{"id":21232,"date":"2000-06-11T16:17:02","date_gmt":"2000-06-11T14:17:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21232"},"modified":"2025-03-14T16:18:16","modified_gmt":"2025-03-14T15:18:16","slug":"1-korinther-2-12-16-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/1-korinther-2-12-16-13\/","title":{"rendered":"1. Korinther 2, 12-16"},"content":{"rendered":"<table border=\"0\" width=\"600\" align=\"CENTER\">\n<tbody>\n<tr>\n<td align=\"CENTER\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"CENTER\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: Arial;\"><span style=\"color: #0000a0; font-size: xx-small;\">Pfingstsonntag<\/span><br \/>\n<b>11.6.2000<br \/>\n1. Korinther 2, 12-16<\/b><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Arial;\"><b>Heinz Janssen<\/b><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"LEFT\"><b>Die Gabe des Geistes Gottes &#8211; Leben in seiner Geistesgegenwart<\/b><\/p>\n<p><b>Predigttext (nach der \u00dcbersetzung Martin Luthers, Rev. 1984) <\/b><\/p>\n<p>12 Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, da\u00df wir wissen k\u00f6nnen, was uns von Gott geschenkt ist.<\/p>\n<p>13 Und davon reden wir auch nicht mit Worten, wie sie menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der Geist lehrt, und deuten geistliche Dinge f\u00fcr geistliche Menschen.<\/p>\n<p>14 Der nat\u00fcrliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen; denn es mu\u00df geistlich beurteilt werden.<\/p>\n<p>15 Der geistliche Mensch aber beurteilt alles und wird doch selber von niemandem beurteilt.<\/p>\n<p>16 Denn \u00bbwer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer will ihn unterweisen\u00ab (Jesaja 40,13)? Wir aber haben Christi Sinn.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><b>Predigt <\/b><\/span><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>&#8222;Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, da\u00df wir wissen k\u00f6nnen, was uns von Gott geschenkt ist&#8220; &#8211; so ruft der Apostel Paulus seiner Gemeinde in Erinnerung, was sie von Gott empfangen hat.<\/p>\n<p>Wissen w i r, was Gott uns geschenkt hat?<br \/>\n&#8211; Den Geist von Pfingsten!<br \/>\nFlammen der Begeisterung, die hoch schlagen k\u00f6nnen,<br \/>\nLicht, das die Wahrheit enth\u00fcllt,<br \/>\nFeuer, das W\u00e4rme verbreitet, und um das man sich gern versammelt,<br \/>\nGlut der Liebe, die nicht verl\u00f6scht&#8230;<\/p>\n<p><b>I.<\/b> Der Geist Gottes, den wir nicht fassen, nicht greifen und be-greifen k\u00f6nnen, ist &#8211; neben anderen Symbolen, z.B. der Taube &#8211; besonders im Symbol des Feuers veranschaulicht (wir h\u00f6rten davon in der Pfingstgeschichte).<\/p>\n<p>Glut der Liebe &#8211; welch ein Geschenk, nach dem wir uns alle sehnen! Haben wir dieses Ge-schenk, erfahren wir Liebe, ver\u00e4ndert sich unser Leben. Von Liebe erf\u00fcllte Menschen k\u00f6nnen wieder lieben, Liebe selbst weitergeben, austeilen, weiterschenken von ihrer F\u00fclle. Aus der kleinsten glimmenden Glu kann immer wieder ein Feuer entstehen, Feuer, das W\u00e4rme verbrei-tet, um das man sich gern versammelt &#8211; ein Zentrum, eine Gemeinschaft von Menschen in die-sem Licht, in e i n e m Geist.<\/p>\n<p><b>II.