{"id":21051,"date":"1998-04-13T11:43:31","date_gmt":"1998-04-13T09:43:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21051"},"modified":"2025-03-13T11:46:11","modified_gmt":"2025-03-13T10:46:11","slug":"misericordias-domini","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/misericordias-domini\/","title":{"rendered":"Misericordias Domini"},"content":{"rendered":"<h3>Misericordias Domini | 26. April 1998 | Karin Klement |<\/h3>\n<p>\u2015 Predigtvorschlag zur KONFIRMATION \u2015<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde! Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden!<\/p>\n<p>Viele gute W\u00fcnsche werden Euch heute gesagt. Einiges davon rauscht an euch vorbei, aber Ihr sp\u00fcrt die freundliche Zuwendung dahinter, die besondere Aufmerksamkeit, die Euch heute zuteil wird. Manches Wort bleibt vielleicht haften, hakt sich (fast unbemerkt) in Euren K\u00f6pfen fest. Ihr wi\u00dft noch nicht, was Ihr damit anfangen k\u00f6nnt. Aber, wenn Ihr es irgendwann einmal braucht, ist es da. So soll auch Euer Konfirmationsspruch ein treuer, stiller Wegbegleiter sein. Zumeist still im Verborgenen, aber laut und vernehmlich, wenn er n\u00f6tig ist.<\/p>\n<p>Der heutige Konfirmationstag ist Euer Tag, euer Fest; an dem jedoch nicht nur Eure Familien und gute Freunde teilhaben, sondern auch die Gemeinde hier an unserem Ort. Vorhin seid Ihr Konfirmandinnen und Konfirmanden zusammen mit einem Teil des Kirchenvorstandes und mir unter dem fr\u00f6hlichen Gesang des Gospelchores und mit beschwingten Schritten in diese Kirche eingezogen. Und alle, die hier versammelt sind, erhoben sich, um Euch zu ehren! Ich glaube, dies war nicht nur f\u00fcr Euch ein aufregender Moment. Auch Eure Eltern nahmen ihn wohl mit einer Mischung aus bewegendem Stolz, Freude und etwas Wehmut wahr. Mit einem Mal wird ihnen bewu\u00dft, was \u00fcber die Jahre hinweg fast unmerklich geschehen ist: Ihr Kind ist gro\u00df geworden; es ist auf dem Wege erwachsen zu werden \u2015 im Leben wie im Glauben!<\/p>\n<p>KONFIRMATION h\u00e4ngt heute zwar schon l\u00e4ngst nicht mehr mit der Schulentlassung zusammen, aber sie ist dennoch zugleich eine Art &#8222;Abschiedsfeier von der Kindheit&#8220; und ein &#8222;Erwachsen-Werden&#8220; im Glauben. Mit eurem Hineinziehen in unsere Kirche, zieht Ihr jungen Menschen in eine neue Phase Eures Lebens ein. Und wir wissen, es ist gut und wichtig, da\u00df Euch nun segnende H\u00e4nde aufgelegt werden zur Bewahrung, &#8222;zu Schutz und Schirm vor allem B\u00f6sen, als St\u00e4rke und Hilfe zu allem Guten&#8220;. So wird es Euch bei der Einsegnung zugesprochen.<\/p>\n<p>Schutz und Schirm, St\u00e4rke und Hilfe \u2015 das liegt verborgen unter dem Segen Gottes, der Euch nahe sein will, nicht nur heute, sondern ein hoffentlich erf\u00fclltes und gl\u00fcckliches Leben lang. Dieser Segen ist nicht einfach nur ein guter Wunsch. Es steckt in ihm eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Kraft. Wenn ich sie beschreiben sollte, w\u00fcrde ich sagen: Gottes Segen ist wie ein Magnet, der das Gute anzieht. Oder \u2015 wie es einige von Euch Konfirmanden nennen k\u00f6nnten: Gottes Segen ist &#8222;wie, wenn man das h\u00f6chste Level in einem Computerspiel erreicht hat.