{"id":20382,"date":"2024-11-05T09:34:54","date_gmt":"2024-11-05T08:34:54","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=20382"},"modified":"2024-11-28T09:39:54","modified_gmt":"2024-11-28T08:39:54","slug":"micha-41-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/micha-41-5\/","title":{"rendered":"Micha 4,1\u20135"},"content":{"rendered":"<h3>Stell dir vor | Drittletzter Sonntag im Kirchenjahr | 10.11.2024 | Micha 4,1\u20135 | Christoph Kock |<\/h3>\n<p>I. Ein Kraftprotz<\/p>\n<p>Ein Kraftprotz stemmt sich energisch auf ein Schwert. Mit seiner linken Hand hat er es umfasst, in seiner rechten h\u00e4lt er einen gro\u00dfen Hammer. Gerade holt er zum Schlag aus, gleich wird der Hammer das Schwert treffen. Gekleidet ist der Mann ausschlie\u00dflich mit Muskeln. Arme, Schenkel, Brust: Alles strotzt vor Kraft. Sein Blick fokussiert das Schwert vor ihm, das sich unter seinen Schl\u00e4gen ver\u00e4ndert. Der Kraftprotz repr\u00e4sentiert das Menschenm\u00f6gliche \u00fcbergro\u00df und stellt es vor aller Augen.<\/p>\n<p>Diese Skulptur steht nicht vor einem Fitnessstudio, sondern vor dem Sitz der Vereinten Nationen. Sie wirbt nicht f\u00fcr Muskelaufbaupr\u00e4parate, sondern f\u00fcr den Weltfrieden. Das riesige Schwert biegt sich in Richtung Boden. Die Klinge verbreitet sich an ihrem Ende zu einer Pflugschar. \u201eDann werden sie Pflugscharen schmieden aus den Klingen ihrer Schwerter.\u201c Eine alte biblische Botschaft, die ein atheistischer Staat hat ins Bild setzen lassen. Ein Geschenk der Sowjetunion an die UNO aus dem Jahr 1959.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> So gelangte ein sozialistischer Held der Arbeit an den East River in New York und schmiedet dort unverdrossen an seinem Schwert. Obwohl das Land, das ihn verschenkt hat, inzwischen Geschichte ist.<\/p>\n<p>II. Ein Aufn\u00e4her<\/p>\n<p>Geschichte hat er selbst an anderer Stelle geschrieben, n\u00e4mlich auf den Armen von Menschen in einem sozialistischen Bruderland seines Absenders. W\u00e4hrend des Wettr\u00fcstens von USA und Sowjetunion entwickelte sich Ende der siebziger Jahre in der DDR eine unabh\u00e4ngige Friedensbewegung, oft im Umfeld der evangelischen Kirche. Ein s\u00e4chsischer Jugendpfarrer kam auf die Idee, wie ihr Logo aussehen kann und wie es sich verbreitet l\u00e4sst. Er entwarf einen Aufn\u00e4her mit der Darstellung eines Mannes, der ein Schwert zu einer Pflugschar umschmiedet, und orientierte sich an der Skulptur, die die Sowjetunion an die UNO verschenkt hatte. Dazu noch die Bibelstelle Micha 4 und darum herum die Botschaft: \u201eSchwerter zu Pflugscharen\u201c.