<\/b> F\u00fcnfzig Tage nach dem (Sabbat des) Passah-Fest versammelten sich schon die Mitglieder der j\u00fcdischen Gemeinde, um nach der eingebrachten Ernte ein gro\u00dfes Erntedankfest zu feiern. Sp\u00e4-ter, nach der Zerst\u00f6rung des Tempels wurde das Fest als &#8222;Wochenfest&#8220; (Schawuot) mit der dankbaren Erinnerung an die Gabe der Gebote auf dem Berg Sinai verbunden.<\/p>\n<p>Wir stehen mit unserem Pfingstfest, das wir als Gr\u00fcndung unserer christlichen Kirche begreifen, am gleichen w\u00e4rmenden Feuer wie die israelitisch-j\u00fcdische Gemeinde. Der Geist Gottes, der im brennenden Dornbusch schon Mose erschien, hat uns als Christen auf einem anderen Weg in die Gemeinschaft der weltweiten Familie Gottes gef\u00fchrt. In brennender Liebe hat uns Gott Jesus, seinen Sohn, geschenkt, geboren aus seinem Geist, aus seiner Sch\u00f6pferkraft, der Macht, mit der Gott alles am Leben und in Bewegung h\u00e4lt. In diese Bewegung hat Gott uns durch Jesus von Nazareth, seinen Christus, mit hineingenommen. Gott hat uns ein Licht aufgehen lassen, um seine Wahrheit zu entdecken, sie zu erkennen: wer wir sind, wer Gott ist, wie unser Weg in der Welt von Gott gedacht ist. Das Flammenrot des Heiligen Geistes &#8211; in keinem christlichen Gotteshaus fehlt das symbolische Rot &#8211; weist auf die Umformung und Gestaltung der Welt aus der Kraft der Liebe Gottes hin. Durch das Rot der Flamme sollen wir wie Mose am brennenden Dornbusch mit dem sich nicht verzehrenden Feuer den unserem menschlichen, &#8222;nat\u00fcrlichen&#8220; Geist verborgenen Gott erkennen. Dieses Flammenrot will uns nicht verbrennen, sondern anstecken f\u00fcr ein Leben in der Geistesgegenwart Gottes voller Flammen der Begeisterung.<\/p>\n<p><b>III.<\/b> Die Flammen der Begeisterung &#8211; wo sind sie mir geschenkt? Entbrenne ich vor Begeister-ung f\u00fcr eine gute Sache? Ich wei\u00df von vielen Engagements in der Kirche, in unserer Gesell-schaft, wo Menschen mit Feuereifer bei der Sache sind: wenn sie z.B. dort helfen, wo Dunkel-heit sich auszubreiten droht &#8211; in den Krankenh\u00e4usern, in der Betreuung krebskranker Kinder, in der Begleitung Sterbender (der wahren &#8222;aktiven Sterbehilfe&#8220;!), in der Telefonseelsorge; oder dort, wo ein Feuer der Liebe, der Zuwendung und guten Umganges angez\u00fcndet werden kann &#8211; in der Familie, in der Schule, im Verein, in unseren Kirchen und Gemeinden.<\/p>\n<p>Die Flammen der Begeisterung fordern zur Tat, sie wollen \u00fcberspringen, weitergegeben wer-den. Dieses T\u00e4tigsein im Sinne des Geistes Gottes und Jesu findet nicht nur Beifall, es kann auf Ablehnung sto\u00dfen und als unsinniges oder peinliches Handeln abgetan werden. Dass z.B. im Jahre 2003 evangelische und katholische Christen zu einem gemeinsamen Kirchentag einladen und &#8211; wie es sich viele schon lange w\u00fcnschen &#8211; gemeinsam in der Einm\u00fctigkeit des Heiligen Geistes und im Glauben an die Gegenwart des lebendigen Christus das Abendmahl, die Eucharistie, feiern wollen, nehmen viele mit flammender Begeisterung auf, aber es wird auch Streit und Ringen um die Wahrheit bedeuten.