{"id":20211,"date":"2024-08-19T19:51:50","date_gmt":"2024-08-19T17:51:50","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=20211"},"modified":"2024-08-19T19:52:14","modified_gmt":"2024-08-19T17:52:14","slug":"levitikus-191-3-13-18-33-34","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/levitikus-191-3-13-18-33-34\/","title":{"rendered":"Levitikus 19,1\u20133.13\u201318.33\u201334"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">So nah wie du, so fremd wie du | 13. Sonntag nach Trinitatis | 25.08.2024 | 3. Mose 19,1\u20133.13\u201318.33\u201334 | verfasst von Christoph Kock |<\/h3>\n<p>I. Mamadous Mutter<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Am Abend klopft es an ihrer T\u00fcr. Als Cathy Marie \u00f6ffnet, steht ihr Mamadou gegen\u00fcber.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er hat sein Smartphone in der Hand. \u201eEs ist wegen meiner Mutter\u201c, sagt er. \u201eSie m\u00f6chte Sie sprechen. Sie hat darauf bestanden. Ich wollte Sie nicht st\u00f6ren.\u201c Dann h\u00e4lt er ihr das Smartphone entgegen. Cathy Marie nimmt es und setzt sich ans Fenster. Mamadous Mutter will sich pers\u00f6nlich davon \u00fcberzeugen, dass es stimmt, was ihr Sohn ihr erz\u00e4hlt hat. Dass er jetzt bei Cathy Marie Kochen lernt. Die Mutter bedankt sich bei der K\u00fcchenchefin und hofft, dass aus ihrem Sohn ein guter Koch wird. \u201eDas Zeug dazu hat er auf jeden Fall\u201c, entgegnet Cathy Marie und gibt Mamadou das Smartphone zur\u00fcck. Die Mutter will das Gespr\u00e4ch mit ihrem Sohn gleich fortsetzen. Aber Mamadou ist das peinlich. Er verspricht ihr, sie gleich wieder anzurufen und beendet das Gespr\u00e4ch, um in sein Zimmer zur\u00fcckzukehren. \u201eSie ist eben so, immer besorgt\u201c, meint er zu seiner Ausbilderin und verabschiedet sich. Als sich die T\u00fcr hinter ihm schlie\u00dft, k\u00e4mpft Cathy Marie mit den Tr\u00e4nen. Ein paar Worte nur hat sie gewechselt und mitgeh\u00f6rt. Die Sorge der Mutter war im Zimmer ebenso pr\u00e4sent wie ihr Schmerz \u00fcber die Trennung von ihrem Sohn. \u201eIch vermiss dich so.\u201c Noch nicht vollj\u00e4hrig, aber 6.300 km oder mehr als 6 Flugstunden von ihr in Guinea entfernt. Gerade f\u00fcr minderj\u00e4hrige Fl\u00fcchtlinge ein gef\u00e4hrlicher Weg, verbunden mit der Hoffnung ein besseres Leben. Cathy Marie wei\u00df inzwischen, dass diese Hoffnung am seidenen Faden h\u00e4ngt. Ohne berufliche Perspektiven droht Mamadou die Abschiebung, sobald er vollj\u00e4hrig ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eine Szene aus der franz\u00f6sischen Kom\u00f6die \u201eDie K\u00fcchenbrigade\u201c (2022). Man nehme: Eine ambitionierte K\u00f6chin, die auf dem Weg zu einem eigenen Restaurant in einem Heim f\u00fcr unbegleitete Fl\u00fcchtlinge landet. Jugendliche unterschiedlicher Herkunft, die in ihrer K\u00fcche zu einem Team, zu einer Brigade werden. Auf jeden Fall sehenswert. Auch wenn die Geschichten derer, die nach Europa geflohen sind, eher am Rand vorkommen und die K\u00fcche der Mittelpunkt des Geschehens bleibt. Das Ende, soviel sei verraten, ist zu sch\u00f6n, um wahr zu sein.<\/p>\n<p>2. Ein St\u00fcck Tora<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zu sch\u00f6n, um wahr zu sein. Wenn sich die Menschen daran hielten. An Gottes Gebote. Glanz aus einer anderen Welt. Israel gegeben, damit sie Kreise ziehen und diese Welt ver\u00e4ndern. H\u00f6ren wir auf Gottes Wort. Auf ein St\u00fcck Tora, aus dem 3. Buch Mose.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">19 1 Der HERR sprach mit Mose und forderte ihn auf,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">2 mit den Israeliten zu reden und ihnen auszurichten:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich bin der HERR, euer Gott.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">3 Jeder soll seinen Eltern mit Ehrfurcht begegnen,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">seiner Mutter und seinem Vater.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Au\u00dferdem sollt ihr den Sabbat einhalten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich bin der HERR, euer Gott. [\u2026]<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">13 Du sollst deinen N\u00e4chsten nicht unterdr\u00fccken<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">und ihn nicht ausbeuten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Den Lohn des Tagel\u00f6hners sollst du gleich ausbezahlen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Du sollst ihn nicht bis zum n\u00e4chsten Morgen behalten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">14 Du sollst Tauben nicht mit Worten schaden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Du sollst Blinden kein Hindernis in den Weg legen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und du sollst Ehrfurcht haben vor deinem Gott.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich bin der HERR.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">15 Bei Gericht soll es nicht ungerecht zugehen:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Du sollst den Bed\u00fcrftigen nicht bevorzugen,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">aber auch den M\u00e4chtigen nicht beg\u00fcnstigen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Stattdessen soll es gerecht zugehen,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">wenn du f\u00fcr deinen N\u00e4chsten Recht sprichst.