{"id":21123,"date":"2000-02-06T14:32:45","date_gmt":"2000-02-06T13:32:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21123"},"modified":"2025-03-14T14:34:28","modified_gmt":"2025-03-14T13:34:28","slug":"hesekiel-33-10-16-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/hesekiel-33-10-16-4\/","title":{"rendered":"Hesekiel 33, 10 \u2013 16"},"content":{"rendered":"<table border=\"0\" width=\"500\" align=\"CENTER\">\n<tbody>\n<tr>\n<td align=\"CENTER\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"CENTER\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: Arial;\"><span style=\"color: #0000a0; font-size: xx-small;\">5. Sonntag nach Epiphanias<\/span><br \/>\n<b>6.2.2000<br \/>\nHesekiel 33, 10 \u2013 16 <\/b><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Arial;\"><b>Karin Klement <\/b><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><a href=\"file:\/\/\/Users\/amiralang\/Desktop\/Archiv%20GPI%20-%20U%CC%88bertrag\/archiv-2\/000206.html#vorb\"><b>VORBEMERKUNGEN zur Gemeindesituation<\/b><\/a><\/p>\n<p><b>Predigttext:<\/b><\/p>\n<p align=\"justify\">Du, MENSCHENKIND, sage dem HAUS ISRAEL:<\/p>\n<p align=\"justify\">Ihr sprecht:<i> Unsere S\u00fcnden und Missetaten liegen auf uns, da\u00df wir darunter vergehen. Wie k\u00f6nnen wir denn leben?<\/i><\/p>\n<p align=\"justify\">So sprich zu ihnen:<br \/>\nSo wahr ich lebe, spricht Gott der HERR: Ich habe kein Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern da\u00df der Gottlose umkehre von seinem Wege und lebe.<\/p>\n<p align=\"justify\">So kehrt nun um von euren b\u00f6sen Wegen. Warum wollt ihr sterben, ihr vom HAUSE ISRAEL?<\/p>\n<p align=\"justify\">Und du, MENSCHENKIND, sprich zu deinem Volk:<\/p>\n<p align=\"justify\">Wenn ein Gerechter B\u00f6ses tut, so wird`s ihm nicht helfen, da\u00df er gerecht gewesen ist. Und wenn ein Gottloser von seiner Gottlosigkeit umkehrt, so soll`s ihm nicht schaden, da\u00df er gottlos gewesen ist.<\/p>\n<p align=\"justify\">Auch der Gerechte kann nicht am Leben bleiben, wenn er s\u00fcndigt. Denn wenn ich zu dem Gerechten spreche: Du sollst leben! und er verl\u00e4\u00dft sich auf seine Gerechtigkeit und tut B\u00f6ses, so soll all seiner Gerechtigkeit nicht mehr gedacht werden, sondern er soll sterben um des B\u00f6sen willen, das er getan hat.<\/p>\n<p align=\"justify\">Und wenn ich zu dem Gottlosen spreche: Du sollst sterben! und er bekehrt sich von seiner S\u00fcnde und tut, was recht und gut ist, \u2013 so da\u00df der Gottlose das Pfand zur\u00fcckgibt und erstattet, was er geraubt hat, und nach den SATZUNGEN DES LEBENS wandelt und nichts B\u00f6ses tut \u2013, so soll er am Leben bleiben und nicht sterben. Und all seiner S\u00fcnde, die er getan hat, soll nicht mehr gedacht werden. Denn er hat nun getan, was recht und gut ist. Darum soll er am Leben bleiben.<\/p>\n<p align=\"justify\"><b>PREDIGT<\/b><\/p>\n<p><i>Kanzelgru\u00df (Predigttext sp\u00e4ter) <\/i><\/p>\n<p align=\"justify\">Liebe Gemeinde! Und heute ganz besonders: Liebe Jugendliche!<\/p>\n<p>K\u00f6nnt Ihr euch vorstellen, da\u00df es Situationen im Leben gibt, in denen man pl\u00f6tzlich nicht wei\u00df, wie es weitergehen soll?? In denen man wie vor einer riesigen Mauer oder einem bodenlosen Abgrund steht? \u00c4ltere Menschen mit viel Lebenserfahrung m\u00f6gen dies sehr gut kennen; doch vielleicht ist auch euch diese Erfahrung gar nicht so fremd.