{"id":20974,"date":"1999-03-11T13:34:45","date_gmt":"1999-03-11T12:34:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=20974"},"modified":"2025-03-11T13:37:58","modified_gmt":"2025-03-11T12:37:58","slug":"johannes-655-65","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/johannes-655-65\/","title":{"rendered":"Johannes 6,55\u201365"},"content":{"rendered":"<h3>L\u00e4tare | 14. M\u00e4rz 1999 | Joh 6,55\u201365 | Karin Klement |<\/h3>\n<p>Vorbemerkung:\u00a0Zwei verschiedene Brotsorten\u00a0symbolisieren unsere irdische Existenz (hartes, trockenes Graubrot und weiches, frisches Wei\u00dfbrot); eine\u00a0Zeichnung\u00a0von Oskar Kokoschka zeigt den Gekreuzigten als ein Angebot f\u00fcr die Hungrigen.<\/p>\n<p>(51) Jesus sprach: Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brote i\u00dft, der wird leben in Ewigkeit. Und dieses Brot ist mein Fleisch, das ich geben werde f\u00fcr das Leben der Welt.<\/p>\n<p>(52) Da stritten die Juden untereinander und sagten: Wie kann der uns sein Fleisch zu essen geben?<\/p>\n<p>(53) Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohnes e\u00dft und sein Blut trinkt, so habt ihr kein Leben in euch. (54) Wer mein Fleisch i\u00dft und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am J\u00fcngsten Tage auferwecken.<\/p>\n<p>(55) Denn mein Fleisch ist die wahre Speise, und mein Blut ist der wahre Trank. (56) Wer mein Fleisch i\u00dft und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm. (57) Wie mich der lebendige Vater gesandt hat, und ich lebe um des Vaters willen, so wird auch, wer mich i\u00dft, leben um meinetwillen. (58) Dies ist das Brot, das vom Himmel gekommen ist. Es ist nicht wie bei den V\u00e4tern, die gegessen haben und gestorben sind. Wer dies Brot i\u00dft, der wird leben in Ewigkeit.<\/p>\n<p>(59) Das sagte er in der Synagoge, als er in Kapernaum lehrte.<\/p>\n<p>(60) Viele nun seiner J\u00fcnger, die das h\u00f6rten, sprachen: Das ist eine harte Rede; wer kann sie h\u00f6ren?<\/p>\n<p>(61) Da Jesus aber bei sich selbst merkte, da\u00df seine J\u00fcnger dar\u00fcber murrten, sprach er zu ihnen: \u00c4rgert euch das? (62) Wie, wenn ihr nun sehen werdet den Menschensohn auffahren dahin, wo er zuvor war?<\/p>\n<p>(63) Der Geist ist`s, der lebendig macht; das Fleisch ist nichts n\u00fctze. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, die sind Geist und sind Leben. (64) Aber es gibt einige unter euch, die glauben nicht.<\/p>\n<p>Denn Jesus wu\u00dfte von Anfang an, wer die waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten w\u00fcrde. (65) Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt: Niemand kann zum Vater kommen, es sei ihm denn vom Vater gegeben.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>eine harte Rede, knallharte Brocken mutet Jesus seinen Freunden und Freundinnen hier zu. Bis heute kann manche\/r sich daran \u00e4rgern oder die Z\u00e4hne ausbei\u00dfen! Die Rede ist vom &#8222;Himmelsbrot&#8220;, &#8222;Brot des Lebens&#8220;, das in Christus laib(!)haftig Fleisch und Blut geworden ist. Und diesen fleischlichen &#8222;Brot-Laib&#8220; sollen wir uns zu Gem\u00fcte f\u00fchren.\u00a0<strong>&#8222;Wer mein Fleisch\u00a0i\u00dft, und mein Blut\u00a0trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm.&#8220;<\/strong>\u00a0\u2013 kein Wunder, da\u00df zivilisierte Menschen zumindest innerlich auf Distanz gehen. So realit\u00e4tsnah und &#8222;hausbacken&#8220; gehen wir normalerweise weder miteinander noch mit unserer irdischer Leiblichkeit um. Das braucht Gew\u00f6hnung. Andererseits erfrischt Jesu unverbl\u00fcmt direkte, erdverwachsene Rede und steht im wohltuenden Gegensatz zu manch anderen &#8222;irdischen&#8220; Reden, die &#8222;weder Fisch noch Fleisch&#8220; sind. Jenes Essen und Trinken, von dem Jesus spricht, h\u00e4lt uns buchst\u00e4blich Leib und Seele zusammen. Wenn wir den Auferstandenen so unvermittelt in uns aufnehmen k\u00f6nnen, st\u00e4rkt er uns an K\u00f6rper, Geist und Seele. Christus bietet sich selber an als &#8222;Himmelsbrot&#8220; f\u00fcr die Ewigkeit und als Lebens-Mittel, von dem sich jeder Mensch allt\u00e4glich n\u00e4hren kann.<\/p>\n<p>Wenn mir ein Bild zur Erkl\u00e4rung eines Sachverhaltes angeboten wird, bin ich versucht, dieses Bild ganz realistisch zu nehmen und auf sein Einleuchtbarkeit hin zu pr\u00fcfen. Das &#8222;Brot des Lebens&#8220; will mich auf den Geschmack bringen, damit ich immer wieder davon esse und satt werden kann. Damit mein Lebenshunger, mein Durst nach Lebenssinn \u2013 wie bei einem Baby an der Mutterbrust &#8211; gestillt werden kann. Aber h\u00e4lt dieses unsichtbare, nicht handgreifliche &#8222;Brot&#8220;, was es verspricht?<\/p>\n<p>Zwei Sorten Brot halten Sie in Ihren H\u00e4nden, liebe Gemeinde. Das eine weiche, duftende Brot habe ich heute fr\u00fch frisch aufgebacken. Das andere stammt zwar von demselben Teig. Doch lagert es seit Tagen an der Luft und ist inzwischen trocken und fast steinhart geworden. An diesem brechen wir uns fast die Z\u00e4hne aus, k\u00f6nnen bestenfalls nach etwas Einweichzeit vorsichtig und lange darauf herumkauen. Am Ende liegt es uns doch schwer im Magen. Das andere hingegen schmeckt gut, s\u00e4ttigt angenehm und befriedigt unseren Hunger. Wenn wir es herunterschlucken, l\u00f6st es sich in uns auf, erzeugt Gesundheit, Leben und St\u00e4rke in unserem K\u00f6rper und Wohlbefinden in unserer Seele. Zwei Seiten urspr\u00fcnglich ein- und desselben Brotes! Brot wie Leben! Dieses Brot kann unsere irdische Existenz sinnbildlich darstellen: Wir genie\u00dfen die guten, angenehm-weichen und schmackhaften Seiten des Lebens und m\u00fcssen auf den harten Kanten fest und lange herumbei\u00dfen, bis wir das schlucken k\u00f6nnen, was uns vorgegeben ist.<\/p>\n<p>Zwei Seiten urspr\u00fcnglich ein- und desselben Lebens: Eine junge Mutter, h\u00f6chstaktiv, quirlig und bei vielen Mitmenschen beliebt, wird unvermittelt von einer Krebserkrankung bedroht. Mit aller H\u00e4rte brechen Gedanken an Sterben und Tod \u00fcber sie herein. Sie gibt diesen Gedanken Raum, l\u00e4\u00dft \u00c4ngste und Sorgen zu. Sie &#8222;kaut&#8220; an ihnen herum, obwohl deren Geschmack bitter ist, und das Hinunterschlucken schwerf\u00e4llt. Sie nimmt die ihr angebotene Speise an, verweigert sich nicht. Sie zerbei\u00dft den Schmerz, zermalmt zwischen ihren Z\u00e4hnen die Trauer. Und lacht uns aus: &#8222;Ich la\u00df mir davon doch nicht den Geschmack am Leben verderben!