{"id":21026,"date":"1998-02-12T20:04:15","date_gmt":"1998-02-12T19:04:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21026"},"modified":"2025-03-12T20:06:59","modified_gmt":"2025-03-12T19:06:59","slug":"1-korinther-131-13-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/1-korinther-131-13-3\/","title":{"rendered":"1. Korinther 13,1-13"},"content":{"rendered":"<h3>Estomihi |\u00a022.2.1998 | 1. Kor 13,1-13 |\u00a0Stefan Knobloch |<\/h3>\n<p>&#8222;Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und h\u00e4tte die Liebe nicht, so w\u00e4re ich ein t\u00f6nendes Erz oder eine klingende Schelle.<\/p>\n<p>Und wenn ich prophetisch reden k\u00f6nnte und w\u00fc\u00dfte alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und h\u00e4tte allen Glauben, so da\u00df ich Berge versetzen k\u00f6nnte, und h\u00e4tte die Liebe nicht, so w\u00e4re ich nichts.<\/p>\n<p>Und wenn ich alle meine Habe den Armen g\u00e4be und lie\u00dfe meinen Leib verbrennen und h\u00e4tte die Liebe nicht, so w\u00e4re mir&#8217;s nichts n\u00fctze.<\/p>\n<p>Die Liebe ist langm\u00fctig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bl\u00e4ht sich nicht auf, sie verh\u00e4lt sich nicht ungeh\u00f6rig, sie sucht nicht das Ihre, sie l\u00e4\u00dft sich nicht erbittern, sie rechnet das B\u00f6se nicht zu, sie freut sich nicht \u00fcber die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie ertr\u00e4gt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.<\/p>\n<p>Die Liebe h\u00f6rt niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufh\u00f6ren wird und das Zungenreden aufh\u00f6ren wird und die Erkenntnis aufh\u00f6ren wird. Denn unser Wissen ist St\u00fcckwerk, und unser prophetisches Reden ist St\u00fcckwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das St\u00fcckwerk aufh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich st\u00fcckweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.<\/p>\n<p>Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die gr\u00f6\u00dfte unter ihnen.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Durch den Spiegel der Liebe &#8230; tiefer sehen&#8220;<\/p>\n<p>Paulus hatte wohl einen besonders guten Tag. Er hatte &#8211; nehme ich an &#8211; gut geschlafen, hatte gut gefr\u00fchst\u00fcckt und war voller Energie und Elan: &#8222;Heute setze ich meinen Brief an die Korinther fort, heute sage ich Ihnen in hymnischem Schung, was ich ihnen schon lange sagen wollte: An eurem Christsein fehlt alles, wenn euch die Liebe fehlt.&#8220; Er lie\u00df sich von den Fl\u00fcgeln der Liebe forttragen &#8211; und scheint dabei in der Tat die Bodenhaftung verloren zu haben.<\/p>\n<ol>\n<li>Paulus ein Dichter<\/li>\n<\/ol>\n<p>&#8222;Hoheslied der Liebe&#8220;, sagen wir. Ist es nicht ein zu hohes Lied geworden, das uns in seinem \u00dcberschwang und in seiner Realit\u00e4tsferne M\u00fche macht? Das uns eher reizt, als da\u00df es uns ums Herz herum warm werden lie\u00dfe? Man kann`s auch \u00fcbertreiben, k\u00f6nnten wir gegen Paulus einwenden wollen. Aber dann t\u00e4ten wir ihm Unrecht.