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">16 Du sollst es nicht darauf anlegen,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">andere vor deinem Volk zu verleumden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Geh auch nicht hin,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">um das Leben deines N\u00e4chsten zu fordern!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich bin der HERR.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">17 In deinem Herzen soll es keinen Platz f\u00fcr Hass geben:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Hasse deinen Bruder und deine Schwester nicht!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Stattdessen sollst du mit deinem N\u00e4chsten reden<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">und ihn auf sein Verhalten ansprechen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">So wirst du dich seinetwegen nicht mit S\u00fcnde belasten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">18 Du sollst dich nicht r\u00e4chen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">und deinen Br\u00fcdern und Schwestern nichts nachtragen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Stattdessen sollst du deinen Mitmenschen lieben<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">wie dich selbst.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich bin der HERR. [\u2026]<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">33 Wenn ihr in eurem Land seid und ein Fremder bei euch lebt,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">sollt ihr ihn nicht unterdr\u00fccken.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">34 Wie einen Einheimischen sollt ihr den Fremden ansehen,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">der bei euch lebt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Du sollst ihn lieben wie dich selbst.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Denn im Land \u00c4gypten seid auch ihr Fremde gewesen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich bin der HERR, euer Gott.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">III. Wie du<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zwei Schl\u00fcsselstellen: N\u00e4chstenliebe und Fremdenliebe. Zwei Seiten derselben Medaille. Ein Wort verlangt zun\u00e4chst Aufmerksamkeit. Es verbindet beide Gebote:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Du sollst du deinen N\u00e4chsten lieben wie dich selbst.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Du sollst den Fremden lieben wie dich selbst.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie dich selbst. Damit wird die Selbstliebe zum Ma\u00dfstab. Wer sich selbst zu achten vermag, soll auch andere Menschen achten. Selbstachtung als Ausgangspunkt? Manchen f\u00e4llt sie schwer. Anderen f\u00e4llt es schwer, von sich selbst abzusehen. Sie k\u00f6nnen nur noch sich selbst lieben. Eine griechische Sage erz\u00e4hlt von einem, der in das eigene Bild verliebt ist, und nimmt die Selfie-Zeit vorweg.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie dich selbst. Auf hebr\u00e4isch ein Wort, das auch anders lauten kann. J\u00fcdische Ausleger lesen hier: \u201eEr ist wie du.\u201c Probieren wir es aus:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Du sollst du deinen Mitmenschen lieben. Er ist wie du.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Du sollst die Fremde lieben. Sie ist wie du.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein Mensch wie du. Verletzlich, einmalig, wunderbar. Eigenwillig, unzul\u00e4nglich, begrenzt. Ein Mensch wie du, der Essen und Trinken braucht, ein Dach \u00fcber dem Kopf. Ein Mensch, der liebt und Schmerz empfindet, einsam sein kann und zugleich auf Gemeinschaft angewiesen bleibt. Wie du. Menschsein ist wie eine Br\u00fccke. Wo es anderen abgesprochen wird, br\u00f6ckelt sie. Mit verheerenden Folgen.<\/p>\n<p>IV. Wer ist mein Mitmensch?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eWer ist denn mein Mitmensch?\u201c Die Frage, so wie Jesus zu h\u00f6ren bekommt, zielt auf eine Grenze: Wem gilt meine Liebe und Achtung, wo ist Schluss. Wann habe ich genug getan? \u00dcberall gibt es Grenzen, warum nicht auch f\u00fcr Gottes Gebot. Diese Frage inspiriert Jesus zu einer Geschichte, in der ausgerechnet ein Fremder jemandem zum Mitmenschen wird, der dringend Hilfe braucht. Die Frage l\u00e4sst sich nicht am Schreibtisch, sondern nur in der Situation beantworten. Entscheidend ist dabei die Sicht derer, die Hilfe brauchen. Da werden die Grenzen zwischen Einheimischen und Fremden flie\u00dfend. Gott erinnert sein Volk, dass es selbst in der Fremde fremd gewesen ist. Eine Erfahrung, die viele Menschen teilen. Fremd bist du sp\u00e4testens im n\u00e4chsten Land.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eWer ist denn mein Mitmensch?