{"id":21240,"date":"1999-03-14T16:20:12","date_gmt":"1999-03-14T15:20:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21240"},"modified":"2025-03-14T16:23:00","modified_gmt":"2025-03-14T15:23:00","slug":"matthaeus-533-37","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/matthaeus-533-37\/","title":{"rendered":"Matth\u00e4us 5,33-37"},"content":{"rendered":"<h3>Predigtreihe: Die Antithesen in der Bergpredigt | 14.3.99 | Mt 5,33-37 | Stefan Knobloch |<\/h3>\n<p>&#8222;Was zuviel ist, ist zuviel?&#8220;<\/p>\n<p>Es wurde damals von der \u00d6ffentlichkeit deutlich vermerkt: Als die neue Bundesregierung vereidigt wurde, verzichteten manche &#8211; allen voran der Bundeskanzler &#8211; auf die Eidesformel, &#8222;ich schw\u00f6re es,\u00a0so wahr mir Gott helfe.&#8220; Hatten er und die anderen, die es ihm gleichtaten, mehr von dem verstanden, wozu uns die sogenannte dritte Antithese der Bergpredigt (Mt 5, 33-37) auffordert, als wir es gew\u00f6hnlich tun? Nicht zu schw\u00f6ren? Wobei sie es ja taten, nur eben, ohne sich auf Gott zu beziehen? &#8222;Ich aber sage euch: Schw\u00f6rt \u00fcberhaupt nicht &#8230;&#8220; Haben sie wenigstens ein St\u00fcck weit die Intention Jesu wiedergegeben, indem sie davon absahen, Gott in ihrer Eidesformel zu erw\u00e4hnen?<\/p>\n<p>W\u00fcrde man sie fragen, k\u00e4me wohl kein deutlicher Bezug auf unsere Bergpredigtstelle heraus, eher wohl k\u00e4me die Begr\u00fcndung zum Vorschein, da\u00df zwischen \u00f6ffentlichem und privatem Bereich zu unterscheiden sei, da\u00df ein so qualifiziert \u00f6ffentlicher Akt wie die Eidesleistung bei der \u00dcbernahme des Amtes eines Bundesministers bzw. einer Bundesministerin nicht der Ort sei, ihn mit der pers\u00f6nlichen Glaubenshaltung gegen\u00fcber Gott zu vermengen. W\u00e4re es so, w\u00e4re die aus der H\u00fcfte geschossene Vermutung, wir h\u00e4tten es mit &#8222;glaubenslosen&#8220; Politikern zu tun, eine in der Tat unzutreffende Mutma\u00dfung, denn der Verzicht auf die Eidesformel mu\u00df nicht mehr anzeigen, als da\u00df zwischen \u00f6ffentlich und privat getrennt werde. Jede Mutma\u00dfung dar\u00fcber hinaus &#8222;stammte (gewisserma\u00dfen) vom B\u00f6sen&#8220; (Mt 5,37).<\/p>\n<ol>\n<li>Eid und Schw\u00f6ren im Leben unentbehrlich?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Viele Situationen im Leben sehen einen Eid vor. Das gilt bis hinein in die Kirche, wo im Fall der katholischen Kirche ein von Rom neu vorgelegter &#8222;Treue-Eid&#8220; vor einigen Jahren f\u00fcr nachhaltigen Wirbel sorgte. Geht es offenbar nicht ohne Eid im Leben? Wenn wir das Wortfeld Eid\/Schwur etwas erweitern, werden wir gewahr, da\u00df kaum einer von uns dem hier von Jesus aufgeworfenen Problem entkommt. Denn dann haben wir nicht nur an Eid und Schw\u00f6ren zu denken, sondern auch an nahe verwandte Bereiche wie Gel\u00f6bnis, Gel\u00fcbde (Ordensgel\u00fcbde zum Beispiel) oder die vordergr\u00fcndig aus der \u00dcbung gekommene Verlobung zweier Menschen, die ihren gemeinsamen Weg in gegenseitiger Verbindlichkeit zu gehen bereit sind. &#8222;Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein&#8220;. Sind Gel\u00f6bnis, Gel\u00fcbde, Verlobung von \u00dcbel? Manche m\u00f6gen das vom Gel\u00f6bnis der Bundeswehr denken, aber aus anderen Gr\u00fcnden, als dem Motiv Jesu, da\u00df unser Ja ein Ja sei, unser Nein ein klares, festes Nein. Und sollten Ordensgel\u00fcbde, sollte die Verlobung zweier Menschen ebenso unter den Verdacht fallen, nicht im Sinne Jesu zu liegen?