw\u00e4chen, \u00fcber Misshandlungen, Notlagen, Verfolgungen und Schwierigkeiten. Denn gerade wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eine sehr pers\u00f6nlich Auseinandersetzung zwischen dem Apostel und Missionar Paulus und der jungen christlichen Gemeinde in der Hafenstadt Korinth begegnet uns in unserem Predigtwort. Im Gegensatz zu der manchmal ge\u00e4u\u00dferten Meinung, dass die Lage der christlichen Gemeinde damals in der urchristlichen Zeit besser war, jedenfalls was das Miteinander, die Gemeinschaft und den Glaubensstand betrifft, erfahren wir hier \u2013 nat\u00fcrlich aus der Sicht des Paulus \u2013 dass es gewaltig knirschte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Um die Probleme besser zu verstehen, m\u00fcssten wir eigentlich den 2. Korintherbrief ab Kapitel 10 lesen; da schon beginnt die Verteidigungsrede des Paulus, sein Werben um Verst\u00e4ndnis und Annahme, seine Kritik an anderen Missionaren, die nicht nur seinen Dienst als Apostel und Gr\u00fcndervater der Gemeinde in Korinth in Frage stellen, sondern aus Sicht des Paulus auch einen anderen Jesus predigen. \u201eIhr lasst es euch gefallen, wenn jemand kommt und euch einen anderen Jesus verk\u00fcndet als den, den ich euch gebracht habe. Ihr lasst euch gerne einen anderen Geist geben als den, den ihr zuerst empfangen habt, und nehmt eine andere Gute Nachricht an als die, die ihr von mir geh\u00f6rt habt.\u201c So Paulus im 11. Kapitel (V. 4). Wir k\u00f6nnten meinen, Paulus ginge es nur um seine Person, er k\u00f6nne nicht ertragen, dass nach ihm auch andere Prediger nach Korinth kommen und guten Anklang in der Gemeinde finden. Seine Sorge um die Gemeinde greift aber tiefer; was da von diesen \u201e\u00dcberapostel\u201c \u2013 so nennt er sie \u2013 verk\u00fcndet wird, f\u00fchrt weg vom Zentrum, weg vom gekreuzigten Jesus. Im 1. Korintherbrief betont der Apostel f\u00fcr seine eigene Verk\u00fcndigung: \u201eIch hatte mir vorgenommen, unter euch nichts anderes zu kennen als Jesus Christus, und zwar Jesus Christus, den Gekreuzigten.\u201c (1. Kor. 2,2) Nur im gekreuzigten Christus vers\u00f6hnt Gott die Welt mit sich (5,19), nur in der Verbindung mit ihm geschieht die Befreiung zur Gotteskindschaft. Paulus sieht im Dienst der \u00dcberapostel eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr die christliche Gemeinde in Korinth: Was sie predigen und lehren, erscheint wie ein Aufstieg auf eine h\u00f6here Stufe des Christseins, ist aber in Wirklichkeit ein Weg in die Unfreiheit. Er schreibt: \u201eIhr duldet es, wenn euch jemand unterdr\u00fcckt, euch ausbeutet und einf\u00e4ngt, euch verachtet und ins Gesicht schl\u00e4gt.\u201c (11,20) Ihre Verk\u00fcndigung kreiste weniger um den Messias Jesus als um die eigene Person. Sie sind begabte Redner mit einem Hang zum Narzissmus. Ihnen gegen\u00fcber ist Paulus eine schwache Figur, ein nicht sonderlich guter Redner und dazu noch ein Mensch mit einer Einschr\u00e4nkung, einer Behinderung oder Krankheit. (Gal. 4,13-14; 1. Kor. 2,3)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Paulus und die Korinther \u2013 \u00fcber mehrere Seiten unserer Bibel f\u00fchrt der Apostel seine Mahn- und Werberede. War das n\u00f6tig, h\u00e4tte nicht ein kurzes Statement gereicht? Ist das Liebe zur Gemeinde auf Seiten des Paulus, oder eher Zeichen seiner Schw\u00e4che? Wir schauen aus einem gro\u00dfen Abstand zu und sind doch da und dort angesprochen, weil wir um Spannungen und Auseinandersetzungen in der heutigen Gemeinde wissen. Und um die manchmal unl\u00f6sbare Verbindung von inhaltlichen und pers\u00f6nlichen Themen in einem Konflikt. Zudem wissen wir nicht, wie es zwischen Paulus und den Christen