{"id":20859,"date":"1997-12-24T11:56:56","date_gmt":"1997-12-24T10:56:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=20859"},"modified":"2025-03-10T11:57:58","modified_gmt":"2025-03-10T10:57:58","slug":"johannes-114a","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/johannes-114a\/","title":{"rendered":"Johannes 1,14a"},"content":{"rendered":"<h3>Heiligabend | 24.12.1997 | Joh 1,14a | Christiane Neukirch |<\/h3>\n<p>Die Predigt ist bestimmt f\u00fcr den Weihnachtsgottesdienst f\u00fcr Kinder und Erwachsene am Nachmittag des 24.12. Daher ist sie k\u00fcrzer als eine Sonntagspredigt. Sie setzt ein traditionelles Krippenspiel voraus, in dem es zum Schlu\u00df hei\u00dft: &#8222;Weihnachten beginnt in unseren Herzen&#8220;. Predigttext ist Johannes 1,14a: &#8222;Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit.&#8220; M\u00f6glicherweise ist dieser Vers Teil eines urchristlichen Hymnus. So wird er als B\u00fcndelung einer Begegnung mit Jesus an das Ende der Predigt gestellt.<\/p>\n<p>Predigt<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde! Die Nacht ist still. Nur wenige wissen, was in dieser Nacht geschehen ist: Maria und Joseph; die Hirten und die Weisen. Nur die Hirten auf den Feldern bei ihren Herden haben die Engel gesehen und ihren Jubel geh\u00f6rt. Nur die Weisen aus dem Morgenland haben verstanden, was der Stern bedeutet, der so hell wie kein anderer \u00fcber Bethlehem strahlt. Sie knien nieder vor dem Kind in der Krippe und beten.<\/p>\n<p>Und was ist mit all den anderen Menschen &#8211; in Bethlehem und \u00fcberall? Wurde es f\u00fcr die nicht Weihnachten? Sie werden den Stern auch gesehen haben &#8211; welch ein gro\u00dfartiges Naturschauspiel! Und dann werden sie weiter ihr Abendbrot gegessen haben, und vielleicht haben auch manche \u00fcberlegt, ob es da nicht einen Zusammenhang geben k\u00f6nnte zwischen dem hellen Licht und den Worten des Propheten Jesaja, die wir geh\u00f6rt haben.<\/p>\n<p>Aber: Da\u00df Gott, der uns alle gemacht hat, da\u00df der in dem kleinen Jesuskind auf die Welt gekommen und ein Mensch geworden ist &#8211; verletzlich und sterblich wie wir &#8211; das haben sie nicht begriffen. Das ist ja auch schwer zu begreifen, oder?<\/p>\n<p>Im Johannesevangelium wird uns von Menschen erz\u00e4hlt, die Weihnachten ganz anders erlebt haben. Ich nenne es &#8222;ihr Weihnachten&#8220;. Von Menschen wird erz\u00e4hlt, denen der erwachsene Jesus begegnet ist; und in dieser Begegnung ist ihnen das Licht aufgegangen, und der Jubel der Engel hat sie erf\u00fcllt &#8211; so wie damals den Himmel \u00fcber Bethlehem, vielleicht sogar noch sch\u00f6ner.<\/p>\n<p>So war es f\u00fcr den Mann, der sich nicht bewegen konnte, der in einer der f\u00fcnf gro\u00dfen Hallen am Teich Betesda in Jerusalem lag, bis er endlich, nach 38 Jahren, wieder gesund wurde. Gut m\u00f6glich, da\u00df er als Kind so lustig und beweglich war wie ihr. Sicher hat sein Vater ihm immer wieder erz\u00e4hlt von der gro\u00dfen Hoffnung, da\u00df Gott den Messias schicken w\u00fcrde, der Israel aus aller Not erl\u00f6st. Gut m\u00f6glich, da\u00df er selber festes Vertrauen in Gott hatte. Da\u00df er dachte: Gott, der die Welt so sch\u00f6n gemacht hat, der mu\u00df sie doch von Anfang an liebgehabt haben und mich auch.<\/p>\n<p>Aber dann ist alles anders geworden. Eine Krankheit hat ihn erwischt. Schlie\u00dflich konnte er sich gar nicht mehr bewegen. Ein F\u00fcnkchen Hoffnung gab es noch. Weit weg von seinem Zuhause, in Jerusalem, war ein Teich mit dem Namen Betesda. Dieser Teich galt als besonderer Tip f\u00fcr Leute, denen die \u00c4rzte nicht helfen konnten. Von diesem Teich sagten die Leute n\u00e4mlich: Manchmal kommt ein Engel, der nicht zu sehen ist. Aber dieser Engel gibt dem Wasser heilende Kraft in dem Moment, in dem er das Wasser ber\u00fchrt. Dann bewegt sich die Wasseroberfl\u00e4che. Wer dann sofort in das Wasser steigt, der wird gesund.