{"id":20725,"date":"2025-01-28T20:25:42","date_gmt":"2025-01-28T19:25:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=20725"},"modified":"2025-01-28T20:25:42","modified_gmt":"2025-01-28T19:25:42","slug":"exodus-31-8a-10-13-14","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/exodus-31-8a-10-13-14\/","title":{"rendered":"Exodus 3,1-8a.10.13-14"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Gott offenbart seinen Namen | Predigt am letzten Sonntag nach Epiphanias | 2. Februar 2025 | 2.Mose \/ Exodus 3,1-8a.10.13-14 | Johannes L\u00e4hnemann |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Gott offenbart seinen Namen<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Unser heutiger Predigttext ist ein Zentraltext, ein Schl\u00fcsseltext der hebr\u00e4ischen Bibel, unseres Alten Testaments. Er schildert, wie Gott sich seinem Volk, den Israeliten, bekannt macht. Der Text leitet die Erz\u00e4hlungen von der Herausf\u00fchrung Israels aus der Sklaverei in \u00c4gypten ein, dem Exodus, dem Ereignis, von dem das ganze 2. Buch Mose berichtet. Es ist das Urereignis, auf das sich das Volk Israel immer wieder bezieht \u2013 das Befreiungserlebnis schlechthin!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was ist die Situation? Die Gruppe der Israeliten, die mit Josef nach \u00c4gypten gekommen war, war immer gr\u00f6\u00dfer geworden. Die \u00c4gypter f\u00fcrchteten, sie k\u00f6nnten zu viel und zu m\u00e4chtig werden. Da machte der Pharao sie zu Sklaven und lie\u00df sie h\u00e4rteste Arbeit beim Bau seiner St\u00e4dte leisten. Als sie trotzdem immer mehr wurden, befahl er schlie\u00dflich, alle m\u00e4nnlich geborenen Kinder der Israeliten zu t\u00f6ten. Das Buch Exodus schildert dann die wunderbare Rettung des kleinen Mose, der von seiner Mutter in einem Korb im Nil ausgesetzt wurde. Die Tochter des Pharao entdeckt ihn und l\u00e4sst ihn am Hof des Pharao erziehen. Als Mose erwachsen ist, geht er zu seinen Br\u00fcdern, die harte Fronarbeit leisten. Da sieht er, wie ein Aufseher einen Israeliten schl\u00e4gt. Als er sich unbeobachtet sieht, erschl\u00e4gt er den Aufseher. Das aber wird bekannt, und Mose flieht. Er gelangt in die Landschaft Midian, wird dort aufgenommen und erh\u00e4lt die Tochter des dortigen Priesters mit Namen Zippora zur Frau. An dieser Stelle setzt unsere Erz\u00e4hlung ein.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Ich lese aus dem 2. Buch Mose, Kapitel 3:<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">1 Mose h\u00fctete die Schafe seines Schwiegervaters Jitro, des Priesters von Midian. Einmal trieb er die Herde \u00fcber die Steppe hinaus und kam an den Gottesberg, den Horeb. 2 Da erschien ihm der Engel des Herrn in einer feurigen Flamme aus einem Dornbusch. Mose bemerkte, dass der Busch in Flammen stand und trotzdem nicht verbrannte. 3 Da sprach Mose: Ich will hingehen und diese wundersame Erscheinung besehen, warum der Busch nicht verbrennt. 4 Als aber der HERR sah, dass er hinging und sich diese Erscheinung ansehen wollte, rief Gott ihn aus dem Busch und sprach:\u00a0 Mose, Mose! Er antwortete:\u00a0 Hier bin ich. 5 Gott sprach: Tritt nicht herzu, ziehe deine Schuhe von deinen F\u00fc\u00dfen; denn der Ort, auf dem du stehst, ist heiliges Land! 6 Weiter sprach er: Ich bin der Gott deiner V\u00e4ter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Da verh\u00fcllte Mose sein Gesicht, denn er f\u00fcrchtete sich, Gott anzuschauen. 7 Und der HERR sprach: Ich habe das Elend meines Volkes in \u00c4gypten gesehen und ihr Geschrei \u00fcber ihre Bedr\u00e4nger geh\u00f6rt, ich wei\u00df, was sie erdulden m\u00fcssen. 8 Darum bin ich herabgekommen, um sie aus der Hand der \u00c4gypter zu befreien und sie aus diesem Land hinaufzuf\u00fchren in ein gutes und weites Land, in ein Land, darin Milch und Honig flie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">10 So geh nun hin, ich will dich zum Pharao senden, damit du mein Volk, die Israeliten, aus \u00c4gypten f\u00fchrst.