{"id":20828,"date":"2025-03-06T13:35:57","date_gmt":"2025-03-06T12:35:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=20828"},"modified":"2025-03-06T13:35:57","modified_gmt":"2025-03-06T12:35:57","slug":"hebraeer-4-14-16-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/hebraeer-4-14-16-5\/","title":{"rendered":"Hebr\u00e4er 4, 14-16"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Zur rechten Zeit | Invokavit | 09.03.2025 | Hebr 4, 14-16 | Ralf Reuter |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vielleicht kommt dieser Text zur rechten Zeit. Bricht hinein in unsere Gemeinden wie das zunehmende Licht nach einem dunklen Winter. Irgendwann reicht es mit dem Schimpfen und Klagen. Niemandem haben wir es wirklich recht machen k\u00f6nnen. Inzwischen meckern selbst unsere Treuen und Alten an allem herum. Erzieherinnen erz\u00e4hlen das aus ihrer Verbindung zu den Elternh\u00e4usern schon seit l\u00e4ngerem. Wir k\u00f6nnen das auch aus der Konfirmandenarbeit berichten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Als ich mich in einem meiner Kirchen pers\u00f6nlich bei der Gruppe, die den Tannenbaum schm\u00fcckte, bedankte, ging es nur um die zwei Kerzen, die nicht brannten. Gemeindebriefe werden danach durchgesehen, wo es irgendwelche Fehler gibt. Und Menschen, die l\u00e4ngst ausgetreten sind, berichten mit gro\u00dfen Worten von leeren Kirchen, und niemand widerspricht. Dabei haben wir in der letzten Zeit einen steigenden Besuch. Vielleicht, weil ein Gegengewicht gesucht wird, gegen den Verfall des mitmenschlichen Umgangs. Zumindest in der Botschaft von Jesus Christus wird dies immer noch vermutet, als Hoffnung.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Heute ist der erste Sonntag in der Passionszeit. Gott sei Dank! Da h\u00f6ren wir Worte aus dem Brief an die Hebr\u00e4er. Sie sind an eine Gemeinde gerichtet, die einmal lebendig war und nun zu verzagen droht. Wo der Glaube an Jesus Christus verblasst und andere Orientierungen aufkommen. Die Worte wollen tr\u00f6sten und die Menschen im Bekenntnis neu vergewissern. Wir brauchen so etwas nicht nur in der Kirche, sondern auch im gesellschaftlichen Umgang. Menschen kandidieren nicht mehr f\u00fcr Posten und Aufgaben. B\u00fcrgermeister treten zur\u00fcck, weil ihre Familien angegriffen werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das Klima ist rauher geworden. Negativer H\u00f6hepunkt ist wohl die \u00f6ffentliche Dem\u00fctigung des ukrainischen Pr\u00e4sidenten im Wei\u00dfen Haus gewesen. Wollen wir so miteinander umgehen? Gibt es eine R\u00fcckkehr zu Mitleid und Anteilnahme? Finden wir in der christlichen Gemeinde eine Vergewisserung im Glauben? Wo wir miteinander trauern k\u00f6nnen, ob weltweit oder bei Anschl\u00e4gen wie am Rosenmontag in Mannheim. Und ebenso miteinander \u00fcberlegen, wie wir helfen k\u00f6nnen, um Menschen st\u00e4rker zu besch\u00fctzen, bei uns und anderswo, einfach, weil sie Menschen sind.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im letzten Gottesdienst berichtete eine Frau in einer unserer Dorfkirchen aus ihrer aktiven Zeit und den vielen musikalischen Auff\u00fchrungen. So ganz nebenbei kam sie auf das damals neue Altarbild zu sprechen und beschreibt, wie sie auf diesen Jesus zugeht. Sie sieht die Dornenkrone und bleibt ruckartig stehen. Sie denkt, das soll nicht sein, das tut weh. Sie macht einen weiteren Schritt auf die Altarabbildung zu und atmet auf: Jesus hat beide Arme ausgebreitet. Sie sp\u00fcrt sofort seine N\u00e4he und denkt: Er will mich in die Arme nehmen und tr\u00f6sten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Sich tr\u00f6sten