{"id":21148,"date":"2000-03-19T14:55:28","date_gmt":"2000-03-19T13:55:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21148"},"modified":"2025-03-14T14:57:12","modified_gmt":"2025-03-14T13:57:12","slug":"jesaja-51-7-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/jesaja-51-7-4\/","title":{"rendered":"Jesaja 5,1-7"},"content":{"rendered":"<table border=\"0\" width=\"500\" align=\"CENTER\">\n<tbody>\n<tr>\n<td align=\"CENTER\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"CENTER\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: Arial;\"><span style=\"color: #0000a0; font-size: xx-small;\">2. Sonntag der Passionszeit, Reminiszere<\/span><br \/>\n<b>19.3.2000<br \/>\nJesaja 5,1-7<\/b><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Arial;\"><b>J\u00fcrgen Berghaus<\/b><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"LEFT\"><span style=\"font-size: medium;\">Liebe Gemeinde ! <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><i>\u201eEs ist nicht leicht, ein Narr zu sein\u201c <\/i>&#8211; so lautete vor Jahren der Titel eines Buches, in dem ein alt gewordener Karnevalist seine Erfahrungen und Erlebnisse festhielt. (&#8230;), denn der Narr hat die schwere Aufgabe, den Leuten durch seine Sp\u00e4\u00dfe einen Spiegel vorzuhalten, in dem sie sich mit ihren Fehlern und Eitelkeiten wiedererkennen k\u00f6nnen &#8211; um dann \u00fcber sich selbst zu lachen. (&#8230;), denn ein Narr mu\u00df gut beobachten, offene Augen haben f\u00fcr wichtige und weniger wichtige Ereignisse; und er mu\u00df die F\u00e4higkeit besitzen, diese Ereignisse so in Worte und Reime zu fassen, da\u00df seine Zuh\u00f6rer in-nerlich getroffen werden, ohne gleich zornig aufzubrausen. <\/span><\/p>\n<p><i>\u201eEs ist nicht leicht, Prophet zu sein\u201c <\/i>&#8211; das mag vielleicht damals Jesaja durch den Kopf gegangen sein, nachdem er den Auftrag bekommen hatte, Gottes Willen dem Volke Israel auszurichten. (&#8230;), denn das bedeutete f\u00fcr Jesaja, Kritik zu \u00fcben an den Machenschaften seiner Landsleute, Kritik an \u00fcberzogenen Grundst\u00fccksspekulationen, Kritik an Rechtsverdrehung und Korruption, Kritik nicht zuletzt wegen mangelnden Gottvertrauens &#8211; selbst bei den Priestern und im K\u00f6nigshaus. (&#8230;), denn Jesaja hatte das Gericht Gottes anzusagen : die Zerst\u00f6rung der Heimat, Gefangenschaft und Tod.<\/p>\n<p>\u201eGott wird sein Volk strafen, weil es ihm nicht gehorcht\u201c &#8211; das war die Botschaft Jesajas, die sicherlich keinen Beifall erwarten lie\u00df.<\/p>\n<p>Und nun sehe ich Jesaja unruhig in seinem Haus umhergehen. Er rauft sich die Haare, er ringt ver-zweifelt um eine Idee, wie er diesen schweren g\u00f6ttlichen Auftrag erf\u00fcllen kann. \u201eDie werden lachen und meine Worte als Spinnerei abtun\u201c, denkt sich der Prophet. Da pl\u00f6tzlich kommt ihm der ersehnte Einfall : Er setzt sich nieder und dichtet ein Lied, eben jene Verse aus Jes 5, die ich gerade in der vorz\u00fcglichen \u00dcbertragung der Gute-Nachricht-Bibel vorgetragen habe. Wie ein Liebeslied geht es los, durchaus \u00f6fter wurde in Israel mit dem Bild vom Weinberg und seinem Besitzer ein Liebespaar besungen. Und so m\u00f6gen Jesajas Zuh\u00f6rer wohl zun\u00e4chst einmal gedacht haben : \u201eDer tr\u00e4gt uns ein Liebeslied vor &#8211; das h\u00f6ren wir gern, das lassen wir uns gefallen.\u201c<\/p>\n<p>Jesaja f\u00e4hrt fort und besingt, wie liebevoll sich der Freund um seinen Weinberg gek\u00fcmmert hat : wie er ihn umgrub und entsteinte, wie er einen Turm baute als Wohnung f\u00fcr die Arbeiter und eine Kelter zum Auspressen der Trauben. Alles ist bestens vorbereitet &#8211; der Freund darf zu Recht auf eine gute Ernte hoffen. Welch gro\u00dfe Entt\u00e4uschung, als an den Weinst\u00f6cken nur saure Trauben wachsen !<\/p>\n<p>Der Weinbergbesitzer ist zornig dar\u00fcber : er will die Schutzmauer einrei\u00dfen, damit Tiere kommen und die schlechten Pflanzen niedertrampeln; Unkraut soll den Weinberg bewachsen, kein Regen mehr auf ihn fallen. Und dann setzt Jesaja zum Finale an, er rei\u00dft auch den letzten seiner Zuh\u00f6rer aus der irrigen Meinung, hier w\u00fcrde blo\u00df ein x-beliebiger Schlager vorgetragen : <i>\u201eDer Weinberg des HERRN seid ihr Israeliten! Sein Lieblingsgarten, Juda, seid ihr! Er hoffte auf Rechtsspruch &#8211; und erntete Rechtsbruch, statt Liebe und Treue nur Hilfeschreie!\u201c<\/i><\/p>\n<p>An drei Stellen m\u00f6chte ich dieses eindrucksvolle \u201eWeinberglied\u201c Jesajas noch weiter vertiefen.