<\/p>\n<p align=\"justify\">Z.B. wenn Eltern sich unerwartet trennen. Wenn man etwas sehr Wichtiges verliert, das einem alles bedeutet. Wenn man von den Freunden nicht mehr beachtet und anerkannt wird. Wenn man den Schock einer Krebserkrankung bew\u00e4ltigen soll. Oder auch, wenn man erkennt, da\u00df man irgendwann, irgendwo etwas unverzeihlich B\u00f6ses getan hat, und sich selbst eingestehen mu\u00df: Ich bin ja gar nicht so anst\u00e4ndig und gut, wie ich immer dachte.<\/p>\n<p align=\"justify\">Dann bricht pl\u00f6tzlich die Welt zusammen; man sieht keinen Ausweg mehr. Man ist am Ende \u2013 mit seinem \u201eLatein\u201c, mit allem, was man bisher gelernt, geglaubt, worauf man sich verlassen hatte. Die Ersch\u00fctterung aller Sicherheiten und Gewi\u00dfheiten reicht so tief, da\u00df man verzweifelt nach Erkl\u00e4rungen sucht, sich fragt: \u201eWARUM trifft es gerade mich? Was habe ich falsch gemacht?\u201c Und wenn man alle m\u00f6glichen Ursachen bedacht hat, auch keinen anderen Menschen daf\u00fcr zur Verantwortung ziehen kann, d\u00e4mmert die unangenehme Erkenntnis: \u201eEs ist meine Schuld!\u201c<\/p>\n<p align=\"justify\">Und die Frage nach UMKEHR stellt sich mit erstaunlicher Vehemenz: \u201eWas kann ich jetzt noch \u00e4ndern? Ich will versuchen, anders zu leben: r\u00fccktsichtsvoller, verantwortungsbewu\u00dfter&#8230; Ich will das Vergangene hinter mir lassen, einen neuen Anfang wagen.\u201c<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Frage nach eigener Schuld mag wohl auch dem \u201eHaus Israel\u201c \u2013 damit ist das alte Volk Israel gemeint \u2013 vor rund 2.600 Jahren auf der Seele gebrannt haben. \u00dcberfallen durch die babylonische Kriegsmacht, aus ihrer Heimat verschleppt, hielt noch immer die Erinnerung an ihre Hauptstadt Jerusalem mit dem Tempel, in welchem sie zu Gott gebetet hatten, die Israeliten aufrecht. Sie hofften auf eine baldige R\u00fcckkehr und Wiederherstellung der alten Verh\u00e4ltnisse. Sicher war es nur eine Frage der Zeit, bis Gott sich seinem Volk wieder gn\u00e4dig zuwenden und alle Leiden in der Fremde beenden w\u00fcrde. Solange Jerusalem und der Tempel Bestand hatte, hatte ihre Hoffnung einen unverr\u00fcckbar stabilen Grund. Solange&#8230; Doch dann trifft das v\u00f6llig Unerwartete bei den Exulanten ein: Die Nachricht vom Fall Jerusalems, von der Zerst\u00f6rung des Tempels. Welches Entsetzen mu\u00df diese Botschaft ausgel\u00f6st haben, welche tiefe Niedergeschlagenheit unter den Vertriebenen im Exil. Das Leben war nicht mehr dasselbe wie zuvor.<\/p>\n<p align=\"justify\">Leben bedeutete ihnen schon immer mehr als die reine Existenz. Wenn Leben bedroht war durch Feinde oder Krankheit, suchten sie Hilfe im Heiligtum. Der Zuspruch des Tempelpriesters galt ihnen als feste Lebens-Zusage: Gott ist mit dir! D.h. in der Gemeinschaft mit Gott kann dir letztlich nichts geschehen! Doch nun war diese Sicherheit ersch\u00fcttert. Mit dem Ende des Tempels war gleichsam auch das Ende der Gemeinschaft zwischen Gott und seinem auserw\u00e4hlten Volk gekommen, ja das Ende des eigenen Lebens vorprogrammiert. \u201eWie k\u00f6nnen wir denn leben?\u201c klagen sie ihrem Propheten HESEKIEL. Und vermutlich erinnern sie sich schuldbewu\u00dft all jener Dinge, die sie zuvor verdr\u00e4ngt und nicht wahrhaben wollten. Laut und heftig hatte der Prophet schon lange zuvor (Kap. 22) seinen Volksgenossen vorgeworfen, wo sie Gottes Gebote gebrochen, G\u00f6tzen angebetet, die Mitmenschen betrogen oder gar ermordet, Arme ausgebeutet und unz\u00e4hlige Greuel getan hatten. Die Schuld der Einzelnen betraf die ganze Gemeinschaft. Nun klingelten ihnen die ehemals so tauben Ohren; die prophetischen Worte trafen sie \u2013 im nachhinein \u2013 mitten ins Herz.