<\/p>\n<p>Die Fragen t\u00fcrmen sich. Worum also geht es in Mt 5,33-37? Lassen wir den Text sprechen, indem wir mit ihm sprechen.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Eine sympathische Zur\u00fcckweisung<\/li>\n<\/ol>\n<p>Der Text beginnt mit einer &#8211; aus heutiger Sicht &#8211; f\u00fcr viele sympathischen Zur\u00fcckweisung. Sich einfach auf Traditionen zu berufen, zu sagen, etwas sei immer schon so gewesen, man kenne es nicht anders, das scheint f\u00fcr Jesus nicht zu z\u00e4hlen. Wenn etwas &#8222;zu den Alten gesagt&#8220; wurde, dann mu\u00df das noch nicht viel hei\u00dfen. Diese Zur\u00fcckweisung d\u00fcrfte heute auf breite Sympathie sto\u00dfen. Man will es selber wissen, will selbst seine Erfahrungen machen. Gerade in der Zeit des heutigen \u00dcberangebots an Lebens- und Orientierungsm\u00f6glichkeiten will man die Vielfalt testen, will man selbst sehen, was sich bew\u00e4hrt, und was nicht. &#8222;Zu den Alten wurde gesagt&#8220;, hilft da nicht weiter. Traditionelle Orientierungen geraten in den Verdacht, r\u00fcckw\u00e4rts-, nicht vorw\u00e4rtsorientiert zu sein. F\u00fcr Frauen zumal kann noch hinzukommen, da\u00df sie entdecken, da\u00df die Inhalte des Traditionsgutes, das, was den Alten gesagt wurde, weithin von M\u00e4nnern dominiertes Gedanken- und Orientierungsgut war, in dem sich die Frauen kaum wiederfinden. So kann Jesus mit seinem einen Traditionsbruch andeutenden &#8222;Ich aber sage euch&#8220; zun\u00e4chst auf Sympathie und Zustimmung sto\u00dfen, noch bevor es um die Inhalte selbst geht, zu denen er hier kritisch Stellung bezieht.<\/p>\n<p>Blickt man auf die inhaltliche Aussage, dann d\u00fcrften die Dinge rasch anders liegen. Da findet dann das den V\u00e4tern und von den V\u00e4tern \u00dcberlieferte doch wieder unsere Zustimmung, eher jedenfalls, als die von Jesus dagegen gesetzte Alternative. Keinen Meineid zu schw\u00f6ren, ist gesellschaftsweit akzeptiert. Erwiesene Meineide oder auch so gut wie erwiesene Meineide &#8211; man denke an die Aura der Clinton-Aff\u00e4re &#8211; ziehen unterschiedlichste Sanktionen nach sich. Zu halten, was man geschworen hat, findet ebenso breiteste Zustimmung. Aber: \u00dcberhaupt nicht zu schw\u00f6ren, gewisserma\u00dfen auf das Rechtsinstrument des Eides mit dem Ziel der Wahrheitsfindung zu verzichten, ist das nicht illusorisch, weltfremd?<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>Eine Einladung an die Gestaltung des Alltags<\/li>\n<\/ol>\n<p>Es ist interessant, da\u00df wir bei Eid und Schwur &#8211; was in der Tat naheliegt &#8211; immer sogleich an Verteidigungs- und Gerichtsszenen denken, an Gepflogenheiten, bei denen ein Eid als \u00f6ffentlich-rechtliches Instrumentarium der Wahrheitsfindung oder der Selbstverpflichtung gegen\u00fcber \u00f6ffentlichen Aufgaben dient. Diesen Bereich hatte Jesus nicht im Auge. Er konnte unterscheiden zwischen den Alltagssituationen des Lebens und ihrem Anspruch auf Wahrheit und Wahrhaftigkeit und der Eidesleistung vor Gericht oder vor Antritt \u00f6ffentlicher \u00c4mter. In dieser dritten Antithese der Bergpredigt, die sich, wie \u00fcbrigens die gesamte Bergpredigt, an die &#8222;vielen Leute&#8220; (Mt 5,1) richtet, die Jesus aus allen Gegenden zugestr\u00f6mt waren, in dieser dritten Antithese wendet sich Jesus an die Inszenierung des Alltags und an die Alltagserfahrungen von Mensch zu Mensch, von Gruppe zu Gruppe. Hier st\u00e4ndig &#8222;heilige Eide&#8220; zu bem\u00fchen, untergr\u00e4bt die Kommunikation und Glaubw\u00fcrdigkeit unter Menschen. Als h\u00e4tte man es st\u00e4ndig n\u00f6tig, darauf hinzuweisen, vom Abgrund der Unwahrheit, der L\u00fcge, der Schlitzohrigkeit, des den anderen \u00dcbervorteilens zur\u00fcckzutreten. Wer dies so praktizierte, w\u00fcrde nur zeigen, da\u00df er sich in der Tat st\u00e4ndig an diesem Abgrund bewegt, oder schlimmer, sich nur im Augenblick des Schwurs von diesem Abgrund l\u00f6st.