{"id":21070,"date":"1998-07-14T08:57:43","date_gmt":"1998-07-14T06:57:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21070"},"modified":"2025-03-14T09:00:25","modified_gmt":"2025-03-14T08:00:25","slug":"psalm-22-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/psalm-22-2\/","title":{"rendered":"Psalm 22"},"content":{"rendered":"<h3>&#8222;Fensterpredigt&#8220; \u00fcber den Fensterzyklus von Johannes Schreiterin St. Jakobi, G\u00f6ttingen | 5. Juli 1998 | Ps 22 | Wilhelm Gr\u00e4b |<\/h3>\n<p>Eine Fensterpredigt, liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>Statt der Auslegung eines biblischen Textes heute an dieser Stelle des Gottesdienstes ein Versuch zur Deutung der neuen Fenster von St. Jakobi. Sie geben dem Raum dieser Kirche insgesamt eine andere Atmosph\u00e4re. Heller ist er geworden, zugleich dichter. Intensiver die Raumerfahrung, wenn wir hereinkommen aus dem Licht des Tages oder auch aus dem heraufziehenden Dunkel der Abendd\u00e4mmerung.<\/p>\n<p>Die neuen Fester leuchten. Sie haben ihr eigenes Licht. Die Fenster geben zu sehen. Sich selbst im Spiel ihrer Farben und Formen, in der Gegenl\u00e4ufigkeit von Licht und Dunkel. Neu erfahren lassen sie aber auch den Raum in den Brechungen des Lichts, das durch sie f\u00e4llt. Sie geben uns, die wir hereinkommen, Orientierung. Ex oriente lux. Vom Orient, von Osten her bricht an das Licht. Das Licht des aufgehenden Tages, Licht im Schatten des Todes, Morgenglanz der Ewigkeit. Von West nach Ost ist der Kirchenraum ausgerichtet. Vom Einfall der Nacht hin zum Anbruch eines neuen Tages.<\/p>\n<p>Diesen Weg f\u00fchren uns die Fenster von Johannes Schreiter. Sie geben zu sehen, sich selbst und den Raum der Kirche, in den Brechungen des durch die Mauer\u00f6ffnungen fallenden Lichtes der Welt. Zu verstehen geben sie aber auch den Sinn unseres Daseins in dieser Welt. So sind es Kirchenfenster. So begegnen wir hier moderner Glasmalerei, moderner Kunst im l\u00e4ngst schon gepr\u00e4gten Sinnraum einer alten Kirche.<\/p>\n<p>Neue Antworten k\u00f6nnen uns jetzt auch zuwachsen auf die Frage, wozu wir solche R\u00e4ume brauchen, in der modernen Welt, in dieser Stadt. K\u00f6nnten wir uns mit einem schlichten Gemeindesaal nicht begn\u00fcgen? Wozu dieser Aufwand? Das viele Geld auch, das f\u00fcr die neuen Fenster gesammelt werden mu\u00dfte? H\u00e4tten es die einfachen Glasfenster, die an der Nordseite dieser Kirche zuvor eingesetzt waren, nicht getan? Und geben die alten Fenster an der S\u00fcdseite und vor allem in dem nach Osten ausgerichteten Chorraum nicht genug zu sehen? Hat St. Jakobi nicht mit seinem mittelalterlichen Fl\u00fcgelaltar einen reichen Kunstschatz bereits? Zeigen nicht die Bilder, die auf dem Fl\u00fcgelaltar und die in den Chorfenstern, Szenen der Heilsgeschichte, Bilder vom Mensch gewordenen Gott, an denen der christliche Glaube h\u00e4ngt, von deren Betrachtung er sich n\u00e4hrt. Bilder der Erl\u00f6sung, von Gottes Menschwerdung, seinem Mitleiden und Mitsterben am Kreuz Jesu. Bilder von der Wiederkehr des Glanzes in eine zerrissene Welt. Trost in unser aller Krankheit zum Tode?