{"id":21090,"date":"2025-03-11T07:45:41","date_gmt":"2025-03-11T06:45:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21090"},"modified":"2025-03-14T11:41:41","modified_gmt":"2025-03-14T10:41:41","slug":"matthaeus-1521-28-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/matthaeus-1521-28-4\/","title":{"rendered":"Matth\u00e4us 15,21-28"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"font-weight: 400;\">Liebe ist nicht konsequent, sie \u00fcberwindet stets Grenzen | Reminiszere | 16.03.2025 | Mt 15,21-28 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | Leise Christensen |<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zurzeit diskutiert man in D\u00e4nemark die Frage, was die christliche Taufe eigentlich ist: Was bedeutet es, wenn ein Kind getauft wird? Ist es schon ein Kind Gottes vor der Taufe, oder wird es erst ein Kind Gottes in der Taufe, so wie es im einleitenden Gebet in der d\u00e4nischen Taufliturgie hei\u00dft? Wenn man das lutherische Bekenntnis betrachtet, das unserer Volkskirche zugrunde liegt, besteht kaum ein Zweifel: Das Kind wird ein Kind Gottes in der Taufe und jedenfalls nicht vorher. Luther spricht in recht harten Worten in dieser Hinsicht. Mancherorts in der Volkskirche wird das Bekenntnis als eine Art Heugabel benutzt, mit der man Leuten nachstellen kann, die versehentlich etwas anderes meinen als das, was das Bekenntnis z.B. in Bezug auf die Taufe erlaubt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Jesus lebte auch mit einer Art Bekenntnis. Es war das Bekenntnis, das ihm sagte, dass er als Erl\u00f6ser nur zu den verlorenen Schafen aus dem Hause Israels gesandt sei und nicht zu allen m\u00f6glichen anderen Menschen. Nimm z.B. die verhassten Kanaan\u00e4er, mit denen ein ordentlicher Mensch bestimmt nichts zu tun haben wollte und von denen das Gesetz und das Bekenntnis au\u00dferdem sagte, dass sie schlimme Leute seien, mit denen man nicht verkehren sollte oder denen man gar helfen sollte. Als nun die kanaan\u00e4ische Frau schreiend um die Ecke kam und Jesus darum bat, ihrer Tochter zu helfen, ignorierte er sie und war damit in \u00dcbereinstimmung mit dem Bekenntnis. Drei Mal versucht sie, Jesus dazu zu bringen, etwas zu tun \u2013 ja so sind M\u00fctter, wenn das Kind in Not ist \u2013 und da wollte er sich dann doch nicht verweigern \u2013 mit oder ohne Bekenntnis im R\u00fccken. Das tat er ja aus einem einzigen Grund, n\u00e4mlich aus Liebe. Wenn seine wahre Natur Liebe ist, kann er nat\u00fcrlich nicht an einem leidenden Menschen vor\u00fcbergehen, an einer \u00e4ngstlichen inst\u00e4ndig bittenden Mutter.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ich finde, dies hier ist eine sehr wesentliche Erz\u00e4hlung, die wir heute h\u00f6ren. Sie ist wesentlich, weil wir nicht hier in der Kirche s\u00e4\u00dfen, wenn Jesus nicht trotz des Bekenntnisses einer heidnischen Mutter geholfen h\u00e4tte. Dann w\u00e4re das Christentum nie in unsere Gegend der Welt gekommen. Und dass ist die Geschichte wesentlich, weil sie ein Beitrag ist zu der aktuellen Diskussion \u00fcber die Taufe. Nat\u00fcrlich wird man ein Kind Gottes in der Taufe. Mit diesem Trost und in dieser Gewissheit kann man sein ganzes Leben leben. Aber dass ich wei\u00df, dass ich ein Kind Gottes bin, weil ich getauft bin, sagt ja nichts dar\u00fcber, was die anderen sind, die nicht getauft sind. Ich glaube, Luther ist zu kategorisch in dieser Beziehung. Die Taufe hat den Sinn, dass der getaufte Mensch wei\u00df, dass er oder sie Gott geh\u00f6rt, nicht dass Gott sehen kann, dass das hier eines seiner Kinder ist. Das ist Sache Gottes und nicht notwendigerweise offenbar f\u00fcr uns. Die Taufe ist da um des Menschen willen und nicht f\u00fcr Gott. Ich denke, dass wir dies aus dem heutigen Evangelium lernen k\u00f6nnen. Die Taufe ver\u00e4ndert nicht Gott in seinem Verh\u00e4ltnis zu seinem Gesch\u00f6pf, sondern sie ver\u00e4ndert den Getauften, der im Glauben und Vertrauen zum Willen Gottes leben kann. Denn dieser Wille ist Liebe, selbst zu denen, die die Lehre oder das Bekenntnis nicht akzeptieren wollen wie z.B. die kanaan\u00e4ische Frau. Lasst uns die Heugabel fortlegen und uns damit zufriedengeben, dass die Liebe Gottes \u2013 manchmal zu unserer \u00dcberraschung \u2013 viel gr\u00f6\u00dfer und st\u00e4rker ist als gewisse Prinzipien, auf die man sich st\u00fctzen will. Liebe passt nicht zusammen mit Konsequenz, denn sie geht immer weit \u00fcber Grenzen. Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pastorin Leise Christensen<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">DK 8200 Aarhus N<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Email: lec(at)km<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe ist nicht konsequent, sie \u00fcberwindet stets Grenzen | Reminiszere | 16.03.2025 | Mt 15,21-28 (d\u00e4nische Perikopenordnung) | Leise Christensen | Zurzeit diskutiert man in D\u00e4nemark die Frage, was die christliche Taufe eigentlich ist: Was bedeutet es, wenn ein Kind getauft wird? 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