{"id":21331,"date":"2000-09-15T09:35:01","date_gmt":"2000-09-15T07:35:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21331"},"modified":"2025-04-16T20:19:50","modified_gmt":"2025-04-16T18:19:50","slug":"genesis-4-1-16a-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/genesis-4-1-16a-4\/","title":{"rendered":"Genesis 4, 1-16a"},"content":{"rendered":"<h3><span style=\"font-family: Arial;\">13. Sonntag nach Trinitatis | 17. September 2000 | Genesis 4,1-16 (und 17) |<\/span><span style=\"font-family: Arial;\"> Christoph M\u00fcller |<\/span><\/h3>\n<p>Wenn wir die Geschichte nicht von vornherein von uns wegschieben,<br \/>\nbeginnen wir meistens, irgendwo und irgendwie <i>mitzuspielen<\/i>.<br \/>\nBin ich Kain?<br \/>\nBin ich Abel?<br \/>\nOder bin ich Kain <i>und<\/i> Abel?<\/p>\n<p>Es ist eine Geschichte mit Widerhaken.<br \/>\nWer sie h\u00f6rt, aufmerksam,<br \/>\nwer sie nicht bereits zu kennen glaubt,<br \/>\nwird mit Widerspruch reagieren,<br \/>\nmit R\u00fcckfragen jedenfalls.<\/p>\n<p>Manche Zuh\u00f6rer und Zuh\u00f6rerinnen der Erz\u00e4hlung werden vielleicht sp\u00fcren, dass sie in den beiden Rollen von Abel oder Kain nicht mitspielen wollen. Ist es nicht, so werden sie fragen,<br \/>\neine Gewaltgeschichte,<br \/>\ndie sie, wenn sie schon mitspielen sollten, <i>anders<\/i> gestalten w\u00fcrden?<br \/>\nWelche Rolle k\u00f6nnte zum Beispiel die Frau von Kain spielen, von der gleich nach dem Ende der gelesenen Geschichte erz\u00e4hlt werden wird \u2013<br \/>\n(in einer wieder \u00fcberraschenden Weise erz\u00e4hlt werden wird!)<br \/>\ndass sie n\u00e4mlich mit Kain schl\u00e4ft und die beiden zusammen neues Leben erm\u00f6glichen?<\/p>\n<p>Wir werden sp\u00e4ter auf diese merkw\u00fcrdige Fortsetzung der Erz\u00e4hlung zur\u00fcckkommen.<br \/>\nWenn wir vorerst bei Kain und Abel bleiben,<br \/>\nwenn wir diese Geschichte noch nicht so lesen, dass wir bereits wissen, wie sie ausgehen wird &#8211;<br \/>\nwenn wir also h\u00f6ren, wie beide ihre Gabe vor Gott bringen,<br \/>\naus dem Lebensbereich, der f\u00fcr sie lebenswichtig ist,<br \/>\nund es wird jetzt erz\u00e4hlt,<br \/>\nGott habe auf Abel und sein Geschenk geschaut,<br \/>\nnicht aber auf dasjenige von Kain:<br \/>\nWeshalb diese gegens\u00e4tzliche Behandlung der beiden Br\u00fcder?<br \/>\nWeshalb wird der eine beachtet, der andere nicht?<br \/>\nWeshalb soll das z\u00e4hlen, was Abel bringt, die Erstlinge der Herde &#8211;<br \/>\nund ohne Anerkennung bleiben, was Kain tut und von den Fr\u00fcchten des Feldes gibt?<\/p>\n<p>Die Geschichte wird zu einem Geschichtchen, wenn diese Fragen schon gar nicht gestellt werden,<br \/>\nwenn die Erfahrung schon gar nicht mehr in den Blick kommt,<br \/>\ndass Menschen es tats\u00e4chlich so erleben:<br \/>\nandere werden vorgezogen \u2013 ich werde zur\u00fcckgesetzt;<br \/>\nandere werden anerkannt, ich bleibe unbeachtet;<br \/>\nwas andere tun, erscheint wertvoll, was ich tue, erscheint minderwertig &#8211;<br \/>\nund es gibt keinen ersichtlich Grund, weshalb das so sein m\u00fcsste:<br \/>\nIch habe mich nicht weniger bem\u00fcht,<br \/>\nich habe keineswegs weniger gearbeitet,<br \/>\nich bin keineswegs weniger begabt \u2013<br \/>\nund trotzdem diese Zur\u00fccksetzung.