{"id":20562,"date":"2024-12-18T11:25:13","date_gmt":"2024-12-18T10:25:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=20562"},"modified":"2024-12-18T11:25:50","modified_gmt":"2024-12-18T10:25:50","slug":"lukas-21-14-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/lukas-21-14-7\/","title":{"rendered":"Lukas 2,1-14"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Heiligabend | 24.12.24 | Lk 2,1-14 | Von Peter Skov Jakobsen |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eine unansehnliche Gegend in der Welt, aber ein Ort, wo das Chaos der Macht immer ausbricht! Sie h\u00f6rten die Namen Augustus und Quirinius, und sie wussten, dass der Wahnsinn der Macht \u00fcber sie hereinbrach. Sie sahen Ruinenberge, Tod, Vergewaltigung, Hass und massive L\u00fcgen vor sich \u2013 und Schweigen, Ohnmacht breiteten sich unter ihnen aus.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sie wussten sehr wohl, dass die Volksz\u00e4hlung keine demographische Untersuchung war, die dem Volk nutzen sollte \u2013 es war keine Wohlfahrts-Untersuchung. Es war nur die Macht, die eines ihrer sogenannten Wunder vollbrachte, n\u00e4mlich den Herrschenden Reichtum aus der Armut des Volkes zu verschaffen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mitten in diesem Chaos wurde Christus geboren. Gott kommt in die Welt in der Gestalt eines ungesch\u00fctzten Kindes. Sie hatten davon getr\u00e4umt, dass dies geschehen sollte \u2013 sie hatten davon getr\u00e4umt, dass das B\u00f6se von einem Kinde Widerspruch erfahren sollte, als Mensch geboren, und sie nannten ihn Friedensf\u00fcrsten, Ewigkeitsvater, und er sollte kommen mit einem Reich des Friedens und der Gerechtigkeit. Er befreit Menschen von der moralischen Selbstberauschung und von den selbstsicheren Urteilen und Vorurteilen. Er befreit uns, wenn wir uns hinter Status, Einsicht und Macht verstecken.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Christus erscheint ohnm\u00e4chtig, und doch weckt er Vertrauen auf die Liebe und Barmherzigkeit mitten in der R\u00fccksichtslosigkeit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er weckt Traum und Phantasie, und die Sehnsucht pflanzt er in den Menschen, damit sie bl\u00fchen m\u00f6ge. Seit ich als Junge Astrid Lindgrens Erz\u00e4hlung \u201eDie Kinder aus Bullerby\u201c h\u00f6rte, habe ich eine Hoffnung in mir gehabt. Seit dem war Schnee verbunden mit Spiel, Freiheit, Ausgelassenheit, Sch\u00f6nheit, und auf einer Schlittenbahn herunterzurasen mit Heulen und Jauchzen und sich dem Spiel und dem Lachen hinzugeben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nur eines ist \u00e4rgerlich, man muss den Schlitten wieder auf den H\u00fcgel hinaufziehen. \u00a0Deshalb tr\u00e4umten die Kinder davon, dass man die Rodelbahn umkehren kann, so dass es immer bergab geht!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Diesen Traum nehme ich mit mir in die Welt \u2013 auch wenn es sich um Krieg handelt, um Terror, um Klima, um Fl\u00fcchtlinge, um Armut und Dem\u00fctigung. Ich trage den Traum mit mir, aber es ist Krieg in der Ukraine und Russland, in der Westbank und in Gaza.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Geburtstag Jesu ist Widerstand gegen R\u00fccksichtslosigkeit und Bomben, Gewalt und Terror, Widerstand gegen Einsamkeit, Traurigkeit und Beleidigung.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er ist eine Freude, die auch mit Verlust leben kann.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Seine Abwesenheit in der Welt ist nur zu ertragen, weil ich darauf vertraue, dass Freiheit, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit immer wieder neu geboren werden und dass alles erst aufgeht, wenn ich es wage, mich einem Mitmenschen zuzuwenden und zuzugeben, dass deine Abwesenheit Finsternis ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Heiligabend und die Weihnachtstage sind Tage, wo das, was war, dem begegnet, was ist. Wir versammeln unsere Geschichte um uns, und etwas von ihr sehen wir als Verlust, anderes mit Weinen, und wir sp\u00fcren, dass die Abwesenheit des Geliebten Finsternis ist.\u00a0 Die Verwunderung ist das Licht, das uns dazu f\u00fchrt, den anderen mit Ehrerbietung zu sehen, und uns wird klar, dass die Abwesenheit des Anderen Finsternis ist. Der Tag ist neu. Lasst uns aufbrechen und Angst und Leblosigkeit und massive L\u00fcgen durch Gl\u00fcck und Freiheit verscheuchen, mit Vertrauen und Gebet um Willen zum Leben. Amen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bischof Peter Skov-Jakobsen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">N\u00f8rregade 11, DK-1165 K\u00f8benhavn K<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Email: pesj(at)km.dk<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heiligabend | 24.12.24 | Lk 2,1-14 | Von Peter Skov Jakobsen | Eine unansehnliche Gegend in der Welt, aber ein Ort, wo das Chaos der Macht immer ausbricht! 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