{"id":20392,"date":"2024-11-05T09:25:24","date_gmt":"2024-11-05T08:25:24","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=20392"},"modified":"2024-11-28T09:55:28","modified_gmt":"2024-11-28T08:55:28","slug":"johannes-517-29-hesekiel-371-14","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/johannes-517-29-hesekiel-371-14\/","title":{"rendered":"Johannes 5,17-29, Hesekiel 37,1-14"},"content":{"rendered":"<h3>Drittletzter Sonntag des Kirchenjahres (24. Sonntag nach Trinitatis) | 10.11.2024 | Johannes 5,17-29, Hesekiel 37,1-14 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | Thomas Reinholdt Rasmussen |<\/h3>\n<p><strong>Die Toten sollen die Stimme Gottes h\u00f6ren<\/strong><\/p>\n<p>Wenn sich das Jahr seinem Ende zuneigt, \u00fcberw\u00e4ltigt uns der Herbst. Der Herbst mit seinem fallenden Laub und der K\u00e4lte am Morgen. Es wird h\u00e4rter und k\u00e4lter. Das Leben des Sommers r\u00fcckt immer ferner und das Jahr neigt sich dem Ende zu.<\/p>\n<p>So ist es auch mit dem Evangelium. Wenn wir dem Herbst entgegengehen, wird der Ton im Evangelium immer gr\u00f6ber und direkter. Das Evangelium klingt nach Abschied und dem Leben, das gelebt ist.<\/p>\n<p>So auch mit dem Abschnitt aus dem Johannesevangelium f\u00fcr diesen Sonntag. Nach einer klaren Aussage dar\u00fcber, dass Vater und Sohn zusammenh\u00e4ngen und dass die Macht des Sohnes die Macht des Vaters zum Ausdruck bringt, und dass es deshalb der Allm\u00e4chtige ist, der in den Worten Jesu von Vergebung und Erneuerung spricht, da spricht das Evangelium von den Toten, die die Stimme Gottes h\u00f6ren werden.<\/p>\n<p>Das ist das entscheidende Wort: Die Toten werden die Stimme Gottes h\u00f6ren.<\/p>\n<p><strong>Der Kern des Evangeliums<\/strong><\/p>\n<p>Vielleicht ist dieser Satz in Wirklichkeit der Kern des Evangeliums. Nun werden die Toten das Wort Gottes h\u00f6ren. Das geschieht jetzt. Die Toten, das sind die, die nicht aus eigener Kraft im Evangelium sein k\u00f6nnen. Wie die Frauen, die am Ostermorgen zum Grabe kommen mit Salben und Gef\u00e4\u00dfen, um den geliebten Verstorbenen zu besuchen.<\/p>\n<p>Sie waren gleichsam tot, denn sie hatten keinen Glauben daran, dass Christus auferstanden war. Im Gegenteil. Sie glaubten, dass der Tod gesiegt hatte und dass Jesus nun kalt und tot im Grabe lag. Dass es Herbst geworden war f\u00fcr all das, was sie im Leben zusammen mit ihm erfahren hatten.<\/p>\n<p>Aber die Toten h\u00f6rten Gottes Wort.<\/p>\n<p>Ihre Erfahrung der endg\u00fctigen Macht des Todes stie\u00df auf Widerspruch im leeren Grab. Jetzt geschah es, die Toten h\u00f6rten Gottes Wort. Er ist nicht hier. Er ist auferstanden. Da h\u00f6rten die \u2013 schon \u2013 Toten Gottes Wort.<\/p>\n<p>Der Bericht vom Ostermorgen, wo die Frauen ohne Glauben an die Erneuerung Gottes zum Grabe kommen, ist eine Kernbotschaft. Das ist ein Bericht, der uns erz\u00e4hlt, dass es gar nicht auf ihren Glauben ankommt, denn den haben sie nicht. Es kommt nicht an auf ihre Einstellung, denn die war nur auf den Tod gerichtet. Es kommt an auf Gottes Wort. Das Wort, das von den Toten aufersteht und zu uns spricht, die schon auf dem Weg dahin sind.<\/p>\n<p>Es ist somit eine grundlegende Hoffnung, dass Gott die Toten ins Leben rufen kann. Dass Gott neu machen kann, wo wir nur Altes und Totes sehen. Dass Gott den Abschied des Jahres zu einer Erneuerung erwecken kann. Dass wir an einen Gott glauben, der alles neu macht.<\/p>\n<p>Wenn diese Hoffnung nicht da ist, dann haben wir die Erz\u00e4hlung von dem leeren Grab am Ostermorgen im Grunde nicht geh\u00f6rt. Dann sind wir wie die Frauen, die sich ohne Hoffnung zum Grabe begeben. Aber nun ist Christus auferstanden. Nun ist es verk\u00fcndet. Nun gibt es eine lebendige Hoffnung.