\u201c Das St\u00fcck Tora wartet mit einer Reihe von Beispielen auf. Sie beginnen in der N\u00e4he. Dann werden die Kreise weiter. Und oft geht es um das, was in deiner Macht steht. Und um die, zu deren Wohl oder Wehe du sie einsetzen kannst. Deine altgewordenen Eltern, die Unterst\u00fctzung brauchen. Der Tagel\u00f6hner, der f\u00fcr dich gearbeitet hat und der am Abend auf seinen Verdienst angewiesen ist. Menschen, die mit Behinderungen leben und die sich gegen \u00dcbergriffe kaum wehren k\u00f6nnen. Fremde in deiner Mitte, die so einfach unterdr\u00fcckt werden k\u00f6nnen. Gott mahnt: Vergiss nicht, sie alle sind Menschen wie du.<\/p>\n<p>V. Mach\u2019s wie Gott: sei heilig!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn Menschen wie Gott sein wollen, wird es problematisch. Gr\u00f6\u00dfenwahn und Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung ziehen zerst\u00f6rerische Folgen nach sich. Entsprechend kritisch kommentiert die Bibel dieses Verlangen. Im ersten Buch Mose h\u00f6ren Adam und Eva auf das Versprechen der Schlange: \u201eIhr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und b\u00f6se ist.\u201c Bevor sie noch untersterblich werden, verbannt Gott sie aus dem Garten Eden. Mit einem Turm will sich die Menschheit einen Namen machen. Gott jedoch begrenzt das Menschenm\u00f6gliche und sorgt so daf\u00fcr, dass der Turm zur Bauruine wird. Diese Erz\u00e4hlungen \u00fcben ein in das Unterscheiden zwischen Gott und Mensch und setzt dem Menschen Grenzen. Und jetzt das: \u201eIhr sollt heilig sein, denn ich bin heilig. Ich bin der HERR, euer Gott.\u201c Gebote an Gottes Volk mit dem Ziel, Gott zu entsprechen. Das Ziel: Das zu werden, was Gott l\u00e4ngst ist: Heilig.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was das bedeutet: Anders sein wie Gott, herausgesondert, unterschieden. So zu denken hat eine lange Tradition, in vielen Religionen. Die Trennung zwischen Gl\u00e4ubigen und Ungl\u00e4ubigen hat sich gewaltt\u00e4tig eingeschrieben in die Geschichte der Menschheit. Das Christentum hat daran einen unseligen Anteil. Aber das l\u00e4sst sich auch anders denken: Heilig sein. Wie w\u00e4re es, ausnahmslos jeden Mensch mit Gottes Augen zu sehen. Und sich von dieser Sicht leiten zu lassen. Denn jeder Mensch tr\u00e4gt Gottes Bild in sich, es ist mit viel Liebe gezeichnet. Gottes Glanz auf allen Gesichtern. Im 3. Buch Mose beginnt das Heiligsein mit dem Schutz der Schw\u00e4cheren und der Verantwortung f\u00fcr Schutzbefohlene. Mit dem Gebot, den Mitmenschen \u2013 anwesende Fremde ausdr\u00fccklich eingeschlossen \u2013 zu lieben, d.h. wahrzunehmen und zu achten. Denn er ist ein Mensch wie du.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Noch eine Szene (nicht der Schluss!) aus dem Film \u201eDie K\u00fcchenbrigade\u201c. Irgendwann sorgt die K\u00fcchenchefin Cathy Marie daf\u00fcr, dass einige der Jugendlichen aus ihrer K\u00fcche im Fl\u00fcchtlingswohnheim in einem Sterne-Restaurant zu Gast sind. Dort hat sie als Sous Chef gearbeitet. Sie teilt mit ihnen die Welt, aus der sie kommt. Die Jugendlichen sind begeistert. Das Essen schmeckt. Die Stimmung l\u00f6st sich. Am Tisch beginnen sie zu erz\u00e4hlen, von ihrer Herkunft, ihrer Flucht, ihren Pl\u00e4nen. Von eines jeden einzigem Leben. Mit Gottes Glanz auf ihren Gesichtern.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Material zum Film:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Trailer: <a href=\"https:\/\/kuechenbrigade.piffl-medien.de\/\">https:\/\/kuechenbrigade.piffl-medien.de\/<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Rezension: <a href=\"https:\/\/www.epd-film.de\/filmkritiken\/die-kuechenbrigade\">https:\/\/www.epd-film.de\/filmkritiken\/die-kuechenbrigade<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Begr\u00fc\u00dfung:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Herzlich willkommen zum Gottesdienst.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was ist Ihnen heilig? Eine ungewohnte Frage.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mir ist mein Sport heilig, sagt er Manager. Wenn ich joggen gehe, bin ich nicht erreichbar.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mir ist mein Smartphone heilig, sagt das M\u00e4dchen. Ich nehme es \u00fcberall mit hin und schalte es niemals aus.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mir ist das Treffen mit meiner Freundinnen heilig, sagt die Frau. Wir haben unseren festen Termin. Daf\u00fcr nehme ich mir Zeit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was ist Gott heilig? Eine ungewohnte Frage. Gehen wir ihr nach.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">S\u00fcndenbekenntnis:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott unseres Lebens,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">wir wissen, was du willst:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dass wir dich lieben<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">von ganzem Herzen,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">von ganzer Seele,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">von allen Kr\u00e4ften<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">und von ganzem Gem\u00fct<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">und unseren N\u00e4chsten wie uns selbst.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das ist einfacher gesagt als getan.