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">13 Mose sprach zu Gott: Siehe, wenn ich zu den Israeliten komme und spreche zu ihnen: Der Gott eurer V\u00e4ter hat mich zu euch gesandt, und sie mir sagen werden: Wie ist sein Name? Was soll ich ihnen sagen? 14 Da sprach Gott zu Mose: \u201eIch werde sein, der ich sein werde\u201c. So sollst du zu den Israeliten sagen: \u201eIch werde sein\u201c, der hat mich zu euch gesandt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Diese ganze wundersame Erz\u00e4hlung hat ihren H\u00f6hepunkt am Schluss. Gott offenbart seinen Namen. Er macht seinen Namen den Israeliten gleichsam zum Geschenk. Die Erl\u00e4uterung seines Namens erscheint auf den ersten Blick seltsam: \u201eIch werde sein, der ich sein werde\u201c. Fr\u00fcher wurde es \u00fcbersetzt mit \u201eIch bin, der ich bin\u201c. Aber die Ausleger sind sich heute weitgehend einig, dass die hebr\u00e4ische Redewendung nicht statisch, sondern dynamisch verstanden werden muss: \u201eIch werde sein, der ich sein werde\u201c.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eine Frage an Sie vorweg: Wissen Sie die Bedeutung Ihres eigenen Namens? Denken Sie bitte einmal kurz dar\u00fcber nach! Namen sind ja nicht nur Schall und Rauch. Eltern gr\u00fcbeln oft lange dar\u00fcber nach, wie sie ihr Kind nennen sollen. Mein Name Johannes wurde von meinen Eltern vom Namen meines Gro\u00dfvaters \u00fcbernommen, der schon Theologe war. Aber er hat auch eine tiefe Bedeutung: \u201eDer HERR ist gn\u00e4dig\u201c. Damals, bei meiner Geburt, mitten im 2. Weltkrieg, dr\u00fcckte sich darin der Dank und die Hoffnung f\u00fcr das neue Leben aus. Wenn ein neuer Papst vom Konklave gew\u00e4hlt ist, wird er als erstes gefragt, welchen Namen er sich zulegt. Mich hat es gefreut, als Angelo Guiseppe Roncalli nach seiner Wahl 1959 meinen Namen gew\u00e4hlt und sich Johannes XXIII. genannt hat. Er wurde ja dann zum Papst, der \u00fcberraschend das 2. Vatikanische Konzil einberief und damit viele wichtige Reformen in der katholischen Kirche angesto\u00dfen hat. Und dass der gegenw\u00e4rtige Papst sich den Namen Franziskus gegeben hat, den Namen des Heiligen f\u00fcr die Armen, ist auch eindeutig sein Programm mit seinem st\u00e4ndigen Einsatz f\u00fcr die Armen und Benachteiligten auf der Erde.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Bedeutung des Namens: Unser Text gibt mir den Ansto\u00df, drei Fragen nachzugehen: 1) Der Name Gottes: Was bedeutet er? Als Zweites m\u00f6chte ich im Blick auf unseren christlichen Glauben fragen: Was bedeutet es, wenn Gott sich mit seinem Namen an Jesus bindet? Und als Drittes: Was bedeutet es, dass Gott mich mit meinem Namen sieht und kennt?<\/p>\n<ol>\n<li style=\"font-weight: 400;\">Als Erstes: <strong>Der Name Gottes. Was bedeutet er?<\/strong> Was bedeutet \u201eIch werde sein, der ich sein werde\u201c? Es ist ein Name, der eine Offenheit in sich tr\u00e4gt. An ihm wird deutlich, dass Gott sich nicht auf eine Person oder eine Sache festlegen l\u00e4sst. In unserem Text ist er mit dem Versprechen verbunden, das Volk Israel aus der Hand der \u00c4gypter zu befreien und in ein gutes Land zu f\u00fchren. Vielleicht lie\u00dfe sich deshalb das \u201eIch werde sein\u201c erg\u00e4nzen um \u201eIch werde <em>f\u00fcr euch<\/em> sein\u201c. Denn Gott bleibt bei seinem Volk durch alle guten und alle schweren Zeiten hindurch. Im Hebr\u00e4ischen stehen 4 Zeichen f\u00fcr den Gottesnamen: JHWE, urspr\u00fcnglich wohl \u201eJahwe\u201c ausgesprochen. Aber der Name ist heilig, und deshalb wird er von Juden so nicht ausgesprochen, sondern dort, wo er steht, als \u201eAdonai\u201c \u2013 das hei\u00dft \u201eHerr\u201c \u2013 gelesen. In unserer Lutherbibel wird er entsprechend mit \u201eHERR\u201c wiedergegeben, alle 4 Buchstaben gro\u00df geschrieben. Aber das trifft die Offenheit des Namens eigentlich nicht. Und doch begegnet er so an vielen Stellen; in der ganzen hebr\u00e4ischen Bibel kommt er fast 7000 Mal vor!