&#8220; Gro\u00dfartigeres ist einfach nicht mehr m\u00f6glich. Ja, ihr merkt schon, Eure regen Gespr\u00e4che \u00fcber Bits und Bites (oft genug im Konfirmandenunterricht) habe ich zwar nicht immer verstanden, aber sie werden mich stets an Euch erinnern!<\/p>\n<p>Mit vielen Themen haben wir uns im Unterricht besch\u00e4ftigt: Wir haben \u00fcber Tod und Leben geredet, \u00fcber Glauben und Zweifel, \u00fcber N\u00e4chstenliebe und Lebensregeln (10 Gebote) und vieles mehr. Nicht alle Fragen konnten wir zu Ende diskutieren. Manches blieb offen. Was wollte ich euch eigentlich mitgeben?<\/p>\n<p>Vielleicht, da\u00df christlicher Glaube weniger aus Theorie, als viel eher aus der Praxis kommt: Aus offenen Gespr\u00e4chen, aus ge\u00fcbter Toleranz trotz vieler Meinungsverschiedenheiten, aus einem erprobten und bew\u00e4hrten Vertrauen zueinander und einem gemeinschaftlichen Handeln miteinander. Wenn Ihr in den letzten anderthalb Jahren davon etwas mitbekommen habt, w\u00fcrde ich mich sehr freuen!<\/p>\n<p>Als eine der letzten Aufgaben solltet Ihr Euch ein Bibelwort aussuchen, das Euch gut gef\u00e4llt, mit dem Ihr etwas anfangen k\u00f6nnt, und die Gr\u00fcnde Eurer Spruchauswahl benennen. Keine Sorge! Hier wird jetzt nichts ausgeplaudert, was Ihr mir vielleicht nur im Vertrauen mitteilen wolltet. F\u00fcr mich war es wichtig, da\u00df Ihr Euch intensiv mit Eurem jeweiligen Bibelwort besch\u00e4ftigt. Denn es soll eine Art \u00dcberschrift \u00fcber Eurem Lebensweg sein. Es soll Euch wichtig werden in ganz unterschiedlichen Situationen: Wenn in der Schule schwierig wird, oder im Zusammensein mit den Menschen, die Ihr sehr lieb habt. Oder wenn Ihr Euch allein f\u00fchlt und nicht mehr weiter wi\u00dft. Ich w\u00fcnsche Euch, da\u00df Euer Konfirmationsspruch zu einem Schl\u00fcssel wird, der Euch das eigene Leben aufschlie\u00dft und verst\u00e4ndlicher macht.<\/p>\n<p>Und was k\u00f6nnen Euch Eure Konfirmationsworte heute sagen? Ich will sie f\u00fcr jeden einzelnen von Euch ansatzweise auslegen. Was sie Euch noch bedeuten k\u00f6nnen, m\u00f6gt ihr auf Eurem zuk\u00fcnftigen Lebensweg dann selbst entdecken!<\/p>\n<p>SEBASTIAN hat sich ein Wort aus dem Buch des Propheten JESAJA (40, 31) ausgew\u00e4hlt: Die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft. Das alte Wort &#8222;harren&#8220; bedeutet hier: Geduldig und vertrauensvoll darauf warten k\u00f6nnen, da\u00df Gottes N\u00e4he sich im Leben eines Menschen zeigt; von Gott etwas Gutes er\u2015warten, auch wenn dies nicht immer sofort erkennbar ist. Dann kann es geschehen: Wir empfangen innere St\u00e4rkung und eine neue Kraft. Lieber Sebastian, f\u00fcr dich ist heute ein doppelter Festtag: Zum einen feierst Du heute Deine geduldig &#8222;erarbeitete&#8220; Konfirmation, zum anderen Deinen 14. Geburtstag. Zu beiden Anl\u00e4ssen w\u00fcnschen wir Dir von Herzen alles Liebe und Gottes Segen!! Geduld und St\u00e4rke sind in Deinem Bibelwort aufeinander bezogen. Nur, wer Geduld erlernt und ein\u00fcbt, sp\u00fcrt auch die Kraft f\u00fcr andere Dinge neu in sich wachsen. Du wei\u00dft selber: Gro\u00df und stark wird man nicht gleich geboren; es braucht seine Zeit, sich dahin zu entwickeln. R\u00fcckschl\u00e4ge k\u00f6nnen immer wieder auftreten. Auch Erwachsene werden manchmal &#8222;m\u00fcde und matt&#8220;, ungeduldig mit sich selber und mit der ganzen Welt. Wir zweifeln an unseren F\u00e4higkeiten, unsere Kr\u00e4fte erlahmen, unser Selbstvertrauen sinkt. Doch wenn wir m\u00fcde werden und verzagen, weckt Gott, der Dich und mich und die ganze Welt geschaffen hat, neue Kraft in uns. Und er &#8222;l\u00e4\u00dft uns auffahren wie mit Adlerfl\u00fcgeln&#8220;.