<\/p>\n<p>Ja, so ist es. An den Kunstsch\u00e4tzen, die unsere alten Kirchen schm\u00fccken, sehen wir, wozu das Christentum seit jeher die Menschen bewegen wollte: da\u00df wir an der Botschaft von Gott Gefallen finden, sie unser Herz erfreut, wir Gott lieben lernen, ihn loben, ihm nach allen Regeln der Kunst die Ehre geben. Es geschieht etwas mit uns, so wir den Kirchenraum betreten. Wir werden angesprochen, nicht allein durch das Wort der Predigt. Die Atmosph\u00e4re des architektonisch kunstvoll gestalteten Raumes spricht. Das Dasein eines Kirchengeb\u00e4udes allein schon spricht. Es hat keinen \u00e4u\u00dferen Zweck, wird nicht gebraucht zum blo\u00dfen \u00dcberleben. Es ist uns sichtbares Zeichen der Hinwendung zu Gott, wie auch daf\u00fcr, da\u00df wir uns selbst in den H\u00f6hen und Tiefen unseres Daseins verstehen lernen, im Bezug zu Gott, in unserer abgr\u00fcndigen Frage nach ihm. Das Geviert des Raumes, seine hoch aufstrebenden Pfeiler, seine Ausrichtung nach dem Licht der Morgenr\u00f6te, das Kreuz und die Osterkerze, die Bilder der biblischen Heilsgeschichte. Das alles spricht, vernehmlicher oft als das Wort der Predigt.<\/p>\n<p>Wir kommen zur Ruhe, merken, sobald wir uns hier niederlassen, wie wir auf eigent\u00fcmliche Weise in die Wendung nach Innen geraten. Was ist es nur mit meinem merkw\u00fcrdigen Leben? Ich habe so oft das Gef\u00fchl, da\u00df es mir gleichsam wie die Jahre, Tage und Stunden zwischen den H\u00e4nden zerrinnt. Doch jetzt k\u00f6nnte es geschehen, da\u00df sich mir meine Kr\u00e4fte versammeln, ich intensiver sp\u00fcre, was mir fehlt, mir schwer f\u00e4llt, auf der Seele liegt. Ich aber auch neues Zutrauen fassen, Pl\u00e4ne erw\u00e4ge, Ziele abstecke, f\u00fcr die n\u00e4chste Woche und dar\u00fcber hinaus.<\/p>\n<p>Warum das hier, im Kirchenraum? Weil es dieser Raum ist, der zu keinem anderen Zweck da ist, als dem, da\u00df wir uns formuliert finden in dem, was uns unbedingt angeht. Formuliert, zur Sprache gebracht, in dem, was uns bedr\u00fcckt und belastet, uns qu\u00e4lt und Sorgen macht. In dem dann auch, wonach wir verlangen, wohin unsere Sehnsucht geht, unsere W\u00fcnsche, unser Hoffen.<\/p>\n<p>Was sollen wir tun? Auch diese Frage bleibt. Worin habe ich versagt, bin ich schuldig geworden? Es geht um unsere Aufgaben und das, was zu erreichen wir uns vorgenommen haben. Vieles k\u00f6nnen wir tun f\u00fcr unser Gl\u00fcck und f\u00fcr andere, die unsere Zuwendung und Hilfe brauchen.<\/p>\n<p>Aber letzten Endes haben wir unser Leben, nicht in der eigenen Hand. Das tritt uns ins Licht unseres Bewu\u00dftseins, so wir eine Kirche betreten. Es mu\u00df da immer noch etwas hinzukommen, das Entscheidende, das wir nicht machen k\u00f6nnen. Da ist Unverf\u00fcgbares. Das Geschenk schon des eigenen Daseins. Dann, da\u00df mir gesagt wird: Du, ich hab dich lieb. Da\u00df ich merke, welcher Segen auf meiner Arbeit liegt, sie schlie\u00dflich doch gelingt. Da\u00df ich den Mut nicht verliere, auch in auswegloser Lage. Tiefer k\u00f6nnen wir unserer selbst gewi\u00df werden, wenn wir den Kirchenraum betreten und uns in ihm niederlassen, zur Andacht, zur Einkehr in uns selbst und in der Hinwendung zu Gott, zur Transzendenz, zu dem, was \u00fcber unser eigenes Machen und Wollen hinausliegt und wovon wir uns doch so sehr abh\u00e4ngig f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Tiefer erfassen k\u00f6nnen wir hier, was es mit unserem merkw\u00fcrdigen Leben auf sich hat. Hinwenden k\u00f6nnen wir uns hier zu Gott, den kein Auge je gesehen, von dem wir deshalb auch keine Vorstellung haben, von dem wir uns kein Bild machen k\u00f6nnen und ohne den doch unser Leben nicht gelingen kann. Wir zweifeln immer wieder an seiner Gegenwart, fragen, ob es ihn \u00fcberhaupt gibt, so wie es aussieht in dieser Welt. Und zugleich ahnen wir, da\u00df es ohne ihn keinen Trost gibt in der Einsamkeit, keinen Beistand in letzter Gefahr, keine Hoffnung in der Nacht des Todes.