<\/p>\n<p align=\"justify\">Doch nun, angesichts ihrer neugewonnen Einsicht verloren sie allen Mut, jede Zukunftsperspektive. \u201eWie k\u00f6nnen wir denn weiterleben!\u201c \u2013 das ist der Aufschrei von Verzweifelten, die in der Erkenntnis ihrer Schuld unterzugehen drohen. Mit Menschen, die so tief erschrocken und ersch\u00fcttert sind, mu\u00df man anders reden als mit Schuldigen, die ihre Schuld nicht einsehen wollen. Derart verzweifelte Menschen brauchen Trost und Ermutigung. Sie brauchen die Gelegenheit, ihr Herz auszusch\u00fctten, wie in einer Beichte sich alles von der Seele zu reden. Sie brauchen jemanden, der zwar den Ernst ihrer Lage nicht besch\u00f6nigt, sie auch rechtzeitig vor dem Schuldigwerden warnt, doch andererseits sie nicht alleinl\u00e4\u00dft, sondern ihnen hilft, wieder auf den rechten Weg zur\u00fcckzukehren. Sie brauchen einen guten Freund, der sie nicht fallenl\u00e4\u00dft, sondern ihnen einen neuen, gangbaren Weg aufzeigt, mitten hindurch zwischen den Extremen von \u00fcberheblicher Selbstgerechtigkeit und bodenloser Ersch\u00fctterung. Einen Weg, der sogar \u00fcber das scheinbare Ende hinaus weiterf\u00fchrt zu einem gelingenden Leben.<\/p>\n<p align=\"justify\">Ein Mensch, der so realistisch, aufgeweckt mahnend und zugleich mitf\u00fchlend reden konnte, war der Prophet HESEKIEL. Ihm wird von Gott ein Vermittlungs- und W\u00e4chteramt \u00fcbertragen. Er soll sowohl Gottes mahnender Bote sein, wie auch ein verst\u00e4ndnisvoller Seelsorger gegen\u00fcber den Mitmenschen. H\u00f6ren wir, welchen Auftrag Gott seinem Botschafter und Menschenkind, HESEKIEL, erteilt.<\/p>\n<p align=\"center\">TEXT (Hes. 33, 10 \u2013 16)<\/p>\n<p align=\"justify\">Der schwerste und h\u00e4rteste Proze\u00df allem anderen voraus ist die offene und ehrliche Selbsterkenntnis: \u201eIch habe mich schuldig gemacht! Ich werde weder Gottes noch meinem eigenen Anspruch, ein guter Mensch zu sein, gerecht. Immer bleibe ich irgendjemandem etwas schuldig, und manchmal tue ich B\u00f6ses sogar mit Absicht.\u201c Doch diese Schuldeinsicht <u>allein<\/u> hilft nicht weiter. Sie stellt mir nur vor Augen, wie wenig ich selbst mich \u00e4ndern kann. Vielmehr mu\u00df ich mich \u00e4ndern lassen, mich durch tiefgreifende Erfahrungen, Krisensituationen, Konfrontationen von Gott auf den richtigen Weg bringen lassen. Das geschieht auch heute noch.<\/p>\n<p align=\"justify\">Ich m\u00f6chte Euch und Ihnen ein Beispiel erz\u00e4hlen, das durchaus wahr sein k\u00f6nnte:<\/p>\n<p align=\"justify\">Dieter hat seit einem Jahr seinen F\u00fchrerschein. Stolz und selbstbewu\u00dft \u201egurkt\u201c er mit seinem Auto, einem elterlichen Geschenk zum Schulabschlu\u00df, durch die Gegend. Er f\u00fchlt sich absolut sicher, denn schlie\u00dflich ist er kein Neuling oder Anf\u00e4nger mehr im Stra\u00dfenverkehr. An einem Wochenende kutschiert er seine Freunde \u2013 3 junge M\u00e4nner und 1 M\u00e4dchen \u2013 zu einer abgelegenen Disco. Die Musik ist hei\u00df, die Stimmung super; ein paar Bierchen lockern alles und jeden auf. Weit nach Mitternacht treten die 5 Freunde den Heimweg an, nat\u00fcrlich in und mit dem Auto. Angespornt von seinen Mitfahrern demonstriert Dieter seine sportlich-risikofreudige Fahrweise. An