{"id":20791,"date":"2025-02-18T10:09:02","date_gmt":"2025-02-18T09:09:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=20791"},"modified":"2025-02-18T10:09:44","modified_gmt":"2025-02-18T09:09:44","slug":"apg-169-15","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/apg-169-15\/","title":{"rendered":"Apostelgeschichte 16,9-15"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Gottes Wort l\u00e4sst seine Verbreiter und Empf\u00e4nger die rechte Mitteilung finden | Sexagesim\u00e4 | 24.02.25 | Apg 16,9-15 | Markus Kreis |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u201eDu sollst Abos verkaufen!\u201c \u201eIch habe heute schon viele Abos verkauft.\u201c \u201eDann noch mehr!\u201c Vorfall bei der Didacta am Stand eines Verlags f\u00fcr Schulzeugs. Beteiligt waren ein j\u00fcngerer Herr, dem Tonfall nach der Oberchef, eine etwa gleichalte ca. vierzigj\u00e4hrige Dame und eine \u00e4ltere Dame ca. f\u00fcnfzig. Und meine Wenigkeit als einer, der das Ganze mitgekriegt hat. Ich war allein Kunde am Stand. Und nachdem ich von der \u00e4lteren beraten worden war, schaute ich mich selbst\u00e4ndig um. Da gesellte sich eine j\u00fcngere Frau vom Verlag zu der \u00e4lteren und es entspannte sich zwischen den beiden ein kurzes Gespr\u00e4ch a la wie lief es bisher und so weiter. Dann kam der j\u00fcngere Herr dazu. Dem suchte die j\u00fcngere Frau von sich aus zu erkl\u00e4ren, warum sie als Standleute sich besprochen haben statt am Kunden zu h\u00e4ngen. Der h\u00f6rte nur kurz zu, unterbrach und meinte dann zu der \u00e4lteren: \u201eDu sollst Abos verkaufen!\u201c Die entgegnete: \u201eIch habe heute schon viele Abos verkauft.\u201c Worauf er blaffte: \u201eNoch mehr Abos!\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wow, was hat denn den da gerade geritten? Die Dame hatte mich gut beraten, auch am PC, obwohl sie laut Namensschild auf ein Fach spezialisiert war, das mit meinem rein gar nix zu tun hatte. Sie schien mir sehr zugewandt, kompetent und erfahren. Und ihr Chef tat so, als ob ihr total entginge, was auf der Messe ihre Aufgabe w\u00e4re \u2013 die sie wahrscheinlich schon eifrig wahrgenommen hat, als er noch mit seinem Studium besch\u00e4ftigt war. Ins Auge gefallen ist mir bei der Szene noch, dass der Chef eine K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe hatte, die f\u00fcr einen Mann gut unter dem Durchschnitt liegt, die \u00e4ltere Frau lag knapp unter dem Mittelma\u00df f\u00fcr Frauen. Mir schoss es durch den Kopf: Leidet der etwa unter dem Napoleonkomplex? Zugegeben, die ganze Geschichte, die sich da zwischen den Akteuren abgespielt hatte, die kannte ich ja kaum. Wer wei\u00df, was da vorher alles schon gelaufen war.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aber wenn jemand so chefm\u00e4\u00dfig und selbstsicher daherkommt, dann merke ich immer auf. Der oder die wird von mir unwillk\u00fcrlich gecheckt. Ich m\u00f6chte dann sp\u00fcren und wissen: Dieser Wille Einfluss zu nehmen, zu gestalten, welcher Quelle entspringt der? Ist es tats\u00e4chlich ein reines W\u00fcnschen, K\u00f6nnen und Wirken? Und dazu noch vielleicht sogar in aller Demut, sprich er oder sie hat dabei die eigenen Grenzen gut im Blick!? Oder ist da noch was anderes im Spiel? Klaro, jeder erwischt hin und wieder mal einen schlechten Tag oder macht unbedacht eine Bemerkung, die er besser unterlassen h\u00e4tte. Und ebenfalls klar: Neben dem Zuckerbrot und Zuwendung muss ein Chef auch mit der