{"id":21313,"date":"2000-08-27T09:19:05","date_gmt":"2000-08-27T07:19:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21313"},"modified":"2025-03-15T09:22:40","modified_gmt":"2025-03-15T08:22:40","slug":"jesaja-626-12-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/jesaja-626-12-2\/","title":{"rendered":"Jesaja 62,6-12"},"content":{"rendered":"<table border=\"0\" width=\"600\" align=\"CENTER\">\n<tbody>\n<tr>\n<td align=\"CENTER\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"CENTER\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: Arial;\"><span style=\"color: #0000a0; font-size: xx-small;\">10. Sonntag nach Trinitatis<\/span><br \/>\n<b>27.8.2000<br \/>\nJesaja 62,6-12<\/b><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Arial;\"><b>Ulrich Wiesjahn<\/b><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"LEFT\">Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>wer durch die Welt reist, der findet sich manchmal in l\u00e4rmenden St\u00e4dten wieder, manchmal aber auch an sehr stillen, verlassenen und zerst\u00f6rten Ruinen alter Kulturen. Bei denen steht man dann selbst still und sinnt \u00fcber den Gang der Geschichte und des Lebens nach. Denn, wo jetzt nur Tr\u00fcmmer und Reste und Stille zu finden sind, da war doch einst bl\u00fchendes und wunderbares Leben. So sind uns solche Ruinenst\u00e4tten ernste Lehrmeister \u00fcber das Bestehen und Vergehen. Nachdenklich fragen wir: Was bleibt? Was vergeht? Was ist ewig?<\/p>\n<p>F\u00fcr mich ist das Geschick Israels eine Lehre daf\u00fcr, wie Gott diese Fragen der Menschen beantwortet. Die Einzelheiten sind als geschichtliche Tatsachen aufbewahrt worden: als Wort, als Verhei\u00dfung, als Trost, als ewige Gegenwart. So lesen wir nach \u00fcber zweieinhalbtausend Jahren S\u00e4tze, die uns Trauriges und Hoffnungsvolles erz\u00e4hlen. In beiden ist Wahrheit. Es ist wahr, da\u00df menschliche Verh\u00e4ltnisse sehr traurig, sehr entt\u00e4uschend, sehr entmutigend sein k\u00f6nnen. Aber es ist auch wahr, da\u00df Gott die Menschen auf seine Weise und mit seiner Kraft aufrichtet, erneuert und in eine gute Zukunft f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Beides erlebte Israel, das Gott sich auserw\u00e4hlt hat. Die Babylonische Gefangenschaft war so etwas wie das Ende, wie die Entwurzelung und wie das Verdorren eines Baumes. Zur\u00fcck blieb in der Heimat eine \u00f6de Tr\u00fcmmerlandschaft. Da ert\u00f6nt in der Dunkelheit die Stimme des Propheten, die Stimme Gottes und sie sagt:<\/p>\n<p>&#8222;O Jerusalem, ich habe W\u00e4chter \u00fcber deine Mauern bestellt, die den ganzen Tag und die ganze Nacht nicht mehr schweigen sollen. Die ihr den Herrn erinnern sollt, ohne euch Ruhe zu g\u00f6nnen, la\u00dft ihm keine Ruhe, bis er Jerusalem wieder aufrichte und es setze zum Lobpreis auf Erden!<br \/>\nDer Herr hat geschworen bei seiner Rechten und bei seinem starken Arm: Ich will dein Getreide nicht mehr deinen Feinden zu essen geben noch deinen Wein, mit dem du soviel Arbeit hattest, die Fremden trinken lassen, sondern die es einsammeln, sollen&#8217;s auch essen und den Herrn r\u00fchmen und die ihn einbringen, sollen ihn trinken in den Vorh\u00f6fen meines Heiligtums.<br \/>\nGehet ein, gehet ein durch die Tore! Bereitet dem Volk den Weg! Machet Bahn, machet Bahn, r\u00e4umt die Steine hinweg! Richtet ein Zeichen auf f\u00fcr die V\u00f6lker!<br \/>\nSiehe, der Herr l\u00e4\u00dft es h\u00f6ren bis an die Enden der Erde: Saget der Tochter Zion: Siehe, dein Heil kommt! Siehe, was er gewann, ist bei ihm, und was er sich erwarb, geht vor ihm her!