{"id":20218,"date":"2024-08-19T19:01:47","date_gmt":"2024-08-19T17:01:47","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=20218"},"modified":"2024-08-19T19:57:04","modified_gmt":"2024-08-19T17:57:04","slug":"matthaeus-2020-28-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/matthaeus-2020-28-5\/","title":{"rendered":"Matth\u00e4us 20,20-28"},"content":{"rendered":"<p>13.Sonntag nach Trinitatis | 25.08.24 | Mt\u00a020,20-28 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | Von Thomas Reinholdt Rasmussen |<\/p>\n<h4>Dienen statt bedienen<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vor einiger Zeit war ich bei einem Konzert mit dem S\u00e4nger Allan Olsen hier in der Gegend, Tolne Wald-Pavillon. Dort waren wir oft in unserer Schulzeit, und auch Allan Olsen hat von diesem Ort geschrieben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Hier begann Allan Olsen mit einem Lied \u00fcber seinen Vater. Sein Vater war staats-angestellter Postbote. Man konnte deutlich h\u00f6ren, dass dies ehrenvoll und wesentlich war. Es war nicht nur wesentlich und ehrenvoll, Postbote zu sein, denn das ist es, aber es war auch ehrenvoll und wesentlich, im Dienst des Staates zu sein. Mann verrichtete einen Dienst, der mehr war als das, was man selbst daraus machte. Man war im Dienst. Das war f\u00fcr seinen Vater das Entscheidende.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In unseren Tagen sieht es danach aus, dass das Dienen nur in der Branche der Restaurants zuhause ist. Diener sein hei\u00dft die anderen bedienen. Diener sein hei\u00dft anderen untergeben sein. Dienen ist gleichbedeutend mit bedienen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir scheinen in der Tat ganz den Blick daf\u00fcr verlosen zu haben, dass Dienen auch bedeuten k\u00f6nnte in Dienst gestellt zu sein. in den Dienst des K\u00f6nigs, in den Dienst des Landes, des K\u00f6nigreichs oder vielleicht nur in den Dienst an der Gesellschaft.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In Dienst gestellt sein ist etwas anderes als bedienen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Man denke nur an die Olympiade, die wir k\u00fcrzlich miterlebt haben. Die Sportler sind da \u2013 nach eigener Aussage \u2013 f\u00fcr sich selbst. Nicht einer von ihnen sagt, im Dienst des Landes zu stehen, oder allein im Dienst des Sports, um ihn gr\u00f6\u00dfer zu machen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir haben vergessen, im Dienst zu stehen, haben das ersetzt durch das Bedienen, und das will keiner.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Deshalb ist es vielleicht in Wirklichkeit schwer zu verstehen, wor\u00fcber Jesus zu den J\u00fcngern spricht, wenn er davon redet, gro\u00df zu sein als jemand, der dient. Wir denken da vielleicht an einen Diener in Uniform und h\u00f6ren nicht die Worte dar\u00fcber, dass man gro\u00df ist, weil man im Dienst f\u00fcr etwas Gr\u00f6\u00dferes steht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Denn es besteht ein Unterschied zwischen dem, in Dienst gestellt zu sein, und blo\u00df zu bedienen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus selbst ist in Dienst gestellt. Er ist direkt in Dienst gestellt, und dass er in Dienst gestellt ist, pr\u00e4gt sein ganzes Tun und Lassen. Er ist gro\u00df als der, der dient. Jesus ist in Dienst gestellt von der Liebe, die von Gott dem Vater ausgeht. Ein Dienst, der niemanden zur\u00fcckl\u00e4sst, sondern der vielmehr in einem gr\u00f6\u00dferen Dienst steht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und das ist es, was die anderen J\u00fcnger erz\u00fcrnt. Sie sind erz\u00fcrnt dar\u00fcber, weil sie nur auf den Dienst sehen und nicht auf den Inhalt des Dienstes. Denn der Inhalt ist, dass man hintangestellt wird und zu nichts wird. Der Sinn ist, gemeinsam auf dieser Erde und in diesem schwierigen Leben zu existieren. Denn in den Dienst Jesu gestellt sein bedeutet, dass man nicht selbst das Zielt ist, sondern die anderen. Das hei\u00dft sich selbst zur\u00fcckzunehmen, um die anderen zum eigentlichen Ziel zu machen. Denn der Dienst an sich bedeutet, dass keiner allein ist, dass alle das gemein haben, die anderen ins Zentrum zu stellen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcr das heutige Evangelium geht es nicht um den Unterschied zwischen Macht und Dienst, wo letzteres eine mildere Form von Gegenwart ist. Das heutige Evangelium handelt nicht davon, dass Macht schlecht ist. Das heutige Evangelium handelt vielmehr von zwei Formen von Macht: Der Macht, die herrscht und niedermacht, und der Macht, die freisetzt und Menschen in das neue Reich leitet. Die Macht, die in den Dienst Gottes gestellt ist. .