<\/p>\n<p>TOBIAS hat zusammen mit seinen Gro\u00dfeltern ein Wort aus PSALM 91(Vers 11) ausgew\u00e4hlt, das sehr gut zu seinem Namen und der Geschichte seines Namens pa\u00dft: Denn er hat seinen Engeln befohlen, da\u00df sie dich beh\u00fcten auf allen deinen Wegen. In der biblischen Tobit-Geschichte begleitet einer der 7 Erzengel Tobits Sohn, der ebenfalls Tobias hei\u00dft, auf einer schwierigen Reise. Am Ende kehrt Tobias wohlbehalten, reich an neuen Erfahrungen und lebendigen Sch\u00e4tzen, nachhause zur\u00fcck. Der Erzengel RAPHAEL (d.h. Gott heilt) hat ihm beigestanden, sein Leben gef\u00f6rdert und in Gefahren bewahrt. Genauso w\u00fcnschen wir uns als Eltern\/Gro\u00dfeltern die Lebensreise unsere Kinder und Enkel: Da\u00df sie \u00fcberall \u2015 im Schweren wie im Leichten \u2015 von Gottes Engeln beh\u00fctet und bewahrt sind. Kein \u00dcbel, keine Plage soll ihnen begegnen. Unverletzlich sollen sie bleiben inmitten aller Bedrohungen und Schrecken. Besonders dort, wo wir nicht weiterhelfen k\u00f6nnen, wo unsere Kr\u00e4fte und M\u00f6glichkeiten zu Ende gehen, hoffen wir darauf, da\u00df Gottes Liebe und Segen uns und die, die wir lieben, von allen Seiten umgibt. Als Eltern kann uns das helfen, unsere Kinder immer weiter ein St\u00fcck loszulassen, damit sie ihre eigenen Wege suchen und entdecken. Euch als Heranwachsende kann es helfen, Vertrauen in Euer Leben zu gewinnen. Mit deinem dritten Namen bist Du, Tobias, nach dem Reisebegleiter und Schutzengel genannt: RAPHAEL. Ich verstehe diese Namensgebung so: Du sollst nicht nur selber von Gott beh\u00fctet und geborgen sein, du sollst und kannst mit all den Begabungen, die in Dir angelegt sind, auch f\u00fcr andere zum Gottesboten, zum Engel werden. Mit Deiner wachsenden Kraft, kannst Du andere unterst\u00fctzen; mit Deinem klugen Kopf, ihnen auf freundliche Weise ein Licht entz\u00fcnden. So lernst Du Verantwortung zu \u00fcbernehmen, nicht nur f\u00fcr Dich selbst, sondern auch f\u00fcr Deine Mitmenschen.<\/p>\n<p>SILKE und SUSANNE haben unabh\u00e4ngig von einander ein- und dasselbe Bibelwort ausgew\u00e4hlt. Im 1. Joh.brief (4, 16+19) hei\u00dft es: Gott ist Liebe \u2015 wer in der Liebe lebt, der lebt in Gott, und Gott lebt in ihm\/ihr. Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat. Keine Frage, die LIEBE ist das Wichtigste im Leben \u00fcberhaupt! Nicht nur in der aufregenden Phase des Erwachsenwerdens spielt sie eine gro\u00dfe Rolle, sondern ein ganzes Leben lang. Ihr geheimnisvoller Zauber irritiert uns. Er bringt Empfindungen durcheinander, uns manchmal sogar um den klaren Verstand. Die Liebe l\u00e4\u00dft sich nicht einordnen, und niemand hat sie \u2015 gl\u00fccklicherweise! \u2015 unter Kontrolle. Die Sehnsucht danach, geliebt zu sein und selber zu lieben, ist wohl der tiefste Ansporn, der uns in Bewegung h\u00e4lt, der uns immer wieder aufeinander zugehen l\u00e4\u00dft. Woher kommt diese Sehnsucht? Die Liebe ist in uns angelegt. Wir k\u00f6nnen leben, atmen, uns selbst und andere lieben, weil wir schon lange zuvor Geliebte sind. Das Geschenk unseres Lebens und der Ursprung unserer Sehnsucht nacheinander verdankt sich einer unersch\u00f6pflichen Quelle: Wir nennen sie &#8222;GOTT&#8220;. Als Menschen, die dieser Kraft vertrauen, k\u00f6nnt Ihr beide \u2015 und wir mit Euch \u2015 leben und lieben \u2015 allen widersprechenden Erfahrungen zum Trotz!