{"id":20980,"date":"1999-03-11T13:47:20","date_gmt":"1999-03-11T12:47:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=20980"},"modified":"2025-03-11T13:47:47","modified_gmt":"2025-03-11T12:47:47","slug":"hebraeer-414-16-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/hebraeer-414-16-3\/","title":{"rendered":"Hebr\u00e4er 4,14-16"},"content":{"rendered":"<h3>Invokavit | 1.3.1998 | Hebr 4,14-16 | Johannes Neukirch |<\/h3>\n<p>Predigttext<\/p>\n<p>&#8222;Weil wir einen gro\u00dfen Hohenpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der die Himmel durchschritten hat, so la\u00dft uns festhalten an dem Bekenntnis. Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht k\u00f6nnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne S\u00fcnde. Darum la\u00dft uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe n\u00f6tig haben.&#8220;<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>es lohnt sich! Das ist eine der Botschaften unserer Zeit &#8211; es lohnt sich! St\u00e4ndig werden wir von Versprechungen der Art umworben: Es lohnt sich, dies oder das zu kaufen, es lohnt sich, bei uns mitzumachen, es lohnt sich, mich zu w\u00e4hlen. Bei uns bekommst du etwas f\u00fcr dein Geld, f\u00fcr deine Mitarbeit, f\u00fcr dein Engagement, f\u00fcr das Kreuzchen auf dem Wahlzettel an der richtigen Stelle. Kaum jemand r\u00fchrt auch nur den kleinen Finger, wenn es sich nicht in irgendeiner Weise lohnt<\/p>\n<p>Auch unser Text umwirbt uns: La\u00dft uns festhalten an dem Bekenntnis, so fordert er uns auf, weil wir dadurch einen gro\u00dfen Hohenpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der die Himmel durchschritten hat. Das kann man auch so abk\u00fcrzen: La\u00dft uns festhalten an dem Bekenntnis, weil es sich lohnt.<\/p>\n<p>Nun, das ist in der Tat eine verhei\u00dfungsvolle Perspektive, die sich hier auftut, wenn man am Bekenntnis zu Jesus Christus festh\u00e4lt: Ein Hoher Priester, das ist einer der oberen Priester, einer der Chefs, in damaligen Zeiten oft sogar gleichzeitig der K\u00f6nig. Und es ist immer sehr gut, wenn man Beziehungen zu den allerh\u00f6chsten Stellen hat.<\/p>\n<p>Die Aufgabe eines Hohenpriesters bestand darin, zwischen Gott und den Menschen zu vermitteln. Das taten sie durch Gebete und durch Opfer. Nur sie hatten Zugang zum Innersten des Tempels, zu dem Ort, an dem Gott selbst pr\u00e4sent war, zum Allerheiligsten. Jesus ist nun, wie es hier hei\u00dft, ein gro\u00dfer Hoherpriester, also noch eine Stufe mehr: &#8222;Denn Christus ist nicht eingegangen in das Heiligtum, das mit H\u00e4nden gemacht und nur ein Abbild des wahren Heiligtums ist, sondern in den Himmel selbst&#8220;, so beschreibt der Hebr\u00e4erbrief seinen Rang; Jesus sozusagen als himmlischer Hoherpriester. Er opfert nicht, wie die irdischen Priester, Tiere, um Gott zu vers\u00f6hnen, denn, so hei\u00dft es weiter: &#8222;Er ist auch nicht durch das Blut von B\u00f6cken oder K\u00e4lbern, sondern durch sein eigenes Blut ein f\u00fcr allemal in das Heiligtum eingegangen und hat eine ewige Erl\u00f6sung erworben.&#8220;<\/p>\n<p>Es d\u00fcrfte sich also wohl lohnen, sich an diesen gro\u00dfen, himmlischen Hohenpriester zu halten. Er hat Gott ein f\u00fcr alle mal vers\u00f6hnt und dabei f\u00fcr die Menschen ewige Erl\u00f6sung erworben. Er hat die Schl\u00fcssel zum ewigen Leben in seiner Hand.<\/p>\n<p>Wenn sich das so offensichtlich lohnt, warum dann der Aufruf: La\u00dft uns festhalten an dem Bekenntnis &#8211; als ob jemand auf die Idee k\u00e4me, davon abzulassen! Warum ist denn der ganze Hebr\u00e4erbrief durchsetzt von Mahnungen und Warnungen, die an eine m\u00fcde und mutlos gewordene Gemeinde gerichtet sind? &#8211; &#8222;Darum sollen wir desto mehr achten auf das Wort, das wir h\u00f6ren, damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben&#8220; lautet eine dieser Mahnungen. Ein Psalmwort wird zitiert: &#8222;Heute, wenn ihr seine Stimme h\u00f6ren werdet, so verstockt eure Herzen nicht&#8230;&#8220; und: &#8222;Seht zu, liebe Br\u00fcder, da\u00df keiner unter euch ein b\u00f6ses, ungl\u00e4ubiges Herz habe, das abf\u00e4llt von dem lebendigen Gott.