<\/p>\n<p><strong>Der Prophet Hesekiel<\/strong><\/p>\n<p>Manchmal kann es uns gehen wir dem Propheten Hesekiel, der von dem Herrn in ein Tal voll mit toten Knochen gef\u00fchrt wurde. Die Knochen sind ganz vertrocknet und \u00fcber das ganze Tal verstreut. Das ist wie unser Leben, oder vielleicht der Eindruck von unserer Kultur, die wie trockene Gebeine ist, die nicht leben k\u00f6nnen. Vielleicht sogar wie die Kirche, in der wir leben. Sehen wir nur die toten Gebeine, und h\u00f6ren wir nicht Gottes Wort?<\/p>\n<p>Der Herr aber fragt Hesekiel, ob er glaubt, dass diese Gebeine wieder lebendig werden k\u00f6nnen. Glaubt er das? Und Hesekiel muss antworten: \u201eHerr Gott, das wei\u00dft nur du!\u201c Das ist die Antwort des Zweifels und des Missmuts, denn das ist im Grunde keine Antwort, sondern fast ein stiller Ruf um Hilfe.<\/p>\n<p>Und was ist die Antwort des Herrn an Hesekiel? Das er weissagen soll, dass die ausgetrockneten Gebeine Gottes Wort h\u00f6ren werden!<\/p>\n<p>Er soll Gottes Wort predigen. Gottes Wort predigen gegen die ganz handgreifliche Hoffnungslosigkeit und die Toten. Darum geht es.<\/p>\n<p>Wie ist es wohl Hesekiel ergangen, als er diese Antwort erhielt? Dass er verk\u00fcndigen und weissagen soll? Gegen den harten Tod?<\/p>\n<p><strong>Das Wort Gottes, das lebendig macht<\/strong><\/p>\n<p>Da stand Hesekiel, und da stehen wir. Wir k\u00f6nnen nichts anderes als das Wort sprechen, das uns gegeben ist, dass Christus auferstanden ist, und dass wir auch im Tode von diesem Wort leben sollen. Anders kann es nicht sein.<\/p>\n<p>Die Toten sollen die Stimme Gottes h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Und die, die h\u00f6ren, sollen leben. Denn der Sohn, der das Wort spricht, hat die Macht, die ihm der Vater gegeben hat, und das Leben des Vaters ist dem Sohn gegeben, und der gibt es uns.<\/p>\n<p>Es ist der allm\u00e4chtige Herr \u00fcber Leben und Tod, der zu uns Toten sagt: Du bist mein. Da steht Macht hinter den Worten, denn das ist nicht nur eine Absichtserkl\u00e4rung. Das ist ein Wille. Der Wille Gottes, der \u00fcber alles verf\u00fcgt, was geschieht. Der Gott, der Leben leben l\u00e4sst und Leben sterben l\u00e4sst, nennt uns durch einen eigenen Sohn seine Kinder.<\/p>\n<p>Da werden wir \u2013 die Toten \u2013 leben, wenn das Wort trifft, wie das Wort die toten Gebeine im Grafe traf. Da werden die Toten Gottes Stimme h\u00f6ren, und wir werden leben.<\/p>\n<p>So k\u00f6nnen wir mitten in den fallenden Bl\u00e4ttern des Herbstes und dem Gef\u00fchl, dass sich das Jahr dem Ende zuneigt, Gottes Stimme an uns durch das Wasser der Taufe und Wein und Brot im Abendmahl h\u00f6ren, und du bist mein. Du geh\u00f6rst mir, sagt der Herr. Du geh\u00f6rst mir im Leben und im Tod. Amen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Bischof Thomas Reinholdt Rasmussen<\/p>\n<p>Aalborg Stift, Thulebakken 1, DK-9000 Aalborg<\/p>\n<p>Tlf. +45 98188088, E-mail: <a href=\"mailto:kmaal@km.dk\">kmaal(at)km.dk<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Drittletzter Sonntag des Kirchenjahres (24. Sonntag nach Trinitatis) | 10.11.2024 | Johannes 5,17-29, Hesekiel 37,1-14 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | Thomas Reinholdt Rasmussen | Die Toten sollen die Stimme Gottes h\u00f6ren Wenn sich das Jahr seinem Ende zuneigt, \u00fcberw\u00e4ltigt uns der Herbst. Der Herbst mit seinem fallenden Laub und der K\u00e4lte am Morgen. 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