{"id":21213,"date":"2000-06-01T15:59:00","date_gmt":"2000-06-01T13:59:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21213"},"modified":"2025-03-14T15:59:33","modified_gmt":"2025-03-14T14:59:33","slug":"apokalypse-1-4-8","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/apokalypse-1-4-8\/","title":{"rendered":"Apokalypse 1, 4-8"},"content":{"rendered":"<table border=\"0\" width=\"600\" align=\"CENTER\">\n<tbody>\n<tr>\n<td align=\"CENTER\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"CENTER\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: Arial;\"><span style=\"color: #0000a0; font-size: xx-small;\">Christi Himmelfahrt<\/span><br \/>\n<b>1.6.2000<br \/>\nApokalypse 1, 4-8<\/b><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Arial;\"><b>Hans-Georg Babke<\/b><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"LEFT\">Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p align=\"justify\">\u201eJesus ist Sieger!\u201c<br \/>\nSo lautet die Botschaft des Sehers Johannes. Jesus ist Sieger \u00fcber die d\u00e4monischen, finsteren und lebensfeindlichen M\u00e4chte. Sieger auch \u00fcber die Menschen, die verblendet im Bannkreis dieser M\u00e4chte stehen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Johannes mutet diese Botschaft Menschen zu, die alles andere erfahren als das, dass das Gute siegreich ist. Menschen, vor denen Gott sich verborgen und denen er sich entzogen hat, f\u00fcr die die Existenz Gottes, geschweige denn seine Macht in ihrer pers\u00f6nlichen und gesellschaftlichen Lebenswirklichkeit h\u00f6chst fraglich geworden ist. In ihrer Gottesfinsternis m\u00f6gen sie laut oder leise geschrieen haben: \u201eWo bist du, Gott? Wann warst du eigentlich lieb, lieber Gott?&#8230;Wir kennen dich nicht mehr so recht, du bist ein M\u00e4rchenbuchliebergott.\u201c (Wolfgang Borchert) Wo warst du, als die r\u00f6mischen Soldaten gewaltsam in unsere H\u00e4user eindrangen und uns unsere Kinder stahlen? Warst du da, als sie den Kindern V\u00e4ter und M\u00fctter raubten? Warst du lieb, als sie Christen, unsere Schwestern und Br\u00fcder im Glauben an dich, lieber Gott, warst du lieb, als du sie in die Kerker werfen und den wilden Tieren vorwerfen lie\u00dfest? Und das nur, weil sie an dich glaubten und sich weigerten, dem r\u00f6mischen Kaiser als Gott zu huldigen? O, wie hatten wir gehofft und gebetet. Wie hatten wir deinem Sohn vertraut, als er uns versprach, es w\u00fcrde Friede auf Erden geben ohne Leid, ein Paradies, in dem das Lebensrecht aller Menschen geachtet w\u00fcrde und die Tr\u00e4nen von allen Gesichtern abgewischt sein w\u00fcrden. Wie hatten wir gehofft, dass eine neue Zeit anbrechen w\u00fcrde, ohne Gewalt und Hass, eine Zeit, wo Andersartiges und Fremdes nicht mehr zum S\u00fcndenbock abgestempelt w\u00fcrde, wo Menschen ihre Vernunft gebrauchen w\u00fcrden und \u2013 nicht mehr gr\u00f6\u00dfenwahnsinnig \u2013 die Grenzen ihres Verm\u00f6gens anerkennen w\u00fcrden. Wie haben wir die neue Zeit herbeigesehnt, in der sich das Gute erkennbar \u00fcber das B\u00f6se durchsetzt. Gott, wo bist du? Sp\u00fcrst du nicht unsere Angst vor der drohenden Gefahr, dem qualvollen Sterben? H\u00f6rst du nicht unser Schreien?<\/p>\n<p align=\"justify\">So haben sie wohl empfunden. Die Menschen, denen der Seher Johannes seinen Brief geschrieben hat. Christen in Kleinasien am Ende des 1. Jahrhunderts. Verfolgt von einer gr\u00f6\u00dfenwahnsinnigen r\u00f6mischen Staatsmacht, die die Christen f\u00fcr die Miseren in der Gesellschaft verantwortlich machte und die sich selbst anma\u00dfte, anstelle Gottes den Menschen ewiges Gl\u00fcck und Heil garantieren zu k\u00f6nnen. Daf\u00fcr mussten eben Menschenopfer in Kauf genommen werden, wie man meinte. Statt der versprochenen Friedensherrschaft Gottes erlebten die Christen jetzt die \u00dcbermacht des r\u00f6mischen Machthabers und seiner willf\u00e4hrigen Schergen. Statt Licht und Frieden bedeckten nun Gewalt und Finsternis das Erdreich, zumindest die Erde, auf der sie wohnten.