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li>Jesu Argumentation &#8211; anschlu\u00dff\u00e4hig an heutiges Denken?<\/li>\n<\/ol>\n<p>\u00dcber die vier Arten, auf die zu schw\u00f6ren Jesus uns verwehrt, scheint es zun\u00e4chst nicht zu lohnen, lange nachzudenken. Es sind Gedankeng\u00e4nge, die uns nicht leicht zug\u00e4nglich sind. Und die im Grunde nichts anderes ausdr\u00fccken wollen, als da\u00df wir im allt\u00e4glichen Leben ohne Eid und Schw\u00f6ren auskommen sollten. Da\u00df unser Ja ein Ja und unser Nein ein Nein sei. Sosehr wir uns schwertun m\u00f6gen mit Jesu Argumentation, enth\u00e4lt sie doch wichtige Aspekte.<\/p>\n<p>Wir sollen schw\u00f6ren &#8222;beim Himmel, denn er ist Gottes Thron&#8220;. Daraus spricht eine Haltung, die dem Menschen deutlich machen will, wer er ist, und wer er nicht ist. Wir verf\u00fcgen nicht \u00fcber den Himmel, wir verf\u00fcgen nicht \u00fcber Gott, um uns seiner im Eid bem\u00e4chtigen zu d\u00fcrfen. Wir nehmen Gott im Eid f\u00fcr unsere Wahrheitsaussage in Beschlag. Eben das gehe nicht, sagt Jesus. Das sei kein rechter Umgang mit Gott. Dem heutigen Menschen mag es nicht ohne weiteres in den Sinn kommen, &#8222;bei Gott&#8220; zu schw\u00f6ren. Es mag ihm nicht so ohne weiteres einleuchten, da\u00df er sich damit &#8222;Gott bem\u00e4chtige&#8220;, wo doch auch sonst Gott in seinem Leben kaum eine Rolle spielt. Stattdessen kommt es f\u00fcr den heutigen Menschen eher in Frage, bei dem zu schw\u00f6ren, was &#8222;ihm heilig ist&#8220;. In dieser Formel aber wird ebenso ein Bereich ber\u00fchrt, \u00fcber den der Mensch nicht verf\u00fcgt, den er sich nicht selbst geschaffen hat, \u00fcber den er nicht das Sagen hat. Was dem Menschen &#8222;heilig ist&#8220;, weist in eine Wirklichkeitszone, \u00fcber die er nicht verf\u00fcgt, die er in Anspruch nimmt, die er braucht, ohne da\u00df sie seine Konstruktion w\u00e4re. Bei dem zu schw\u00f6ren, was &#8222;mir heilig ist&#8220;, deutet also verdeckt wieder auf die Bem\u00e4chtigung einer Wirklichkeit, die von Jesus ausdr\u00fccklich und ohne Umschweife mit &#8222;Himmel&#8220; und &#8222;Thron Gottes&#8220; benannt wird.<\/p>\n<p>Wir sollen auch nicht schw\u00f6ren &#8222;bei der Erde, sie ist der Schemel f\u00fcr seine (Gottes) F\u00fc\u00dfe&#8220;. Hier wird es f\u00fcr uns noch kritischer, dieser Begr\u00fcndung etwas abzugewinnen. Das Bild eines alt und schwach gewordenen, vielleicht auch gem\u00fctlichen Gott-Vaters taucht auf, der seine m\u00fcden F\u00fc\u00dfe auf einer Schemelbank ausruht. Wie bei einem alten Menschen rauscht das Leben an ihm vorbei? In Wirklichkeit ist es ein &#8211; f\u00fcr uns gewi\u00df erst m\u00fchsam zu erschlie\u00dfendes &#8211; Bild daf\u00fcr, da\u00df die Erde nicht\u00a0unsere\u00a0Erde ist, mit der wir tun und lassen k\u00f6nnten, was wir wollten. F\u00fcr deren Bewahrung heute viele Menschen mehr Sensibilit\u00e4t aufbringen, als dies fr\u00fcher der Fall war. So oder so, die Erde ist nicht einfach unser, sie ist abk\u00fcnftig von ihrem Sch\u00f6pfer, ist von ihm ins Dasein gehalten von Augenblick zu Augenblick. Wieder also bem\u00e4chtigen wir uns &#8211; diesmal mehr indirekt &#8211; Gottes, wenn wir, so will Jesus sagen, bei der Erde schw\u00f6ren.