<\/p>\n<p>Genial: Ein Logo, das ebenso aus Moskau wie aus der Bibel stammt. Und das legal in der DDR produziert werden konnte: Da es nicht auf Papier, sondern auf Stoff gedruckt wurde, handelte es sich um eine nicht genehmigungspflichtige \u201eTextiloberfl\u00e4chenveredlung\u201c. Zun\u00e4chst tat sich die DDR-F\u00fchrung schwer, dagegen vorzugehen. Schnell avancierte der Aufn\u00e4her zu einem Ausdrucksmittel oppositioneller Haltung. Wurde vor allem von jungen Leuten als Zeichen daf\u00fcr getragen, dass die Welt anders denkbar war als es die Partei vorgab. Nur durch massive Repressionen gelang es den Staatsorganen, ihn aus dem Stra\u00dfenbild zu verdr\u00e4ngen. Einige Jugendliche trugen nun statt des inzwischen verbotenen Aufn\u00e4hers wei\u00dfe Kreise oder sogar ein Loch im \u00c4rmel an eben der Stelle, an denen ihnen Polizei oder Lehrkr\u00e4fte den Aufn\u00e4her aus der Jacke geschnitten hatten.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>III. Nachgeschlagen \u2013 ein St\u00fcck Bibel<\/p>\n<p>Schlagen wir die Bibelstelle nach, die auf dem Aufn\u00e4her angegeben war.<\/p>\n<p>Aus dem Buch des Propheten Micha, Kapitel 4:<\/p>\n<p>4,1 Am Ende der Tage wird es geschehen:<\/p>\n<p>Der Berg mit dem Haus des HERRN steht felsenfest.<\/p>\n<p>Er ist der h\u00f6chste Berg und \u00fcberragt alle H\u00fcgel.<\/p>\n<p>Dann werden die V\u00f6lker zu ihm str\u00f6men.<\/p>\n<p>2 Viele V\u00f6lker machen sich auf den Weg und sagen:<\/p>\n<p>\u00bbAuf, lasst uns hinaufziehen zum Berg des HERRN,<\/p>\n<p>zum Haus, in dem der Gott Jakobs wohnt!<\/p>\n<p>Er soll uns seine Wege weisen.<\/p>\n<p>Dann k\u00f6nnen wir seinen Pfaden folgen.\u00ab<\/p>\n<p>Denn vom Berg Zion kommt Weisung.<\/p>\n<p>Das Wort des HERRN geht von Jerusalem aus.<\/p>\n<p>3 Er schlichtet Streit zwischen vielen V\u00f6lkern.<\/p>\n<p>Er sorgt f\u00fcr das Recht unter m\u00e4chtigen Staaten,<\/p>\n<p>bis hin in die fernsten L\u00e4nder.<\/p>\n<p>Dann werden sie Pflugscharen schmieden<\/p>\n<p>aus den Klingen ihrer Schwerter.<\/p>\n<p>Und sie werden Winzermesser herstellen<\/p>\n<p>aus den Eisenspitzen ihrer Lanzen.<\/p>\n<p>Dann wird es kein einziges Volk mehr geben,<\/p>\n<p>das sein Schwert gegen ein anderes richtet.<\/p>\n<p>Niemand wird mehr f\u00fcr den Krieg ausgebildet.<\/p>\n<p>4 Jeder wird unter seinem Weinstock sitzen<\/p>\n<p>und unter seinem Feigenbaum.<\/p>\n<p>Niemand wird ihren Frieden st\u00f6ren.<\/p>\n<p>Denn der HERR Zebaot hat es so bestimmt.<\/p>\n<p>5 Noch rufen viele V\u00f6lker, jedes zu seinem eigenen Gott.<\/p>\n<p>Wir aber leben schon heute im Namen des HERRN,<\/p>\n<p>unseres Gottes, f\u00fcr immer und alle Zeit.<\/p>\n<p>IV. Stell dir vor<\/p>\n<p>Wo vom Frieden die Rede ist, treffen Wunsch und Wirklichkeit hart aufeinander. \u201eK\u00f6nnte ich doch h\u00f6ren, was Gott der Herr redet\u201c, beginnt Psalm 85. Was Gott zu sagen hat, unterscheidet sich vom dem, was ich sonst zu h\u00f6ren bekomme. Wird davon \u00fcberlagert, zur\u00fcckgedr\u00e4ngt. Da musst du schon genau hinh\u00f6ren. K\u00f6nnte ich doch h\u00f6ren, dass \u201eGerechtigkeit und Frieden sich k\u00fcssen\u201c. Ein Bild wie gemacht f\u00fcr ein Happyend. Zukunftsmusik im harten Kontrast zur Gegenwart. Vision\u00e4r. Unvorstellbar. Nein, eben nicht. Was unrealistisch ist, bleibt dennoch vorstellbar: \u201eStell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin\u201c. Ein Aufkleber aus friedensbewegten Zeiten. \u201eStell dir vor, es ist Krieg und keiner wei\u00df, wie\u2019s geht\u201c, sagt der Prophet Micha, zusammen mit weiteren Zumutungen an meine Vorstellungskraft.