<\/p>\n<p>HENDRIK gefiel ein Wort aus dem Mk-Ev. (9, 23) besonders gut. Ein verzweifelter Vater bittet Jesus um Hilfe f\u00fcr sein schwererkranktes Kind. Aber er ist unsicher, zweifelt, ob Jesus ihm wirklich helfen kann. Doch Jesus spricht zu ihm: Alle Dinge sind m\u00f6glich dem, der da glaubt. Allen logischen Zweifeln zum Trotz, sogar der tiefsten Verzweiflung entgegen stellt Jesus das Vertrauen in Gott. Alle Dinge sind m\u00f6glich \u2015 Gottes Macht ist unbegrenzt. Selbst das v\u00f6llig Unerwartete kann Wirklichkeit werden, weil es in der Hand des allezeit kreativen Sch\u00f6pfers liegt. Wer gen\u00fcgend Selbstvertrauen hat, neugierig auf das Leben ist und dabei alles immer ganz genau erkl\u00e4rt haben will; wer in sich selbst gefestigt erscheint \u2015 wie Du diesen Eindruck auf mich machst \u2015 dem f\u00e4llt es nicht schwer, auch nahezu Unm\u00f6gliches zu erwarten. Deine Sicherheit, dein Selbstvertrauen basiert wohl auf jenem Urvertrauen, das wir alle unseren Eltern und Erziehern verdanken. An ihnen lernten wir ein Vertrauen zu entwickeln, das den Mut schenkt, Gott bei seinem Wort zu nehmen. Wer vertraut, bindet nicht nur sich selbst, sondern auch den, dem er vertraut. Und Gott will sich von uns ernstnehmen und binden lassen. Er bleibt uns nahe, selbst dort, wo vieles (in uns und um uns) dunkel erscheint und \u00fcberhaupt nicht zuversichtlich. Christus sagt: Bewahrt Euch Euer Vertrauen, Eure Offenheit, Euren Glauben, denn er versetzt tats\u00e4chlich Berge \u2015 und seien es nur die Hindernisse unserer eigenen Vorstellungskraft, die Berge unserer Vorurteile und \u00c4ngste.<\/p>\n<p>ALEXANDER w\u00fcnscht sich als Wegbegleiter seines Lebens einen altbekannten, wohlvertrauten Vers aus PSALM 23 (Vers 1): Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. In diesem Geborgenheit vermittelnden Bild eines Hirten, der sich f\u00fcrsorglich um seine Herde k\u00fcmmert, der ihre Bed\u00fcrfnisse kennt und versorgt, spiegelt sich wieder, was Gott f\u00fcr uns Menschenkinder sein will: Ein Begleiter, der uns einerseits Freiraum l\u00e4\u00dft, diese Welt zu erkunden und zu gestalten. Und andererseits einer ist, der die Richtung vorgibt, weil er wei\u00df, wo die saftigsten Weiden zu finden sind. Ein guter Hirte setzt sein eigenes Leben ein, um die ihm anvertrauten Leben vor gef\u00e4hrlichen W\u00f6lfen zu sch\u00fctzen. Ebenso gibt Gott seinen Sohn dahin: Christus stirbt am Kreuz, durchleidet unsere Schmerzen, unseren Tod und wird auferweckt, damit wir erfahren und glauben k\u00f6nnen, da\u00df Gott es gut mit uns meint. Damit wir darauf vertrauen k\u00f6nnen, da\u00df wir auch in finsteren T\u00e4lern nie alleingelassen, nie von Gott verlassen sind.