<\/p>\n<p>1.) Gottes t\u00e4tige Liebe<\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Liebe Gemeinde, mit dem Besitzer des Weinbergs ist Gott gemeint. Er beweist dem Volk Israel gegen\u00fcber ganz anschaulich seine t\u00e4tige Liebe. Wie m\u00fcht sich der Gutsherr um sein Eigentum, und von welch machtvollen Taten Gottes konnten die Zeitgenossen Jesajas berichten : Die Befreiung aus der \u00e4gyptischen Sklaverei, der Einzug ins Gelobte Land nach siegreichem Kampf gegen Feinde, die gro\u00dfen K\u00f6nige David und Salomo &#8211; Jesaja durfte sicher sein, da\u00df sich die Zuh\u00f6rer unter Gottes t\u00e4tiger Liebe etwas sehr Konkretes vorstellen konnten. <\/span><\/p>\n<p>Wie steht es heutzutage damit, von Liebesbeweisen Gottes zu erz\u00e4hlen ? Ich denke an Jesus Christus und vor allem an sein bitteres Leiden und Sterben \u201ef\u00fcr uns\u201c. Aber wei\u00df ich auch mit meinem eigenen Leben zu verdeutlichen, wo mir pers\u00f6nlich die t\u00e4tige Liebe Gottes begegnet ist ? Diese Frage zu beantworten ist jede\/r von uns selbst herausgefordert, und eine Antwort zu finden ist nicht immer leicht. Doch wie stotternd auch meine Worte ausfallen m\u00f6gen &#8211; hier erst zeigt sich die Tiefe des Glaubens. Denn Gott ist ja nicht blo\u00df Gegenstand kirchlicher Lehrs\u00e4tze, sondern Gott will unser Leben durchdringen und bestimmen, und zwar vor allem durch seine entgegenkommende Liebe !<\/p>\n<p>2.) Die Antwort des Menschen<\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Liebe Gemeinde, das Bild vom Weinberg, der schlechte Fr\u00fcchte bringt, ist nach wie vor aktuell. Wenn ich mich umschaue in Kirche und Welt, so lie\u00dfe sich \u00fcber manches die Nase r\u00fcmpfen : Viele Zeitgenossen leben so, als w\u00fcrde es Gott \u00fcberhaupt nicht geben &#8211; dabei ist ein <i>Glaube, <\/i>der mit Wort und Tat bekennt, eine Frucht, die Gott von uns erwartet. Gef\u00fchle von Sinnlosigkeit und Entt\u00e4uschung ziehen immer weitere Kreise &#8211; dabei ist die <i>Hoffnung, <\/i>die auch gegen den Augenschein Bestand hat, eine Frucht, die Gott von uns erwartet. Eigene Interessen stehen im Vordergrund, Leistungsdruck be-stimmt unsere Gesellschaft durch und durch &#8211; dabei ist die <i>Liebe, <\/i>die sich uneigenn\u00fctzig dem Bruder oder der Schwester widmet, eine Frucht, die Gott von uns erwartet. <\/span><\/p>\n<p>\u201eGlaube, Hoffnung und Liebe &#8211; diese drei werden bleiben\u201c so meinte einst Paulus. Gebe Gott, da\u00df Glaube, Hoffnung und Liebe auch in unserem Leben konkret Gestalt gewinnen und wachsen k\u00f6nnen!<\/p>\n<p>3.) Gottes Entt\u00e4uschung<\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Liebe Gemeinde, Gott ist entt\u00e4uscht, wenn seine t\u00e4tige Liebe keine menschliche Antwort findet. Im Weinberglied folgt daraus, da\u00df der liebevoll gehegten Pflanzung Schutz und Pflege entzogen werden; schon dieses blo\u00dfe Wegziehen der segnenden Hand Gottes hat die Verwilderung und das Verderben seiner Sch\u00f6pfung zur Folge. <\/span><\/p>\n<p>Wir reden gern vom \u201elieben Gott\u201c, doch der Predigttext erinnert uns daran, da\u00df Gott auch zornig werden kann.<\/p>\n<p>Das Volk Israel und die Christen &#8211; wir alle erleben immer wieder Situationen, die eher an Gottes Zorn als an seine Liebe denken lassen. Dann ist es wichtig, sich ganz fest an die Heilszusagen Gottes zu klammerrn und an die Worte des auferstandenen Christus: \u201eIch bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.\u201c<\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Liebe Gemeinde, Gottes Zorn bedeutet nicht das Ende seiner Liebe, sondern ist vielmehr der Audruck einer tiefen Entt\u00e4uschung dar\u00fcber, da\u00df den g\u00f6ttlichen Liebeserweisen so wenig menschliche Fr\u00fcchte folgen. Ob unser Sch\u00f6pfer wohl an seinem Manforter Weinberg mehr Gefallen findet ? (&#8230;) <\/span><\/p>\n<p>Pfarrer J\u00fcrgen Berghaus<br \/>\nScharnhorststra\u00dfe 38<br \/>\n51377 Leverkusen-Manfort<br \/>\nT.\/F. 0214 &#8211; 8707091<br \/>\n<a href=\"mailto:berghaus@ekir.de\">berghaus@ekir.de<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"CENTER\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/breu.de\/cgi-bin\/01mcco.pl?j=2&amp;bn=neukirch&amp;f=000319-2.html&amp;r=r1&amp;w=\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2. Sonntag der Passionszeit, Reminiszere 19.3.2000 Jesaja 5,1-7 J\u00fcrgen Berghaus Liebe Gemeinde ! \u201eEs ist nicht leicht, ein Narr zu sein\u201c &#8211; so lautete vor Jahren der Titel eines Buches, in dem ein alt gewordener Karnevalist seine Erfahrungen und Erlebnisse festhielt. 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