<\/p>\n<p>Stell dir vor, der Berg Zion mit dem Tempel ist der h\u00f6chste Berg auf der Welt.<\/p>\n<p>Stell dir vor, alle V\u00f6lker machen sich auf den Weg zum Gott Israels, um Weisung zu erhalten.<\/p>\n<p>Stell dir vor, was in Jerusalem beginnt:<\/p>\n<p>Gott schlichtet Streit zwischen den V\u00f6lkern.<\/p>\n<p>Gott sorgt daf\u00fcr, dass sich Recht verbreitet.<\/p>\n<p>Stell dir vor, was die Menschen dann tun werden.<\/p>\n<p>Sie schmieden ihre Schwerter zu Pflugscharen,<\/p>\n<p>stellen aus ihren Lanzen Winzermesser her.<\/p>\n<p>So kommt der Krieg an sein Ende und ger\u00e4t in Vergessenheit.<\/p>\n<p>Jeder unter seinem Weinstock, jede unter ihrem Feigenbaum.<\/p>\n<p>Diesen Frieden wird keiner st\u00f6ren.<\/p>\n<p>Denn Gott hat es so bestimmt.<\/p>\n<p>Stell dir das nur vor.<\/p>\n<p>Der Prophet Micha treibt die Anforderungen an die Vorstellungskraft auf die Spitze. Dass Gott f\u00fcr Frieden sorgen wird, ist breite biblische \u00dcberzeugung. Gott selbst, so hei\u00dft es etwa in Psalm 46, macht auf der ganzen Welt den Kriegen ein Ende. Den Bogen zerbricht er, den Speer zerschl\u00e4gt er und Streitwagen verbrennt er mit Feuer.\u201c In einer Hinsicht bleibt der Psalm in dieser Vision v\u00f6llig realistisch. Menschen geben ihre Waffen freiwillig niemals ab. Gott selbst muss sie ihnen abnehmen und zerst\u00f6ren. Gott haut drauf. Sonst kann es mit dem Frieden nichts werden. Nein, sagt Micha, das geht anders: Stell dir vor, das k\u00f6nnen wir alles selbst. Aus Kriegsger\u00e4t Werkzeuge machen. Aus dem, was Leben zerst\u00f6rt, das werden lassen, was es wachsen und mit dem es sich feiern l\u00e4sst. Gott sorgt f\u00fcr Recht, dann beginnt das Menschenm\u00f6gliche. Stell dir das nur vor.<\/p>\n<p>V. Ein Abschied<\/p>\n<p>Als Jugendlicher hat mich Michas Vision beeindruckt. Sich f\u00fcr Abr\u00fcstung einsetzen, erschien mir in den 80er Jahren v\u00f6llig logisch. Wettr\u00fcsten mit Atomwaffen als gef\u00e4hrlicher Irrweg. Und heute? Mir f\u00e4llt es schwer, mich zu positionieren. Frieden ist das Ziel. Da bin ich mit vielen Menschen einer Meinung. Aber wo geht es lang zum Frieden? Da bin ich ratlos. Was ich vor 40 Jahren f\u00fcr richtig hielt, ist heute f\u00fcr mich fragw\u00fcrdig. Was f\u00fcr mich in den 80er Jahren eindeutig war, ist ambivalent geworden. Was hat sich nur ver\u00e4ndert? Vielleicht das, was ich wahrnehme. Seit \u00fcber zwei Jahren f\u00fchrt Russland Krieg in Europa. Ende offen. Szenarien wirken bedrohlich. Pr\u00e4sident Putin setzt auf Krieg. Analysten \u00fcberlegen, wie lange Russland