Peitsche und Entzug umzugehen wissen. Wenn man l\u00e4nger und enger mit einem Menschen zu tun hat, dann kristallisiert sich schon heraus, ob da noch ma\u00dfgeblich anderes im Schwange ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bricht bei einem Ansager immer wieder die Regung durch, andere zu drangsalieren oder kleinkariert zu kontrollieren? Oder gar gegen Mitarbeiter oder Kunden zu intrigieren und ihnen Schaden zuzuf\u00fcgen? Sei es aus Arroganz, weil Chefmensch sich \u00fcberhebt und f\u00fcr etwas Besseres h\u00e4lt, weil er alles besser wei\u00df. Oder sei es aus Wut in Ohnmacht, weil Chefmensch versagt ist, seine Leute zu bewegen und zu motivieren, egal ob auf Ebene des Verstandes, der Gef\u00fchle oder des K\u00f6rpers. Oder ist die Lust am Wirken und Gestalten durch ein Gutteil von Missgunst begleitet? Wird also die gute Leistung von anderen \u00f6fter mal untergebuttert, verschwiegen oder gar schlechtgemacht? Oder freut sich Chefmensch, wenn einem Konkurrenten im Betrieb oder einem guten Mitarbeiter ein Fehler unterl\u00e4uft, eine gro\u00dfe Aufgabe misslingt? So frei nach dem Motto. Ha, das hab\u00b4 ich doch kommen sehen, wenn man mich gefragt h\u00e4tte, dann h\u00e4tt\u00b4 ich ja gewarnt und dergleichen Gerede mehr. Gebaren von Dominanz, angefressen von der Angst, es selbst kaum besser drauf zu haben. Wenn andere Erfolg haben, Missgunst als Ausfluss von Dominanz, entsprungen aus der Verzweiflung, vielleicht selber weniger Gl\u00fcck zum guten Gelingen zu kriegen, wenn es drauf ankommt. Tiefes Misstrauen gegen\u00fcber dem Leben als Quelle f\u00fcr Schadenfreude. Einfluss zeigen wollen, indem man Gefallen daran findet, wenn einer scheitert, der sonst recht erfolgreich ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em><sub>9\u00a0<\/sub><\/em><em>Und Paulus sah eine Erscheinung bei Nacht: Ein Mann aus Makedonien stand da und bat ihn: Komm her\u00fcber nach Makedonien und hilf uns! <sub>10\u00a0<\/sub>Als er aber die Erscheinung gesehen hatte, da suchten wir sogleich nach Makedonien zu reisen, gewiss, dass uns Gott dahin berufen hatte, ihnen das Evangelium zu predigen. <sub>11\u00a0<\/sub>Da fuhren wir von Troas ab und kamen geradewegs nach Samothrake, am n\u00e4chsten Tag nach Neapolis <sub>12\u00a0<\/sub>und von da nach Philippi, das ist eine Stadt des ersten Bezirks von Makedonien, eine r\u00f6mische Kolonie. Wir blieben aber einige Tage in dieser Stadt. <sub>13\u00a0<\/sub>Am Sabbattag gingen wir hinaus vor das Stadttor an den Fluss, wo wir dachten, dass man zu beten pflegte, und wir setzten uns und redeten mit den Frauen, die dort zusammenkamen. <sub>14\u00a0<\/sub>Und eine Frau mit Namen Lydia, eine Purpurh\u00e4ndlerin aus der Stadt Thyatira, eine Gottesf\u00fcrchtige, h\u00f6rte zu; der tat der Herr das Herz auf, sodass sie darauf achthatte, was von Paulus geredet wurde. <sub>15\u00a0<\/sub>Als sie aber mit ihrem Hause getauft war, bat sie uns und sprach: Wenn ihr anerkennt, dass ich an den Herrn glaube, so kommt in mein Haus und bleibt da. Und sie n\u00f6tigte uns.