<\/p>\n<p>Paulus kommt mir hier vor wie ein Dichter. In fast hymnisch anmutenden Worten ver-dichtet er in seinem hohen Lied der Liebe die Wirklichkeit der Liebe in einer Weise, wie wohl kaum jemand einmal die Liebe erfahren haben d\u00fcrfte. Seine Worte sind also nicht Ausdruck eines Realit\u00e4tsverlustes, dem der Blick f\u00fcr die manchmal traurige Wirklichkeit der Liebe unter Menschen abhanden gekommen w\u00e4re. Paulus \u00fcberspringt nichts von den Gef\u00e4hrdungen der Liebe. Aber er ver-dichtet seine Aussagen so, da\u00df uns \u00fcber unsere Erfahrungen der H\u00f6hen und Tiefen in der Liebe hinaus eine Ahnung \u00fcberkommen kann, da\u00df Liebe noch viel mehr kann, da\u00df sie noch zu viel mehr in der Lage ist, als es uns bisher bewu\u00dft ist.<\/p>\n<p>Dabei l\u00e4\u00dft sich Paulus nicht dichterisch hinrei\u00dfen, um sozusagen z\u00fcgellos und ma\u00dflos zu werden. Er setzt seine S\u00e4tze wohl\u00fcberlegt. Er hat ihnen eine klare Struktur gegeben. Nur merken wir das beim blo\u00dfen H\u00f6ren nicht mehr ohne weiteres.<\/p>\n<p>Ich will Sie nicht mit Stil- und Formfragen langweilen, aber interessant ist es schon, da\u00df Paulus das Wort &#8222;Liebe&#8220;, griechisch &#8222;agape&#8220;, in unserem Text genau neunmal verwendet. Nicht \u00f6fter und nicht weniger. Und zwar in drei Dreiergruppen. Sie m\u00f6gen das f\u00fcr Zahlenspielerei halten, aber in der symbolischen Bedeutung dieses Zahlenspiels unterstreicht Paulus das Gewicht seiner inhaltlichen Aussagen zur Liebe. &#8222;Drei&#8220; steht f\u00fcr Vollendung, f\u00fcr Erf\u00fcllung. Man denke an den &#8222;dritten Tag&#8220; als Tag der Vollendung (vgl. Mk 10,34: &#8222;Aber nach drei Tagen wird er auferstehen&#8220;). Das dreimal drei gesetzte Wort &#8222;Liebe&#8220; verweist auf das Gewicht dieses Wortes und seine Bedeutung im Horizont der christlichen Botschaft.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Unsere anderen Denkhorizonte<\/li>\n<\/ol>\n<p>Liebe ist das alles entscheidende &#8211; und ohne Liebe ist alles nichts. Paulus sagt das mit seinen Worten, mit Worten und in einem Denkhorizont, der nicht mehr ohne weiteres unser Denkhorizont ist.<\/p>\n<p>Das eine k\u00f6nnen wir allenfalls noch nachvollziehen: Mag einer noch so sprachenbegabt sein, sozusagen in vielen (Fremd-)Sprachen zu Hause sein, was n\u00fctzt ihm das, wenn er keine Liebe hat. Mit den &#8222;Sprachen der Engel&#8220; d\u00fcrften wir gr\u00f6\u00dfere Schwierigkeiten haben, weil wir uns wohl mit der Wirklichkeit der Engel \u00fcberhaupt schwertun. (&#8222;Englisch&#8220; ist ja mit der &#8222;Sprache der Engel&#8220; nicht gemeint!).<\/p>\n<p>Das andere d\u00fcrfte uns auch ziemlich fernliegen: auf den Gedanken zu kommen, alle Zusammenh\u00e4nge der Welt kennen zu wollen, oder einen Glauben zu besitzen, der Berge versetzt. Aber auch solches z\u00e4hlte nicht, wenn wir nicht die Liebe h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Was sich Paulus dann einfallen l\u00e4\u00dft, grenzt schon ans Paranoide: das ganze Hab und Gut wegzugeben oder sich \u00f6ffentlich zu verbrennen (gedacht ist nicht an Leichenverbrennung und Urnenbestattung!), auch solches w\u00e4re ohne Liebe nutzlose Effekthascherei und Wichtigttuerei.