{"id":21305,"date":"2000-08-06T09:08:10","date_gmt":"2000-08-06T07:08:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21305"},"modified":"2025-03-15T09:11:20","modified_gmt":"2025-03-15T08:11:20","slug":"philipper-2-1-4-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/philipper-2-1-4-6\/","title":{"rendered":"Philipper 2, 1-4"},"content":{"rendered":"<table border=\"0\" width=\"600\" align=\"CENTER\">\n<tbody>\n<tr>\n<td align=\"CENTER\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"CENTER\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: Arial;\"><span style=\"color: #0000a0; font-size: xx-small;\">7. Sonntag nach Trinitatis<\/span><br \/>\n<b>6.8.2000<br \/>\nPhilipper 2, 1-4<\/b><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Arial;\"><b>J\u00fcrgen Berghaus <\/b><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"LEFT\"><b>Liebe Gemeinde !<\/b><\/p>\n<p>\u201eRauchen gef\u00e4hrdet Ihre Gesundheit\u201c &#8211; so k\u00f6nnen wir es auf jeder Zigarettenschachtel lesen, und auch die Werbeplakate f\u00fcr Tabakwaren tragen solch einen Vermerk. Dennoch wird sich wohl kaum jemand von seinem nebligen Laster abwenden, blo\u00df weil ihn das Kleingedruckte \u00fcberzeugt h\u00e4tte. Auch in Versicherungsvertr\u00e4gen kommt Kleingedrucktes vor &#8211; und wer da nicht ganz genau hinschaut, kann m\u00f6glicherweise im Schadensfall sein blaues Wunder erleben : Pl\u00f6tzlich stellt man fest, da\u00df gerade die jetzt eingetretene Situation durch das Kleingedruckte vom Schadensersatz ausgeschlossen wird.<\/p>\n<p>Aber warum erz\u00e4hle ich Ihnen das alles, liebe Gemeinde ? Warum behaupte ich, da\u00df Kleingedrucktes zwar leicht \u00fcbersehen wird, aber dennoch ganz besonders wichtig sein kann ? Ich habe diesen Anfang deswegen gew\u00e4hlt, weil unser heutiger Predigttext in der Lutherbibel als eine Kombination von unauff\u00e4lligen und fett gedruckten Zeilen erscheint. Ich ermute, da\u00df der fett gedruckte \u201eChristushymnus\u201c uns allen gleich beim ersten H\u00f6ren aufgefallen ist : viele KonfirmandInnen fr\u00fcherer Jahrzehnte mu\u00dften diese Bibelverse noch auswendig lernen.<\/p>\n<p>Aber das \u201eKleingedruckte\u201c vorher, diese wortreichen Gemeinde-Ermahnungen &#8211; sie scheinen nicht so wichtig zu sein und rauschen leicht an uns vorbei. Heute jedoch soll gerade jenem Kleingedruckten unsere Aufmerksamkeit gelten &#8211; ich werde die Anfangsverse aus Philipper 2 am Schlu\u00df noch einmal verlesen und meine Predigt jetzt diesen S\u00e4tzen widmen : Warum geh\u00f6ren die Ermahnungen und das Christuslied zusammen ? Wo liegt das Zentrum der Mahnworte ? Vor welchen Gefahren werden wir gewarnt ?<\/p>\n<p>1. Warum geh\u00f6ren die Ermahnungen und das Christuslied zusammen?<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, es ist oft gar nicht so einfach, eine Verbindung zwischen Glauben und Alltagsleben herzustellen : Die Freuden und Sorgen des Alltags haben auf den ersten Blick nicht unbedingt etwas mit Gott zu tun; und wenn ich davon erz\u00e4hle, was meinen Glauben ausmacht, dann reicht meine Sprache ein St\u00fcck weit in eine andere Welt hinein und hebt sich ab von der Normalit\u00e4t.<\/p>\n<p>Der Hymnus von Christus, der in g\u00f6ttlicher Gestalt war, aber menschliche Knechtschaft und den Kreuzestod auf sich nahm : Er ist als Glaubenslied klar erkennbar. Der Apostel Paulus bel\u00e4\u00dft es aber nicht bei diesen feierlichen T\u00f6nen, sondern ihm ist gerade die Verkn\u00fcpfung des Christusglaubens mit dem Gemeindealltag ungeheuer wichtig. Also nicht zwei voneinander getrennte Bereiche &#8211; hier Glaube, da Leben &#8211; sondern Christus als Alltagsvorbild; das normale Leben als Versuch, im Alltag so zu werden, wie Christus es war.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, sollten wir nicht immer wieder neu damit Ernst machen, unseren Glauben in solch enge Verbindung mit der Alltagswelt zu bringen ? Selbst wenn uns das zun\u00e4chst schwerfallen sollte &#8211; am Ende kommt Gott sp\u00fcrbar tiefer in unser Leben hinein !<\/p>\n<p>2. Wo liegt das Zentrum der Mahnworte?