<\/p>\n<p>Der Heilige Geist, der Geist von Pfingsten, bewirkte damals einen hoffnungsvollen, Grenzen \u00fcberschreitenden Aufbruch, einen Aufbruch, der bis in unsere Zeit immer wieder erfahrbar ist. Die Flamme des Geistes Gottes ist noch nicht verl\u00f6scht, und wir k\u00f6nnen mit diesem Geschenk Gottes getrost weiter &#8211; ins Leben, in die Zukunft &#8211; gehen, denn &#8222;Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit&#8220; (2.Timotheus 1,7). Darum lasst uns immer wieder bitten: &#8222;Komm, Heiliger Heist, erf\u00fclle die Herzen deiner Gl\u00e4ubigen und entz\u00fcnde in ihnen das Feuer Deiner g\u00f6ttlichen Liebe, der Du in Mannigfaltigkeit der Zungen die V\u00f6lker der ganzen Welt versammelt hast in Einigkeit des Glaubens&#8220;. Amen.<\/p>\n<p><b>Exegetisch-homiletische Vorbemerkungen <\/b><\/p>\n<p>Der Apostel Paulus gibt mit seinem ersten Brief an die Korinther Einblick in die Auseinander-setzungen, Spal-tungen und Mi\u00dfst\u00e4nde der jungen christlichen Gemeinde. In den ersten vier Kapiteln erinnert er sie an das Spaltungen \u00fcberwindende Band der Einigkeit, mit dem Gott sie durch das Evangelium von Jesus Christus verbunden hat. Die Gemeinde erweckt bei ihm den Eindruck, dass sie ver-gessen hat, was ihr von Gott geschenkt ist. In Kap. 2,12-16, unserm Predigttext, hebt der Apostel hervor, was die Gemeinde von Gott empfangen hat: &#8222;nicht den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, da\u00df wir wissen k\u00f6nnen, was uns von Gott geschenkt ist&#8220; (V.12). &#8211; Wissen w i r heute in Kirche und Gemeinden, was uns von Gott geschenkt ist? Es ist in gewisser Hinsicht entlastend und wegweisend f\u00fcr die Art und Weise des (kritischen) Umgangs mitein-ander in unseren Gemeinden, wenn Paulus schreibt, dass wir es aus uns selbst nicht wissen k\u00f6nnen, weil &#8211; so das Argument des Apostels &#8211; &#8222;der nat\u00fcrliche Mensch&#8220; vom Geist Gottes nichts vernimmt (V.14). Dem &#8222;nat\u00fcrlichen&#8220; Menschen stellt Paulus den &#8222;geistlichen&#8220; gegen\u00fcber, es ist der Mensch, der den Geist aus Gott empfangen hat, mit Gottes Geist begabt, beschenkt worden ist (V.15). Gott l\u00e4sst uns durch seinen Geist wissen, wer Jesus Christus f\u00fcr uns ist: die (Lebens-)Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Erl\u00f6sung in Person, damit wir durch ihn Anteil an einem Leben &#8222;in F\u00fclle&#8220; bekommen (1.Kor. 1,30 vgl. Joh 10,10). Pfingsten als dankbare Feier der Bega-bung mit dem sch\u00f6pferischen, Leben und Frieden schaffenden Geist Gottes sollte f\u00fcr die christliche Kirche heute Anlass sein, auch an die Wurzeln dieses Festes in der israelitsch-j\u00fcdischen Gemeinde zu erinnern und das Wirken des Heiligen Geistes &#8222;ubi et quando visum est Deo&#8220; bezeugen.<\/p>\n<p><b>Pfarrer Heinz Janssen,<br \/>\nund Lehrbeauftragter f\u00fcr Biblische Theologie (Altes Testament)<br \/>\nAnschrift: Karl-Ludwig-Str.8a, 69117 Heidelberg<br \/>\n<a href=\"mailto:providenz@aol.com\">e-mail: providenz@aol.com<\/a><\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"CENTER\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/breu.de\/cgi-bin\/01mcco.pl?j=2&amp;bn=neukirch&amp;f=000611-5.html&amp;r=r1&amp;w=\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pfingstsonntag 11.6.2000 1. 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