<br \/>\nMan wird sie nennen &#8222;Heiliges Volk&#8220;, &#8222;Erl\u00f6ste des Herrn&#8220;, und dich wird man nennen &#8222;Gesuchte&#8220; und &#8222;Nicht mehr verlassene Stadt&#8220;. (Jesaja 62, 6-12)<\/p>\n<p>Gott anzurufen, geht das? Finden wir \u00fcberhaupt den Weg zu dem, von dem wir sagen: \u201edenn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit\u201c? Ich hoffe, da\u00df wir in den Stunden unserer Not, unserer Schmerzen, unserer Entt\u00e4uschungen h\u00f6ren k\u00f6nnen. Denn auch uns bleibt nicht erspart, was dem Volk Gottes nicht erspart geblieben ist.<\/p>\n<p>Damals h\u00f6rten nur wenige zu, und der Prophet Deuterojesaja fand sein Grab bei den Verachteten. Doch einige haben seine Worte bewahrt \u2013 und sie gl\u00e4nzten immer mehr auf, je mehr sie sich bewahrheiteten Gott lie\u00df tats\u00e4chlich Jerusalem mit dem Heiligtum neu erstehen. Die Wege wurden geebnet und gebahnt. Die Mauern wurden wieder fest. Das Leben konnte sich erholen und stark werden.<\/p>\n<p>Dazu kommt wieder ein besonderer Hinweis: Dieses alles geschieht zum Zeichen f\u00fcr alle V\u00f6lker. Gottes Wirken hat einen doppelten Sinn: Es ist Selbstzweck; dem Armen wird geholfen. Und es ist Hinweis f\u00fcr alle Welt: Seht, Gott schafft Heil, betet ihn an!<\/p>\n<p>So ist Israel f\u00fcr alle Zeiten ein Beispiel f\u00fcr Gottes Wirken am menschlichen Geschick. Wenn Israel noch so viele Katastrophen heute erlebte, so soll das alles uns ein Gottesbeweis sein. Als Friedrich der Gro\u00dfe einmal sp\u00f6ttisch nach einem Gottesbeweis fragte, da antwortete ihm ein frommer General: \u201eMajest\u00e4t, die Juden!\u201c<\/p>\n<p>Was h\u00f6ren und sehen wir, die wir auf den Tr\u00fcmmerfeldern des Lebens und der Geschichte stehen? Wir h\u00f6ren, da\u00df Gott Engel, &#8211; W\u00e4chter -, \u00fcber den Tr\u00fcmmern bestellt hat, damit diese unabl\u00e4ssig Gott anrufen, damit er Jerusalem neu erstehen lassen. Die Anrufung Gottes ist so unabdingbar, da\u00df sie nicht Menschen \u00fcberlassen bleiben darf, Engel m\u00fcssen Gott anrufen. Wenn dann Leben wieder m\u00f6glich ist, soll es anschlie\u00dfend den Menschen zum Lobpreis dienen. Loben steht vor allem. Loben und Preisen steht noch vor dem Bitten und Flehen. So wird auch Jesus sp\u00e4ter die Priorit\u00e4ten setzen: \u201eTrachtet zuerst nach dem Reich Gottes, dann wird euch alles andere auch zufallen\u201c (Matth\u00e4us 6,33).<\/p>\n<p>An dieser Stelle frage ich mich und Sie, liebe Gemeinde, ob uns dieses bewu\u00dft ist: Im tiefsten Leid sollen wir unabl\u00e4ssig Gott anrufen, um ihn zu loben, zu preisen und zu verherrlichen? Finden wir diesen Weg zu dem, von dem wir sagen: \u201edenn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit\u201c? Ich hoffe, da\u00df wir h\u00f6ren k\u00f6nnen in den Stunden unserer Not, unserer Schmerzen, unserer Entt\u00e4uschungen, denn auch uns bleibt nicht erspart, was dem Volk Gottes nicht erspart geblieben ist.<\/p>\n<p>Auf uns hier, liebe Gemeinde, \u00fcbertragen bedeutet das alles: Wer in den Ruinen und Schmerzen und Entt\u00e4uschungen seines Lebens Gottes Zuruf h\u00f6rt, ihm trotz allem die Ehre gibt und die Gewi\u00dfheit, nicht verloren zu sein, in sich sp\u00fcrt \u2013 der ist ein Beispiel und Vorbild f\u00fcr andere. Seien wir nur gewi\u00df, da\u00df die Menschen um uns her sich nach solchen tapferen Vorbildern sehnen.<\/p>\n<p>(Evtl. nochmalige Verlesung von Jesaja 62, 6-12)<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p><b>Pastor Ulrich Wiesjahn<br \/>\nObere Kirchstr. 4<br \/>\n38640 Goslar<br \/>\nTel. 05321 &#8211; 22647 <\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"CENTER\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/breu.de\/cgi-bin\/01mcco.pl?j=2&amp;bn=neukirch&amp;f=000827-1.html&amp;r=r1&amp;w=\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>10. Sonntag nach Trinitatis 27.8.2000 Jesaja 62,6-12 Ulrich Wiesjahn Liebe Gemeinde, wer durch die Welt reist, der findet sich manchmal in l\u00e4rmenden St\u00e4dten wieder, manchmal aber auch an sehr stillen, verlassenen und zerst\u00f6rten Ruinen alter Kulturen. 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