{"id":21307,"date":"2000-08-06T09:14:25","date_gmt":"2000-08-06T07:14:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21307"},"modified":"2025-04-10T09:26:35","modified_gmt":"2025-04-10T07:26:35","slug":"philipper-2-1-4-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/philipper-2-1-4-7\/","title":{"rendered":"Philipper 2, 1-4"},"content":{"rendered":"<table border=\"0\" width=\"600\" align=\"CENTER\">\n<tbody>\n<tr>\n<td align=\"CENTER\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"CENTER\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: Arial;\"><span style=\"color: #0000a0; font-size: xx-small;\">7. Sonntag nach Trinitatis<\/span><br \/>\n<b>6.8.2000<br \/>\nPhilipper 2, 1-4<\/b><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Arial;\"><b>J\u00fcrgen Ziemer<\/b><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"LEFT\">\n<p align=\"justify\"><b><a href=\"file:\/\/\/Users\/amiralang\/Desktop\/Archiv%20GPI%20-%20U%CC%88bertrag\/archiv-2\/noch%20zu%20bearbeiten\/000806.html#bemerk\">Anmerkungen<\/a><\/b><\/p>\n<p align=\"justify\"><b>Philipper 2, 1-4 <\/b><br \/>\n<i>Ist nun bei euch Ermahnung in Christus, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit, so macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr <u>eines <\/u>Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einm\u00fctig und eintr\u00e4chtig seid. Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern h\u00f6her als siich selbst, und ein jeglicher sehe nicht aus das Seine, sondern auf das, was dem andern dient.<\/i><\/p>\n<p align=\"justify\"><b>Liebe Gemeinde! <\/b><\/p>\n<p align=\"justify\">Die Christen in Philippi, einer heute versunkenen Stadt in Kleinasien, bildeten eine wirklich \u201egute Gemeinde\u201c, wenn man das so sagen darf. <i>\u201eIch danke Gott, sooft ich eurer gedenke\u201c<\/i>(1,3), bekannte Paulus gleich zu Beginn seines Briefes an sie. Die Gemeinde war nicht eben gro\u00df, und Philippi war nicht gerade der Nabel der Welt. Aber das Gemeindeleben stimmte. Es war hier etwas lebendig von dem, was das Wesen des Glaubens ausmacht: Das Wort Jesu wurde geh\u00f6rt, die Praxis einer von ihm ausgehenden Liebe war sp\u00fcrbar. Paulus war sicher: Hier wehte der Geist Gottes. Und dar\u00fcber hinaus klappte es auch auf organisatorischem Gebiet &#8211; bis hin zum Gemeindehaushalt. Das gab es damals! Paulus f\u00fchlte sich der Gemeinde zu Philippi sehr verbunden. Von ihr nahm er, was ihm sonst nicht leicht fiel, sogar Gaben an; da gab es nicht die Gefahr von Mi\u00dfverst\u00e4ndnissen. Der Gedanke an Philipp erw\u00e4rmte dem Apostel das Herz &#8211; jetzt da er sich in der Gefangenschaft befand. So zieht Paulus die Gemeinde ins Vertrauen, berichtet vom Verlauf und Ergehen der Evangeliumsverk\u00fcndigung und verbirgt dabei seine eigenen Gef\u00fchle nicht.<\/p>\n<p align=\"justify\">Eine \u201egute\u201c Gemeinde. Das gibt es. Auch bei uns sind nicht alle Gemeinden gleich. Nicht immer entsprechen sich freilich wirtschaftliche und geistliche Lage einer Gemeinde.. Wenn man als \u201eGastprediger\u201c etwas herumkommt in den Gemeinden, sp\u00fcrt man Unterschiede. Es macht einfach Freude zu Gast zu sein, wenn einem eine Atmosph\u00e4re der Offenheit und Herzlichkeit entgegenkommt, von der man den Eindruck hat: das ist echt, das ruht auf einem Fundament, das tr\u00e4gt. Eine \u201egute\u201c Gemeinde ist allerdings keine Idealgemeinde, kein himmlisches Jerusalem. Woher auch! Selbst in Philippi gab es, modern gesprochen, Wachstumsreserven. Paulus sagt schlicht und deutlich: <i>\u201eIhr k\u00f6nnt meine Freude vollkommen machen<\/i>.