brauchen wird, um einen Krieg auf die NATO vorzubereiten. Die Fristen sind erschreckend kurz. Die NATO setzt auf Abschreckung, um eine Ausweitung des Krieges auf NATO-Gebiet zu verhindern. Kriegstauglich m\u00fcsse die Bundeswehr werden, fordert der Verteidigungsminister. Muster aus den Zeiten des Kalten Krieges kehren wieder. Und w\u00e4hrenddessen sterben Menschen in der Ukraine und ein Land wird zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Wann es Zeit f\u00fcr Abr\u00fcstung ist? Manche Parteien wollen der Ukraine Abr\u00fcstung verordnen und das Land sich selbst bzw. Russland \u00fcberlassen. Vielleicht ist der Prophet Micha da doch realistischer, wenn er davon ausgeht, dass dem Ab- und Umr\u00fcsten das Streitschlichten und die weltweite Herrschaft des Rechts vorausgeht.<\/p>\n<p>VI. Schon jetzt<\/p>\n<p>5 Noch rufen viele V\u00f6lker, jedes zu seinem eigenen Gott.<\/p>\n<p>Wir aber leben schon heute im Namen des HERRN,<\/p>\n<p>unseres Gottes, f\u00fcr immer und alle Zeit.<\/p>\n<p>Noch ist alles Zukunftsmusik. Dass der Berg Zion der h\u00f6chste Berg ist. Dass die V\u00f6lkerwelt nach Jerusalem pilgert, um vom Gott Israels Weisung zu erlangen.<\/p>\n<p>Noch ist alles Zukunftsmusik. Das Streitschlichten und die weltweise Sorge f\u00fcrs Recht. Und f\u00fcr das, was daraus folgt: Schwerter zu Pflugscharen. Kriegsvergessenheit.<\/p>\n<p>Noch ist alles Zukunftsmusik.<\/p>\n<p>Aber wir spielen sie. F\u00fcr uns selbst, f\u00fcr andere,<\/p>\n<p>f\u00fcr Feinde ebenso wie f\u00fcr Verb\u00fcndete.<\/p>\n<p>Diese Zukunft teilen wir. Keiner geht zum Teufel. Gott wird daf\u00fcr sorgen.<\/p>\n<p>Was also schon heute tun:<\/p>\n<p>In Gottes Namen von einer gemeinsamen Zukunft reden.<\/p>\n<p>Ich bin beeindruckt, wie Menschen das angesichts des Krieges durchbuchstabieren.<\/p>\n<p>Einer, der das kann, ist der ehemalige Oberkirchenrat und Superintendent Klaus Eberl.<\/p>\n<p>Er ist eng mit der russischen Stadt Pskow verbunden. Dort gibt es seit mehr als 30 Jahren ein heilp\u00e4dagogisches Zentrum. Es geht auf eine Initiative aus der Evangelischen Kirche im Rheinland zur\u00fcck. Als Zeichen der Vers\u00f6hnung nach dem \u00dcberfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg. Daraus geworden ist eine Einrichtung zur F\u00f6rderung und Betreuung von Kindern mit schweren und mehrfachen Beeintr\u00e4chtigungen, die in Russland inzwischen Ma\u00dfst\u00e4be in der Behindertenhilfe setzt. Trotz des russischen Angriffskriegs in der Ukraine sind alle Beteiligten auf deutscher und russischer Seite bem\u00fcht, das Projekt weiterzuf\u00fchren. W\u00e4hrend mittlerweile viele St\u00e4dtepartnerschaften und Partnerschaftsprojekte von Nichtregierungsorganisationen ihre Arbeit eingestellt haben, sind die Initiative Pskow und ihre Partner auf russischer Seite \u00fcberzeugt, dass die Zusammenarbeit fortgesetzt werden kann und muss. Klaus Eberl, seit vielen Jahren engagiert, sagt in einem Interview: \u201eEs k\u00f6nnten ja Zeiten kommen, in denen wir h\u00e4nderingend nach solchen noch funktionierenden Br\u00fccken suchen. Ohne solche Ankn\u00fcpfungspunkte ist es kaum m\u00f6glich, eine neue Friedensordnung zu entwickeln.