{"id":20569,"date":"2024-12-19T11:26:05","date_gmt":"2024-12-19T10:26:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=20569"},"modified":"2024-12-18T11:28:44","modified_gmt":"2024-12-18T10:28:44","slug":"hebraeer-11-5-lukas-21-14","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/hebraeer-11-5-lukas-21-14\/","title":{"rendered":"Hebr\u00e4er 1,1-5; Lukas 2,1-14"},"content":{"rendered":"<h3>1.Weihnachtstag | 25.12.24 | Hebr 1,1-5; Lk 2,1-14 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | Von Anne-Marie Nybo Mehlsen |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Ein neugeborenes Kind vor Ewigkeit Gott \u2026<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Heute ist alles gebadet in Licht \u2013 im Licht vom Blick Gottes: Gott sieht heute auf uns mit dem Blick des Kindes aus seiner Krippe, sieht uns mit dem ganz offenen empfangenden Blick des Kindes, ohne Urteil oder Vorurteil, ohne Fragen, ohne Forderung &#8211; und damit stehen wir sogleich mitten in einem neuen Anfang.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Erz\u00e4hlung des Lukas von dem Kind im Heu im dunklen Stall hat in diesem Jahr einen besonderen Klang von N\u00e4he. Unheimlich nahe klingen die Worte in einer Welt mit Krieg und Konflikt, wo Kinder auf der Flucht auf die Welt kommen und wohl auch in Lappen gewickelt und in Heu gelegt werden, oder was sie nun im Dunklen warmhalten kann.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Finsternis liegt \u00fcber den Feldern der Menschen, und auch wenn wir wie immer unser Bestes tun, um die Weihnachtszeit aufzuhellen in vieler Weise mit Licht, Schmuck und Essen, brauchen wir die Hoffnung mehr als je zuvor.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir brauchen die Geschichte vom Kind im Stall und dem Gesang der Engel. Mehr als sonst h\u00f6ren wir auf den Gesang vom Frieden auf Erden und dem Wohlgefallen Gottes. Dieses Lied kann nicht f\u00fcr Tyrannen und Despoten gesungen werden, die nur Krieg und Leiden wollen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Deshalb spricht der Engel Gabriel zu den Hirten auf dem Felde in der Nacht, der Gesang der Engel klingt f\u00fcr alle die Menschen, die keine gro\u00dfe Macht haben, die aber alle an ihrem Ort dabei sind, im Alltag dem Frieden zu dienen. Die Hirten sind die Erwachsenen, die sich die Zeit nehmen, mit den Kindern zu spielen, die sich selbst zwischen der allzu schlimmen Wirklichkeit und den verletzlichen Kinderseelen gleich welchen Alters anbringen. Die Hirten sind die, die in der Weihnacht Wache halten, Wasser und Saft den D\u00fcrstenden bringen, bei den Kranken sitzen, dem \u00c4ngstenden \u00fcber die Wange streicheln und den Einsamen an der Hand halten \u2026 Ja, du bist selbst sicher einer von den Hirten oder bist es einmal gewesen. Oft und in vieler Weise sind wir berufen, anderen zu helfen und zu dienen. Wir begegnen dem Kinderblick in den Augen des anderen Menschen \u2013 ganz gleich welchen Alters, und w\u00e4hrend wir einander helfen und dienen, sehnen wir uns nach dem Frieden der Weihnacht und versuchen, bei Gesang der Engel mit zu summen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Einige werden sicher erwarten, dass die Engel mit Feuer, Strafe und einer neuen Sendung Waffen kommen, um aufzur\u00e4umen \u2026<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Andere werden vielleicht hoffen, dass der Engel mit den Farben des Regenbogens weht und uns alle in ewig liebende und sehr s\u00fc\u00dfe Einh\u00f6rner verwandelt. Es ist nicht so weit vom Engel zum Einhorn \u2013 und Kinder sehen so viel mehr in der Wirklichkeit als die Erwachsenen sehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber der Engel Gabriel h\u00e4lt an dem fest, was ist. Gabriel h\u00e4lt die Hirten auf dem Felde fest an den Verh\u00e4ltnissen und an Menschlichkeit \u2013 sie sollen die Hoffnung finden im Schmutz, im Stallgeruch und in der Unsicherheit. Mitten in dem, was die Lage der Menschen ist, kam die Liebe wieder in die Welt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir sehen menschliche K\u00f6rper und Tierk\u00f6rper in einem Stall am folgenden Morgen, und ein neugeborenes Kind, das versorgt und besch\u00fctzt werden muss. Maria wickelte ihn und legte ihn in das Heu der Krippe, so dass er nicht fror. Neugeborene Kinder werden gewickelt, vor K\u00e4lte gesch\u00fctzt in ihrer Nacktheit. Gott wurde Mensch mit einem K\u00f6rper!