<\/p>\n<p>Von welcher Liebe spricht Paulus \u00fcberhaupt? Von der Liebe zur Sch\u00f6pfung? Zum N\u00e4chsten? Zum Fernsten? Zum Freund? Zum Feind? Zu Gott? Zum fernen Gott? Ob Paulus diese Nachfrage \u00fcberhaupt verst\u00fcnde? Er spricht offenbar von der Liebe als der alles bestimmenden Grundkraft unseres Lebens.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>Liebe, die allem standh\u00e4lt.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ich erspare mir die nochmalige Aufz\u00e4hlung der Eigenschaften der Liebe, die Paulus vornimmt: wie Liebe ist, was sie tut und was sie nicht tut. Da\u00df Liebe allem standh\u00e4lt, sagt er am Ende seiner Aufz\u00e4hlung. Sie schultere alles, sie lasse sich alles aufladen, ohne unter der Last zusammenzubrechen, ohne zu fragen, ob das, was man ihr da aufl\u00e4dt, sein darf oder nicht sein darf. &#8222;Liebe, die allem standh\u00e4lt&#8220;: Hat das nicht stets eine hohe Aktualit\u00e4t?<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li>Grenzenlose Liebe und menschliche Erkenntnis<\/li>\n<\/ol>\n<p>In dem Zusammenhang verdient ein weiterer Gedanke unseres Textes (1 Kor 13,9) Beachtung. Paulus stellt &#8211; was wir hier nicht weiter verfolgen m\u00fcssen &#8211; menschliche Erkenntnis und prophetisches Reden der Liebe gegen\u00fcber. Die Liebe h\u00f6re niemals auf, sie sei sozusagen grenzenlos. Menschliche Erkenntnis und menschliche Rede &#8211; um es allgemeiner zu nehmen und nicht auf die Sonderproblematik der &#8222;prophetischen&#8220; Rede einzugrenzen &#8211; st\u00fcnden unter dem unerbittlichen Gesetz des (griechisch) &#8222;ek merus&#8220;, in ihnen \u00e4u\u00dfere sich immer nur ein &#8222;begrenzter&#8220; und ein &#8222;st\u00fcckwerkhafter&#8220; Zugriff auf die Wirklichkeit.<\/p>\n<p>Ohne Erkenntnis und Liebe in einen Gegensatz bringen zu wollen: Ist nicht in der Tat die Liebe der h\u00f6here Lebenswert, die verl\u00e4\u00dflichere Orientierung im Leben, verl\u00e4\u00dflicher, als die bruchst\u00fcckhafte Erkenntnis, die wom\u00f6glich meint, einen Wahrheitsbegriff au\u00dferhalb der Liebe etablieren zu k\u00f6nnen? Sagt man nicht: Nur die Liebe sieht gut?<\/p>\n<p>Nicht selten wird Bezug genommen auf das Augustinuswort &#8222;Ama, et fac quod vis&#8220;. &#8222;Liebe, und tu, was du willst&#8220;. Es l\u00e4dt nicht ein zu Verantwortungslosigkeit und Libertinismus, noch weniger und schon gar nicht zu Egoismus und Selbstversponnenheit. Es ist vielmehr eine Aufforderung zur Liebe, &#8222;die allem standh\u00e4lt&#8220;. Liebe ist der Weg zur Wahrheit. Das m\u00fc\u00dfte dann auch als Richtlinie gelten bei der Suche &#8222;nach neuen Wegen&#8220; in der Schwangerschaftskonfliktberatung. &#8222;Durch den Spiegel der Liebe &#8230; tiefer sehen&#8220;.<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li>Nur Entsetzen? Oder Liebe, die niemals aufh\u00f6rt?