{"id":21239,"date":"2000-06-12T16:21:31","date_gmt":"2000-06-12T14:21:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21239"},"modified":"2025-03-14T16:22:24","modified_gmt":"2025-03-14T15:22:24","slug":"epheser-4-11-1516-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/epheser-4-11-1516-2\/","title":{"rendered":"Epheser 4, 11-15(16)"},"content":{"rendered":"<table border=\"0\" width=\"600\" align=\"CENTER\">\n<tbody>\n<tr>\n<td align=\"CENTER\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"CENTER\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: Arial;\"><span style=\"color: #0000a0; font-size: xx-small;\">Pfingstmontag<\/span><br \/>\n<b>12.6.2000<br \/>\nEpheser 4, 11-15(16)<\/b><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Arial;\"><b>Friedrich Seven <\/b><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"LEFT\">11 Und er hat etliche als Apostel eingesetzt, etliche als Propheten, etliche als Evangelisten, etliche als Hirten und Lehrer, 12 damit die Heiligen zuger\u00fcstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden, 13 bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zur Reife des Mannesalters, zum vollen Ma\u00df der F\u00fclle Christi, 14 damit wir nicht mehr unm\u00fcndig seien und uns von jedem Wind einer Lehre bewegen und umhertreiben lassen durch tr\u00fcgerisches Spiel der Menschen, mit dem sie uns arglistig verf\u00fchren. 15 La\u00dft uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen St\u00fccken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus, 16 von dem aus der ganze Leib zusammengef\u00fcgt ist und ein Glied am andern h\u00e4ngt durch alle Gelenke, wodurch jedes Glied das andere unterst\u00fctzt nach dem Ma\u00df seiner Kraft und macht, da\u00df der Leib w\u00e4chst und sich selbst aufbaut in der Liebe.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>dies ist allen Ernstes ein Predigttext f\u00fcr den zweiten Pfingsttag, und man m\u00f6chte meinen, nun solle vor dem gro\u00dfen Sturm und Brausen, von dem die Pfingstgeschichte uns erz\u00e4hlt, vor dem Fr\u00fchjahrssturm nun doch \u00e4ngstlich die Kirchent\u00fcre wieder verschlossen werden.<\/p>\n<p>Gesch\u00fctzt werden sollen wir vor jeglichem Wind falscher Lehre. Da kann es mit der Macht und der Freiheit des Geistes doch nicht so weit her sein, wie wir es uns von seiner ersten Ausgie\u00dfung her gedacht haben und wie wir uns es weiterhin w\u00fcnschen.<\/p>\n<p>Pfingstsonntag, das klang noch nach einer gro\u00dfen pl\u00f6tzlichen Erm\u00e4chtigung und Bewegung, nach allgemeiner Verst\u00e4ndigung und pers\u00f6nlichem Verstehen, nach Reden und Verstehen ohne Grenzen. Pfingstmontag aber sehen Kirche und Welt wieder ganz anders aus.<\/p>\n<p>Es soll eben doch nicht jeder in gleicher Weise etwas zu sagen haben, welche Sprache und wessen Sprache er immer auch sprechen kann, und keineswegs kann jeder seines Bruders H\u00fcter sein, sondern es soll Hirten geben, und wo es die gibt, da mu\u00df es auch Schafe geben. Schafe freilich, die nicht nur zu h\u00fcten, sondern auch zu unterweisen sind.<\/p>\n<p>Und wie es Menschen gegeben hat, die von Jesus gesandt worden sind, sein Wort zu verk\u00fcndigen, so sollen es auch jetzt bestimmte Menschen sein, die sein Wort, das Evangelium, in die Welt hinaustragen.<\/p>\n<p>Da wird getrennt in Missionar und Missionierte, in Hirt und Herde und doch soll alles in demselben Geist existieren. Der Wind des Sonntags scheint, am Montag nicht mehr in alle Ritzen zu dringen, sondern jedes L\u00fcftchen wird daraufhin gepr\u00fcft, ob es nicht zum Himmel stinkt.<\/p>\n<p>Begr\u00fcndet wird das ganze lediglich so, da\u00df unser Predigttext nach Reife und M\u00fcndigkeit unterscheidet: Deswegen gibt es Lehrer und Sch\u00fcler&#8230; &#8222;damit wir nicht mehr unm\u00fcndig seien und uns von jedem Wind einer Lehre bewegen und umhertreiben lassen durch tr\u00fcgerisches Spiel der Menschen, mit dem sie uns arglistig verf\u00fchren.&#8220; Obwohl die Kirche von dem Geist der Freiheit und der Wahrheit lebt, der sich auf alle verteilt, verteilt sich dieser offenbar nicht gleichm\u00e4\u00dfig und mit denselben Wirkungen.