\u201c Die Punkte, die Paulus auff\u00fchrt, m\u00f6gen uns aus den ersten Blick blass und d\u00fcrftig erscheinen, aber sie haben es in sich. Vor allem geht es ihm um zwei Verhaltensweisen, zwei Tugenden, von denen er w\u00fcnscht, das Leben der Gemeinde und ihrer einzelnen Glieder m\u00f6ge von ihnen ganz durchdrungen sein: Eintracht und Demut. Beide \u201eTugenden\u201c haben viel mit Christus zu tun, auf dessen Bekenntnis und Lob unser Text zusteuert. Beide haben auch mit uns heute zu tun, so veraltet sie auf den ersten Blick erscheinen m\u00f6gen. Es lohnt sich nachzudenken \u00fcber Eintracht und Demut, damals wie heute.<\/p>\n<p align=\"justify\"><u>Eintracht in der Gemeinde<\/u> &#8211; das scheint Paulus sehr wichtig zu sein. Gleich viermal wiederholt er seinen Wunsch: <i>\u201edass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einm\u00fctig und eintr\u00e4chtig seid.\u201c (V.2<\/i>). Das ist deutlich. Und es scheint nicht selbstverst\u00e4ndlich zu sein &#8211; in einer \u201eguten\u201c Gemeinde sowenig wie z.B. in einer \u201eguten\u201c Familie. Eine tiefe Verbundenheit im Glauben kann auch Reibungsfl\u00e4chen schaffen. Da gibt es unterschiedliche Auffassungen, wie streng und konsequent die S\u00e4tze der Bibel oder die Regeln des Glaubens aufzufassen seien. D\u00fcrfen schon kleine Kinder am Abendmahl teilnehmen? Geht es an, dass gleichgeschlechtliche Paare in der Kirche gesegnet werden? Kann man nicht auf einzelne Passagen des Glaubensbekenntnisses &#8211; z.B. \u201egeboren von der Jungfrau Maria\u201c verzichten? Paulus hatte in seinem apostolischen Dienst st\u00e4ndig mit Fragen dieser Art zu tun. Es gab \u201eStarke\u201c und \u201eSchwache\u201c, also solche, die sich bei der Befolgung \u00fcberlieferter Gebote aus ihrem Glauben heraus mehr Freiheiten nahmen als andere, denen eine derartige Praxis viel zu weit ging. Und es waren da Gemeindeglieder, die sich mit ihrer Fr\u00f6mmigkeit anderen \u00fcberlegen d\u00fcnkten. In Philippi, wie gesagt, hielten sich die Differenzen in Grenzen. Aber: \u201eeinm\u00fctig\u201c, \u201eeines Sinnes\u201c? Paulus spricht hier etwas an, was durch die Zeiten hindurch christliche Gemeinden besch\u00e4ftigt. Oft sind es ja gar nicht die \u201egro\u00dfen\u201c Fragen. Nicht selten geht es um sehr irdische Probleme, die nur indirekt mit dem Glauben zu tun haben: die geplante Kirchenrenovierung, eine gerechte Verteilung der anstehenden Arbeiten, rechtzeitige Terminabsprachen, verdeckter Konkurrenzkampf zwischen den Mitarbeitern usw.. Oft sind die Streitpunkte am heftigsten unter denen, die mit besonders viel Herzblut an der Gemeinde h\u00e4ngen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Paulus mahnt zur Eintracht.<br \/>\nEr tut es weder pathetisch drohend: \u201eSeid einig, einig, einig\u201c &#8211; mit dem Unterton: \u201ewie stehen wir sonst vor den andern, vor der \u201eWelt\u201c da?\u201c noch tut er es leicht moralisierend nach dem Muster einer leicht verzweifelten Mutter, die ihre Kinder anfleht: \u201etut mir die Liebe und streitet euch nicht mehr!\u201c.<\/p>\n<p align=\"justify\">Paulus mahnt auf eine n\u00fcchterne, menschliche Weise. Er erinnert die Philipper an ihre M\u00f6glichkeiten und r\u00e4t ihnen, sich auf das zu besinnen, was ihnen gegeben ist. Um Paulus ganz zu verstehen, mu\u00df man auf die Fortsetzung unseres Textes achten mit dem ber\u00fchmten Christuslied: <i>\u201eSeid unter euch so gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht.\u201c <\/i>Christus ist Ma\u00df und Garant f\u00fcr die Eintracht in der Gemeinde. Es ist eine befreiende Entdeckung, wenn wir es begreifen: Unsere Eintracht beruht letztlich nicht auf gegenseitigen Sympathiegef\u00fchlen oder gar pers\u00f6nlicher Geistes und Seelenverwandtschaft, sondern in etwas Drittem, auf das wir gemeinsam bezogen sind. Unsere Eintracht gr\u00fcndet in der Person und Sache Jesu Christi. Wo uns diese Einheit bewu\u00dft ist, k\u00f6nnen Differenzen, auch theologische oder liturgische Differenzen, Unterschiede des Geschmacks oder des Moralempfindens nicht wirklich trennen. Es w\u00e4re niemals zu einer \u201eGemeinsamen Erkl\u00e4rung \u00fcber die Rechtfertigungslehre\u201c gekommen, wenn nicht Lutheraner und Katholiken sich vor und w\u00e4hrend aller notwendigen dogmatischen Kleinarbeit neu ihrer fundamentalen Gemeinschaft in Christus bewu\u00dft geworden w\u00e4ren. Der Weg zur Eintracht ist, so gesehen, einfach, aber er mu\u00df entdeckt und wirklich gewollt sein. Paulus liegt viel daran: <i>\u201emacht meine Freude vollkommen\u201c<\/i>.<\/p>\n<p align=\"justify\">Das zweite Denkwort, das uns der Text gibt, lautet. <u>Demut<\/u>. Das uns heute eher skeptisch stimmende Wort Demut lautet im Griechischen: Niedig-gesinnt-Sein (tapeinophrosyne).Solch eine Niedriggesinnung spielte f\u00fcr das Selbstverst\u00e4ndnis der Christen in der Anfangszeit eine herausragende Rolle. Demut war in gewisser Weise Erkennungszeichen f\u00fcr gl\u00e4ubig gewordene Menschen. K\u00f6nnen wir heute dieses Wort noch als Leitbegriff f\u00fcr die Glaubensexistenz gebrauchen? Demut &#8211; dieses Wort ist manchen geradezu Symbol f\u00fcr die Karikatur des Christseins: gebeugte Nacken, eingezogene K\u00f6pfe, Sklavengesinnung, eine Haltung der Unterw\u00fcrfigkeit: immer sch\u00f6n \u201edem\u00fctig\u201c sein. F\u00fcr viele, vermutlich auch unter uns, rollt da ein ganzer Film ab.<\/p>\n<p align=\"justify\">Freilich, die Bilder, die so erscheinen, haben nichts mit dem zu tun, was Paulus meint, wenn er von \u201eDemut\u201c spricht. Der gro\u00dfe Theologe der Alten Kirche, Augustin von Hippo (gest. 454), verstand unter der Demut eine Gesinnung, mit welcher sich <u>der Mensch als Mensch erkenne<\/u>. Dem\u00fctig zu sein bedeutet im Grunde nichts anderes als sich selbst als Mensch in seiner eigenen Menschlichkeit zu erkennen und anzunehmen. Demut ist das Ende der Zw\u00e4nge zur Selbstidealisierung und zur unrealistischen Selbstrepr\u00e4sentation nach dem Muster: Wer ist der Gr\u00f6\u00dfte, wer kann mehr! So verstanden ist Demut kein Sklavenwort, sondern ein Freiheitssymbol: Ich darf und soll Mensch sein. Ich bin dem\u00fctig, indem ich mir als Mensch treu bleibe und den Versuchungen widerstehe, aus mir mehr zu machen oder mehr machen zu lassen, als ich in Wahrheit bin.<br \/>\nWas Demut konkret bedeutet, l\u00e4sst sich an den Grundbez\u00fcgen meines Lebens ganz gut veranschaulichen.<\/p>\n<p align=\"justify\"><u>Dem\u00fctig sein gegen\u00fcber Gott<\/u>. Gott ist Gott. Ich bin es &#8211; Gott sei Dank! &#8211; nicht und mu\u00df es nicht sein. Dem\u00fctig zu sein bedeutet anzuerkennen, dass ich auf Gott angewiesen bin &#8211; auf sein Wort, auf seine Gnade, auf seine Gaben des Lebens. Johann Sebastian Bach, dessen Jubil\u00e4um wir gerade begangen haben, schrieb unter jedes seiner Werke die drei Buchstaben: SDG, Soli Deo Gloria, Gott allein die Ehre. Demut eines nach menschlichen Ma\u00dfst\u00e4ben wirklich Gro\u00dfen!