<\/p>\n<p>Die Warnung, nicht bei Jerusalem zu schw\u00f6ren, d\u00fcrfte uns am wenigsten sagen. Jerusalem d\u00fcrfte nicht Gegenstand unseres Schw\u00f6rens sein, es d\u00fcrfte eher Gegenstand unserer Reisetr\u00e4ume und Sehns\u00fcchte sein, das Heilige Land kennenzulernen. Damals aber war es &#8211; was f\u00fcr die drei gro\u00dfen monotheistischen Weltreligionen bis heute gilt &#8211; das Zentrum des Glaubens, das Zentrum des religi\u00f6sen Kultes, das Zentrum der Begegnung mit Gott.<\/p>\n<p>Auch die vierte Argumentation, nicht beim eigenen Haupt zu schw\u00f6ren, scheint sich erledigt zu haben. Nichts f\u00e4llt heute leichter, als sich die Haare wei\u00df oder schwarz, lila oder pink zu f\u00e4rben. Und dennoch, das hintergr\u00fcndig Gemeinte gilt bis heute: Wir sollen nicht bei unsrem Haupte schw\u00f6ren, weil wir, richtig verstanden, auch nicht \u00fcber uns verf\u00fcgen. Zwar haben wir Verf\u00fcgungsrecht \u00fcber vieles\u00a0in\u00a0unserem Leben, aber \u00fcber unser Leben verf\u00fcgen wir nicht. Es ist uns geschenkt, wir sind nicht aus eigenem Entschlu\u00df ins Leben eingetreten. Und wir verf\u00fcgen dar\u00fcber auch nicht, wenn wir im Suizid unsere vermeintliche Selbstverf\u00fcgung demonstrativ unter Beweis stellten. Solche Verf\u00fcgung vollz\u00f6ge sich immer noch nur im Rahmen unseres grunds\u00e4tzlichen Verf\u00fcgtseins. Wir sind offen, sind verwiesen auf den, der uns verf\u00fcgt, gedacht, ins Dasein gedacht hat. Auch bei uns zu schw\u00f6ren, ber\u00fchrt also wieder einen Wirklichkeitsbereich, in dem unsere Existenz ruht, dem sie sich verdankt, \u00fcber den wir nicht verf\u00fcgen: Gott.<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li>Kein Verbot, aber eine Einladung zum Leben<\/li>\n<\/ol>\n<p>Seht also zu, da\u00df ihr eure Alltagswirklichkeit so gestaltet und handhabt, da\u00df euer Ja ein Ja und euer Nein ein Nein sei. Darauf l\u00e4uft die Antithese hinaus; auf unser Bem\u00fchen, miteinander wahrhaftig, offen, ohne Schlitzohrigkeit umzugehen, weil das das Leben verl\u00e4\u00dflich und angenehm macht. Jesus l\u00e4\u00dft eine Einladung ergehen, er erl\u00e4\u00dft kein Gesetz, das nun in allen Bereichen des Lebens zu Geltung kommen m\u00fc\u00dfte. Es ist eine Einladung, eine Empfehlung, es auszuprobieren, weil sich so das Leben und die Lebensbeziehungen geradliniger und lebensfreundlicher gestalten lie\u00dfen. Dabei geht es Jesus streng genommen nicht um das Verbot des Schw\u00f6rens. Er hat nichts zu verbieten, weder f\u00fcr den privaten noch f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Bereich es geht ihm um die Geradlinigkeit und Wahrhaftigkeit im Alltag. Da\u00df er nicht ein generelles Verbot des Schw\u00f6rens im Schilde f\u00fchrt, zeigt seine Drohrede an die Schriftgelehrten und Pharis\u00e4er in Mt 23,16-22. Hier weist er Unterscheidungen zur\u00fcck, die die Schriftgelehrten und Pharis\u00e4er getroffen hatten, welche Art von Eid binde, und welche nicht. Ein Eid beim Tempel sei kein Eid, wohl aber einer beim Gold des Tempels. Ein Eid beim Altar sei kein Eid, wohl aber einer beim Opfer, das auf dem Altar liege. Indem Jesus diese Spitzfindigkeiten nicht mitmacht, kommt aber als Ergebnis heraus, da\u00df er nichts Grunds\u00e4tzliches gegen den Schwur hat. Nur, wer schw\u00f6rt, m\u00fcsse sich daran halten, wo immer es sei.