in Korinth weiterging. Ich vermute, dass sie ihn aus einem Abstand heraus wieder als ihren Gr\u00fcndervater entdeckt haben; dass seine Briefe dann ganz neues Gewicht bekamen. Jedenfalls sind sie uns bis heute \u00fcberliefert. Und sie haben Gewicht, nicht nur weil sie aus den Anf\u00e4ngen der christlichen Gemeinde berichten, sondern weil sie ungesch\u00f6nt die Anfechtbarkeit des Lebens als Christ\/in spiegeln. Auch wir leben nicht in einer heilen Welt christlicher Gemeinden, ohne Irrtum, ohne Verkehrtheit, ohne S\u00fcnde. Auch wir sind manchmal leicht zu t\u00e4uschen, fallen auf die herein, die sch\u00f6n daherreden. Und \u00fcbersehen die, es sich viel kosten lassen, dass Jesus unter uns Gestalt gewinnt. Die Wenigsten von uns werden, wie Petrus zu Jesus, sagen k\u00f6nnen: \u201eDu wei\u00dft, wir haben alles stehen und liegen lassen und sind dir gefolgt.\u201c (Mk. 10,28) Aber Christen erkennt man nicht am Glaubensbekenntnis, sondern daran, dass sie in der Spur Jesu gehen; das geht nicht ohne verlassen und f\u00fchrt immer wieder in Schwierigkeiten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jedenfalls war der Apostel Paulus ein Diener Jesu, der es sich hat viel kosten lassen; er berichtet widerwillig, durch die Propaganda der anderen und ihren Einfluss in der korinthischen Gemeinde gezwungen, was es ihn gekostet hat, Jesus zu dienen. Ich zitiere daraus:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eIch rede jetzt wirklich wie ein Verr\u00fcckter: Womit andere prahlen, damit kann ich auch prahlen. 22 Sie sind echte Hebr\u00e4er? Das bin ich auch. Sie sind Israeliten? Das bin ich auch. Sie sind Nachkommen Abrahams? Das bin ich auch. 23 Sie dienen Christus? Ich rede im Wahnsinn: Ich diene ihm noch viel mehr! Ich habe h\u00e4rter f\u00fcr Christus gearbeitet. Ich bin \u00f6fter im Gef\u00e4ngnis gewesen, \u00f6fter geschlagen worden. H\u00e4ufig war ich in Todesgefahr. 24 F\u00fcnfmal habe ich von den Juden die neununddrei\u00dfig Schl\u00e4ge bekommen. 25 Dreimal wurde ich von den R\u00f6mern mit St\u00f6cken gepr\u00fcgelt, einmal wurde ich gesteinigt. Ich habe drei Schiffbr\u00fcche erlebt; das eine Mal trieb ich eine Nacht und einen Tag auf dem Meer.\u201c (11,21b-25)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ob das die Korinther davon \u00fcberzeugt hat, dass Paulus ein von Jesus berufener und gesandter Apostel ist? F\u00fcr die Christen in Korinth musste, das ergibt sich aus dem Fortgang seiner Mahn- und Werberede, noch etwas dazukommen. Ein vollm\u00e4chtiger Bote Jesu muss nicht nur engagiert und leidensf\u00e4hig sein, er muss auch besondere geistliche Erfahrungen haben. Ein Teil der Christen in Korinth war s\u00fcchtig nach besonderen geistlichen Erlebnissen. Das Mindeste war, dass man Gott in anderen Sprachen loben konnte. Manche meinten sogar, jetzt schon Zugang zur Welt der Auferstehung zu haben. (1. Kor. 15,12) Bewundert und angesehen waren die, die von einer Himmelsreise zu erz\u00e4hlen wussten. Den von Paulus als \u00dcberapostel bezeichneten Predigern in Korinth hing die Gemeinde an den Lippen, wenn sie von ihren himmlischen Erfahrungen berichteten. Die Christen in Korinth bewunderten diese Leute, f\u00fcr sie waren das richtige Apostel, denn sie hatten schon jetzt Zugang zur himmlischen Welt. Paulus dagegen fehlte diese Qualifikation; seine Predigt von der Vers\u00f6hnung mit Gott durch den gekreuzigten Jesus war f\u00fcr die Korinther nur eine Vorstufe des Glaubens.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber Paulus kennt sehr wohl solche ekstatischen Erfahrungen. \u201eIch kenne einen mit Christus verbundenen Menschen, der vor vierzehn Jahren in den dritten Himmel versetzt wurde.