{"id":20134,"date":"2024-07-22T17:50:49","date_gmt":"2024-07-22T15:50:49","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=20134"},"modified":"2024-07-24T15:01:20","modified_gmt":"2024-07-24T13:01:20","slug":"offenbarung-12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/offenbarung-12\/","title":{"rendered":"Offenbarung 12"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Bedr\u00e4ngt und doch gerettet | 9. Sonntag nach Trinitatis | 28.07.2024 | Offb 12 | Berthold W. Haerter |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vorbemerkungen:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dies ist ein Sommergottesdienst zusammen mit der katholischen Gemeinde.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Predigt wird im Zusammenhang mit einer Predigtreihe (lectio continua) zur Offenbarung gehalten. Ich bin von der Gemeinde gebeten worden, eine Predigtreihe zur Offenbarung zu machen, \u00abda Pfarrerinnen und Pfarrer \u00fcber alles predigen, aber nicht \u00fcber die Offenbarung.\u00bb<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zwei Bilder von Albrecht D\u00fcrer unterst\u00fctzen diese Predigt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Sonnenfrau und der Drache.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><a href=\"https:\/\/www.johannesoffenbarung.ch\/bilderzyklen\/duerer.php\">https:\/\/www.johannesoffenbarung.ch\/bilderzyklen\/duerer.php<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Erzengel Michael bek\u00e4mpft den Drachen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><a href=\"https:\/\/www.johannesoffenbarung.ch\/bilderzyklen\/duerer.php\">https:\/\/www.johannesoffenbarung.ch\/bilderzyklen\/duerer.php<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Bibeltext wird in drei Abschnitten als Lesungen gelesen: Offenbarung 12,1-6, 7-12, 13-17<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde<\/p>\n<ol>\n<li>Das ist mir eine Offenbarung<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abJetzt habe ich es verstanden.\u00bb<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abJetzt isch d\u2019 Zwanzger abbe.\u00bb<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">So sagen wir, wenn wir etwas verstehen, was wir vorher einfach nicht kapiert haben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Offenbarung will etwas \u00c4hnliches.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie versucht den Hintergrund von dem zu erkl\u00e4ren, was wir gerade auf der Welt erleben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie begr\u00fcndet alles, man muss sagen \u00abschreckliches Geschehen der Welt\u00bb, mit Gottes Willen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es ist ein Kampf zwischen Gut und B\u00f6se, aber mit der Gewissheit, das Gute wird gewinnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott und Jesus Christus wissen um unser Erleben des B\u00f6sen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber Gott l\u00e4sst das B\u00f6se quasi \u00abam langen Arm verhungern.\u00bb<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aus diesem Vertrauen heraus sollen wir Christinnen und Christen leben und wirken.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Kleinstgemeinden, die wirken<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Johannes, der Schreiber der Offenbarung, kennt keine Megakirchen, in denen sich hunderte von Christinnen und Christen treffen, wie es sie in den USA, Australien und wohl auch in China gibt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auch kennt er keine weltweite Christengemeinschaft, zu der Milliarden von Menschen geh\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Johannes kennt nur kleine Gemeinden, damals am Beginn der Christenheit um das Jahr 100 n.Chr.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie sind durch verschiedene gesellschaftliche Umst\u00e4nde gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Keiner weiss, ob diese Kleinstgemeinden in wenigen Jahren noch existieren werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Unsere Realit\u00e4t ist die, die Johannes damals mit den Christen in seiner Zeit erlebte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Trotz 5000 Dorfbewohner ist das Interesse an beiden Kirchgemeinden gering.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Man geht kaum hin, allenfalls zu Taufen, Erstkommunion, Konfirmation, Firmung, \u2026<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Glaube hat f\u00fcr viele im Alltag keine Bedeutung mehr.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir werden nicht verfolgt, aber bel\u00e4chelt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und indirekt auch f\u00fcr \u00fcberfl\u00fcssig angesehen, ausser wenn wir mit Fischbeiz, Konzerten und Freitags-Ap\u00e9ros etwas f\u00fcr die Gesellschaft leisten, und, ja \u2013 mit und f\u00fcr die \u00c4lteren etwas machen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00ab\u00dc 60\u00bb meinte diese Woche jemand im Gespr\u00e4ch zu mir, \u00abdie k\u00f6nnen in der Kirche aktiv werden\u00bb.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber wir sind da! Hier! In der Kirche am Sonntagmorgen!