<\/p>\n<p>Es ist eine \u00e4usserst schwierige Erfahrung,<br \/>\nzur\u00fcckgesetzt zu werden,<br \/>\nbenachteiligt zu sein,<br \/>\nunbeachtet zu bleiben.<\/p>\n<p>Und alles wird noch schwieriger dadurch, dass der Erz\u00e4hler wie selbstverst\u00e4ndlich Gott ins Spiel bringt und die Sache so deutet, als sei dies <i>Gottes<\/i> Absicht:<br \/>\nden einen grundlos zu bevorzugen und den andern ebenso grundlos zur\u00fcckzustellen.<\/p>\n<p>Wie kommt der Erz\u00e4hler zu dieser Deutung?<br \/>\nWas meint er, wenn er berichtet, Gott habe auf Abel und sein Geschenk geschaut \u2013<br \/>\nnicht aber auf Kain und die Gabe, die er Gott bringt?<br \/>\nWeshalb soll vor Gott sein Geschenk weniger z\u00e4hlen?<br \/>\nDer Erz\u00e4hler h\u00e4tte seine Geschichte ja auch anders gestalten k\u00f6nnen.<br \/>\nEr h\u00e4tte erz\u00e4hlen k\u00f6nnen,<br \/>\nes sei <i>Kain<\/i> gewesen, der eine f\u00fcr ihn schwierige Erfahrung so gedeutet habe, dass Gott es sei, der ihn unbeachtet lasse und so willk\u00fcrlich benachteilige.<br \/>\nOder: Kain habe von vornherein m\u00f6rderische Absichten gehegt und er habe Gott mit seinem Geschenk nur t\u00e4uschen wollen.<br \/>\nOder: Er habe seinen Bruder in den Schatten stellen und Gott mit einem viel gr\u00f6sseren Geschenk imponieren wollen.<br \/>\nOder umgekehrt: er habe Gott nat\u00fcrlich nicht das Beste geben wollen, sondern nur Minderwertiges, Abfall sozusagen.<\/p>\n<p>In der vergangenen Jahrhunderten und bis in unsere Tage haben viele Ausleger und Prediger die Geschichte tats\u00e4chlich so umgedeutet.<br \/>\nSie wurde dadurch zu einer Moralgeschichte, die davon berichtet, wohin es zwangsl\u00e4ufig f\u00fchrt, wenn man so verlogen und gemein ist wie Kain;<br \/>\noder sie wurde zu einer plumpen Belehrung dar\u00fcber, wie allwissend Gott ist, und wie s\u00fcndhaft die Menschen sind.<\/p>\n<p>In der Geschichte, wie sie uns vorliegt, ist <i>davon<\/i> nicht die Rede.<\/p>\n<p>Was also meint der Erz\u00e4hler, wenn er berichtet, Gott habe auf Abel und sein Geschenk geschaut \u2013<br \/>\nnicht aber auf Kain und die Gabe, die er Gott bringt?<br \/>\nWeshalb soll vor Gott sein Geschenk weniger z\u00e4hlen?<br \/>\nWas f\u00fcr ein Bild von Gott zeichnet er mit diesem Urteil?<\/p>\n<p>Es ist jedenfalls nicht das Bild des \u201elieben Gottes\u201c,<br \/>\nder immer so lieb ist, zu allen immer so verst\u00e4ndnisvoll,<br \/>\ngerecht nat\u00fcrlich auch: lieb zu den Lieben,<br \/>\ngerecht gegen\u00fcber den B\u00f6sen.<\/p>\n<p>Hier wird dies nicht erz\u00e4hlt.<br \/>\nDie Handlungsweise Gottes ist unverst\u00e4ndlich, uneinsichtig.<\/p>\n<p>Wahrscheinlich gibt es H\u00f6rer und H\u00f6rerInnen der Geschichte, die sich eben deshalb in der Erz\u00e4hlung wiederfinden.<br \/>\nHaben sie selber nicht Gott genau so erfahren:<br \/>\nunverst\u00e4ndlich,<br \/>\nin seinem Handeln v\u00f6llig uneinsichtig?