einer un\u00fcbersichtlichen Kurve passiert es: Dieter verliert die Kontrolle \u00fcber das Fahrzeug. Der Wagen wird frontal gegen einen Baum geschleudert, \u00fcberschl\u00e4gt sich und landet im Graben. Wie durch ein Wunder entsteigen die jungen M\u00e4nner dem Fahrzeug unverletzt; nur die 16-j\u00e4hrige Beifahrerin hat es erwischt. Ohne das Bewu\u00dftsein wiederzuerlangen stirbt sie an ihren schweren Kopfverletzungen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Dieser Unfall hat Dieters Leben ver\u00e4ndert. Von einer Minute zur n\u00e4chsten wird aus dem unbeschwerten, leichtherzigen Draufg\u00e4nger ein extrem verunsicherter Mensch, \u00e4ngstlich, aber auch nachdenklich. Er glaubt, da\u00df er gro\u00dfe Schuld auf sich geladen hat, f\u00fcr die es keine Wiedergutmachung gibt. Die R\u00fcckkehr zu seinem Leben wie bisher sieht er verbaut. Und die gutgemeinten Ratschl\u00e4ge seiner Freunde tr\u00f6sten ihn keineswegs: \u201eMach dir doch nicht soviel Gedanken. Kannste doch nicht \u00e4ndern. Ist einfach Pech, kann jedem passieren. Das M\u00e4dchen hat doch selber schuld. Sie h\u00e4tte ja nicht mitkommen m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p align=\"justify\">Alles Verdr\u00e4ngen von m\u00f6glicher Ursache und pers\u00f6nlicher Schuld hilft nicht weiter. Manche Ersch\u00fctterungen gehen selbst unter das dickste Fell und wecken eine Verzweiflung, die alle Selbstgerechtigkeit und Sicherheit infragestellt. Sind wir ehrlich betroffen, f\u00fchlen wir uns ratlos, orientierungslos. \u201eMacher\u201c verlieren ihr Werkzeug, haben pl\u00f6tzlich nichts mehr in der Hand. Von vornherein \u00c4ngstliche versinken in Depression. Doch wenn wir uns bewu\u00dft allen Fragen stellen, auch der Frage Schuld, \u201ekehren wir um\u201c.<\/p>\n<p align=\"justify\">Wir \u00e4ndern unsere Lebensrichtung und suchen nach dem, was tr\u00e4gt: \u201eWie k\u00f6nnen wir denn weiter-leben? Was rettet uns, erh\u00e4lt uns am Leben?\u201c<\/p>\n<p align=\"justify\">\u201e<b>So wahr ich lebe<\/b>\u201c spricht Gott durch Prophetenmund. \u201e<b>Mir macht es keine Freude, wenn ein Mensch wegen seiner Vergehen sterben mu\u00df. Ich freue mich, wenn er sich bessert und am Leben bleibt. Darum kehrt um und \u00e4ndert euch!<\/b>\u201c<\/p>\n<p align=\"justify\">Um Leben und Tod geht es also. Und Gott will, da\u00df wir, seine MENSCHENKINDER, leben! Egal, ob wir uns \u00fcberwiegend toll, gut und klasse finden. Oder andere uns gelegentlich als Halunken beschreiben. Gott will, da\u00df wir leben! Nicht die Vergangenheit z\u00e4hlt, sondern allein die Gegenwart. Wir d\u00fcrfen uns l\u00f6sen von Schuld und Lasten der Vergangenheit; daraus sollen uns keine Fallstricke f\u00fcr die Zukunft erwachsen. Doch auch vergangene Lorbeeren sind kein \u201esanftes Ruhekissen\u201c, auf denen wir es uns f\u00fcr den Rest unserer Lebenszeit gem\u00fctlich machen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p align=\"justify\">Gott geht es darum, da\u00df wir leben \u2013 jede\/r f\u00fcr sich und zugleich nicht ohne einander. Nicht auf Kosten der anderen Menschen, vielmehr zusammen mit ihnen in einer guten, rechtschaffenden Gemeinschaft. Gottes Gebote k\u00f6nnen und wollen daf\u00fcr hilfreiche Satzungen sein. Und wenn etwas danebengeht, wenn wir schuldig werden, bewu\u00dft oder unbewu\u00dft, zielstrebig oder fahrl\u00e4ssig \u2013 dann kostet uns das nicht das Leben. Denn einer hat bereits f\u00fcr uns \u201ebezahlt\u201c \u2013 am Kreuz, unschuldig und freiwillig. Damit wir im Vertrauen auf ihn \u2013 leben.