<\/p>\n<p>So ist es auch den Alten schon gegangen. Deshalb haben sie sinnkr\u00e4ftige Zeichen wie das Kruzifix oder die Bilder der biblischen Heilsgeschichte in die Kirchenr\u00e4ume gemalt. Da\u00df das unsichtbare Wesen Gottes, seine r\u00e4tselhafte Ohnmacht wie seine wunderbare Macht anschaulich und greifbar werden m\u00f6gen, vorstellbar die Verhei\u00dfung seiner sch\u00f6pferischen, vers\u00f6hnenden und befreienden Gegenwart.<\/p>\n<p>Die Sprache der Verhei\u00dfung, was die Bibel von Gott erz\u00e4hlt, ist uns Heutigen jedoch vielfach fraglich geworden. Wir haben Schwierigkeiten mit der Vorstellung von Gott als Person. Schwierigkeiten auch damit, da\u00df das Leiden und Sterben Jesu am Kreuz uns zum Heil geschehen sein soll. Die Bilder, in denen die Kunst der Alten das Heilsgeschehen zur Darstellung gebracht hat, sprechen zu uns nicht mehr. Ihr Sinn erschlie\u00dft sich nicht. Es f\u00e4llt uns schwer zu erkennen, da\u00df in ihnen unser eigenes Leben, unsere \u00c4ngste und Gef\u00e4hrdungen unser Hoffnungen und unser Gl\u00fcck zur Auslegung kommen.<\/p>\n<p>Anders ist es in den Werken moderner Kunst. Anders ist es in den Glasfenstern von Johannes Schreiter. Und deshalb ziehen wir reichen Gewinn daraus, da\u00df es nun hier in St. Jakobi zu dieser anregenden Konfrontation gekommen ist &#8211; zwischen den gegenst\u00e4ndlichen Werken alter Kunst und den ungegenst\u00e4ndlichen, aber deshalb religi\u00f6s nicht weniger sinntr\u00e4chtigen der Moderne.<\/p>\n<p>Gegenst\u00e4ndliches zeigen die neuen Glasbilder in St. Jakobi nicht. Nicht die Gesichter, nicht die Leiber von Menschen, nicht ihr Elend, nicht ihr Gl\u00fcck. Keine Geschichte, wie sie die Bibel erz\u00e4hlt. Keines der Zeichen, die zur Symboltradition des Christentums geh\u00f6ren. Und doch baut sich im Spiel der Formen und Farben eine Gestalt auf , kommt es zu einem Drama, in dem wir uns mit unseren Lebensgeschichten, mit unseren Lebensentw\u00fcrfen und dem Versuch, sie zu deuten, formuliert finden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wir wissen, der K\u00fcnstler hat sich zu seiner dramatischen Komposition von Formen und Farben durch den 22. Psalm anregen lassen. Und wenn wir diesen Psalm lesen, so sehen wir darin die tiefste Verzweiflung, den absoluten Sinnverlust von Menschen zum Ausdruck gebracht. Trostlose Einsamkeit hinter verschlossenen T\u00fcren und brutale Anfeindungen in Szenarien des Horrors.<\/p>\n<p>Wir sehen aber auch, wie die Dinge gl\u00fccklich sich wenden, da\u00df die Bitte um Rettung Geh\u00f6r findet, der Vereinsamte Gemeinschaft findet, sogar die Hoffnung gewinnt, da\u00df die Toten dem Vergessen entrissen werden. Wir wissen, der Verzweiflungsschrei Jesu am Kreuz war der des Psalmbeters: &#8222;Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen.&#8220; Geht also doch auch der Fensterzyklus von Johannes Schreiter nicht nur von Westen nach Osten, vom Einfall der Nacht hin zum Anbruch eines neuen Tages, sondern bestimmter von Karfreitag nach Ostern, vom Tod in der Gottesferne zu jenem neuen Leben in und aus Gott, in dem der Tod nicht mehr sein wird? Ich denke, man kann das so sehen und in der Bezugnahme auf den 22. Psalm dann zu sagen versuchen, was die Glasbilder nicht direkt sehen lassen und auch nicht sagen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wenn man es so sieht und gleichsam dann doch in der Sprache der Bibel wieder zu sagen versucht, was die Glasbilder bedeuten wollen, dann hat man jedoch die Distanz noch nicht miterfa\u00dft, die sie zur \u00fcberkommenen Bildsprache des Glaubens einnehmen. Es ist vor allem nicht miterfa\u00dft, da\u00df der Fensterzyklus von Johannes Schreiter gerade das Unanschauliche, nicht Gegenst\u00e4ndliche, nicht dinglich Vorstellbare des Verh\u00e4ltnisses sowohl zu uns selbst wie zu Gott ins Bild gesetzt hat. Im freien Spiel der Formen und Farben stellt uns Schreiter die Bildlichkeit des Bildlosen vor Augen, macht er anschaulich, wovon wir keine Anschauung haben, was es um uns selber ist und wer Gott f\u00fcr uns ist.<\/p>\n<ol>\n<li>Fenster<\/li>\n<\/ol>\n<p><em>&#8222;Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht,und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Am Anfang ist das Dunkle. Das Nachtblau dominiert in den ersten beiden Fenstern, wenn wir die Kirche von Westen kommend durch das Hauptportal betreten. Die Schwere des Seins legt sich \u00fcber die Welt und das eigene Ich. Ein schwaches Flackern blo\u00df ist dieses Ich. In die Klammer gesetzt, sich selbst verborgen. Verborgen auch Gott und damit der Sinn des Ganzen der Welt und des eigenen Dasein in ihr. Da ist Gott allenfalls im Schrei nach ihm, im Verlangen nach Licht, nach der Lichtung des eigenen Daseins, der Erkenntnis seines Sinns.<\/p>\n<ol>\n<li>Fenster<\/li>\n<\/ol>\n<p><em>Meine Kr\u00e4fte sind vertrocknet wie eine Scherbe, meine Zunge klebt mir am Gaumen, du legst mich in des Todes Staub.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Doch auch dieser Schrei verstummt im 2. Fenster. Das eingeklammerte, gefangene Ich wird von der Schwere des Daseins, die auf ihm liegt, erdr\u00fcckt. Der Umbruch, die Wende im mittleren Fenster. Das Dunkle, die Schwere des Seins sinkt nach unten, nun wundersam getragen von einem Kissen aus Licht, das heller noch \u2013 wenn auch kalt \u2013 von oben her einf\u00e4llt. Lichtung, Gottesgegenwart, Sinnerkenntnis. Wodurch?<\/p>\n<ol>\n<li>Fenster<\/li>\n<\/ol>\n<p><em>&#8222;Du hast mich erh\u00f6rt.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Aufgehoben, hineingenommen findet sich das in die Klammer gesetzte Ich in ein neues Kraftfeld. Da ist ein tiefes, warmes, sich aufhellendes Rot. Einem W\u00e4rmestrom gleich stellt es die Verbindung her zwischen dem kalten Licht und dem bedrohlichen Dunkel. Das w\u00e4rmende Rot nimmt das einsame, sich selbst verborgene und von den anderen ausgeschlossene Ich in sich auf. Es geschieht der \u00dcbergang. Transzendenzerfahrung. Gottesbegegnung. Nicht im Jenseits aller Selbst- und Welterfahrung, sondern mitten im Diesseits. Das verlorene, angefeindete, in die Schwermut gefallene Ich merkt, da\u00df es doch geliebt wird. So findet es einen neuen Zugang zu sich, zur Welt, zu Gott.<\/p>\n<ol>\n<li>Fenster<\/li>\n<\/ol>\n<p><em>&#8222;Dich will ich preisen in der gro\u00dfen Gemeinde.