<\/p>\n<p>Doch nun zur\u00fcck zum Kleingedruckten. Da gilt es zun\u00e4chst, einen m\u00f6glichen Widerstand in uns selbst zu \u00fcberwinden. Paulus spricht hier n\u00e4mlich von \u201eErmahnung\u201c &#8211; und vielleicht entsteht dabei vor unseren Augen das Bild eines strengen Oberlehrers, der mit dem Zeigefinger droht. Dabei hatte der Apostel gar nicht die Absicht, von oben herab zu predigen. Er selbst sitzt n\u00e4mich ganz unten : Man hat ihn ins Gef\u00e4ngnis geworfen und in Ketten gelegt. War damit zugleich auch dem Evangelium ein rasches Ende bereitet ?<\/p>\n<p>Paulus spricht der jungen Christengemeinde in Philippi, und wohl ein St\u00fcck weit auch sich selbst, Mut zu. Er will zur Orientierung verhelfen, will Wegweiser und Begleiter sein, will \u00e4ngstlichen Menschen mit seinen Worten den R\u00fccken st\u00e4rken. Paulus wei\u00df, da\u00df ihm m\u00f6glicherweise das Leiden nicht erspart bleibt &#8211; und das sch\u00e4rft seinen Blick f\u00fcr das Wesentliche : \u201eSeid eines Sinnes, habt gleiche Liebe, seid einm\u00fctig und eintr\u00e4chtig !\u201c Auf die Einheit der Gemeinde kommt es dem Apostel an &#8211; sie ist tr\u00f6stlicher Zuspruch und fordernder Anspruch in einem.<\/p>\n<p>Wir leben heute in einer anderen Zeit als Paulus damals. Unsere Gemeinden sind zahlenm\u00e4\u00dfig recht gro\u00df und un\u00fcbersichtlich geworden. Viele verschiedene Aktivit\u00e4ten finden ihren Platz unter dem Dach der Kirche. F\u00fcr uns m\u00fc\u00dfte wohl der Ruf zur Einheit aktualisiert werden : \u201eBesinnt euch auf das, was all die unterschiedlichen Bereiche kirchlichen Lebens miteinander verbindet &#8211; besinnt euch auf Jesus Christus, der mitten unter uns ist, wo zwei oder drei in seinem Namen beisammen sind.\u201c<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, ich bin gewi\u00df : Wo wirklich Christus der Grund und Boden unseres Tuns ist, da stehen wir schon in einer Einheit, wie sie der Apostel Paulus meinte : eine Einheit, die tiefer reicht als unsere Verschiedenheiten im Denken, Reden und Handeln.<\/p>\n<p>3. Vor welchen Gefahren werden wir gewarnt?<\/p>\n<p>Wer mit solchem Nachdruck auf die Einheit der Gemeinde hinweist, der wird wohl um die Gef\u00e4hrdungen dieser Einheit wissen. Nicht erst heute gibt es unterschiedliche Meinungen zu praktischen Fragen des Gemeindelebens &#8211; schon im Neuen Testament lassen sich eindeutige Tendenzen erkennen, die auf eine Spaltung von Gemeinden hinauslaufen. Auch damals gab es bereits Glaubensweisen, die einander entgegengesetzt waren, scheinbar ohne irgendeine Gemeinsamkeit.<\/p>\n<p>In dieser Lage bieten die Worte des Paulus guten Rat an : \u201eTut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den anderen h\u00f6her als sich selbst.\u201c Modern ausgedr\u00fcckt, entwickelt der Apostel hier eine erfolgversprechende Verhaltensweise f\u00fcr Streitigkeiten : Er r\u00e4t, den Blickwinkel zu wechseln, die Sache einmal mit den Augen des jeweiligen Gegners zu betrachten, die Wahrheitsbr\u00f6ckchen des anderen gro\u00df zu machen.<\/p>\n<p>Wie schwer uns das oft f\u00e4llt, wissen wir alle. Deshalb hat die Warnung des Apostels vor Eigennutz und Ehrsucht erhebliches Gewicht. Denn immer wieder verbergen sich hinter unserem angeblichen Einsatz f\u00fcr die Gemeinschaft ganz pers\u00f6nliche Interessen und der Wille, mich selbst durchzusetzen.<\/p>\n<p>Wo es mir aber gelingt, mein Eigenes zur\u00fcckzustellen zugunsten des Gegen\u00fcbers, da werden Br\u00fccken geschlagen hin zu neuer Gemeinschaft des scheinbar Unvereinbaren.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, unser Predigttext aus Philipper 2 zeigt uns, wie Paulus den Christusglauben mit der Gemeindewirklichkeit verkn\u00fcpft; wir h\u00f6rten den Ruf zur Einheit und die Warnung vor Selbstsucht. Lassen wir zum Abschlu\u00df noch einmal das Kleingedruckte im Zusammenhang auf uns wirken : <i>((erneute Verlesung des Predigttextes)) <\/i>Amen.<\/p>\n<p><b>Pfarrer J\u00fcrgen Berghaus<br \/>\n51377 Leverkusen-Manfort<br \/>\nScharnhorststra\u00dfe 38<br \/>\nTel.\/Fax : 0214 &#8211; 8707091<br \/>\n<a href=\"mailto:berghaus@ekir.de\">E-Mail: berghaus@ekir.de<\/a><\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"CENTER\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/breu.de\/cgi-bin\/01mcco.pl?j=2&amp;bn=neukirch&amp;f=000806-2.html&amp;r=r1&amp;w=\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>7. 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