\u201c Um an den Kontakten festzuhalten, ist Fantasie gefragt: Fortbildungen mit deutschen und russischen Beteiligten fanden in diesem Jahr in Antalya in der T\u00fcrkei statt, weil dort weder Deutsche noch Russen ein Visum brauchen.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p>Ein Tropfen auf den hei\u00dfen Stein nur. W\u00e4hrend des Krieges in der Ukraine an einem zivilgesellschaftlichen Kontakt nach Russland festhalten. Und doch: Hier leuchtet auf, was zukunftsweisend sein k\u00f6nnte. Etwas, was besser ist als der Krieg, der so viel kostet und so viel zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Ich schlie\u00dfe mit Zeilen von Mascha Kal\u00e9ko (1907\u20131975):<\/p>\n<p>\u201eWir wissen nicht, was morgen wird,<\/p>\n<p>Ob der Kampf unser harrt oder Frieden,<\/p>\n<p>Ob hier Sense sirrt oder S\u00e4bel klirrt \u2013<\/p>\n<p>Wir wissen nur, da\u00df es Morgen wird,<\/p>\n<p>Wenn wir Schwerter zu Pfl\u00fcgen schmieden.\u201c<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n<p>Lieder:<\/p>\n<p>Unfriede herrscht auf der Erde (EG.RWL 671)<\/p>\n<p>Es kommt die Zeit (EG.E 8)<\/p>\n<p>Herr, wir bitten, komm und segne uns (EG.RWL 607)<\/p>\n<p>S\u00fcndenbekenntnis:<\/p>\n<p>Gott,<\/p>\n<p>Bilder vom Krieg bleiben im Kopf.<\/p>\n<p>So viel Leid.<\/p>\n<p>Durch Gewalt und Vergeltung.<\/p>\n<p>So viel geht kaputt.<\/p>\n<p>Gott, dir sei\u2019s geklagt.<\/p>\n<p>Das T\u00f6ten.<\/p>\n<p>Das Zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p>Das Hassen.<\/p>\n<p>Was die Gegenwart bestimmt,<\/p>\n<p>ohne dass es eine Zukunft hat.<\/p>\n<p>Was wir daran \u00e4ndern k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Gott, wir wissen es nicht.<\/p>\n<p>Gott, erbarme dich.<\/p>\n<p>F\u00fcrbitten:<\/p>\n<p>Gott,<\/p>\n<p>du s\u00e4st Hoffnung.<\/p>\n<p>Leise w\u00e4chst sie,<\/p>\n<p>laut muss sie werden.<\/p>\n<p>Das Trauern und Seufzen wird ein Ende haben.<\/p>\n<p>Deine Welt wird sein wie getr\u00e4umt:<\/p>\n<p>Die gequ\u00e4lten Seelen werden getr\u00f6stet.<\/p>\n<p>Die m\u00fcden K\u00f6rper werden erfrischt.<\/p>\n<p>Die verzweifelten Herzen werden ruhig.<\/p>\n<p>\u00d6ffne uns f\u00fcr dich<\/p>\n<p>und f\u00fcr den Himmel,<\/p>\n<p>der auf uns wartet.<\/p>\n<p>Schenke uns die Gelassenheit,<\/p>\n<p>schon heute zu tun,<\/p>\n<p>was dir und uns entspricht.<\/p>\n<p>Wir bitten dich,<\/p>\n<p>dass du damit beginnst,<\/p>\n<p>was der Prophet geschaut hat.<\/p>\n<p>Den Streit der V\u00f6lker schlichten.<\/p>\n<p>Im Nahen Osten,<\/p>\n<p>in Europa.<\/p>\n<p>An anderen Orten,<\/p>\n<p>an denen es n\u00f6tig ist.<\/p>\n<p>\u00dcberall f\u00fcr das Recht sorgen.