<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Fallen Ihnen vielleicht Stellen aus dem Gottesdienst und den Psalmen ein, wo der heilige Name Gottes ausdr\u00fccklich hervorgehoben wird? \u2013 Am vertrautesten ist uns nat\u00fcrlich das Vaterunser mit dem \u201egeheiligt werde dein Name\u201c und der Segen \u201eDer HERR beh\u00fcte dich\u201c. Aber auch die Psalmen k\u00f6nnen uns im Ohr sein. Psalm 103: \u201eLobe den HERRN, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.\u201c Der Psalm 23, den sicher manche unter uns auswendig kennen, ist nichts anderes als eine Auslegung des Gottesnamens: \u201eDer HERR ist mein Hirte. Mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer gr\u00fcnen Aue und f\u00fchret mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele und f\u00fchret mich auf rechter Stra\u00dfe <em>um seines Namens willen<\/em>.\u201c Es ist ein Psalm, der Trost und Vertrauen spendet. Gott l\u00e4sst sich im n\u00e4chsten Vers direkt damit anreden: \u201eUnd ob ich schon wanderte im finstern Tal, f\u00fcrchte ich kein Ungl\u00fcck; denn <em>du<\/em> bist bei mir, dein Stecken und Stab tr\u00f6sten mich\u201c. Wie oft habe ich diese Worte gesprochen, als ich in meiner Kindheit mit Asthma zu k\u00e4mpfen hatte. Wie viele Menschen haben sich weltweit immer wieder mit diesen Worten aufgerichtet! Mich beeindruckt stets, mit welcher Ehrfurcht unsere j\u00fcdischen Schwestern und Br\u00fcder mit diesem Namen umgehen.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li style=\"font-weight: 400;\">Und nun gehe ich einen Schritt weiter: <strong>Was bedeutet es, wenn Gott sich mit seinem Namen an Jesus bindet?<\/strong> Wir haben es vorhin bei der Lesung des Evangeliums, bei der Geschichte von der Verkl\u00e4rung Jesu, geh\u00f6rt. Aus dem Himmel kommt die Stimme: \u201eDies ist mein lieber Sohn. an dem ich Wohlgefallen habe.\u201c Es bedeutet, dass Gott mit Jesus und in Jesus unseren Weg als Menschen mitgeht, dass er in Jesus als Mensch an unsere Seite gekommen ist, mit guten Erfahrungen und mit schlechten Erfahrungen, mit freudigen Erlebnissen und mit bedr\u00fcckenden Erlebnissen, mit Liebe und Freundschaft und auch mit entt\u00e4uschter Freundschaft. Jesus wirkte als Lehrer, als Rabbi. Er ergr\u00fcndete den tieferen Sinn der Gebote Gottes, entdeckte, dass das Gebot der N\u00e4chstenliebe auch die Feindesliebe einschlie\u00dfen sollte. Er war erf\u00fcllt von der Hoffnung und Erwartung des Reiches Gottes, von Gottes guter neuer Welt, die keine Zwangsherrschaft ist, sondern in der Liebe und Menschenw\u00fcrde regieren. Er wollte nicht herrschen, sondern dienen. So kam in ihm Gott den Menschen nahe.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es ist das, was wir auch gegenw\u00e4rtig dringend n\u00f6tig haben: Menschenw\u00fcrde achten, gegen Unmenschlichkeit angehen, solidarisch sein besonders mit denen, die keine Macht haben, die unterdr\u00fcckt werden, die an den Rand geschoben werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Weg Jesu aber bedeutet noch mehr. Jesus heiligt den Namen Gottes, indem er in allem unser Bruder wird. Er lebt mit uns, empfindet mit uns und wirkt f\u00fcr uns. Er geht zu den Auss\u00e4tzigen, er befreit die, die von D\u00e4monen besessen sind, er beruft Z\u00f6llner, die f\u00fcr die r\u00f6mische Besatzungsmacht gearbeitet haben, zu seinen Nachfolgern, er macht aus Habgierigen Wohlt\u00e4ter.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und er geht den Weg, der ins Leiden f\u00fchrt bis hin zur Erfahrung von Verrat, Verschm\u00e4hung, Folter, ja dem sch\u00e4ndlichen Tod am Kreuz. Jesus ist mit seinem Leidensweg an unserer Seite. Dietrich Bonhoeffer hat es in einem Gebet so ausgedr\u00fcckt: <em>\u201eHerr Jesus Christus, Du warst arm und elend, gefangen und verlassen wie ich. Du kennst alle Not der Menschen.