<br \/>\nUngerecht, willk\u00fcrlich?<\/p>\n<p>Ist es nicht ein Gottesbild, das sich in bestimmten schlimmen Situationen aufdr\u00e4ngt,<br \/>\nwenn man Gott nicht daraus heraushalten will?<br \/>\nAuch Hiob kann sich in seinen finstersten Erfahrungen zeitweilig nicht mehr anders wahrnehmen denn als Zielscheibe, auf die Gott, der Feind, der erbarmungslose Sch\u00fctze, seine Pfeile abschiesst.<br \/>\nWas hilft einem Menschen in solcher Verzweiflung?<\/p>\n<p>Belehrungen und Ratschl\u00e4ge gehen ins Leere.<br \/>\nSie gehen auch bei Kain ins Leere.<br \/>\nWas k\u00f6nnte ihn befreien?<\/p>\n<p>Die Geschichte erz\u00e4hlt es nicht.<br \/>\nSie beh\u00e4lt auch hier ihre Widerhaken, wenn sie zwar sagt,<br \/>\nKain sei nicht zum Morden verurteilt,<br \/>\nwenn sie die M\u00f6glichkeit seiner eigenen Entscheidung nicht bestreitet,<br \/>\ndann aber doch berichtet,<br \/>\nin atemberaubender Schnelligkeit,<br \/>\nwie der Mord geschieht, der unaufhaltbar erscheint.<\/p>\n<p>Mit dem Brudermord droht Kain auch sich selber zu verlieren,<br \/>\nsein Lebensrecht, seine W\u00fcrde,<br \/>\nauch die Erde, auf der er leben k\u00f6nnte.<br \/>\nDie Erde verb\u00fcndet sich mit dem vergossenen Blut gegen ihn \u2013<br \/>\nSo kann sie nicht die Erde sein, die Kains Schritte noch tragen k\u00f6nnte,<br \/>\ndie Erde, aus der er (wie es ganz am Anfang der Sch\u00f6pfungsgeschichten vom Menschen hiess) genommen ist<br \/>\nund zu der er zur\u00fcckkehren wird.<\/p>\n<p>Und wie sollte er noch an seine W\u00fcrde glauben k\u00f6nnen, wenn er das leugnet, was seine eigenen H\u00e4nde getan und seine Augen gesehen haben?<\/p>\n<p>Wie sollte er seine v\u00f6llige Isolation noch durchbrechen k\u00f6nnen, wenn er alle Verantwortung gegen\u00fcber seinem Bruder abweist?<\/p>\n<p>Das ist auch eine Gotteserfahrung, von der der Erz\u00e4hler weiss, und die er in seiner Geschichte gestaltet:<br \/>\nGott als Frage (nicht zuerst als Antwort),<br \/>\nGott als Frage, unbestechlich,<\/p>\n<p>Gott auch als Spiegel, in dem er eine bedr\u00e4ngende menschliche Erfahrung ohne Besch\u00f6nigung wahrnimmt:<br \/>\nSich in bestimmten Situationen auf der Erde heimatlos zu f\u00fchlen,<br \/>\nw\u00fcrdelos vor sich selber,<br \/>\nisoliert vor den anderen,<br \/>\ngeradezu von Gott verflucht.<\/p>\n<p>Wieder alles andere als die Erfahrung des \u201elieben Gottes\u201c.<\/p>\n<p>Was geschehen ist, kann nicht sanft zugedeckt werden.<br \/>\nWas geschah, ist und bleibt ein Mord.<br \/>\nHier wird auch in der Bibel zum ersten Mal von \u201eS\u00fcnde\u201c gesprochen.<br \/>\nDer \u201eS\u00fcndenfall\u201c geschieht nach diesen Erz\u00e4hlungen auf den ersten Seiten der Bibel als Mord.<br \/>\nDort geraten Menschen ins Netz der S\u00fcnde, wo Gewalt angewendet wird,<br \/>\nGewalt von Menschen gegen\u00fcber anderen Menschen \u2013<br \/>\nUnd diese Gewalt, so wird hellsichtig erz\u00e4hlt, trifft auch die Erde.<\/p>\n<p>Das w\u00e4re ja eine erstaunlich klare und konkrete Definition von S\u00fcnde gewesen.