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott selbst verlor sein Herz, und wickelte es in den kindlichen K\u00f6rper und lie\u00df die Hoffnung in der schlimmen Wirklichkeit emporwachsen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dass der Sohn Gottes wie alle anderen Menschenkinder in die Welt kam, beseitigt alle Vorstellungen, dass es der Wille oder die Strafe Gottes sei, dass das B\u00f6se in der Welt ist. Es ist nicht eine geschm\u00fcckte Ausgabe von uns selbst oder ein besonders artiges \u201eWeihnachtskind\u201c, das Gott liebt. Wir sind es, so wie wir sind, Gott liebt mit einer Liebe, die bereit ist, alle Tage mit uns zu gehen. Nun begibt sich Gott selbst in die Lage der Menschen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und! Wenn das gesagt ist, Gott liebt uns auch, wie <em>er<\/em> ist. Da ist keine Gleichg\u00fcltigkeit in der Liebe, keine laue Pause, wo die Aufmerksamkeit geschw\u00e4cht ist, und deshalb werden wir ver\u00e4ndert im Lichte des Blicks, der uns von dem Kinde in der Krippe begegnet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das B\u00f6se und die Finsternis sind Feinde des Lebens, die man bek\u00e4mpfen muss, aber nicht mit irgendeiner g\u00f6ttlichen Atomwaffe, die nur alles vernichtet. Das muss geschehen mit der Behutsamkeit der Hoffnung und der Liebe. Das muss geschehen mit Menschenh\u00e4nden und Menschengem\u00fct. Das soll geschehen in all dem Wunderbaren, was Menschen ausrichten k\u00f6nnen: Wenn sie singen und musizieren in Untergrundbahnh\u00f6fen, die als Schutzraum dienen. Wenn sie Wunden verbinden und Frierende mit Decken versorgen, wenn sie Suppe verteilen, als sei es eine k\u00f6nigliche Tafel. Wenn sie ihr Zuhause \u00f6ffnen f\u00fcr fremde Vertriebene und ihnen W\u00fcrde geben, indem sie mit ihnen rechnen und davon ausgehen, dass sie daran teilnehmen, das Gute aufzubauen,<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Lebe damit, dass Gott an deinem und meinem Leben teilhat, dass seine Menschlichkeit bedeutet, dass er uns kennt. Er bekennt sich zu uns und verwirft uns nicht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das Kind tauscht unterwegs den Platz mit uns, Jesus tauscht all das Seine mit dem Unsrigen und verwandelt es. Die reinherzige G\u00fcte endete am Kreuz, und der Schrei Jesu wurde eins mit dem der Menschen \u2013 ein Schrei zu Gott.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Erst da ist Trost vorhanden f\u00fcr die Untr\u00f6stlichen, und erst da ist Hoffnung f\u00fcr uns hier mitten in unseren eigenen Konflikten und den Konflikten der Welt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die neue Geschichte beginnt in einem Stall im Dunkel. Gott ist mit uns, und nichts Menschliches ist f\u00fcr ihn fremd oder vergeblich. Jedes Zeichen der Liebe, das wir geben, jeder Stein des Mosaiks der Liebe, mit dem wir beitragen k\u00f6nnen, ist f\u00fcr Gott aller Schmerz und ein Teil des Rohmaterials f\u00fcr die Vollendung in Gottes Hand \u2013 so wie die tausend Fragmente von gef\u00e4rbtem Glas in einem Mosaik ein neues Gesamtbild bilden \u2013 und in der Kathedrale von innen wird alles gebadet in neuem Licht. Amen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pastorin Anne-Marie Nybo Mehlsen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">DK 4930 Maribo<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Email: amnm(at)km.dk<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1.Weihnachtstag | 25.12.24 | Hebr 1,1-5; Lk 2,1-14 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | Von Anne-Marie Nybo Mehlsen | Ein neugeborenes Kind vor Ewigkeit Gott \u2026 Heute ist alles gebadet in Licht \u2013 im Licht vom Blick Gottes: Gott sieht heute auf uns mit dem Blick des Kindes aus seiner Krippe, sieht uns mit dem ganz offenen empfangenden [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":20564,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[38,59,1,423,185,157,853,543,114,637,636,349,3,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-20569","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-lukas","category-hebraeer","category-aktuelle","category-anne-marie-nybo-mehlsen","category-aus-dem-daenischen","category-beitragende","category-bibel","category-christfest-i","category-deut","category-kapitel-01-chapter-01-hebraeer","category-kapitel-02-chapter-02-lukas","category-kasus","category-nt","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20569","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20569"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20569\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20570,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20569\/revisions\/20570"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/20564"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20569"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20569"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20569"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=20569"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=20569"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=20569"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=20569"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}