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Seinen Mitmensch zu lieben,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">wenn man mit sich selbst besch\u00e4ftigt ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dich zu lieben,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">der du verborgen bist<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">in dem, was geschieht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie sch\u00f6n w\u00e4re es,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">wenn wir dem Bild entsprechen k\u00f6nnten,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">nach dem du uns geschaffen hast.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dem Bild deiner Liebe.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Herr, erbarme dich.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Versuch eines F\u00fcrbittengebets:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Du Gott im Wort,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">wie stellst du dir das eigentlich vor.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dass wir werden, was du l\u00e4ngst bist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In dem, wie wir denken, f\u00fchlen und handeln.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nicht scheinheilig, sondern heilig.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Da verlangst du viel von uns.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir versuchen es, hilf uns dabei,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">andere Menschen mit deinen Augen zu sehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir bitten dich f\u00fcr die Menschen,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">die gescheitert sind,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">die keinen Mut mehr haben,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">sich einzubringen,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">die glauben,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">abgeschrieben zu sein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Stell sie in dein Licht,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">damit wir sehen,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">wer sie sind:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Menschen wie wir,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">die dein Bild in sich tragen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir bitten dich f\u00fcr die Menschen,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">die vor Krieg, Armut oder Verfolgung fliehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Stell sie in dein Licht,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">damit wir sehen,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">wer sie sind:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Menschen wie wir,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">die dein Bild in sich tragen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir bitten dich f\u00fcr die Menschen,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">die im Krieg feststecken.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die ihr Volk verteidigen,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">ihren Feind hassen,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">f\u00fcr die Waffen und Gewalt alternativlos sind.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Stell sie in dein Licht,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">damit wir sehen,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">wer sie sind:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Menschen wie wir,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">die dein Bild in sich tragen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und dann, Gott?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Komm aus deinem Wort heraus,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">dass es in deiner Welt Kreise zieht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Menschen verbindet,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Heimat schenkt<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">und Frieden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lieder:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich lobe meinen Gott (EG.E 17; EG.RWL 673)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott gab uns Atem (EG 432)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn das Brot, das wir teilen (EG.E 28; EG.RWL 667)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pfarrer Dr. Christoph Kock<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wesel<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">E-Mail: <a href=\"mailto:christoph.kock@ekir.de\">christoph.kock@ekir.de<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dr. Christoph Kock, geb. 1967, Pfarrer der Evangelischen Kirche im Rheinland. Seit 2007 Pfarrer an der Friedenskirche in der Evangelischen Kirchengemeinde Wesel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So nah wie du, so fremd wie du | 13. Sonntag nach Trinitatis | 25.08.2024 | 3. Mose 19,1\u20133.13\u201318.33\u201334 | verfasst von Christoph Kock | I. Mamadous Mutter Am Abend klopft es an ihrer T\u00fcr. Als Cathy Marie \u00f6ffnet, steht ihr Mamadou gegen\u00fcber. 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