<\/p>\n<p align=\"justify\">Dieter zieht aus seiner schrecklichen Erfahrung eine Lehre f\u00fcrs Leben. Er findet eine Aufgabe, eine Art Wiedergutmachung f\u00fcr das, was sich nicht \u00e4ndern l\u00e4\u00dft. Das get\u00f6tete 16j\u00e4hrige M\u00e4dchen hat einen geistig behinderten j\u00fcngeren Bruder. Dieter spricht mit den Eltern, besucht den Jungen einmal pro Woche und betreut ihn. Irgendwann wagt er auch wieder, ein Auto zu fahren. Und als er mit dem Bruder des M\u00e4dchens zum erstenmal eine Ausfahrt macht \u2013 anders als fr\u00fcher, besonnener und sehr vorsichtig \u2013 empfindet er die Freude auf dem Gesicht des Jungen wie ein verzeihendes, vers\u00f6hnendes Geschenk.<\/p>\n<p align=\"justify\">AMEN<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><b><a name=\"vorb\"><\/a>VORBEMERKUNGEN zur Gemeindesituation <\/b><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: medium;\">Etwas erschrocken registrierte ich in einem der letzten Januargottesdienste, da\u00df neben wenigen Erwachsenen mehr als doppelt soviele KonfirmandInnen vor mir sa\u00dfen \u2013 und dies bei einem Paulus-Predigttext, der beim Vorlesen nicht einmal f\u00fcr die Erwachsenen auf Anhieb zu verstehen war. Siedendhei\u00df erinnerte ich mich der Antworten dieser Jugendlichen, die ich nach ihren Erfahrungen und W\u00fcnschen zum Gottesdienst befragt hatte. Bei aller gutwilligen Bereitschaft zuzuh\u00f6ren, f\u00fchlten sie sich oftmals zu wenig angesprochen. Texte waren zu lang, un\u00fcbersichtlich oder langweilig. In der Predigt wurden fast immer wurden nur Lebenssituationen von Erwachsenen ber\u00fccksichtigt. Ergo, nehme ich mir vor, das n\u00e4chste mal auch ganz bewu\u00dft die jungen Leute im Blick zu haben. Und ich gehe davon aus, da\u00df die Erwachsenen sehr gut nachvollziehen k\u00f6nnen, was f\u00fcr die Jugendlichen gesprochen wird.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\">\u00dcberraschenderweise scheint es f\u00fcr KonfirmandInnen, die ich zum Text befrug, nur wenige Unklarheiten zu geben: <i>Wer ist mit dem \u201eMenschenkind\u201c gemeint? Das Christuskind? Was bedeutet \u201eHaus Israel\u201c? Was soll der Satz hei\u00dfen \u201eda\u00df wir darunter vergehen\u201c? <\/i>Unter<i> \u201eSatzungen des Lebens\u201c <\/i>verstehen einige eher allgemeine Werte und Normen, andere erinnern sofort die 10 Gebote<i>.<\/i> (Wie kann es anders sein, wenn die Pastorin fragt). Inhaltlich leuchtet der Text ein und findet Zustimmung. Auch, wenn Begriffe, wie S\u00fcnde, Missetaten u.a. von den jungen Leuten wohl auf ihre je eigene Weise verstanden werden. Allein die Aussage, \u201eda\u00df ein Guter so hart bestraft wird, nur weil er einmal etwas B\u00f6ses tut\u201c, wird als ziemlich \u201edumm\u201c (ungerecht) empfunden.<\/p>\n<p align=\"justify\"><b>Pastorin Karin Klement<br \/>\nLange Stra\u00dfe 42<br \/>\n37077 G\u00f6ttingen (Kirchengemeinden Roringen und Herberhausen)<br \/>\nTel. 05 51 \/ 2 15 66<br \/>\n<a href=\"mailto:kklement@mpc186.mpibpc.gwdg.de\">e-mail: kklement@mpc186.mpibpc.gwdg.de <\/a><\/b><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>^<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/breu.de\/cgi-bin\/01mcco.pl?j=2&amp;bn=neukirch&amp;f=000206.html&amp;r=r1&amp;w=\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>5. 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