&#8220;<\/p>\n<p>Eine andere Frau hat lange Zeit an ihrem Schmerz zu knabbern gehabt. Sie hat die harten Seiten des Lebens kennengelernt: den unbegreiflichen Selbstmord der Tochter und wenige Jahre danach den langwierigen Krebstod ihres Ehemannes. Soviel gr\u00f6\u00dferes Leid als sie meinte, je ertragen zu k\u00f6nnen! Lebens-Brot wie Stein, das schwer auf Leib und Seele dr\u00fcckt. Wieviel Leid kann ein Mensch erdulden, ohne fast daran zu ersticken? Wie oft glaubt ein Mensch, er m\u00fcsse immer die Z\u00e4hne zusammenbei\u00dfen, bevor ihm bewu\u00dft wird, da\u00df damit manchmal alles Schwerverdauliche doch eher im Halse steckenbleibt? Nun ist das Trauerjahr vor\u00fcber. Was ihren Mund bisher verschlossen hatte, wird langsam weich, l\u00e4\u00dft sich in Worte fassen, ausspucken. Ihre Lebenslast wird dadurch leichter; Geist und Seele werden frei, Neues zu probieren, Gutes wieder neu zu erschmecken. Nach vielen salzigen Tr\u00e4nen der Bitternis kostet sie \u2013 vorsichtig und zaghaft noch, aber mutig immerhin \u2013 auch einmal von den s\u00fc\u00dfen Seiten des Lebens. Sogar das hartgewordene &#8222;Brot des Glaubens&#8220; l\u00e4\u00dft sich wieder &#8222;besser bei\u00dfen&#8220; und bekommt \u2013 Geschmack. Ihre schmerzlichen Erfahrungen m\u00f6chte sie nun in ihr Leben einbeziehen, um anderen beizustehen. Wovon sie sich ern\u00e4hrte, als ihr sonst nichts mehr schmecken wollte, was sie am Leben erhielt mitten in der Finsternis von Trauer und Schmerz, das m\u00f6chte sie mit anderen teilen, ihnen mit-teilen. Sie bietet ihre Hilfe an, will kranke, einsame, trosthungrige Mitmenschen besuchen. Mit gro\u00dfer Aufmerksamkeit h\u00f6rt sie ihnen zu; erz\u00e4hlt aus eigenen Erfahrungen vorsichtig und behutsam, &#8222;h\u00e4ppchenweise&#8220; von dem, was ihr selber Hilfe gab. Sie teilt das Brot ihres Lebens mit anderen Hungrigen, und alle werden davon satt. So wird sie selbst zum Brot f\u00fcr andere, Brot, das dem Leben dient. Sie folgt darin Jesus nach, der von sich selber sagt: Ich bin das Brot des Lebens, wer von diesem Brote i\u00dft, wird leben in Ewigkeit!<\/p>\n<p>Das Bild des &#8222;laib&#8220;-haftigen Lebensbrotes leuchtet mir ein. So wie das Brot entsteht, spiegelt sich darin etwas wieder von unserer menschlichen Existenz zwischen leidvollen und gl\u00fccklichen Erfahrungen: Getreide wird gem\u00e4ht, gedroschen und zermahlen, das Mehl vermengt mit Wasser, gebacken in der hei\u00dfen Glut des Ofens und am Ende als Brot gegessen, um Leben zu st\u00e4rken und zu n\u00e4hren.<\/p>\n<p>So, wie das Brot nicht von Anfang an &#8222;fertig&#8220; gewesen ist, sondern sich \u00fcber Stufen entwickelt hat, m\u00fcssen auch wir Menschen von einer Lebensphase in die andere hineinwachsen und an schwierigen Situationen reifen k\u00f6nnen. Wir bleiben nicht wie unentwickelte Keime in der Erde liegen; unser Leben selbst ist ein dauernder Verwandlungsproze\u00df mit schmerzhaften, aber auch heilsamen Krisen. Und Jesus Christus ist jenes Urbild eines heilsam sich wandelnden Lebens. Ein &#8222;Weizenkorn&#8220;, das in die Erde f\u00e4llt und erstirbt, damit neues, vielfaches Leben aus ihm wachsen kann.<\/p>\n<p>Symbolisch, augen- und sinnf\u00e4llig nehmen wir dieses Lebensbrot in uns auf, wenn wir\u00a0Abendmahl\u00a0miteinander feiern. Im Brot wird Christi Leib gebrochen und verteilt, im Rebensaft wird mit Christi Blut Schuld abgewaschen und neuer &#8222;Lebenssaft&#8220; weitergereicht. Menschen treten hervor, halten ihre Hand offen, empfangen Brot und Wein. Sie leben &#8222;von der Hand in den Mund&#8220; und glauben zeichenhaft mit Hand und Fu\u00df.