lassen, in die Arme nehmen, so m\u00fcsste es wieder werden. Mit der Orientierung an Jesus Christus, der mit uns f\u00fchlt, der mitleidet mit unseren Versuchen, das Leben in den Griff zu bekommen. Der auch bei uns ist, wenn wir b\u00f6se werden und gemein und ungerecht. Um uns aufzufangen, zu dr\u00fccken und wieder neu auf den Weg zu bringen. Von ihm redet der Predigttext, und nennt Jesus unseren Hohenpriester, der uns in unserer Schwachheit annimmt. \u00a0Zur rechten Zeit h\u00f6ren wir hier von Menschenfreundlichkeit und Anteil nehmen, vom \u201asich nicht verf\u00fchren lassen\u2018 von Macht, von Geld oder \u00e4u\u00dferem Glanz.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Man kann das Umkehr nennen. Christus neu ergreifen, weil er uns ergreift, weil wir Teilhabende sind an seinem Wirken, dies ist gemeint mit der Aufforderung: \u201eso lasst uns festhalten an dem Bekenntnis.\u201c (V.14) Der Predigttext fordert geradezu auf, freim\u00fctig an den Thron der Gnade zu treten, \u201eauf dass wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden und so Hilfe erfahren zur rechten Zeit.\u201c (V.16) Das ist ein klarer Gegenentwurf zu unserer Zeit. Doch in unseren Gemeinden sind wir gar nicht so weit davon entfernt. Noch immer feiern wir Gottesdienste mit allen Menschen, die zu uns kommen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Heute sind die \u00fcber 80J\u00e4hrigen zur Geburtstagsnachfeier eingeladen, und zugleich f\u00fchren wir unsere neue KiTa-Leiterin in ihr Amt ein und segnen sie. Dann ist der Kirchenchor aus freien St\u00fccken bei uns mit seiner Musikalit\u00e4t und eine Frau f\u00e4ngt heute bei uns an, um sich vorzubereiten auf ihr Wirken als Pastorin. All das aber h\u00e4ngt an Jesus Christus. Seine Strahlen sind es, die mit der M\u00e4rzsonne in unsere Kirche hineinbrechen. Sein Licht lasst uns mitnehmen und hinaustragen in die Welt!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">So gehen wir auf Ostern zu. Mit einem Ziel vor Augen. Teilhabe an Jesus Christus ist auch die Teilhabe an seiner Auferstehung. Von hier kommen die Strahlen, die schon jetzt den Weg ausleuchten. Ob wir ihn zuversichtlicher gehen? Mit Freundlichkeit im Herzen? Vielleicht sollten wir uns nicht zu viel vornehmen, sondern uns einfach nur mitnehmen. Mitnehmen zu Jesus Christus. So wie wir sind. Mit den Senioren und den Kindern. Dem Kirchenchor und den Verk\u00fcndigern. Bei uns laufen gerade Gespr\u00e4chsabende unter dem Motto: \u201eLuft holen!\u201c. Ihre Stationen sind: Fenster auf, Seufzen, Singen, Frischer Wind, Dicke Luft, Ruhe finden und Osterwunderluft. Das kann zum Weg werden in Kirche und Welt zur rechten Zeit.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pastor Ralf Reuter<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">G\u00f6ttingen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">E-Mail: <a href=\"mailto:Ralf.Reuter@evlka.de\">Ralf.Reuter@evlka.de<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ralf Reuter, Pastor der Ev.-luth. Weststadt- und Westd\u00f6rfer-Kirchengemeinden G\u00f6ttingen und Region G\u00f6ttingen-West und gelegentlich als Pastor f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte im Kloster Loccum<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur rechten Zeit | Invokavit | 09.03.2025 | Hebr 4, 14-16 | Ralf Reuter | Vielleicht kommt dieser Text zur rechten Zeit. Bricht hinein in unsere Gemeinden wie das zunehmende Licht nach einem dunklen Winter. Irgendwann reicht es mit dem Schimpfen und Klagen. Niemandem haben wir es wirklich recht machen k\u00f6nnen. 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