<\/p>\n<p align=\"justify\">Ein Gottesdienst kann in diesem Sinne zu einer Art \u201eSchule der Demut\u201c werden, also zum Gegenteil eines Jahrmarkts der Eitelkeiten f\u00fcr rhetorische, liturgische oder k\u00fcnstlerische Selbstrepr\u00e4sentationsbed\u00fcrfnisse. Da steht der Bankdirektor neben der Azubi am Tisch des Herrn mit der gleichen Geste des Empfangens. Gottesdienst zu feiern ohne die eitle Pose der Selbstdarstellung &#8211; das ist Praxis der Demut, zugleich der Beginn einer wirklichen Geschwisterschaft in Christus und vor Gott.<\/p>\n<p align=\"justify\"><u>Dem\u00fctig sein gegen\u00fcber der Natur<\/u>. Ich gestehe, davon schreibt Paulus an die Philipper nicht direkt etwas.- Aber wenn wir heute von Demut sprechen &#8211; eben davon sich als Mensch zu erkennen &#8211; dann mu\u00df unser Verh\u00e4ltnis zur Natur angesprochen werden. Sich als kleiner Mensch vor der Brandung des Meeres oder der bizarren Kulisse einer Gebirgslandschaft zu erleben &#8211; das r\u00fcckt die Ma\u00dfst\u00e4be zu recht. <i>\u201eWas ist der Mensch, dass du seiner gedenkst\u201c <\/i>(Psalm 8). Gewi\u00df Menschen haben der Natur viele ihrer Geheimnisse entlockt, bis hin zum genetischen Code des Menschen. Aber wenn wir leben wollen, wenn wir als Menschen menschlich bleiben wollen, dann d\u00fcrfen wir uns nicht zu Herrn und Gewaltt\u00e4tern \u00fcber die Natur aufschwingen. Die \u00f6kologische Weisheit &#8211; \u201eWir brauchen die Natur, die Natur braucht uns nicht\u201c &#8211; r\u00fcckt die Verh\u00e4ltnisse zu Recht. Wir werden nur eine menschliche Zukunft haben, wenn wir wieder die Demut lernen, uns als Menschen zu begreifen, die auf die Natur angewiesen sind.<\/p>\n<p align=\"justify\">Schlie\u00dflich: <u>Demut gegen\u00fcber unseren Mitmenschen<\/u>: <i>\u201ein Demut achte einer den andern h\u00f6her als sich selbst\u201c (V.3). <\/i>Dem\u00fctig sein hei\u00dft menschlich werden und menschlich handeln. Es bedeutet nicht, den Kopf gesenkt zu halten und auf alles Recht zu verzichten. Demut bedeutet vielmehr: erhobenen Hauptes und mit ge\u00f6ffneten Augen auf den anderen zuzugehen. Nur so kann ich auf den anderen schauen, nur so ist die soziale Aufmerksamkeit m\u00f6glich, um die es Paulus hier geht: Sie nicht aus das eigene, sondern <i>\u201eauf das, was dem andern dient\u201c. <\/i>(V.4). die deutsche Herkunft des Wortes Demut hat auch mit dem Dienen zu tun: dienender Mut &#8211; das ist Demut. Sie ist so das Gegenteil aller Neidhaltungen, sie lenkt meine Sinne auf das, was die oder der andere entbehren mu\u00df.<\/p>\n<p align=\"justify\">W\u00e4hrend ich diese Predigt schreibe, sind viele Einwohner Leipzigs bewegt von dem Tode des zweij\u00e4hrigen Dominic. Monatelang hatte ihn die heroinabh\u00e4ngige Mutter v\u00f6llig vernachl\u00e4ssigt. Nachbarn vernahmen die Schreie des Kindes. Ein Hinweis bei den Beh\u00f6rden brachte kein Ergebnis. Letzte Woche ist Dominic verhungert &#8211; schlicht verhungert, weil tagelang unversorgt. Gab es zu wenig Aufmerksamkeit, zu viel Wegschauen und Wegh\u00f6ren? Ich f\u00fchle mich als Prediger keineswegs zu Schuldspr\u00fcchen berufen.. So etwas f\u00e4llt immer leicht, wenn man weit genug weg ist. Der Pfarrer, der die Beerdigung hielt, konnte nur durch den Hinweis tr\u00f6sten, nun sei Dominic dort, wo er es besser hat. So ist es. Aber was sagt das \u00fcber uns? Das Schicksal des kleinen Dominic ist ein Signal. Wir brauchen in unserer Gesellschaft mehr Menschen mit jener Demut, die Paulus meint: <i>\u201eEin jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auf das, was dem andern dient.