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Ist daf\u00fcr nicht die Kirche da? Fragt das 4. Fenster. Da\u00df die verlorenen und in sich verklammerten Iche dies merken k\u00f6nnen: ich bin geliebt, bin von unendlichem Wert. Statt des in Klammer gesetzten Ichs nun der Grundri\u00df der Jakobikirche. Die Nachterfahrungen werden immer noch gemacht. Das eher schmutzige blaugrau kehrt wieder, durchdrungen aber nun vom W\u00e4rmestrom der Liebe. Er entl\u00e4\u00dft von oben her die jetzt selbst\u00e4ndigen und zur Gemeinschaft f\u00e4higen Iche aus sich. Das Rot verdichtet sich im letzten Fenster von oben her. Es setzt sich mehr und mehr an die Stelle des kalten, unbestimmten Wei\u00df, der unvorstellbaren Transzendenz, des blo\u00df Anderen zur real erfahrenen Schwere des Seins. Die gegenst\u00e4ndliche Gottesvorstellung der Alten wird zwar nicht zur\u00fcckgeholt. Aber bestimmbar wird Gott doch. Er ist die Liebe. Und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.<\/p>\n<ol>\n<li>Fenster<\/li>\n<\/ol>\n<p><em>&#8222;Ihn allein werden anbeten alle, die in der Erde schlafen.&#8220;<\/em> Auch \u00fcber den Tod hinaus. Da sind wir ganz im f\u00fcnften und letzten Fenster. Keiner geht verloren. Keine lebt umsonst. Wie an einer Kette aufgereiht steigt die unendliche Zahl der zu sich selbst, f\u00fcreinander und zu Gott hin offenen und befreiten Iche von unten nach oben und von oben nach unten. Liebe h\u00e4lt die Erinnerung an jeden einzelnen lebendig, auf ewig. Gott ist diese Liebe. Und dann auch jeder einzelne von uns in ihm. Bilder sprechen auch dort noch, wo die Worte, die wir machen, sich uns versagen. Bilder moderner Kunst versuchen auf ungegenst\u00e4ndliche Weise zu sagen, was wir gegenst\u00e4ndlich nicht mehr sagen k\u00f6nnen, weil uns die Vorstellungen verlorengegangen oder unserem Denken unerschwinglich geworden sind. Woher und wohin mein Weg? Ist ein Gott und also ein letzter, alles im Innersten zusammenhaltender und durchstr\u00f6mender Sinn? Ja, sagt Johannes Schreiter mit seinem Fensterzyklus: Es ist ein Gott. Die Welt, das Universum geht im sichtbar Vorhandenen, rational Erforschbaren und Ergr\u00fcndbaren nicht auf. Die undurchdringliche Schwere des Seins, auch deines Lebens, ist immer schon umfangen vom Licht, in dem du das Sehen lernen kannst. Sobald du nun die Augen aufschl\u00e4gst, siehst du im geschaffenen Licht, im oft kalten Licht der Welt, den Gott. Eingetaucht findest du dich in Gottes unendliche Liebe zu seinen Gesch\u00f6pfen. Verwandelt. So wirst du deinen Weg finden, erkennen, woher du kommst und vor allem, wohin du gehst. Es erschlie\u00dft sich dir der Sinn deines Lebens im Abschreiten der neuen Glasbilder von St. Jakobi und dann auch wieder im Wort der Alten, wie dem des Kirchenvaters Augustin. &#8222;Liebe und dann tu, was du willst&#8220;. Amen<\/p>\n<hr \/>\n<p>Prof. Dr. Wilhelm Gr\u00e4b<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Fensterpredigt&#8220; \u00fcber den Fensterzyklus von Johannes Schreiterin St. Jakobi, G\u00f6ttingen | 5. Juli 1998 | Ps 22 | Wilhelm Gr\u00e4b | Eine Fensterpredigt, liebe Gemeinde! Statt der Auslegung eines biblischen Textes heute an dieser Stelle des Gottesdienstes ein Versuch zur Deutung der neuen Fenster von St. Jakobi. 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