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber Jesu Tod ist nicht das Ende, sondern es folgt Ostern: Jesus lebt! In dem \u00e4ltesten Christuslied, das Paulus im Brief an die Philipper wiedergibt, hei\u00dft es von Jesus: \u201eEr wurde gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erh\u00f6ht und ihm einen Namen gegeben, der \u00fcber alle Namen ist.\u201c Das F\u00fcr uns-Sein Gottes in Jesus ist damit nicht nur etwas, was vor 2000 Jahren sichtbar wurde, sondern es gilt f\u00fcr immer und f\u00fcr alle Welt.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li style=\"font-weight: 400;\">Und damit kommen wir zu der dritten Frage: <strong>Was bedeutet das F\u00fcr uns-Sein Gottes f\u00fcr mein Leben, f\u00fcr mich pers\u00f6nlich?<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eines des st\u00e4rksten Worte dazu findet sich im Buch des Propheten Jesaja, des sogenannten zweiten Jesaja. Er ruft dem Volk Israel, das damals in der babylonischen Verbannung lebt, zu: \u201eF\u00fcrchte dich nicht, denn ich habe dich erl\u00f6st; ich habe dich <em>bei deinem Namen gerufen<\/em>; du bist mein.\u201c (Jesaja 43,1) Das gilt f\u00fcr das Volk; aber es gilt auch f\u00fcr jeden Einzelnen. Es ist nicht zuf\u00e4llig, dass dieses Wort oft von Eltern f\u00fcr ihr Kind ausgesucht wird, wenn es auf den Namen Gottes getauft wird. Und auch Konfirmanden w\u00e4hlen es gern f\u00fcr sich und f\u00fcr die Bitte um Gottes Begleitung auf ihrem weiteren Weg.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich kann dazu noch eine Anekdote von dem ber\u00fchmten Theologen\u00a0Karl\u00a0Barth erz\u00e4hlen. Er hat in seiner Kirchlichen Dogmatik den Christlichen Glauben in mehreren B\u00e4nden auf mehr als 9.000 Seiten entfaltet.\u00a0Als er, schon in fortgeschrittenem Alter, also in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts, gefragt wurde, ob er seinen pers\u00f6nlichen Glauben auf eine Kurzformel bringen k\u00f6nne, antwortete er mit dem Kinderlied: <em>\u201eWeil\u00a0ich\u00a0Jesu\u00a0Sch\u00e4flein\u00a0bin, freu&#8216;\u00a0ich\u00a0mich nur immerhin \u00fcber meinen guten Hirten, der mich wohl wei\u00df zu bewirten. Der mich liebet, der mich kennt und bei meinem Namen nennt.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und er meint damit: Ich, als dieser eine Mensch, bin kein Zufallsprodukt. So wie ich da stehe, mit meinem Namen, kennt mich Gott, werde ich von ihm gesehen, werde ich von ihm in Jesus geliebt, von ihm auf meinem Weg begleitet. Eine ungeheure Zusage! F\u00fcr alle, dich sich von Jesus leiten und begleiten lassen, hei\u00dft das aber auch: Mit diesen Augen Gottes sollen wir einander ansehen, sollen wir die Einzigartigkeit jedes Menschen achten, sollen der Verletzung seiner W\u00fcrde entgegentreten. Und da gibt es keine Abstufung von gr\u00f6\u00dferem Wert und minderem Wert.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie sehr aber wird genau das gegenw\u00e4rtig in Frage gestellt? Und wie sehr wird mit der negativen Einstufung von bestimmten Menschengruppen Politik gemacht, wie sehr wird Abgrenzung und Ausgrenzung betrieben. Und wie leicht kann man damit Wahlen gewinnen?!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dass wir dagegen aufstehen, dass wir uns nicht zu Hass und r\u00fccksichtslosem Egoismus verf\u00fchren lassen, geh\u00f6rt zu unserem Glaubensbekenntnis, weil unser Leben seinen Grund hat in der liebevollen Zuwendung Gottes zu uns in Jesus Christus.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Theologe und Liederdichter Okko Herlyn hat das in seinem Lied \u201eIch sage Ja\u201c zum Ausdruck gebracht:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>1) Ich sage Ja zu dem, der mich erschuf. Ich sage Ja zu seinem Wort und Ruf, zum Lebensgrund und Sch\u00f6pfer dieser Welt, und der auch mich in seinen H\u00e4nden h\u00e4lt.