<\/li>\n<\/ol>\n<p>In diesen Tagen sind alle Medien voll der W\u00fcrdigungen und Hommagen auf Bert Brecht, den Dichter und Lyriker, der in diesen Tagen 100 Jahre alt geworden w\u00e4re. Ist es statthaft, eine Verbindung herzustellen zwischen ihm und unserem hohen Lied auf die Liebe? Nicht gleich zum ganzen Lied, eher nur zu einer Zeile daraus? N\u00e4mlich zu der Zeile: &#8222;Jetzt schauen wir in einen Spiegel und vieles bleibt als R\u00e4tsel stehen&#8220;? Aus dieser Einsch\u00e4tzung des &#8222;Jetzt&#8220;, das hei\u00dft des menschlichen Lebens in seinen realen Bedingungen und Begrenzungen, sprechen &#8211; so k\u00f6nnte man im ersten Augenblick meinen &#8211; resignative T\u00f6ne. Es gibt keine klare Verl\u00e4\u00dflichkeit, alles ist von einer grunds\u00e4tzlichen R\u00e4tselhaftigkeit durchzogen. Die Frage, warum in einem Leben etwas so und nicht anders ist, mu\u00df offen bleiben. Also ist an dem &#8222;Jetzt&#8220; als Inbegriff unseres Da- und Hierseins nicht viel? Vielleicht gerade soviel wie nichts? Treibt uns Paulus in eine stumme Resignation?<\/p>\n<p>Nein. Dem &#8222;Jetzt&#8220;, dem gewi\u00df r\u00e4tselhaften Jetzt stellt er ein &#8222;Dann&#8220; gegen\u00fcber: &#8222;Dann werden wir schauen von Angesicht zu Angesicht&#8220;. Die r\u00e4tselhaften Seiten des Lebens werden sich lichten in einem Dann, in einer Verl\u00e4\u00dflichkeit, die nicht rein zuk\u00fcnftig ist, die nicht einfach nur aus-steht, sondern die den r\u00e4tselhaften Unter- und Hintergrund unseres Lebens heute schon darstellt. Unsere Jetzt-Erfahrungen sind schon wie durchwoben von den Silberf\u00e4den des ausstehenden und doch schon an-wesenden Dann. Die Liebe, die &#8222;niemals aufh\u00f6rt&#8220;, schl\u00e4gt nach Paulus die verl\u00e4\u00dfliche Br\u00fccke hin\u00fcber in dieses Dann bzw. in dieses jetzt schon an-wesende Dann, verl\u00e4\u00dflicher, als es Glaube und Hoffnung je k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Wo soll hier eine Verbindung herzustellen sein zu Bert Brecht? Zu einem seiner Gedichte? Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat in ihrer Beilage &#8222;Bilder und Zeiten&#8220; vom 7. Februar das Brecht-Gedicht &#8222;Schlechte Zeit f\u00fcr Lyrik&#8220; abgedruckt. Mir will scheinen, man darf es in einer spannenden \u00c4hnlichkeit, aber auch in einer bleibenden Un\u00e4hnlichkeit mit unserer Paulusstelle &#8222;Jetzt schauen wir in einen Spiegel&#8220; lesen.<\/p>\n<p>Das Brechtsche Gedicht entstand 1939 in der Zeit seines d\u00e4nisches Exils. Brecht schreibt unter der \u00dcberschrift &#8222;Schlechte Zeit f\u00fcr die Lyrik&#8220; u.a.:<\/p>\n<p>Schlechte Zeit f\u00fcr Lyrik<\/p>\n<p>Ich wei\u00df doch: nur der Gl\u00fcckliche<\/p>\n<p>Ist beliebt. Seine Stimme<\/p>\n<p>H\u00f6rt man gern. Sein Gesicht ist sch\u00f6n.<\/p>\n<p>Der verkr\u00fcppelte Baum im Hof<\/p>\n<p>zeigt auf den schlechten Boden, aber<\/p>\n<p>Die Vor\u00fcbergehenden schimpfen ihn einen Kr\u00fcppel<\/p>\n<p>Doch mit Recht.<\/p>\n<p>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;<\/p>\n<p>In mir streiten<\/p>\n<p>Die Begeisterung \u00fcber den bl\u00fchenden Apfelbaum<\/p>\n<p>und das Entsetzen \u00fcber die Reden des Anstreichers<\/p>\n<p>Aber nur das zweite Dr\u00e4ngt mich zum Schreibtisch.