\u201c (V. 2) Er redet von sich in der dritten Person, denn diese Widerfahrnisse sind nicht handhabbar, vermittelbar, dem eigenen Glaubenskonto gutzuschreiben; sie sind und bleiben fremd. Paulus stellt besondere Erfahrungen nicht in Frage, aber sie sind nicht Inhalt seiner Predigt, denn das w\u00fcrde ihn in den Vordergrund und den gekreuzigten Jesus in den Hintergrund stellen. Die rettende Botschaft von Jesus w\u00fcrde entwertet. F\u00fcr Paulus pers\u00f6nlich haben ekstatische Erfahrungen Bedeutung, sie sind St\u00e4rkung auf seinem manchmal sehr angefochtenen Glaubensweg, sie bleiben aber Geheimnis zwischen Jesus und ihm. Von besonderen Erfahrungen berichten bringt in die Gefahr, Gottes Gnade klein und das eigene Ego gro\u00df zu machen. Und \u2013 besondere geistliche Erfahrungen und F\u00e4higkeiten sind noch nicht Ausweis christlicher Integrit\u00e4t; wichtiger ist, in vertrauendem Gehorsam in der Spur Jesu zu gehen. (Mt. 7,21-23) Deshalb h\u00e4lt Paulus fest: \u201eF\u00fcr mich selbst aber will ich mich nicht r\u00fchmen, au\u00dfer meiner Schwachheit.\u201c V. 5b)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Stimmt Paulus damit dem Urteil der Korinther zu: Du bist schwach, nicht besonders redegewandt, und zudem k\u00f6rperlich eingeschr\u00e4nkt, kein vollm\u00e4chtiger Apostel? (Gal. 4,13-14) Dir fehlt es an Charisma! Die, die uns jetzt predigen, sind stark, ja wir selbst \u00fcbertreffen dich. Du hast den Anfang bei uns gemacht, jetzt aber bewegt sich unser Christsein nicht mehr auf Kinderniveau, wir sind weit dar\u00fcber hinaus. (vgl. 1. Kor. 3,1-3) Paulus aber sieht etwas anderes; er nimmt bei den Christen in Korinth eine gef\u00e4hrliche \u00dcberheblichkeit wahr, so als g\u00e4be es ein Dr\u00fcber-Hinaus \u00fcber die Gnadenbotschaft vom f\u00fcr uns gekreuzigten und auferstandenen Jesus.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">H\u00e4lt Paulus seine Schw\u00e4che f\u00fcr eine St\u00e4rke, geh\u00f6rt es zum Christsein, dass man seinen Kopf unter dem Arm tr\u00e4gt, eine Leidensmine aufsetzt und m\u00f6glichst schnell die b\u00f6se Welt hinter sich lassen m\u00f6chte? Nein, er verkl\u00e4rt seine Schw\u00e4che nicht; sie ist ihm nicht willkommen, sondern ein Dorn im Fleisch, ein Satansengel, der ihn mit F\u00e4usten schl\u00e4gt. Er schreibt:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eAber damit ich mir nichts darauf einbilde, hat Gott mir einen \u00bbStachel ins Fleisch\u00ab gegeben: Ein Engel des Satans darf mich mit F\u00e4usten schlagen, damit ich nicht \u00fcberheblich werde. Dreimal habe ich zum Herrn gebetet, dass der Satansengel von mir abl\u00e4sst. (V. 7-8)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dass Paulus dreimal um Befreiung von seinem Leiden gefleht hat, zeigt deutlich, diese Schmerzen sind ihm nicht willkommen. Er kann sie nicht leichten Herzens in sein Christenleben integrieren. Es geht um eine schwere, notvolle Einschr\u00e4nkung seines Lebens, die trotz gl\u00e4ubigen Gebets ihm nicht abgenommen wurde. Aber er hat eine Antwort bekommen: \u201eDer Herr hat zu mir gesagt: \u201aDu brauchst nicht mehr als meine Gnade. Je schw\u00e4cher du bist, desto st\u00e4rker erweist sich an dir meine Kraft\u2018\u201c. (V. 9) Auf diesem schweren Weg hat Paulus gelernt, dass die Not seines Lebens ihn davor bewahrt, \u00fcberheblich zu werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Schauen wir noch einmal genauer auf das Wort des Herrn: \u201eDu brauchst nicht mehr als meine Gnade. Je schw\u00e4cher du bist, desto st\u00e4rker erweist sich an dir meine Kraft\u201c. Das ist kein geistliches Gesetz in der Art: Werde schwach, dann bist du stark und vollm\u00e4chtig in