&#8220; und so geht es weiter.<\/p>\n<p>Wenn die Gemeinde von diesem tollen gro\u00dfen Hohenpriester wu\u00dfte, und sie wu\u00dfte davon &#8211; warum diese Mahnungen und teilweise heftige Warnungen? Eigentlich h\u00e4tten sie sich doch voller Begeisterung zu diesem m\u00e4chtigen Sohn Gottes halten und ihren Glauben bekennen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Ist da vielleicht irgendetwas mit diesem Hohenpriester nicht in Ordnung, oder gibt es Probleme mit dem Bekenntnis zu ihm, das ja genau unser Bekenntnis ist? Was geschieht, wenn wir bekennen, da\u00df wir an Jesus Christus, den Sohn Gottes glauben, an den, der f\u00fcr uns gestorben und am dritten Tag auferstanden ist &#8211; und der uns dadurch die Erl\u00f6sung vom Tod erworben hat?<\/p>\n<p>Nun, in gewisser Weise gehen wir dabei tats\u00e4chlich ein hohes Risiko ein:<\/p>\n<p>Wenn uns jemand sagt: Es lohnt sich, dies oder das zu kaufen, dies oder das zu tun! &#8211; dann k\u00f6nnen wir uns darauf einlassen und in Ruhe abwarten, was passiert. F\u00fcr uns selbst entscheiden wir dann irgendwann: Es hat sich gelohnt, oder auch nicht. Dann geht man vielleicht ein zweites mal auf das Angebot ein oder l\u00e4\u00dft es in Zukunft bleiben. Und die Urteile dar\u00fcber, ob sich etwas lohnt oder nicht, k\u00f6nnen ganz unterschiedlich ausfallen &#8211; je nachdem, ob ich die Aktien gekauft habe, deren Kurs steigt oder die, deren Kurs f\u00e4llt, je nachdem, ob man von seinem Tun etwas gehabt hat oder nicht.<\/p>\n<p>Wenn wir dagegen, wie es hier hei\u00dft: &#8222;am Bekenntnis festhalten&#8220;, wenn wir uns auf den gro\u00dfen Hohenpriester Jesus, den Sohn Gottes, der die Himmel durchschritten hat, einlassen, dann k\u00f6nnen wir nicht mehr abwarten, was passiert &#8211; ob es sich f\u00fcr uns lohnt oder nicht.<\/p>\n<p>Bei den normalen Hohenpriestern, die die Leute damals vor Augen hatten, da war das noch so. Man konnte zu ihnen hingehen, im Tempel beten, Opfertiere kaufen und opfern lassen und abwarten, ob die Opfer etwas bewirken oder nicht. Man konnte sozusagen zuschauen, ob denn die Vermittlung zwischen Gott und den Menschen durch das Priesteramt funktioniert oder nicht.<\/p>\n<p>Beim Sohn Gottes, dem gro\u00dfen Hohenpriester, der nicht am steinernen Tempel wirkt, haben wir es aber nicht mit Mittelsm\u00e4nnern, sondern mit Gott selbst zu tun. Wir probieren nichts aus, wir sehen nicht von au\u00dfen zu, wir beauftragen niemanden, f\u00fcr uns ein Opfer zu bringen, um Gott gn\u00e4dig zu stimmen, wir schicken niemanden ins Allerheiligste, um f\u00fcr uns ein paar Gebete zu sprechen. Wir selbst stehen dann dort, im Allerheiligsten, mit allem, was wir f\u00fchlen, denken, glauben, hoffen und lieben. Nichts trennt uns mehr von Gott, wir werden in der Tiefe unserer Existenz von ihm ber\u00fchrt, durch seinen Geist neu geboren.<\/p>\n<p>Kann man das \u00fcberhaupt aushalten, im Allerheiligsten zu stehen, Gott selbst gegen\u00fcber, der in unsere Herzen sieht und uns in der Tiefe unseres Wesens erkennt? Unser Text sagt: Es geht, weil er uns in seinem Sohn entgegenkommt: &#8222;Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht k\u00f6nnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne S\u00fcnde. Darum la\u00dft uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe n\u00f6tig haben.&#8220;<\/p>\n<p>Lohnt es sich, am Bekenntnis festzuhalten? Man mu\u00df nur das Risiko kennen, das zugleich der Lohn ist, den wir seit unserer Taufe mit uns herumtragen: Der alte Adam wird ers\u00e4uft und ein neuer Mensch geboren. Nichts bleibt beim alten.<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Dr. Johannes Neukirch, Geversdorf<\/p>\n<p>E-Mail: <a href=\"mailto:Johannes.Neukirch@t-online.de\">Johannes.Neukirch@t-online.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Invokavit | 1.3.1998 | Hebr 4,14-16 | Johannes Neukirch | Predigttext &#8222;Weil wir einen gro\u00dfen Hohenpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der die Himmel durchschritten hat, so la\u00dft uns festhalten an dem Bekenntnis. 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