<\/p>\n<p>Was Brecht hier &#8222;zum Schreibtisch dr\u00e4ngt&#8220;, sind die r\u00e4tselhaften Zumutungen, die nicht nur einfach r\u00e4tselhaft sind, sondern Entsetzen einjagen. Zuvorderst Hitlers Reden, die Agitation des ehemaligen Anstreichers, sind entsetzlich. Aber r\u00e4tselhaft und schwer einzuordnen erscheint Brecht so vieles im Leben, schon der verkr\u00fcppelte Baum, dem es versagt blieb, sch\u00f6ngewachsen dazustehen; ein Kr\u00fcppel wird er genannt. Dann, sp\u00e4ter verweist Brecht auf die rissigen Garnnetze der Fischer, die die Beute nicht halten k\u00f6nnen. Und schlie\u00dflich &#8211; \u00e4hnlich wie der Baum &#8211; auf eine gekr\u00fcmmte Frau (vgl. Lk 13,11), die mit 40 Jahren schwer vom Leben gezeichnet ist. Das alles wiegt f\u00fcr Brecht so schwer, da\u00df ihm ein sch\u00f6ngereimtes Gedicht dar\u00fcber fast wie \u00dcbermut vork\u00e4me.<\/p>\n<p>Gewi\u00df, sein Blick erfa\u00dft nicht nur das R\u00e4tselhafte, die Zumutungen, das Entsetzen Einjagende. Vor sein Auge kommen auch die Stimme und das Gesicht eines Gl\u00fccklichen, das heitere Hin und Her der Boote auf dem Meer, die warmen Br\u00fcste junger Frauen, sogar &#8211; wie in einer Zusammenfassung &#8211; das Bild des bl\u00fchenden Apfelbaumes.<\/p>\n<p>Aber was Brecht an den Schreibtisch dr\u00e4ngt, ist nicht sein innerer Kampf zwischen diesen frohen, heiteren, begl\u00fcckenden Seiten des Lebens und seinen Abst\u00fcrzen ins Unzumutbare und Entsetzen. Was ihn hier antreibt, ist allein &#8211; sein Entsetzen. &#8222;Jetzt sehen wir nur R\u00e4tselhaftes, wie in einem Spiegel. Aber dann schauen wir von Angesicht zu Angesicht.&#8220; Es hat den Anschein, als sei das das Unterscheidende zu Brecht in unserer Paulusstelle: Paulus sieht sich und uns zwar ebenso der R\u00e4tselhaftigkeit ausgeliefert, aber was ihn dr\u00e4ngt und wozu er gewisserma\u00dfen uns dr\u00e4ngen m\u00f6chte, ist die sichere Zuversicht, da\u00df die R\u00e4tsel, das Unzumutbare, das Entsetzen sich lichten werden. Das gr\u00f6\u00dfte ist die Liebe, die niemals aufh\u00f6rt. Fast m\u00f6chte man am Ende meinen, Paulus spreche hier gar nicht mehr von unserer menschlichen Liebe, sondern von der Liebe, die niemals endend von Gott her als g\u00f6ttliche Liebe auf unser Leben einstrahlt.<\/p>\n<p>Uns also &#8211; anders als Brecht &#8211; einen guten &#8222;Reim&#8220; auf unser Leben zu machen, ist nicht unbegr\u00fcndeter &#8222;\u00dcbermut&#8220;, sondern Ausdruck unseres Glaubens, unserer Hoffnung, unserer Liebe; dieser drei. Und m\u00f6gen sie noch so angefochten sein. &#8222;Am gr\u00f6\u00dften unter ihnen ist die Liebe&#8220;.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<hr \/>\n<p>Prof. Dr. Stefan Knobloch, Lion-Feuchtwangerstr. 38, 55129 Mainz, Tel. 06131\/508982<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Estomihi |\u00a022.2.1998 | 1. Kor 13,1-13 |\u00a0Stefan Knobloch | &#8222;Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und h\u00e4tte die Liebe nicht, so w\u00e4re ich ein t\u00f6nendes Erz oder eine klingende Schelle. 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