<br \/>\nSie ist auch (trotz aller sp\u00e4teren Verdrehungen und Abstraktionen) nicht ganz verloren gegangen:<br \/>\nBei vielen Propheten nicht \u2013<br \/>\nund Jesus nimmt sie auf, wenn er in seinen Seligpreisungen diejenigen gl\u00fccklich preist, die keine Gewalt anwenden,<br \/>\nund wenn er dies selber lebt:<br \/>\ndurchaus nicht einfach als der \u201eliebe Jesus\u201c,<br \/>\nvielmehr in bestimmten Situationen auch aggressiv und hart,<br \/>\naber nicht mit Gewalt, die Leben vernichtet,<br \/>\nund nie mit der lebensverachtenden \u00dcberzeugung, jeder Mensch sei von Grund auf b\u00f6se und k\u00f6nne deshalb gar nicht anders als b\u00f6se sein.<\/p>\n<p>Das ist auch in unserer Geschichte nicht anders.<br \/>\nEs wird nicht erz\u00e4hlt, dass Kain morden <i>musste<\/i>.<br \/>\nNichts wird davon gesagt,<br \/>\ner sei von Grund auf schlecht und <i>k\u00f6nne gar nicht anders<\/i> als schlecht sein und schlecht bleiben.<\/p>\n<p>Es wird nichts besch\u00f6nigt und entschuldigt.<br \/>\nAber Kain wird ein Zeichen bekommen.<br \/>\nDas Zeichen ist nicht ein Schandmal (wie sp\u00e4tere Ausleger es wiederum v\u00f6llig verdrehten),<br \/>\nes ist vielmehr ein Schutzzeichen:<br \/>\ner soll trotz allem leben k\u00f6nnen,<br \/>\ner soll nicht nur M\u00f6rder sein m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Wer ist Kain?<br \/>\nF\u00fchle ich mich nicht Kain manchmal nahe, auch wenn ich niemanden <i>umgebracht<\/i> habe?<br \/>\nKenne ich nicht auch diese bittere, schwer ertr\u00e4gliche Erfahrung:<br \/>\nAndere in ihren Lebensm\u00f6glichkeiten beschnitten,<br \/>\nAnderen einen Teil ihres Lebens weggenommen zu haben,<br \/>\nbei andern Menschen etwas zerst\u00f6rt zu haben, das nicht wieder gut zu machen ist?<br \/>\nGewaltt\u00e4tigkeit kann ja manchmal sehr subtil sein, unauff\u00e4llig und deshalb nicht weniger grausam.<br \/>\nEin Wort wirkte erstickend,<br \/>\nmit einer bestimmten Handlungsweise habe ich einen andern tief verletzt,<br \/>\nein St\u00fcck Erde ist verschmutzt, schreit zum Himmel,<br \/>\nauch wenn ich dies alles zuerst nicht wahrhaben wollte.<br \/>\nUnd jetzt?<\/p>\n<p>Was geschehen ist, wird in unserer Geschichte nicht besch\u00f6nigt,<br \/>\nnicht entschuldigt,<br \/>\nnicht einfach zugedeckt.<\/p>\n<p>Aber die Geschichte <i>endet<\/i> hier nicht.<br \/>\nKain erh\u00e4lt ein Schutzzeichen.<br \/>\nDer Erz\u00e4hler bringt, wieder \u00fcberraschend, eine Erfahrung Gottes als sch\u00fctzende Kraft ein:<br \/>\nGott als \u00fcberraschende Erfahrung eines Freiraums, der ihn vor der definitiven Verurteilung bewahrt,<br \/>\nvor der Verurteilung auch durch sich selber.<\/p>\n<p>Ich kann mich selber wieder anders sehen lernen,<br \/>\nanders wahrnehmen:<br \/>\nJa:<br \/>\nIch bin ein M\u00f6rder,<br \/>\nAbel wird nicht mehr lebendig.