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gottes Geist nutzt Tr\u00e4ume, um seine Botschaft an den Menschen zu bringen. Wenn man den erz\u00e4hlten Traum bedenkt, wird klar, warum das hier besonders ist. Paulus erz\u00e4hlt von nur einem Akteur: ein ihm unbekannter Mann aus Makedonien, woran auch immer das im Traum f\u00fcr ihn zu erkennen war. Vielleicht an einer F\u00e4rbung in Sprache und Tonfall. Und der Unbekannte sagte nur einen Satz, n\u00e4mlich: Mache Dich auf nach Makedonien und hilf uns! Sehr einfach gestrickt, das Ganze. In anderen Tr\u00e4umen der Bibel passiert da mehr. Da kommt au\u00dfer dem blo\u00dfen W\u00fcnschen, Wollen und Wirken sollen eines Tr\u00e4umers mehr vor. Sei es, dass es mehr Akteure gibt, die in Gegnerschaft zueinander stehen statt in Gefolgschaft. Wie in Josefs Traum von seiner Getreidegarbe. Die streckt sich stramm und grad in den Himmel. Aber die Garben seiner Br\u00fcder erheben sich eine jede krumm und mit M\u00fche \u00fcber das Feld und neigen sich dabei stark in Richtung von Josefs Garbenpracht. Oder dass sich Ereignisse scheinbar gleich wiederholen, dann aber in eine komplett andere Richtung entwickeln im Vergleich zum ersten Geschehnis. Sieben K\u00fche entsteigen dem Nil, beim ersten Mal sehr fett, beim zweiten Mal die Tiere \u00e4u\u00dferst mager. Und dann fressen die mageren die fetten, ohne davon dicker zu werden. Im Traum des Paulus jedoch geht es ganz einfach zu. Der Wissenschaft sind solche sehr einfachen Tr\u00e4ume bekannt und viele Menschen d\u00fcrften damit schon zu tun gehabt haben. Solche Tr\u00e4ume geben n\u00e4mlich ein Ereignis wieder, das sich im K\u00f6rper des Tr\u00e4umers abspielt, ein Vorgang im inneren Leben des K\u00f6rpers. Wenn Mensch zum Beispiel tr\u00e4umt, dass er stetig im Fallen ist, ohne je abgesprungen zu sein oder auch nur irgendeine Landung in Aussicht zu kriegen \u2013 dann handelt sich darum, dass im Blutkreislauf etwas angepasst werden muss. Das ist medizinisch erforscht und gesichert. Wer \u00fcber f\u00fcnfundzwanzig, drei\u00dfig Jahre alt ist, bei dem bleiben diese Sturztr\u00e4ume im Normalfall aus. Da ist mit dem Kreislauf alles im Lot, ohne dass da etwas durch Auswachsen erst passend gemacht werden muss.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Traum stellt dem Paulus eine Art g\u00f6ttliche Vollmacht aus. Nach Mazedonien mit dem Boot zu \u00fcbersetzen, um dort helfend t\u00e4tig zu werden, das ist dann als ein Befehl und Ereignis zu betrachten, das im Innern des K\u00f6rpers von Paulus l\u00e4ngst ausgel\u00f6st ist. Und bei dem es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis das nach au\u00dfen tritt, bis der K\u00f6rper des Paulus diesem inneren Vorgang drau\u00dfen in der Welt entspricht. Da kommt nichts dazwischen, dieses Ereignis wird sich zwangsl\u00e4ufig genauso abspielen, ohne dass da noch irgendwas zu verhindern ist. So die Bedeutung des Traumes.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sich so einer Sache sicher zu sein, da tr\u00e4umt sich jeder und jede gern hinein, einerseits. Andererseits, so ein klares eindeutiges W\u00fcnschen, Wollen und Wirken, ohne jedes Wenn und Aber, das befremdet auch ein bisschen. Woran liegt das? Zum einen: Dominanz wird in unseren Breiten heute nur ungern offen gezeigt. Viele, die von unten zum Chef gew\u00e4hlt worden sind, aber auch solche, die von oben dazu ernannt, die machen das anders. Die tun so, als ob das mehr dem Lauf der Spielregeln zu verdanken ist als ihrem pers\u00f6nlichen W\u00fcnschen, Wollen, und Wirken. Wer da eher bescheiden ist, setzt schlie\u00dflich auch die Latte, an der er von seinen Mitarbeitern gemessen wird, weniger hoch. Zum anderen: Das liegt wie vorhin gesagt, an den Antennen, die wir Menschen ausfahren, wenn mensch so selbstsicher auftritt und kr\u00e4ftig offen mitmischt im Geschehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Paulus