<\/p>\n<p>So hat also die Familie des Gel\u00e4hmten ihn dahin gebracht &#8211; aber: Wieviele Kranke waren da?! Die Familie konnte nicht bleiben. Wer w\u00fcrde ihm helfen, ins Wasser zu gelangen? Keiner! Er kam nie an die Reihe, immer waren andere vor ihm da.<\/p>\n<p>So ging das 38 Jahre lang &#8211; k\u00f6nnt ihr euch \u00fcberhaupt vorstellen, was f\u00fcr eine lange Zeit das ist? Wo war Gott? Hatte Gott ihn vergessen, oder hatte er eine schwere S\u00fcnde begangen, da\u00df es ihm so erging, oder warum lie\u00df Gott ihn da liegen? Er mu\u00df verzweifelt gewesen sein.<\/p>\n<p>Aber dann, eines Tages, geschieht es. Gott kommt. Vorn an der T\u00fcr zum Krankensaal ist pl\u00f6tzlich Gedr\u00e4nge. Frauen und M\u00e4nner sind zu sehen. In der Mitte ist Jesus. Sein Blick findet den Gel\u00e4hmten. Er geht direkt auf ihn zu. &#8222;Willst du gesund werden?&#8220; fragt er ihn. Der Mann kann nicht einfach &#8222;Ja&#8220; sagen. Er denkt, er mu\u00df erkl\u00e4ren, warum er da liegt. Und das tut er. Doch Jesus sagt: &#8222;Steh auf, nimm dein Bett und geh nach Hause&#8220; &#8211; kann das m\u00f6glich sein?<\/p>\n<p>Zweifellos: Der Mann f\u00fchlt: Er ist frei! Jesus ist nicht einer von vielen Heilern; er ist ein besonderer Mensch. Solche Kraft kann nur von Gott selber ausgehen! In Jesus ist Gott zu ihm gekommen, zu diesem Kranken, der nie zum Zuge kam; den die anderen links liegen lie\u00dfen; um den sich niemand k\u00fcmmerte. Endlich kann er sich aufrichten, durchatmen, nicht immer alles nur von unten sehen. Er wei\u00df: Gott ist ein Mensch geworden &#8211; dieser Mensch Jesus aus Nazareth.<\/p>\n<p>Ich bin sicher: Dem Geheilten wird es licht ums Herz, und es ist, als ob ihn der Jubel der himmlischen Heerscharen erf\u00fcllt. Das ist sein Weihnachten!<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde! Das ist auch eine Weihnachtsgeschichte &#8211; aber eine ganz andere &#8211; aus dem Johannesevangelium. Sie erz\u00e4hlt nicht, wie Jesus als Mensch zur Welt kam; sondern was das bedeutet: F\u00fcr uns ist Gott in Jesus ein Mensch geworden! Die Geschichte vom Kind in der Krippe und von dem Mann Jesus aus Nazareth, der uns Gottes menschliches Gesicht zeigt &#8211; sie geh\u00f6ren zusammen! &#8222;Weihnachten beginnt in unseren Herzen&#8220; hat die 2. Erz\u00e4hlerin am Schlu\u00df unseres Krippenspiels gesagt. Weihnachten beginnt, wo dir und mir das Licht aufgeht: Es ist wahr: Gott l\u00e4\u00dft uns nicht im Stich. In Jesus ist er gekommen, um uns aufzusp\u00fcren in unserer Verzweiflung, um uns zu helfen und aufzurichten.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnte sich die Freude dar\u00fcber besser ausdr\u00fccken als im Singen? Das uns mit allen verbindet, die jemals in diesen Jubel miteingestimmt haben?! So, wie wir heute von Jesus singen, so haben es die Menschen der ersten Christenheit auch getan. Eine Liedzeile von ihnen ist uns \u00fcberliefert. Sie besagt: Gott vergi\u00dft uns nicht. Er hat uns lieb, und das hat Hand und Fu\u00df &#8211; in Jesus Christus! In den Worten des Johannesevangeliums hei\u00dft das: &#8222;Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns. Und wir sahen seine Herrlichkeit.&#8220;<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche uns allen gesegnete Weihnachten! Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Christiane Neukirch, Pastorin in Geversdorf, Ellhornstr. 2, 21784 Geversdorf<\/p>\n<p>E-Mail: <a href=\"mailto:Johannes.Neukirch@t-online.de\">Johannes.Neukirch@t-online.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heiligabend | 24.12.1997 | Joh 1,14a | Christiane Neukirch | Die Predigt ist bestimmt f\u00fcr den Weihnachtsgottesdienst f\u00fcr Kinder und Erwachsene am Nachmittag des 24.12. Daher ist sie k\u00fcrzer als eine Sonntagspredigt. Sie setzt ein traditionelles Krippenspiel voraus, in dem es zum Schlu\u00df hei\u00dft: &#8222;Weihnachten beginnt in unseren Herzen&#8220;. 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