<\/p>\n<p>Fang du damit an, Gott,<\/p>\n<p>damit wir dir folgen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wie bitten dich um Frieden.<\/p>\n<p>F\u00fcr die, die unter Gewalt und Zerst\u00f6rung leiden,<\/p>\n<p>davor fliehen. Immer wieder verlieren.<\/p>\n<p>F\u00fcr die, die nur auf Gewalt setzen,<\/p>\n<p>und keine Idee haben,<\/p>\n<p>was denn nach dem Krieg kommt,<\/p>\n<p>den sie befehlen.<\/p>\n<p>Damit deine Welt endlich wird,<\/p>\n<p>was sie sein k\u00f6nnte: Ein Zuhause auf Zeit.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Pfarrer Dr. Christoph Kock<\/p>\n<p>Wesel<\/p>\n<p>E-Mail: <a href=\"mailto:christoph.kock@ekir.de\">christoph.kock@ekir.de<\/a><\/p>\n<p>Dr. Christoph Kock, geb. 1967, Pfarrer der Evangelischen Kirche im Rheinland. Seit 2007 Pfarrer an der Friedenskirche in der Evangelischen Kirchengemeinde Wesel.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Die Uno stellt ihre Geschenke in einem Online-Katalog vor: https:\/\/www.un.org\/ungifts\/let-us-beat-swords-ploughshares.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.jugendopposition.de\/themen\/145332\/friedensbewegung-in-der-ddr\">https:\/\/www.jugendopposition.de\/themen\/145332\/friedensbewegung-in-der-ddr<\/a> (Website der Robert-Havemann-Gesellschaft e.V. und der Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> <a href=\"https:\/\/akref.ead.de\/akref-nachrichten\/2023\/september\/22092023-russland-rheinische-kirche-foerdert-heilpaedagogisches-zentrum-in-russland-weiter\/\">https:\/\/akref.ead.de\/akref-nachrichten\/2023\/september\/22092023-russland-rheinische-kirche-foerdert-heilpaedagogisches-zentrum-in-russland-weiter\/<\/a><\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"kAADYPIWLC\"><p><a href=\"https:\/\/news.ekir.de\/meldungen\/2022\/09\/partnerschaft-mit-russland-um-das-projekt-mache-ich-mir-die-wenigsten-sorgen\/\">Partnerschaft mit Russland: \u201eIch habe nicht erwartet, dass die Zustimmung zum Krieg so gro\u00df ist\u201c<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"&#8222;Partnerschaft mit Russland: \u201eIch habe nicht erwartet, dass die Zustimmung zum Krieg so gro\u00df ist\u201c&#8220; &#8212; news.ekir.de\" src=\"https:\/\/news.ekir.de\/meldungen\/2022\/09\/partnerschaft-mit-russland-um-das-projekt-mache-ich-mir-die-wenigsten-sorgen\/embed\/#?secret=B1SRaZC9ch#?secret=kAADYPIWLC\" data-secret=\"kAADYPIWLC\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Mascha Kal\u00e9ko, Verse f\u00fcr Zeitgenossen, Reinbek bei Hamburg 2000, S. 42. (Die zitierten Verse sind die letzten Strophe des Gedichts \u201eChanson f\u00fcr morgen\u201c.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stell dir vor | Drittletzter Sonntag im Kirchenjahr | 10.11.2024 | Micha 4,1\u20135 | Christoph Kock | I. Ein Kraftprotz Ein Kraftprotz stemmt sich energisch auf ein Schwert. Mit seiner linken Hand hat er es umfasst, in seiner rechten h\u00e4lt er einen gro\u00dfen Hammer. 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