jedenfalls f\u00fchlt sich dank des Traums entschieden und hat zu sich gefunden. Liest man die Vorgeschichte zu diesem Traum und Entschluss, dann ist diese Einheit von Gottes Geist und dem Geist des Paulus erstaunlich. Kurz zuvor sah es bei Paulus mit seinem W\u00fcnschen, Wollen und Wirken aus einem Guss n\u00e4mlich noch v\u00f6llig anders aus.Paulus hatte f\u00fcr seine zweite Reise einen Plan im Sinn. Die K\u00fcste des Libanons hinter sich, gedachte er von Ost nach West im Bereich der ganzen t\u00fcrkischen S\u00fcdk\u00fcste entlang zu reisen; mittig hatte er einen Abstecher mehr ins Landesinnere vorgesehen. Dort wollte er die Gemeinden besuchen, die er auf seiner ersten Reise ins Leben gerufen hat, und er tat das auch, schaute dort nach dem rechten und baute sie weiter aus. Dann wollte er wieder Richtung S\u00fcdk\u00fcste, um in deren Bereich Richtung Westen zu reisen. Da war aber Gottes Geist vor und verwehrte ihm das Ansinnen. Details zum Wirken des Geistes werden in der Geschichte au\u00dfen vorgelassen. Wie dem auch sei, auf gehts jedenfalls, statt Richtung S\u00fcdk\u00fcste jedoch weiter n\u00f6rdlich ins Landesinnere, in die heutige Zentralt\u00fcrkei und dann von dort mittenmang durchs platte Land Richtung Westen, auf die Dardanellen zu, wo Mittelmer und Marmarameer einander treffen. Auch hier plante Paulus anders. Er erwog kurz vor dem Ziel, wieder Richtung Norden die Biege zu machen, um an die Schwarzmeerk\u00fcste zu marschieren. Und wieder packte ihn der Geist am Schlafittchen, zog ihm einen Strich durch die Rechnung und bedeutete ihm: Du bleibst mir mal sch\u00f6n hier auf dem Teppich und geraden Weg Richtung Dardanellen, mein Lieber.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Da sind sich der Geist von Paulus und der von Gott alles andere als einig gewesen. Gr\u00fcnde h\u00e4tte es mehr als genug gegeben, um Paulus bei der Mission Mazedonien zu befragen: nach Angst vor Versagen und ohnm\u00e4chtiger Wut. Oder nach Verzweiflung und blindem Tun auf gut Gl\u00fcck oder Pech. Bei so einer Vorgeschichte w\u00e4re es verst\u00e4ndlich gewesen, wenn der Begleiter Lukas mal aufgemuckt h\u00e4tte. Oder wenigstens nachgefragt h\u00e4tte, was den Paulus so selbstsicher in dieser Sache machte. Lukas folgte ihm quasi blind statt zu fragen: Ist die Mission Mazedonien, also die Fahrt in totales Neuland, vielleicht eine Schnapsidee? Die nur in einer Art totalem Bankrott enden kann? Oder sah er neben einem Ausflug a la Kamikaze auch die Chance auf einen Ritt \u00fcber den Bodensee, so nach Art der Husaren? Klappt ja manchmal, dass man so wider Erwarten einen Erfolg verbuchen kann, wenn man pl\u00f6tzlich vor dem Gegner auftaucht, der dar\u00fcber erschreckt und sich \u00fcberrumpeln l\u00e4sst. So \u00e4hnlich wie einzelne arme Schlucker oder mittellose Einwanderer aus Europa in die USA kamen und dort unversehens auf die Seite der Gewinner wechselten. Der Text schweigt dazu, falls Lukas um Paulus solche Gedanken w\u00e4lzte. Das Wort des Geistes hat Paulus zu dieser Zeit anscheinend so selbstsicher auftreten lassen, dass die Wirksamkeit seines W\u00fcnschens, Wollens und Tuns au\u00dfer Frage stand.