<\/p>\n<p>Im Abendmahl leben wir ganz offensichtlich auf Kosten eines anderen, der sich selbst opfert, damit wir uns von ihm &#8222;ern\u00e4hren&#8220; k\u00f6nnen. Dieses Zeichen \u2013 Lebensbrot f\u00fcreinander sein \u2013 gilt auch f\u00fcr unseren Alltag. Sogar dann, wenn wir f\u00fcr uns und unsere Familien die Br\u00f6tchen selbst verdienen, leben wir doch immer zugleich auf Kosten anderer: Jener, die uns gro\u00dfgezogen, und jener, die uns unsere Rente erarbeiten. Wir werden f\u00fcreinander zum Lebensbrot \u2013 \u00fcberall dort, wo wir in Beziehung zueinander treten (und wo tun wir das nicht?!), vor allem aber dort, wo wir N\u00e4chstenliebe \u00fcben.<\/p>\n<p>Das\u00a0sterbende Weizenkorn\u00a0ist Bild und Gleichnis des Menschen, jedoch kein tragisches Bild, vielmehr ein h\u00f6chst sinnvolles. Es sagt: Niemand lebt f\u00fcr sich selber, und niemand stirbt f\u00fcr sich selber. Es deutet auf den Menschen- und Gottessohn Jesus von Nazareth hin, der nicht f\u00fcr sich selbst gelebt hat und nicht f\u00fcr sich selbst gestorben ist. Das Johannesevangelium nennt ihn Brot des Lebens, weil es wei\u00df, da\u00df in ihm das Geheimnis des Lebens f\u00fcr uns (buchst\u00e4blich) be-greifbar wird: Da\u00df Leben und Brot gebrochen, Leben und Blut vergossen werden mu\u00df, um Speise zu sein f\u00fcr neues Leben, um selber so ein neuer Mensch zu werden.<\/p>\n<p>Handfeste Nahrung in Form von Kalorien, Mineralien, Vitaminen etc. braucht unser K\u00f6rper, um zu funktionieren. Gehaltvolle geistliche Nahrung braucht aber auch unsere Seele, unser Glaube; damit weder das eine, noch das andere verk\u00fcmmert. K\u00f6nnen wir nicht leben von Worten allein, k\u00f6nnen wir es andererseits auch nicht ohne sie. Nicht ohne das K\u00f6rnchen Hoffnung, nicht ohne den Trank der Liebe, nicht ohne das Brot des Glaubens. Unsere Seele, unser Geist m\u00fc\u00dften sonst schier verhungern.<\/p>\n<p>Ich erinnere eine\u00a0Zeichnung von Oskar Kokoschka. Mit knappen Strichen wird das Wesentliche nur angedeutet: Der Gekreuzigte beugt sich tief und hingebungsvoll herab zu einer Handvoll Kinder, die ihr Angesicht sehns\u00fcchtig nach oben recken. Sein rechter Arm hat sich vom Balkenkreuz gel\u00f6st. Seine Handfl\u00e4che scheint den Mund eines Kindes zu ber\u00fchren. Auf dem Balkenkreuz steht geschrieben: &#8222;IN MEMORY of the CHILDREN of EUROPE \u2013 WHO HAVE to DIE of COLD and HUNGER this Xmas&#8220;. Christus reicht den Hungernden seine Hand, bietet sich selbst dar. Im ersten Nachkriegs-Winter 1945\/46 starben unz\u00e4hlige Menschen, vor allem Kinder, an den Folgen von Hunger und K\u00e4lte. Kokoschkas Bild veranschaulicht, da\u00df Gottessohn beides ist: Ein Lebensmittel f\u00fcr unseren Geist, unsere Seele, und auch buchst\u00e4blich ein lebensnotwendige Nahrung, ein Brot gegen den Hunger in der Welt, ein Brot, das zum Leben verhilft.\u00a0<strong>Wer von meinem Fleisch i\u00dft, wird leben in Ewigkeit!<\/strong><\/p>\n<p>Wer soviel Hunger versp\u00fcrt, soviel Sehnsucht, wie jene Kinder unter diesem Kreuz, der kann verstehen, was Jesu Worte bedeuten. Sie sind ein wunderbares, \u00fcberw\u00e4ltigendes Angebot f\u00fcr unser menschliches Leben \u2013 hier und heute und dar\u00fcber hinaus auch in der Ewigkeit! Sie sind zugleich eine Erinnerung daran, da\u00df wir selbst Fleisch und Brot sein k\u00f6nnen f\u00fcr alle, die mit uns diese Erde bewohnen.