<br \/>\nUnd :<br \/>\nich bin nicht <i>nur der<\/i> M\u00f6rder,<br \/>\nich bleibe Gottes Gesch\u00f6pf,<br \/>\nder Glanz der Gottebenbildlichkeit ist nicht verloren,<br \/>\nich bleibe ein Mensch,<br \/>\nkostbar,<br \/>\nmit W\u00fcrde begabt,<br \/>\nbeziehungsf\u00e4hig,<br \/>\nich kann etwas bauen, aufbauen, neu gr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Wie es in der Fortsertzung heisst:<\/p>\n<p><i>\u201eKain erkannte seine Frau, sie wurde schwanger und gebar Henoch. Kain wurde Gr\u00fcnder einer Stadt und benannte sie nach seinem Sohn Henoch&#8230;\u201c <\/i><\/p>\n<p>Das wird <i>nun<\/i> Kains Gotteserfahrung:<br \/>\nIch werde gesch\u00fctzt vor definitiver Verurteilung nach der Weise: so bist du, so bleibst du, so war das gestern, so ist das heute und f\u00fcr immer.<br \/>\nNein:<br \/>\nAls Kain sehe ich neue Perspektiven,<br \/>\nich muss nicht vertuschen, was war,<br \/>\nich kann hinsehen,<br \/>\nwahrnehmen, was war,<br \/>\nund eben so sehe ich auch <i>Anderes<\/i>:<br \/>\nStarkes,<br \/>\nKreatives,<br \/>\nKostbares.<\/p>\n<p>Und Gott wird im Vertrauen erfahrbar,<br \/>\nmich wieder so, mit meiner unverlierbaren W\u00fcrde, wahrnehmen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Kain kann sich wieder mit seiner unverlierbaren W\u00fcrde wahrnehmen.<br \/>\nUnd, so lese ich die Fortsetzung der Geschichte, Kain sieht auch die W\u00fcrde seiner Frau,<br \/>\nnimmt sie wahr als seine Gef\u00e4hrtin.<br \/>\nUnd offenbar geschieht dies auch umgekehrt.<br \/>\nSeine Gef\u00e4hrtin legt ihn nicht darauf fest, M\u00f6rder zu sein und zu bleiben.<br \/>\nDie Gewaltgeschichte erf\u00e4hrt eine neue Wendung:<br \/>\nVitale, lebensschaffende Beziehungen kommen ins Spiel &#8211;<br \/>\nund ein Kind wird geboren.<\/p>\n<p>Die Geschichte ist damit nicht zu Ende.<br \/>\nEs ist kein Happy End.<br \/>\nDie Geschichte wird weitergehen,<br \/>\ndie Gewalt wird ihre Macht in vielf\u00e4ltigster Weise demonstrieren,<br \/>\nmit Morden ohne Zahl, und<br \/>\ndie Menschenverachtung wird Triumphe feiern.<\/p>\n<p>Deshalb ist es mir wichtig, die Kainsgeschichte weiter und wieder zu erz\u00e4hlen,<br \/>\nals Geschichte widerst\u00e4ndiger, gegens\u00e4tzlicher und eben so auch lebensvoller Gotteserfahrungen,<br \/>\nals Geschichte der Entt\u00e4uschung, der grundlosen Verletzung,<br \/>\nder m\u00f6rderischen Aggression<br \/>\nund als Geschichte vom Kainszeichen,<br \/>\nvom Dennoch,<br \/>\nvon Schutz und Bewahrung;<br \/>\nund von unwahrscheinlichen neuen Anf\u00e4ngen<br \/>\nmit Menschen, die einander ihre von Gott geschenkte W\u00fcrde trotz allem wieder zu erfahren geben \u2013<br \/>\nund mit der Erde, die mich trotzdem tr\u00e4gt.<\/p>\n<hr \/>\n<p><b>Prof. Dr. Christoph M\u00fcller<br \/>\nDekan der Evang.-theol.Fakult\u00e4t Universit\u00e4t Bern<br \/>\nL\u00e4nggassstrasse 51, CH 3000 Bern 9<br \/>\nTel.: ++41 (0)31 631 80 45<br \/>\nFax: ++41 (0)31 631 48 33<br \/>\n<a href=\"mailto:christoph.mueller@theol.unibe.ch\">E-mail: christoph.mueller@theol.unibe.ch<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.cx.unibe.ch\/theol\/evang\/dekan.htm\">http:\/\/www.cx.unibe.ch\/theol\/evang\/dekan.htm<\/a><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>13. 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