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir fragen nach dem Sinn des Lebens.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir fragen, ob da noch mehr ist als nur der ewige Kampf zwischen Gut und B\u00f6se.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir interessieren uns f\u00fcr einen m\u00f6glichen Trost, f\u00fcr etwas Gr\u00f6sseres, als wir es sind.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dessen Spuren haben wir in unserem Leben immer wieder entdeckt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Liebe, das uns Besch\u00fctzende, uns Bewahrende.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und wir als Kirchen haben eine Aufgabe.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcr andere m\u00fcssen wir da sein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcr die, die schnell \u00fcbersehen werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Kirchen m\u00fcssen auch immer wieder kritisieren, und Lebensstile wie politische Entscheide im Namen von Jesus Christus anzweifeln, auch wenn man es oft nicht gern h\u00f6rt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es bleibt die Frage: Existieren wir ein paar Jahrzehnten noch?<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>Johannes Visionen<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Johannes hat sich zur\u00fcckgezogen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er ger\u00e4t in eine Art Trance.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Himmel \u00f6ffnet sich.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er versteht selbst nicht, was er sieht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das Erlebte versucht er in Worte zu fassen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er schreibt das letzte Buch der Bibel, die Offenbarung.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Johannes kennt antike Sagen von G\u00f6ttern und ihren K\u00e4mpfen gegeneinander, immer das Gute gegen das B\u00f6se.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Noch besser weiss Johannes im Alten Testament Bescheid.<\/p>\n<p>All dieses Wissen ist in die Offenbarung mit eingearbeitet.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li>Der Sieg im Himmel und der Kampf auf Erden mit Unterst\u00fctzung durch Albrecht D\u00fcrer<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das Geh\u00f6rte und Gesehene ist ein Hin und Her zwischen Himmel und Erde.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zun\u00e4chst wird von einer besonderen schwangeren Frau erz\u00e4hlt, die ein Kind geb\u00e4ren soll.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir sind auf der Erde.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir sehen es im ersten D\u00fcrer-Bild.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auch ist da von einem Drachen die Rede, der das Kind umbringen will.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich glaube, sie h\u00f6ren da schon die Weihnachtsgeschichte hindurch.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Maria und das Jesuskind, welches der \u00abDrache\u00bb Herodes umbringen will.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesu Lebensgeschichte wird nicht erz\u00e4hlt, aber, dass er zu Gott kommt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">D\u00fcrer malt es mit dem Kind unter der segnenden Hand Gottes.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dann kippt das Bild.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jetzt spielt alles im Himmel.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es ist auf dem anderen Bild von Albrecht D\u00fcrer zu sehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir erleben einen G\u00f6tterkampf zwischen guten und b\u00f6sen M\u00e4chten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der b\u00f6se Drache wird aus dem Himmel geworfen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Interessant ist, dass nun Johannes gleich vier Namen f\u00fcr &#8222;das B\u00f6se&#8220; auf der Erde gebraucht:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abder grosse Drache, die alte Schlange, genannt der Teufel und der Satan\u00bb&#8230;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das deckt sich mit unseren Erfahrungen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Man kann nicht eindeutig sagen, was hier in der Welt das B\u00f6se ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was f\u00fcr den einen der Teufel ist, muss es f\u00fcr den anderen nicht sein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Alkohol, den die meisten von uns trinken, kann f\u00fcr manchen das B\u00f6se sein, der in die Sucht treibt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcr andere ganz und gar nicht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In einem Lied meiner Jugendzeit hie\u00df es: &#8222;Das B\u00f6se ist immer und \u00fcberall.&#8220;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Um das B\u00f6se zu umschreiben, k\u00f6nnen wir das Wort &#8222;versuchen&#8220; gebrauchen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich werde versucht, etwas zu tun, bei dem ich ahne, dass es falsch f\u00fcr mich ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nochmals ver\u00e4ndert sich das Bild bei Johannes.