\u201c(V.4) <\/i><\/p>\n<p align=\"justify\">Der Weg zur Demut ist der K\u00f6nigsweg der Liebe. Er kann lang und beschwerlich werden. Und manchmal brauchen wir dringend der F\u00fchrung und der Hilfe. Paulus war sich dessen wohl bewu\u00dft. Aber was er den Philippern daf\u00fcr empfahl, war nicht eine neue diakonische, therapeutische oder spirituelle Methode. Vielmehr er\u00f6ffnete er ihnen gerade in diesem Zusammenhang den Blick auf den, der in einzigartiger und grundlegende Weise in Demut lebt; der Mensch wurde und als sich als Mensch zu erkennen gab. Darum schreibt Paulus.<\/p>\n<p align=\"justify\"><i>Seid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht.<br \/>\nEr, der in g\u00f6ttlicher Gestalt war, hielt es nicht f\u00fcr einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern ent\u00e4u\u00dferte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich, und der Erscheinung nach als Mensch erkannt.<br \/>\nEr erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.<br \/>\nDarum hat ihn auch Gott erh\u00f6ht und hat ihm einen Namen gegeben, der \u00fcber alle Namen ist, dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters. <\/i><\/p>\n<p align=\"justify\">Eintracht und Demut &#8211; Christus ist das Ziel, aber er ist auch der Weg. Steht uns sein Bild vor Augen, bestehen Chancen, eine wirklich \u201egute\u201c Gemeinde zu werden.<i><\/i><\/p>\n<p align=\"justify\">Amen.<\/p>\n<p><a name=\"bemerk\"><\/a><\/p>\n<p align=\"justify\"><b>Anmerkungen<\/b>: Der kurze Text aus dem Brief des Paulus an eine Gemeinde, der er sich innerlich besonders verbunden wu\u00dfte, stellt eine recht allgemein gehaltene Par\u00e4nese dar. Es gab offensichtlich in Philippi keine aktuellen Konflikte von besonderer Bedeutung, wie wir sie aus anderen Briefen kennen. Das macht die Verk\u00fcndigungsaufgabe nicht leichter. Ich fokussiere die Par\u00e4nese des Textes auf zwei Begriffe, die in ihm eine besondere Rolle spielen: Eintracht und Demut. Beide W\u00f6rter sind f\u00fcr heutige H\u00f6rerinnen und H\u00f6rer gleichzeitig sowohl verst\u00e4ndlich wie fremd. Das l\u00e4\u00dft sie als Strukturbegriffe f\u00fcr die Predigt geeignet erscheinen. In der Auslegung des Demut-Begriffs wird die Textgrenze bewu\u00dft \u00fcberschritten.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die inhaltliche Ausrichtung der Predigt wird durch den nachfolgenden Christus-Hymnus, auf den der kleine Text ja bewu\u00dft zusteuert, bestimmt. In der Predigt wird er zum Schlu\u00df nur zitiert, nachdem freilich zuvor schon mehrfach versucht wird, auf ihn vorzubereiten.<\/p>\n<p align=\"justify\"><b>Prof.Dr.J\u00fcrgen Ziemer<br \/>\nBernhard-G\u00f6ring-Str.14<br \/>\n04107 Leipzig<br \/>\nTel. 0341-9615531<br \/>\n<a href=\"mailto:ziemer@rz.uni-leipzig.de\">E-Mail: ziemer@rz.uni-leipzig.de<\/a><\/b><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"CENTER\"><a href=\"file:\/\/\/Users\/amiralang\/Desktop\/Archiv%20GPI%20-%20U%CC%88bertrag\/archiv-2\/noch%20zu%20bearbeiten\/000806.html#top\"><b>(zur\u00fcck zum Seitenanfang)<\/b><\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/breu.de\/cgi-bin\/01mcco.pl?j=2&amp;bn=neukirch&amp;f=000806.html&amp;r=r1&amp;w=\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>7. 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