<\/p>\n<ol start=\"6\">\n<li>Mehr als ja, ja, nein, nein<\/li>\n<\/ol>\n<p>Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein, das k\u00f6nnte nun aus einer ganz anderen Ecke gr\u00fcndlich mi\u00dfverstanden werden, dann n\u00e4mlich, wenn wir daraus die Aufforderung heraush\u00f6rten, geradezu wie in der digitalisierten Computersprache nur noch \u00fcber die Signale &#8222;ja&#8220;, &#8222;nein&#8220; miteinander zu verkehren. Die Einladung Jesu enth\u00e4lt nichts von einer Aufforderung, ohne Einf\u00fchlung, wie ein Holzklotz miteinander umzugehen, oder wie auf dem Kasernenhof sich mit schneidiger Zackigkeit mit Ja und Nein zu verst\u00e4ndigen. Gemeint ist, da\u00df die Art und Weise, wie wir miteinander umgehen, in ihrer gesamten Ausrichtung wahr, aufrichtig, stimmig, ohne Falsch, ohne Hintergedanken sein soll. Eine Art, die wir nie erreichen werden, die wir nie zur G\u00e4nze einl\u00f6sen werden, an der wir uns aber in kleinen Schritten, in \u00fcberschaubaren Zusammenh\u00e4ngen, immer wieder ausrichten sollen: Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein. Was dar\u00fcber hinausgeht, was zuviel ist, ist zuviel.<\/p>\n<p>Ein knapper lyrischer Text von Daniel Lowarth kann im Licht des Jesuswortes, euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein, gelesen werden, ein Text, der mit &#8222;Du und Ich&#8220; \u00fcberschrieben ist und in einfachen Bildern ausdr\u00fcckt, wie sich ein Ja als Ja bew\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Sich gegenseitig<\/p>\n<p>\u00fcber den Spalt heben,<\/p>\n<p>da\u00df keines im Schwindel<\/p>\n<p>vom Berg in die Tiefe<\/p>\n<p>abst\u00fcrzt,<\/p>\n<p>oder nur einfach<\/p>\n<p>am andern sich halten<\/p>\n<p>auf eisglattem<\/p>\n<p>Kopfsteinpflaster im Winter<\/p>\n<p>gen\u00fcgt &#8211; um heim zu kommen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Prof. Dr. Stefan Knobloch<\/p>\n<p>55129 Mainz<\/p>\n<p>Tel. 06131 \/ 508982<\/p>\n<p>Fax 06131 \/ 394097<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigtreihe: Die Antithesen in der Bergpredigt | 14.3.99 | Mt 5,33-37 | Stefan Knobloch | &#8222;Was zuviel ist, ist zuviel?&#8220; Es wurde damals von der \u00d6ffentlichkeit deutlich vermerkt: Als die neue Bundesregierung vereidigt wurde, verzichteten manche &#8211; allen voran der Bundeskanzler &#8211; auf die Eidesformel, &#8222;ich schw\u00f6re es,\u00a0so wahr mir Gott helfe.&#8220; Hatten er und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":19019,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[36,727,157,853,114,150,349,3,109,126,1222],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-21240","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-matthaeus","category-archiv","category-beitragende","category-bibel","category-deut","category-kapitel-5-chapter-5","category-kasus","category-nt","category-predigten","category-predigtreihen","category-stefan-knobloch"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21240","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21240"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21240\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":21243,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21240\/revisions\/21243"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/19019"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21240"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21240"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21240"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=21240"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=21240"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=21240"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=21240"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}