<\/p>\n<p align=\"justify\">In solch einer Situation mutet der Seher Johannes diesen Menschen die Botschaft zu: \u201eJesus ist Sieger!\u201c Er ist der Herr \u00fcber die K\u00f6nige auf Erden, der Herr \u00fcber alle Machthaber und \u00fcber die vielen, die den Machthabern erst zu ihrer Macht verhelfen. Habt Geduld!, fordert Johannes. Lasst euch nicht vom Augenschein und den sichtbaren Tatsachen tr\u00fcgen! Bald wird eure Not zu Ende sein. Nur noch eine kleine Weile, dann wird sich erf\u00fcllen, was Jesus verhei\u00dfen hat. Noch herrschen zwar die M\u00e4chte der Finsternis. Aber bald kommt die Zeit Gottes. Dann wird er sich mit seiner Macht der Liebe durchsetzen und euch, die ihr an ihn und seine Zukunft geglaubt habt, ins Recht setzen. Eindeutig und f\u00fcr jedermann sichtbar. Auch f\u00fcr die, die Jesus seiner Mutter und seinen J\u00fcngern geraubt und get\u00f6tet haben. Dann wird die Wahrheit dessen, woran ihr geglaubt habt, offenbar werden. \u201eSiehe, er kommt mit den Wolken, und es werden ihn sehen alle Augen und alle, die ihn durchbohrt haben&#8230;Ich bin das A und O, spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allm\u00e4chtige.\u201c<\/p>\n<p align=\"justify\">\u201eJesus ist Sieger!\u201c<\/p>\n<p align=\"justify\">Auch wenn jetzt der Augenschein noch dagegen spricht. Jesus ist Sieger \u00fcber die d\u00e4monischen, finsteren und lebensfeindlichen M\u00e4chte. Sieger auch \u00fcber die Menschen, die verblendet im Bannkreis dieser M\u00e4chte stehen. Ihr d\u00fcrft nicht meinen, dass das B\u00f6se nur etwas ist, das im Willen einzelner Menschen existiert. Damit w\u00fcrdet ihr das B\u00f6se verharmlosen. Das w\u00fcrde auch der Wirklichkeit nicht gerecht. Wer immer in gesellschaftlichen K\u00e4mpfen steht und sich f\u00fcr das Gute und Richtige einsetzt, wer immer sich stark macht f\u00fcr die Menschenw\u00fcrde, f\u00fcr die g\u00f6ttlichen Menschenrechte und die Gebote Gottes, wird erleben: Noch so vern\u00fcnftige, einsichtige und \u00fcberzeugende Argumente reichen in der Regel nicht hin, um andere Menschen von ihren Lebenseinstellungen, von ihrem anma\u00dfenden Gr\u00f6\u00dfenwahnsinn und ihrem Verhalten abzubringen. Insbesondere dann nicht, wenn es den Einfluss-Eliten gelingt, an die Ressentiments und Verlust\u00e4ngste der Massen zu appellieren und wenn Einstellungen und Wirklichkeitsdeutungen zu herrschenden Trends geworden sind. Es ist geradezu das Wesen herrschender Trends, dass sie wie eine \u00fcberpers\u00f6nliche Macht Besitz ergreifen von den Massen und sie andererseits sich verst\u00e4rken durch das Wollen und Denken der vielen Einzelnen in der Masse. Wie anders ist es zu erkl\u00e4ren, dass in eurer Vergangenheit die Juden von \u00fcberwiegend tugendhaften B\u00fcrgern immer wieder als Untermenschen verunglimpft, verfolgt und get\u00f6tet wurden. Ihr braucht hier nur an die Verfolgung durch die Griechen 170 Jahre vor der Geburt unseres Herrn zu denken. Wie anders ist es zu erkl\u00e4ren, dass eure Nachbarn, zu denen ihr eben noch ein gute Verh\u00e4ltnis hattet, jetzt tatenlos zusehen und dazu schweigen, wie sie euch eure Kinder rauben und euren Kindern V\u00e4ter und M\u00fctter stehlen. Nein, das B\u00f6se ist eine Macht, die in herrschenden Trends wirksam wird und weit \u00fcber den Willen des einzelnen Menschen hinaus greift. Deshalb ist es so schwer, Menschen gegen herrschende Trends mit guten und vern\u00fcnftigen Argumenten von dem zu \u00fcberzeugen, was richtig ist.