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen damit leben, da\u00df der Geist zu mancherlei Gaben wird und nicht aus jedem einen Propheten, Prediger oder Hirten machen will. Wir haben es weiterhin nach jedem Pfingstfest in der Gemeinde damit zu tun, da\u00df \u00c4mter nicht nur nach dem Neuen Testament gesetzt, sondern immer, wenn auch befristet, mit Menschen besetzt sind.<\/p>\n<p>Freilich kennen wir auch Situationen, wo einer, der kein Amt hat, das Wort ergreift und andere ihm ergriffen zuh\u00f6ren. Es hat sie in der Kirche immer gegeben und wird sie geben: die Augenblicke, wo der Prediger pl\u00f6tzlich schweigt, weil ein anderer was zu sagen hat: So wie es auch Augenblicke gibt, da nur der Prediger noch etwas sagen kann, wo kein anderer mehr zu sprechen wagt. Die Reformation w\u00e4re nicht m\u00f6glich gewesen, wenn es nicht mutige Gemeinden gegeben h\u00e4tte, die schlechte Prediger ab- und rechte daf\u00fcr eingesetzt haben.<\/p>\n<p>Immer noch konfirmieren wir Jugendliche, unter deren Kappen oft mehr an Witz und Schlagfertigkeit laut wird, als unter dem Barett Platz haben k\u00f6nnte, und wo sonst als in unseren Kinderg\u00e4rten erfahren wir sicher, &#8222;da\u00df der Kaiser nackt ist&#8220;.<\/p>\n<p>Wir blicken mit Freude auf den Mut derer, die beim Katholikentag in Hamburg gewagt haben, ein \u00f6kumenisches Abendmahl zu feiern, und hoffen nun f\u00fcr die offizielle Kirchenlehre auf den Geist der Wahrheit.<\/p>\n<p>Doch nicht jeder, der spontan wirken will, &#8222;tritt frech auf, rei\u00dft\u2019s Maul auf und h\u00f6rt bald auf&#8220;. Neben der heilsamen St\u00f6rung und oft genug auch mit ihr kann immer auch die heillose Verwirrung auftauchen, wenn sich pl\u00f6tzlich jeder berufen f\u00fchlt und meint, da\u00df ihm allein schon die Gelegenheit, die er sich nimmt, das Recht dazu verleiht.<\/p>\n<p>Wer spontan etwas unternimmt und dabei sogar das Wort ergreift, kann dies vielleicht in der Freiheit des Geistes tun, aber sein Tun kann diese Freiheit nicht begr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Die Frau, die pl\u00f6tzlich im Sonntagsgottesdienst aufsteht, einen Kirchenvorsteher beiseite nimmt und darum bittet, da\u00df eine Kranke aus der Gemeinde heute in die F\u00fcrbitte aufgenommen wird, kann doch nur darauf vertrauen, geh\u00f6rt und verstanden zu werden, wenn eine Gemeinde darin ge\u00fcbt ist, mit freien Gebetsteilen bei den Kirchengebeten umzugehen. Der Geist, der weht wo er will, will eben doch Menschen erreichen, und die sind darauf angewiesen, da\u00df sie ihr Zusammenleben immer wieder regeln.<\/p>\n<p>Mit dem Geist von Pfingsten m\u00f6chte der Sohn Gottes auch da mitsprechen, wo wir an solchen Regeln arbeiten und begreifen, da\u00df zwischen Menschen auch nach ihren Funktionen unterschieden werden kann.<\/p>\n<p>Wir leben in der Kirche mit \u00c4mtern, doch wir leben nicht von ihnen. Sie haben sich nicht selbst hervorgebracht, sondern sind nach dem Neuen Testament gesetzt allen zugute: damit, wie unser Text sagt, &#8230; &#8222;die Heiligen zuger\u00fcstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden, bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zur Reife des Mannesalters, zum vollen Ma\u00df der F\u00fclle Christi.&#8220; Wir empfangen den Geist, weil wir mit dem Sohn Gottes existieren, und dieser will leben und wachsen. Darum sollen wir &#8222;wahrhaftig sein in der Liebe&#8220;, denn wer liebt, lebt spontan, wagt sich auch vor, aber nur, um sich umso intensiver verbunden zu f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p><b>Dr. Friedrich Seven<br \/>\nIm Winkel 6<br \/>\n37412 Scharzfeld<br \/>\nTel. 05521 \/ 2429<\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"CENTER\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/breu.de\/cgi-bin\/01mcco.pl?j=2&amp;bn=neukirch&amp;f=000612-2.html&amp;r=r1&amp;w=\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pfingstmontag 12.6.2000 Epheser 4, 11-15(16) Friedrich Seven 11 Und er hat etliche als Apostel eingesetzt, etliche als Propheten, etliche als Evangelisten, etliche als Hirten und Lehrer, 12 damit die Heiligen zuger\u00fcstet werden zum Werk des Dienstes. 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