<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Man ist in den Dienst der Liebe gestellt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Neulich las ich etwas \u00fcber Luthers Auffassung von der Taufe. Er schrieb geradezu, wenn man getauft sei, w\u00e4re es das Beste, dass man dann st\u00fcrbe, denn eigentlich war f\u00fcr mich nichts mehr zu erstreben. F\u00fcr andere dagegen ginge es um alles. Aufgabe des Getauften w\u00e4re, die Liebe zu verwirklichen. Nicht f\u00fcr sich selbst, sondern f\u00fcr die anderen. Die Taufe stellt den Getauften in den Dienst, die Liebe zu realisieren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und Luther hat ja Recht: Alles ist in der Taufe geschenkt, und mehr bedarf es nicht. Nun ist man von Gott in den Dienst gestellt f\u00fcr die Werke der Liebe.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Taufe ist n\u00e4mlich nicht nur F\u00fcrsorge. Sie ist auch ein Dienst: Wenn wir alles bekommen haben, sollen wir auch alles geben. Du sollst leben, um die Liebe zu verwirklichen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das hei\u00dft es, in den Dienst gestellt sein. Und das war es, wovon Allan Olsen in einem anderen Zusammenhang sang, als er von seinem Vater als dem staatlichen Postboten sang. Daran sollen wir festhalten, wenn wir vom Dienen reden. Wenn wir darunter nur das Bedienen verstehen, dann fangen wir nicht die Pointe des Evangeliums. Dann werden wir Herren \u00fcber einander. Aber es gibt nur einen Herrn, und das ist Gott selbst.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir sind in den Dienst gestellt. In den Dienst der Liebe. Und mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen, anderes als dies zu tun und zu entschuldigen, wenn es nicht gelingt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Amen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bischof Thomas Reinholdt Rasmussen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aalborg Stift, Thulebakken 1, DK-9000 Aalborg<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Tlf. +45 98188088, E-mail: <a href=\"mailto:kmaal@km.dk\">kmaal(at)km.dk<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>13.Sonntag nach Trinitatis | 25.08.24 | Mt\u00a020,20-28 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | Von Thomas Reinholdt Rasmussen | Dienen statt bedienen Vor einiger Zeit war ich bei einem Konzert mit dem S\u00e4nger Allan Olsen hier in der Gegend, Tolne Wald-Pavillon. Dort waren wir oft in unserer Schulzeit, und auch Allan Olsen hat von diesem Ort geschrieben. Hier begann [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":20214,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[36,511,1,185,157,853,114,139,349,3,109,307],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-20218","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-matthaeus","category-13-so-n-trinitatis","category-aktuelle","category-aus-dem-daenischen","category-beitragende","category-bibel","category-deut","category-kapitel-20-chapter-20","category-kasus","category-nt","category-predigten","category-thomas-reinholdt-rasmussen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20218","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20218"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20218\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20219,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20218\/revisions\/20219"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/20214"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20218"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20218"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20218"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=20218"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=20218"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=20218"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=20218"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}