Glauben und Dienst f\u00fcr Jesus. Paulus wurde einen Weg gef\u00fchrt, den er nicht gehen wollte; er konnte die Not weder absch\u00fctteln noch weg beten. So wie die himmlischen geistlichen Erfahrungen ihn \u00fcberw\u00e4ltigten, so auch die Dunkelheit seiner leiblichen Schmerzen. Wir d\u00fcrfen das nicht leichthin \u00fcberlesen: Wir verkn\u00fcpfen gerne Christsein mit erf\u00fclltem Leben und verwechseln das mit Wohlergehen; auf seinem Weg als Apostel erlebt Paulus das Gegenteil von erf\u00fclltem Leben, von Wohlergehen. Sein Weg in der Spur Jesu ist ein Kreuzweg! Ich behaupte nicht, dass das immer so sein muss; aber es ist nicht ungew\u00f6hnlich, wenn uns auf dem Weg hinter Jesu her Widerst\u00e4nde begegnen, sei es aus uns selbst, von innen oder von au\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Entscheidend ist: Paulus blieb nicht ohne Erh\u00f6rung seines Flehens. Jesus, der Herr, hat geantwortet. Viele meinen, Gebet sei nur eine meditative, innere Einkehr; Paulus habe auf diese Weise sich selbst eine Antwort gegeben, sich mit seinen Schmerzen vers\u00f6hnt. Das ist ein Holzweg. Wer in der Not kein Gegen\u00fcber hat, dem er \/sie sich loslassen kann, muss zugrunde gehen. Jesus, der lebendige Herr, ist unser Gegen\u00fcber, dem wir uns loslassen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesu Antwort an Paulus ist eine Aufforderung, im Hinschauen auf IHN den Weg zu gehen. Es ist ein Weg des Gebets. Allein oder in Gemeinschaft zuversichtlich zum gegenw\u00e4rtigen Herrn Jesus zu beten und zu flehen ist ein Privileg. (Mt. 18,19-20) Auf diesem Weg wird aus Schwachheit St\u00e4rke, denn es ist ein Weg in der Gegenwart des auferstanden Herrn.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Einer meiner Gro\u00dfv\u00e4ter hat immer wieder um ein \u00dcberwinderleben gebetet; ich habe das als Kind nicht verstanden. Heute wei\u00df ich, wir \u00fcberwinden nicht deshalb, weil wir geistlich wachsen und stark werden, sondern weil Jesus bei uns Gestalt gewinnt, gro\u00df wird. W\u00e4hrend die Christen in Korinth den Weg eigener geistlicher Gr\u00f6\u00dfe gehen wollten, ein Weg der Raum lie\u00df f\u00fcr eine Beliebigkeit der Lebensgestaltung (12,21), ringt Paulus darum, dass Christus Gestalt gewinnt bei seiner Gemeinde.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Paulus res\u00fcmiert: \u201eJetzt trage ich meine Schw\u00e4che gern, ja, ich bin stolz darauf, weil dann Christus seine Kraft an mir erweisen kann. Darum freue ich mich \u00fcber meine Schw\u00e4chen, \u00fcber Misshandlungen, Notlagen, Verfolgungen und Schwierigkeiten. Denn gerade wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.\u201c (V. 9b-10) Sich an Gottes Gnade gen\u00fcgen lassen bedeutet betend anzunehmen, was das Leben schwer macht; es bedeutet aber auch, Jesus, mein Herr, steht neben mir und bringt mich durch! Auf diesem Weg geschehen Wunder. Die Botschaft von dem Gott, der in Jesus rettet und vers\u00f6hnt, wird glaubw\u00fcrdig verk\u00fcndigt. Hier geschieht, was nach meiner Erinnerung Luther einmal geschrieben hat: \u201aWo Menschenkraft ausgeht, geht Gottes Kraft ein\u2018. Amen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Winfried Klotz, Pfr. i. R. Bad K\u00f6nig\/ Odenwald; verh. 3 erwachsene Kinder und ein Enkelkind \u2013 ganz neu! Theol. gepr\u00e4gt von Otto Michel und Hans J. Iwand, Mitglied Pfarrgebetsbund.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201aWo Menschenkraft ausgeht, geht Gottes Kraft ein\u2018 | 5. Sonntag nach Trinitatis | 30.6.2024 | 2.Kor 12,1-10 | Winfried Klotz | 1 Ihr zwingt mich dazu, dass ich mein Selbstlob noch weiter treibe. 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