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>2) Ich sage Ja zu dem, der uns gesandt und aus dem Tod zum Leben auferstand und so trotz Hass, Gewalt und Menschenlist f\u00fcr uns zum Freund und Bruder worden ist.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>3) Ich sage Ja zu Gottes gutem Geist, zum Weg der Liebe, den er uns verhei\u00dft, zu wagen Frieden und Gerechtigkeit in einer Welt voll Hunger, Angst und Leid.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dieses Lied wollen wir jetzt miteinander singen!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Prof. em. Dr. Johannes L\u00e4hnemann, Goslar, <a href=\"mailto:johannes@laehnemann.de\">johannes@laehnemann.de<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Johannes L\u00e4hnemann (geb. 1941) hatte von 1981-2007 den Lehrstuhl f\u00fcr Religionsp\u00e4dagogik und Didaktik des Ev. Religionsunterrichts an der Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg inne. Er lebt im Ruhestand in Goslar. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Interreligi\u00f6ser Dialog, Interreligi\u00f6ses Lernen, Religionen und Friedenserziehung. Er ist Mitglied der internationalen Kommission <em>Interreligious Education <\/em>der Bewegung <em>Religions for Peace <\/em>(RfP) und Leiter der Arbeitsgruppe Interreligi\u00f6se Bildung-Friedensp\u00e4dagogik bei <em>Religionen f\u00fcr den Frieden Deutschland.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Seine Autobiografie ist erschienen unter dem Titel \u201eLernen in der Begegnung. Ein Leben auf dem Weg zur Interreligiosit\u00e4t.\u201c G\u00f6ttingen (Vandenhoeck &amp; Ruprecht) 2017.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Predigt wird in der romanischen Neuwerkkirche in Goslar gehalten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liedempfehlungen: EG 450: Morgenglanz der Ewigkeit; EG 588 (Niedersachsen): Der Himmel geht \u00fcber allen auf; Erg\u00e4nzungsheft EG 10: Ich sage Ja zu dem, der mich erschuf; EG 613 (Niedersachsen): Liebe ist nicht nur ein Wort<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gott offenbart seinen Namen | Predigt am letzten Sonntag nach Epiphanias | 2. Februar 2025 | 2.Mose \/ Exodus 3,1-8a.10.13-14 | Johannes L\u00e4hnemann | Gott offenbart seinen Namen Liebe Gemeinde! Unser heutiger Predigttext ist ein Zentraltext, ein Schl\u00fcsseltext der hebr\u00e4ischen Bibel, unseres Alten Testaments. Er schildert, wie Gott sich seinem Volk, den Israeliten, bekannt macht. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":20726,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5,1,2,157,853,114,225,343,349,669,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-20725","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-exodus","category-aktuelle","category-at","category-beitragende","category-bibel","category-deut","category-johannes-laehnemann","category-kapitel-03-chapter-03","category-kasus","category-letzter-so-n-epiphanias","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20725","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20725"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20725\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20727,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20725\/revisions\/20727"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/20726"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20725"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20725"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20725"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=20725"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=20725"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=20725"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=20725"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}