<\/p>\n<p>Vielleicht braucht es nur ein wenig Hunger, damit wir wieder auf Seinen Geschmack kommen. Helfe uns Gott, da\u00df wir dankbar von ihm annehmen, was er in Fleisch und Blut ausges\u00e4t hat und uns schenkt: Jesus Christus \u2013 BROT DES LEBENS f\u00fcr Leib und Seele!<\/p>\n<p>AMEN<\/p>\n<hr \/>\n<p>BEMERKUNGEN:<\/p>\n<p>Nach so vielen &#8222;leicht-verdaulichen&#8220;, beschwingt-anregenden und wohlvertrauten Predigttexten der Dritten Reihe (z.B. Adam und Eva), nun solch ein widerstrebender, spr\u00f6der und sperriger Text!! Eine wahrhaft &#8222;harte Rede&#8220;! Viel Theologie in dogmatisch anmutenden S\u00e4tzen und keinerlei Erz\u00e4hlung.<\/p>\n<p>Verschiedene Themen klingen an:<\/p>\n<ul>\n<li>Abendmahl (sehr materialistisch: das TABU Kannibalismus),<\/li>\n<li>Jesus bietet sich als Opfer an,<\/li>\n<li>Inkarnation (Gott kommt in unser Fleisch!),<\/li>\n<li>Himmelsbrot und Manna,<\/li>\n<li>J\u00fcnger-Unverst\u00e4ndnis\/\u00c4rger \u2013 aber Jesus durchblickt wieder alles,<\/li>\n<li>Himmelfahrt und Pr\u00e4existenz des Menschensohnes,<\/li>\n<li>Geist contra Fleisch (manducatio spiritualis),<\/li>\n<li>Unglauben und Verrat gegen\u00fcber Christus.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Wie l\u00e4\u00dft sich dies alles umsetzen, \u00fcbertragen, f\u00fcr die H\u00f6rerInnen verst\u00e4ndlicher machen? Schon beim Anh\u00f6ren dieses Textes entsteht eine innere Distanz \u2013 wie l\u00e4\u00dft sich diese Abwehr \u00fcberwinden oder zumindest in einen inneren Dialog miteinbeziehen? Wie kommen wir miteinander auf den Geschmack von Lebensbrot und geistlicher Nahrung?<\/em><\/p>\n<p>Einige Assoziationen zum problematischen Thema &#8222;Kannibalismus&#8220;: Jemanden\/etwas mit Haut und Haaren verschlingen; zum Fressen gern haben; verinnerlichen; in sich aufnehmen; runterschlucken; zerbei\u00dfen; auf etwas herumkauen; schwer im Magen liegen; Lebenshunger; lieber trocken Brot oder fettes Fleisch.<\/p>\n<p>Nach einigen Tagen innerer Auseinandersetzung mit meinen Abwehrgef\u00fchlen gegen\u00fcber diesem Text w\u00e4chst langsam eine Idee: W\u00e4hrend sonst manche Texte weder &#8222;Fisch noch Fleisch&#8220; sind, habe ich hier eine sehr handfeste Rede. Harte Brocken, die ich nicht zerkauen, aber an ihnen herumknabbern kann \u2013 bis ich vielleicht etwas schmecke! Tenor des Textes ist f\u00fcr mich: Inkarnation (Fleisch!!-Werdung) Gottes in der menschlichen Gestalt Jesu \u2013 himmlisches Lebensbrot und irdisches Graubrot verbinden sich, damit wir davon leben k\u00f6nnen hier und heute \u2013 und in der Ewigkeit!<\/p>\n<p>Pastorin Karin Klement<\/p>\n<p>Lange Stra\u00dfe 42<\/p>\n<p>37077 G\u00f6ttingen (Kirchengemeinden Roringen und Herberhausen)<\/p>\n<p>Tel. 05 51\/2 15 66<\/p>\n<p>e-mail:\u00a0<a href=\"mailto:kklement@mpc186.mpibpc.gwdg.de\">kklement@mpc186.mpibpc.gwdg.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>L\u00e4tare | 14. M\u00e4rz 1999 | Joh 6,55\u201365 | Karin Klement | Vorbemerkung:\u00a0Zwei verschiedene Brotsorten\u00a0symbolisieren unsere irdische Existenz (hartes, trockenes Graubrot und weiches, frisches Wei\u00dfbrot); eine\u00a0Zeichnung\u00a0von Oskar Kokoschka zeigt den Gekreuzigten als ein Angebot f\u00fcr die Hungrigen. (51) Jesus sprach: Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. 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