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir sind auf der Erde.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Frau ist nun nicht mehr Jesu Mutter Maria, sondern die christliche Gemeinde.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und der Drache ist das B\u00f6se schlechthin.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Setze ich die W\u00f6rter \u00abGemeinde\u00bb f\u00fcr \u00abFrau\u00bb und \u00abB\u00f6se\u00bb f\u00fcr \u00abDrache\u00bb ein, so hei\u00dft der Vers 17 aus der Offenbarung 12 jetzt:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abUnd das B\u00f6se ergrimmte \u00fcber die christliche Gemeinde und ging hin, Krieg zu f\u00fchren mit den \u00fcbrigen ihrer Nachkommenschaft, die die Gebote Gottes befolgen und das Zeugnis \u00fcber Jesus festhalten.\u00bb<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Frau, die Gemeinde, damit sind auch wir gemeint!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir, heute!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir, so sagt es Johannes, stehen im Kampf gegen das B\u00f6se.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcr mich stecken drei wichtige Aussagen im Text:<\/p>\n<ol>\n<li style=\"font-weight: 400;\">Das B\u00f6se ist auf der Erde nicht definierbar.<\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\">Das B\u00f6se plagt uns hier auf der Welt, bis heute. Aber nur in einer begrenzten, von Gott festgesetzten Zeit.<\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\">Im Himmel, bei Gott, gibt es nichts B\u00f6ses mehr.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<ol start=\"5\">\n<li>Das B\u00f6se in der Welt gegen die Gemeinde Jesu<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es ist nachgewiesen, dass Dietrich Bonhoeffer in seiner Gef\u00e4ngniszelle im Strafgef\u00e4ngnis Berlin-Tegel, das eine Bild von Michaels Kampf gegen den Drachen von Albrecht D\u00fcrer aufgeh\u00e4ngt hatte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das, was Sie vor sich haben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Charles Marsh schreibt:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eAn die Wand seiner Zelle h\u00e4ngte er einen Druck von D\u00fcrer (s apokalyptischen Reitern, \u2013 <em>das ist inhaltlich falsch, aber das Bild stimmt<\/em> \u2013 Bemerkung B. Haerter) der die Offenbarung 12,7 abbildete, den Kampf zwischen Gut und B\u00f6se, wo Sankt Michael die Engel im Kampf gegen den Drachen anf\u00fchrt. (Charles Marsh, Dietrich Bonhoeffer \u2013 Der verkl\u00e4rte Fremde, G\u00fctersloh 2015, p 436f)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Schauen wir nochmals dieses Bild an.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir sehen Michael mit seinen Begleitern (\u00fcbersetzt heisst Michael \u201eWer ist Gott?\u201c), die den Drachen Richtung Erde hinab werfen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Unten sehen wir eine sch\u00f6ne Landschaft, ein Dorf mit Kirche am See, im Hintergrund die Berge, es k\u00f6nnte unser Dorf am Z\u00fcrichsee sein. (D\u00fcrer kannte es nat\u00fcrlich nicht.)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00c4usserlich ist auf der Erde alles sch\u00f6n, geradezu idyllisch, so, wie Deutschland im Sommer 1943 noch war.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber es herrschte ein Kampf.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Bekennende Kirche von Christinnen und Christen k\u00e4mpft gegen Hitler, der J\u00fcdinnen und Juden verfolgte und \u00abunwertes Leben\u00bb t\u00f6ten liess.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie k\u00e4mpfte im Auftrag Jesu, quasi mit der Bibel in der Hand, oft sehr vorsichtig.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bonhoeffer war beteiligt daran.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bonhoeffer ahnte offensichtlich, dass noch Schlimmeres auf die Welt, seine Heimat, die Kirchen zukommt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er hatte recht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00c4hnlich sah Johannes Schlimmes bevorstehen, f\u00fcr die Gemeinden, die er damals kannte.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie geht es uns bei diesem Bild?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Steht uns Schlimmeres bevor?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es geht uns noch wirtschaftlich gut.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auch werden wir noch akzeptiert.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Welt geht es politisch, \u00f6kologisch, auch teilweise wirtschaftlich schon jetzt schlecht, so schlecht, wie lange nicht mehr.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es droht Schlimmeres, wir k\u00f6nnen es nur erahnen, aber hoffen, es wird wieder besser.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und wie ergeht es uns Christinnen und Christen darin?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir verschwinden mit unserer Meinung aus der \u00d6ffentlichkeit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das ist eine typische Minderheitssituation, was auch nicht schlecht sein muss.