<\/p>\n<p align=\"justify\">So sagt es Johannes den verfolgten Mitchristen. Und er f\u00e4hrt fort: Gott hat mir einen Blick in den Himmel verg\u00f6nnt. Und ich sah, wie dort die M\u00e4chte des B\u00f6sen bereits besiegt waren. Gott sa\u00df auf dem Thron des Weltenherrschers, zusammen mit Jesus. Die Entscheidung ist gefallen, der Kampf entschieden zugunsten der menschenfreundlichen Macht Gottes. Diese Macht wird bald Platz greifen auch auf der Erde. Den Gr\u00f6\u00dfenwahnsinn politischer Machthaber, ihre Gewalttaten und das Leid, das sie \u00fcber euch bringen \u2013 das alles ist nur noch ein letztes Aufb\u00e4umen der d\u00e4monischen und lebensfeindlichen M\u00e4chte, deren Werkzeuge sie sind. Vielleicht m\u00fcsst ihr noch einige Zeit leiden. Aber sie wird kommen, die Zeit Gottes. Es wird wahr werden, was Jesus verhei\u00dfen hat: dass das Lebensrecht aller Menschen und ihre von Gott geschenkte W\u00fcrde geachtet werden. \u201eJesus ist Sieger!\u201c Darum lasst euch nicht unterkriegen, verliert nicht euren Mut und eure Hoffnung! Bleibt standhaft gegen\u00fcber denen, die euch bedrohen! Verb\u00fcndet euch mit der g\u00f6ttlichen Macht des Guten! Werdet Werkzeuge dieser Macht! Denn das ist das \u00c4u\u00dferste und Letzte, was ihr dieser gr\u00f6\u00dfenwahnsinnigen, gewaltt\u00e4tigen und absurden Weltwirklichkeit entgegensetzen k\u00f6nnt. Gott ist durch die \u00dcbel in der Welt nicht ins Unrecht gesetzt worden. Vielmehr ist er der st\u00e4rkste Partner, mit dem ihr euch gegen die \u00dcbel verb\u00fcnden k\u00f6nnt. Im couragierten Widerstand gegen herrschende lebensfeindliche Trends, im couragierten Widerstand gegen Machthaber, die ihre Grenzen nicht respektieren, bewahrt ihr euch eure Freiheit. Im Vertrauen auf den ultimativen Sieg des g\u00f6ttlichen Willens in den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen, in die ihr verstrickt seid, greift die g\u00f6ttliche Wirklichkeit schon Raum in der Weltgeschichte. Nur wenn Menschen sich nicht mehr ducken, wenn sie Widerstand gegen das ersichtlich B\u00f6se leisten, nur wenn die Hoffnung auf die bessere Zukunft Gottes ihrer selbst ansichtig wird im h\u00f6rbaren Bekenntnis der Wahrheit und in sichtbaren Taten , hat die menschenfreundliche Macht Gottes eine Chance, in eurem gesellschaftlichen Leben zum objektiven Geist und zur Macht zu werden. Drum seid diese Menschen, die sich nicht bange machen lassen in den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen von der \u00dcbermacht der Gegner, die nicht nach Gott fragen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Denkt daran: \u201eDie Herren der Welt kommen und gehen \u2013 unser Herr kommt.\u201c (Gustav Heinemann) Denn \u201eJesus ist Sieger!\u201c<\/p>\n<p align=\"justify\">Amen<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><b>Pfarrer Dr. Hans-Georg Babke<br \/>\n<a href=\"mailto:Hans-Georg.Babke@t-online.de\">E-Mail: Hans-Georg.Babke@t-online.de<\/a><\/b><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"CENTER\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/breu.de\/cgi-bin\/01mcco.pl?j=2&amp;bn=neukirch&amp;f=000601.html&amp;r=r1&amp;w=\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christi Himmelfahrt 1.6.2000 Apokalypse 1, 4-8 Hans-Georg Babke Liebe Gemeinde! \u201eJesus ist Sieger!\u201c So lautet die Botschaft des Sehers Johannes. 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