<\/p>\n<p>EVA hat ebenfalls ein Psalmwort f\u00fcr sich ausgew\u00e4hlt. In PSALM 36, 10 hei\u00dft es: Bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht. Alle Menschen suchen nach der Quelle ihres Lebens, suchen jenen Ursprung, der ihr Leben unersch\u00f6pflich sprudeln l\u00e4\u00dft. Sie wollen wissen, woher sie kommen, wozu sie geh\u00f6ren, und wohin sie gehen werden. Aus der Kenntnis \u00fcber ihr Herkommen, k\u00f6nnen sie sich selber besser einsch\u00e4tzen und verstehen. Die Quelle ihres Lebens sagt etwas dar\u00fcber aus, wer sie eigentlich sind und verhilft ihnen zur eigenen Identit\u00e4t. Menschen, die im Sch\u00f6pfergott ihre Quelle erkennen, wissen sich zu ihm geh\u00f6rig. Auf ihr Leben f\u00e4llt ein besonderes Licht, das es w\u00e4rmt und erleuchtet. So da\u00df sie in seinem Schein ihren Weg gehen k\u00f6nnen und Orientierung finden. Welch ein k\u00f6stlicher Anfang aller Tage, die noch kommen sollen!<\/p>\n<p>STEFFEN hat einen kurzen, einpr\u00e4gsamen Satz ausgew\u00e4hlt, der zugleich der Trauspruch seiner Eltern war. In PSALM 145, 20 wei\u00df der Beter: Der Herr beh\u00fctet alle, die ihn lieben. Das ist eine Erfahrungsaussage, kein Bedingungssatz. Er meint nicht: Du mu\u00dft Gott lieben, damit er dich beh\u00fctet. Sondern umgekehrt: Du bist beh\u00fctet, darum kannst du Gott lieben. Keine Aufforderung, vielmehr ein Sich-\u00d6ffnen-, ein Geschehen-Lassen. Liebe ist immer ein Ereignis, keine gewollte Handlung. Oder habt Ihr Euch schon mal verliebt, nur weil Ihr das wolltet? Das Lieben geschieht uns, widerf\u00e4hrt uns, bringt uns v\u00f6llig aus dem Gleichgewicht, l\u00e4\u00dft uns &#8222;abheben&#8220; und \u00fcber den Alltagsdingen stehen. Liebe nimmt uns alles aus der Hand, sie l\u00e4\u00dft sich nicht verf\u00fcgen oder dirigieren. Man kann sich auch kaum dagegen wehren. Gott lieben?? Eine unsichtbare Gestalt, eine Kraft, die uns umgibt, ohne da\u00df wir sie richtig be\u2015greifen k\u00f6nnen?? Das ist gewi\u00df etwas anderes als wenn ein Mensch einen anderen liebt. Und dennoch: Die Liebe zwischen Eltern und Kindern, zwischen Mensch und Mitmensch ist ein Abglanz, ein Teil von Gottes gro\u00dfen Liebe. Wer sich geliebt wei\u00df, dem f\u00e4llt es auch nicht schwer, wieder zu lieben.<\/p>\n<p>Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden! Alle Eure Spr\u00fcche wollen Euch ermutigen, Zuversicht vermitteln. Sie reden von einem Glauben, der Euch die Zukunft er\u00f6ffnen kann. Ich w\u00fcnsche Euch gute Erfahrungen mit Euren Bibelworten. Nehmt sie beim Wort! \u00dcberpr\u00fcft sie immer wieder an Eurer eigenen Lebensgeschichte! Dann werdet Ihr vielleicht etwas davon sp\u00fcren, was unser n\u00e4chstes Lied besingt: Fruchtbarer Segen \u2015 sogar in W\u00fcsten\u2015Zeiten und an W\u00fcsten\u2015Orten: Wo ein Mensch Vertrauen gibt, f\u00e4llt ein Tropfen von dem Regen, der aus W\u00fcsten G\u00e4rten macht! Auf Gott d\u00fcrft Ihr Euer Vertrauen setzen \u2015 er wird Euch dorthin f\u00fchren, wo das Leben bl\u00fcht!<\/p>\n<p>AMEN<\/p>\n<hr \/>\n<p>LIED: EG 604, 1- 3<\/p>\n<p>Pastorin Karin Klement, Lange Stra\u00dfe 42, 37077 G\u00f6ttingen OT Roringen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Misericordias Domini | 26. April 1998 | Karin Klement | \u2015 Predigtvorschlag zur KONFIRMATION \u2015 Liebe Gemeinde! Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden! Viele gute W\u00fcnsche werden Euch heute gesagt. 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