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber wir sp\u00fcren auch Gegenwind.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn Kirchen etwas \u00abfalsch\u00bb machen, oder Vertretende von ihnen, dann werden sie gern an den Pranger gestellt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auch wird schnell tendenziell gegen die Kirchen in den Medien berichtet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nehmen wir das Beispiel der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in den beiden Kirchen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lautstark wurde in den Zeitungen und in den Massenmedien geschrieben:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abStopp f\u00fcr Missbrauchsstudie bei reformierter Kirche\u00bb (srf)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Tatsache ist aber eine andere und ein demokratischer Entscheid hat dazu gef\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Man hatte die Idee eine \u00abDunkelfeldstudie f\u00fcr die gesamte Gesellschaft der Schweiz \u00fcber sexuellen Missbrauch und Grenzverletzung\u00bb zu machen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Studie h\u00e4tte Strukturen aufgedeckt, die in unserem Land in allen Bereichen zu Missbrauch f\u00fchren kann, in allen Gemeinschaften, Vereinen, Firmen, etc.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das Ganze h\u00e4tte gut 1,6 Millionen reformierte Steuergelder gekostet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die einzelnen Landeskirchen wehrten sich, da dies eine Dienstleistung an der gesamten Gesellschaft ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die ist Aufgabe des Bundes (Landesregierung).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber man sucht in beiden Kirchen nach T\u00e4tern in den eigenen Reihen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Man will Opfern helfen und arbeitet daran, dass Grenzverletzungen nicht mehr vorkommen k\u00f6nnen, man sensibilisiert.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Man bildet den Mitarbeitenden und Freiwillige weiter.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Beide Kirchen arbeiten so sehr wohl daran, sexuellen Missbrauch aufzuarbeiten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir h\u00f6ren davon zu wenig.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es ist nicht Massenwirksam.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir merken, wir werden nicht verfolgt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber angegriffen werden wir gern, und die Wahrheit wird zu unseren Ungunsten dargestellt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was kommt noch?<\/p>\n<ol start=\"6\">\n<li>Das Leiden ist begrenzt: Der segnende und bewahrende Gott nach Albrecht D\u00fcrer<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sollen wir nun w\u00fctend reagieren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Oder sollen wir es einfach ertragen?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sollen wir uns zur\u00fcckziehen?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bonhoeffer hat gek\u00e4mpft, aber auch akzeptiert.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Offenbarung und das Bild von D\u00fcrer halfen ihm:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott steht \u00fcber allem.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das Wirken des B\u00f6sen in der Welt ist zeitlich begrenzt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bonhoeffer vertraute aber auch dem, was D\u00fcrer auf dem anderen Bild mit der Frau zeigte, die Frau, die die christlichen Gemeinden darstellt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Da ist der segnende Gott, der die Gemeinden, die Nachkommen des Kindes (Jesus Christus), bewahrt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jetzt s\u00f6tti d\u2019 Zwanzger abbe cho sie.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Da ist die Sicherheit, dass im Himmel nichts B\u00f6ses, kein Verleumder und kein Ankl\u00e4ger auf mich wartet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aus dieser Sicherheit heraus kann ich in dieser Welt wirken und mich als Christin und Christ aktiv einbringen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Denn da ist das Wissen: Gott weiss um mich, schon jetzt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">AMEN<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Berthold W. Haerter<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Oberrieden am Z\u00fcrichsee<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><a href=\"mailto:Berthold.haerter@bluewin.ch\">Berthold.haerter@bluewin.ch<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Geb. 1963<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pfarrer der Ev.-ref. Landeskirche Z\u00fcrich seit 1993<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bedr\u00e4ngt und doch gerettet | 9. Sonntag nach Trinitatis | 28.07.2024 | Offb 12 | Berthold W. Haerter | Vorbemerkungen: Dies ist ein Sommergottesdienst zusammen mit der katholischen Gemeinde. Die Predigt wird im Zusammenhang mit einer Predigtreihe (lectio continua) zur Offenbarung gehalten. 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