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und schlie\u00dflich war die Mission Mazedonien gelungen, hat sich aus der \u00dcberfahrt eine gute Sache entwickelt. Paulus hat dort Zuh\u00f6rer gefunden, gesprochen und wirksam geredet. Er hat eine Frau \u00fcberzeugt, die \u00fcbrigens wie Paulus urspr\u00fcnglich fremd in Mazedonien war und \u00e4hnlich ihm von der K\u00fcste weiter \u00f6stlich gekommen. In der Fremde hat also ein Fremder eine ihm und vor Ort gleichfalls Fremde \u00fcberzeugt und gewonnen! Lydia, ihres Zeichens H\u00e4ndlerin f\u00fcr Purpur, die lie\u00df sich und die ihren taufen. Vielleicht war Paulus von ihr irritiert, denn im Traum hatte ihn jemand v\u00f6llig anderes angesprochen: ein Mann und Mazedonier, der hatte da ihn um Hilfe gebeten. Gelandet war er aber bei einer Frau statt einem Mann. Und die war statt einheimisch zu sein, wie er aus dem Osten nach Mazedonien gekommen, nur aus Lydien halt. Und auch das mit dem Helfen hat sich nur in einem sehr begrenzten Sinn als wahr erwiesen. Zum einen war Lydia wesentlich reicher als Paulus, was das anging, d\u00fcrfte das Helfen wohl eher anders rum gelaufen sein. Und wie Paulus war sie selbstsicher und hat allermeist sehr gut gewusst, was sie tat, statt auf den Kopf gefallen zu sein. Sie hatte ihren eigenen Kopf und debattierte mit Paulus, wenn sie es f\u00fcr richtig hielt. Wenn sich zwei Dominante treffen, dann wird es spannend. Wer wei\u00df, was in des Apostels Kopf vorging? Vielleicht hatte es ihn schwer besch\u00e4ftigt, dass der Erfolg zwar eingetroffen war, wenn sich auch die Vorzeichen im Traum damals jetzt recht anders zeigten. Jedenfalls zierte er sich gegen\u00fcber Lydia, als die ihn zu sich nach Hause einlud. Die wiederum erkannte, dass das sehr merk- und fragw\u00fcrdig von Paulus ist. Denn einerseits bezeichnete er Gottes Wirken in Jesus als gastfreundlich, und Gottes neue Leute als dessen neue Hausgenossen. Aber als Lydia dem Paulus anbot, f\u00fcr ein paar Tage in ihrem Haus Gast in Gottes Gastfreundschaft zu werden, schien er das kaum zu w\u00fcnschen. Lydia kam es wahrscheinlich fremdenfeindlich statt gastfreundlich vor, wenn sich der eher arme Paulus ihrer gro\u00dfz\u00fcgigen Einladung verweigerte. Als wollte er lieber allein Gott spielen und nur geben statt auch mal andere ran zu lassen. Schlie\u00dflich gibt es kaum ein besseres Bild f\u00fcr Gottes Gastfreundschaft und die Gleichheit seiner Leute als die Bekanntschaft dieser zwei: Wenn in der Fremde ein Fremder eine ihm und vor Ort gleichfalls Fremde \u00fcberzeugt und f\u00fcr Gott gewinnt! Und dabei beide geben und nehmen! Paulus gelang es schlie\u00dflich, \u00fcber seinen Schatten zu springen. Und sie n\u00f6tigte uns, schreibt Lukas. Er erkannte in Lydias Einladung doch noch Gottes Wort und Ansage wieder. Und stellte in der Folge seine Dominanz unter die ihre. Anderen ihr Recht zu geben, auch wenn es einem pers\u00f6nlich zuwider ist \u2013 laut Gottes Wort geh\u00f6rt das so, wenn Menschen selbstsicher und wirksam unter ihm leben. Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Markus Kreis OStR<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Neckarpromenade 17<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">D-68167 Mannheim<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">kreis@wvss-mannheim.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gottes Wort l\u00e4sst seine Verbreiter und Empf\u00e4nger die rechte Mitteilung finden | Sexagesim\u00e4 | 24.02.25 | Apg 16,9-15 | Markus Kreis | \u201eDu sollst Abos verkaufen!\u201c \u201eIch habe heute schon viele Abos verkauft.\u201c \u201eDann noch mehr!\u201c Vorfall bei der Didacta am Stand eines Verlags f\u00fcr Schulzeugs. 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