{"id":21343,"date":"2000-10-15T09:43:11","date_gmt":"2000-10-15T07:43:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21343"},"modified":"2025-04-17T09:13:38","modified_gmt":"2025-04-17T07:13:38","slug":"1-timotheus-4-4-5-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/1-timotheus-4-4-5-7\/","title":{"rendered":"1. Timotheus 4, 4-5"},"content":{"rendered":"<h3><span style=\"font-family: Arial;\">15. Sonntag nach Trinitatis \/ Erntedank | 1. Oktober 2000 | 1. Timotheus 4,4-5 |<\/span><span style=\"font-family: Arial;\"> Dorothea Zager |<\/span><\/h3>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\"><span style=\"font-family: arial;\">Gnade sei mit Euch und Friede von Gott, unserem Vater und unserem Herrn und Heiland Jesus Christus. Amen. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">\u201eAlles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird; denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet.\u201c<\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-family: Arial;\">Manche Menschen wissen nicht,<br \/>\nwie wichtig es ist,<br \/>\ndass sie einfach da sind. <\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-family: Arial;\">Manche Menschen wissen nicht,<br \/>\nwie gut es tut,<br \/>\nsie nur zu sehen. <\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-family: Arial;\">Manche Menschen wissen nicht,<br \/>\nwie tr\u00f6stlich<br \/>\nihr g\u00fctiges L\u00e4cheln wirkt. <\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-family: Arial;\">Manche Menschen wissen nicht,<br \/>\nwie wohltuend<br \/>\nihre N\u00e4he ist. <\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-family: Arial;\">Manche Menschen wissen nicht,<br \/>\ndass sie ein Geschenk des Himmels sind. <\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-family: Arial;\">Sie w\u00fcssten es,<br \/>\nw\u00fcrden wir es ihnen sagen. <\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-family: Arial;\"><i>Paul Celan<\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">I. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">Dankbarkeit, liebe Gemeinde, f\u00e4ngt ganz klein an. Zum Beispiel mit der Frage, die ich einem jeden von Ihnen heute morgen ans Herz legen m\u00f6chte:<br \/>\nWie vielen Menschen haben wir doch zu danken?<br \/>\nUnd wie viel haben wir ihnen zu verdanken? <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">Oft f\u00e4llt es uns erst dann ein, wenn es zu sp\u00e4t ist. Wenn sie nicht mehr da sind. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">Die Mutter zum Beispiel. F\u00fcr mich als Kind war es so selbstverst\u00e4ndlich, dass sie da war. Mutters Heiterkeit und Flei\u00df war so selbstverst\u00e4ndlich wie das Sonnenlicht am Morgen und das Brot auf dem Tisch. Wie viel sie f\u00fcr uns getan hat: das Kochen und die W\u00e4sche, das Putzen und die Gartenarbeit, die vielen Gedichte und Lieder bei Kerzenschimmer im Advent, die vielen Geschichten abends am Bett, die ungez\u00e4hlten N\u00e4chte, die sie gebangt und gebetet hat am Krankenbettchen eines ihrer Kinder &#8230; Erst heute wei\u00df ich, was sie alles geleistet hat, jetzt wo ich selbst Mutter bin. Wie viel habe ich ihr zu verdanken! <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">Oder mein alter Religionslehrer. Manchmal haben wir ordentlich gemurrt, wenn\u2019s langweilig war in seinem Unterricht und es schon wieder was auswendig zu lernen gab. Aber noch heute, wenn ich durcheinander komme mit den Namen der Passionssonntage, helfe ich mir mit dem alten Lernspruch, den er uns auswendig lernen lie\u00df: <b>I<\/b>n <b>R<\/b>echter <b>O<\/b>rdnung <b>L<\/b>erne <b>J<\/b>esu <b>P<\/b>assion. Und heute noch lasse ich nicht locker, meine lieben Konfirmanden, bis auch Ihr diesen hilfreichen Spruch k\u00f6nnt. Mein alter Lehrer w\u00fcrde sich bestimmt freuen, dass sein Spruch mir heute noch hilft und Euch, die er gar nicht mehr erlebt hat. Mit Worten gedankt habe ich es ihm nie. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">Warum ist es eigentlich so wichtig zu danken? <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\"><b>1. Danken macht uns bewusst: Es ist nicht selbstverst\u00e4ndlich, dass andere etwas f\u00fcr uns tun.<\/b> Die liebevolle Hand der K\u00fcsterin, die den Altar schm\u00fcckt, die M\u00fche, die sich unsere M\u00fctter machen mit der Vorbereitung des Kindergottesdienstes, das Engagement der Kirchenvorsteher oder die Mithilfe der Eltern beim St. Martinsfest, das Singen in den Ch\u00f6ren und die Mitwirkung in den Vereinen. Der ehrenamtliche Einsatz so vieler Mitarbeiter bei der Kerwe ist genauso wenig selbstverst\u00e4ndlich wie das Schm\u00fccken unseres Dorfes durch freiwillige Helfer mit Birken, bunten Gl\u00fchbirnen und dem Kerwebaum, mit Lichterketten und der Weihnachtstanne zum Advent. Die Feuerwehrleute, die den St. Martinszug begleiten oder am Volkstrauertag den Verkehr w\u00e4hrend der Feierstunde am Friedensmal zum Schutz der Menschen sperren. Nichts von alledem ist eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob einer daf\u00fcr bezahlt wird oder nicht. <i>Uns <\/i>kostet ein Dankesch\u00f6n nichts, <i>den anderen <\/i>aber freut es &#8211; sei er oder sie nun ehrenamtlicher oder hauptamtlicher Helfer oder Helferin. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">2. Damit bin ich bei dem Zweiten. Dank ist wichtig; denn <b>Dank tut dem anderen gut.<\/b> Es w\u00e4rmt einem das Herz, wenn man ein \u201eDankesch\u00f6n\u201c h\u00f6rt. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">Wir wissen es doch aus eigener Erfahrung, wie sehr wir Erwachsenen uns freuen \u00fcber die ungek\u00fcnstelte Freude eines Kindes, das Geburtstag hat, oder \u00fcber eine kleines Dankesch\u00f6nk\u00e4rtchen, das unserem Geburtstagsgru\u00df folgt.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">Und es verletzt, wenn wir einem anderen die T\u00fcr aufhalten und er schweigend vor\u00fcbergeht, als sei unsere Freundlichkeit selbstverst\u00e4ndlich. \u201eSo ein Stoffel!\u201c denken wir dann insgeheim und der Unfreundliche ist in unserer Gunst gesunken.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">F\u00fcr mich, liebe Gemeinde, war es ein denkw\u00fcrdiges Ereignis und ein erstes Zeichen daf\u00fcr, dass einer unserer S\u00f6hne reifer geworden war, als Folgendes geschah. \u201eIch freu\u2019 mich so auf Weihnachten!\u201c hatte er mal wieder gesagt, einen Satz, den ich schon immer mal wieder und oft geh\u00f6rt hatte. Trotzdem fragte ich wie immer zur\u00fcck: \u201eWarum freust du dich denn so?\u201c Die Antwort war: \u201eIch freu\u2019 mich so drauf, wenn Du mein Geschenk aufmachst!!\u201c &#8211; Da ist dem kleinen Kerl bewusst geworden: Der Dank, die Freude des anderen \u00fcber sein Geschenk war ihm wichtiger, war ihm sch\u00f6ner geworden als die eigene Freude an Lego oder Playmobil auf seinem Gabentisch. \u201eGeben ist seliger als Nehmen.\u201c &#8211; Wie wahr ist dieses Pauluswort aus der Apostelgeschichte. Und der Dank, den man f\u00fcr das Gegebene empf\u00e4ngt, ist das Sch\u00f6nste an allem! Weil da etwas zur\u00fcckstrahlt von der Freude, die man verschenkte, zur\u00fcckstrahlt ins eigene Herz. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">II. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">Wie sieht das aber nun mit unserer Dankbarkeit gegen\u00fcber Gott aus? Ist das da genauso wie unter uns Menschen? <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">In der Bibel wird immer wieder gedankt und gelobt. Es gibt Psalmen, die uns rufen: \u201eStimmt ein in den Dank!\u201c Die Paulusbriefe &#8211; immer wieder h\u00f6ren wir die Aufforderung: \u201eSeid dankbar in allen Dingen!\u201c Oder denken wir an die Geschichte von den 10 Auss\u00e4tzigen, liebe Gemeinde, wo Jesus erstaunt fragt: \u201eWaren es nicht zehn, die Gott gesund gemacht hat? Wo sind die anderen neun? Ist kein einziger zur\u00fcckgekommen, um Gott zu loben als nur dieser eine, noch dazu ein nicht-j\u00fcdischer Samariter??\u201c In der Luther-Konkordanz, liebe Gemeinde, (das ist ein Buch, wo man nachsehen kann, welches Wort, wie oft und wo in der Bibel vorkommt), in der Luther-Konkordanz ist zu finden: allein das Wort Dank(en) kommt 203 mal und das Wort Lob(en) sogar 368 mal vor. Kaum ein Wort wird h\u00e4ufiger genannt als diese beiden! <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">Ja, der Gottesdank ist sogar so wertvoll, dass er allem, was wir mit Dankbarkeit empfangen eine neue Qualit\u00e4t gibt: \u201eAlles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird; denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet.\u201c Der Dank macht das Empfangene erst wirklich gut. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial;\"><span style=\"font-family: arial;\">Was hat es mit diesem Gottes-Dank auf sich? Warum ist er so wichtig? Der Gottes-Dank, der Ernte-Dank? <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">Es ist im Grunde genommen \u00e4hnlich wie mit dem Menschendank: <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\"><b>1. Gott danken macht uns bewusst: Es ist nicht selbstverst\u00e4ndlich, was Gott f\u00fcr uns tut. Alles ist Geschenk. <\/b><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">Dass die Sonne uns w\u00e4rmt und die Frucht zum Reifen bringt. Dass der Mond die Nacht mit seinem Silberlicht erhellt und den Meeresk\u00fcsten durch Ebbe und Flut Leben verleiht, ist nicht selbstverst\u00e4ndlich. Alles ist Geschenk. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">Dass der Fr\u00fchling uns das Herz erw\u00e4rmt nach der langen K\u00e4lte, dass der Sommer das Gr\u00fcn in die B\u00e4ume und die Kraft in die Fr\u00fcchte str\u00f6men l\u00e4sst, und der Herbst uns Keller und F\u00e4sser f\u00fcllt, der Winter uns letztlich Ruhe und Besinnung schenkt nach einem Jahr voller Arbeit. Nichts davon ist selbstverst\u00e4ndlich. Alles ist Geschenk. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">Dass wir Kleidung haben, die uns w\u00e4rmt; Brot und Fr\u00fcchte, die uns st\u00e4rken; Wasser, das uns erfrischt; ein Haus, das uns Geborgenheit gibt. Nichts davon ist selbstverst\u00e4ndlich. Auch Lebensfreude und Gesundheit, Schaffenskraft und Zuversicht &#8211; alles ist Geschenk. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">Letztlich ist auch die Liebe Gottes keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Dass Gott seine Sch\u00f6pfung und seine Menschen immer noch lieb hat,<br \/>\n&#8211; nach allem, was wir Menschen einander angetan haben in Hunderten von Kriegen, in Konzentrationslagern und B\u00fcrgerkriegen,<br \/>\n&#8211; nach allem, was wir Menschen auch der Natur angetan haben durch Zerst\u00f6rung der W\u00e4lder, durch Ausbeutung der Tierwelt, durch Verseuchung von Fl\u00fcssen und Meeren,<br \/>\n&#8211; nach allem, was wir Menschen uns auch untereinander heute noch immer wieder antun durch neidvolle Gedanken, durch boshafte Worte oder lieblose Taten,<br \/>\n&#8211; nach alledem, ja trotz alledem hat Gott seine Sch\u00f6pfung noch immer lieb, und seine Menschen, die er nach seinem Bild geschaffen hat und von denen er sich nichts sehnlicher w\u00fcnscht, als dass sie einander lieben und achten und dem\u00fctig sind vor ihrem Gott. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">Diese Liebe, diese inkonsequente Liebe, die liebt trotz aller menschlichen Schuld, ist alles andere als selbstverst\u00e4ndlich. Jesus Christus ging f\u00fcr diese Liebe in den Tod. Solch ein Opfer, solch ein Zeugnis ist nicht selbstverst\u00e4ndlich. Es ist ein unverdientes Geschenk. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">Dankbarkeit macht uns dies bewusst: Gottes Liebe ist nicht selbstverst\u00e4ndlich. Sie ist Geschenk. Sie ist Gnade. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\"><b>2. <\/b>Ob jetzt auch das zweite Argument f\u00fcr die Dankbarkeit f\u00fcr unsere Dankbarkeit gegen\u00fcber Gott zu \u00fcbertragen ist? Also: <b>Kann sich Gott \u00fcber Dankbarkeit freuen wie ein Mensch? Wartet er auch auf die Dankbarkeit &#8211; so wie unsereiner? <\/b><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">Auf die Gefahr hin, liebe Gemeinde, dass gro\u00dfe Theologen mir Anthropomorphismus vorwerfen, d.h. mir vorwerfen, Gott zu sehr mit Menschen zu vergleichen: Ja, ich glaube, dass Gott sich sehr wohl freut \u00fcber unsere Dankbarkeit, vielleicht sogar, dass er auf sie wartet, so wie Eltern warten auf ein Wort oder eine Geste der Dankbarkeit, wenn sie ihren Kindern Gutes tun. Kein Geringerer als Albert Schweitzer hat genauso gedacht wie ich. Er schreibt: <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">\u201eGott braucht unseren Dank; er lebt davon. Ohne unsern Menschendank ist er, der Ewige, Unendliche, Allm\u00e4chtige arm; denn sein Reichtum kehrt nicht zu ihm zur\u00fcck.\u201c<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">Unsere Erfahrung mit Gott ist ja eher die, liebe Gemeinde: Wenn wir beten, dann <i>bitten<\/i> wir meistens nur. Ich denke, das geht uns allen so, selbst mir, die ich es von Berufs wegen vielleicht besonders gut k\u00f6nnen m\u00fcsste, ich gebe es zu. Auch mir geht es so: Es fallen uns beim Beten viele Dinge ein, die wir uns w\u00fcnschen, die uns fehlen, die uns Sorgen machen, die uns Kummer bereiten. Der Dank dagegen kommt irgendwie meistens zu kurz. Jedem Christen geht das so. Die Bitten und Sorgen, die tragen wir allezeit und meistens auch sehr bewusst auf dem Herzen mit uns herum. Und f\u00fcr das Danken m\u00fcssen wir meistens erst ein Weilchen nachdenken, bis uns die rechten Ideen kommen. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">Gerade darum steht es sooft in der Bibel: Vergesst das Danken nicht \u00fcber allen euren Sorgen, \u00fcber allen euren W\u00fcnschen. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">III. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\"><b>Gott m\u00f6chte, dass von der Freude, die er uns schenkt, etwas zur\u00fcckstrahlt. Zu ihm selbst und zu unseren Mitmenschen. <\/b><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\"><b>Das dankbare Wort<\/b> richtet sich an Gott selbst. Dankbare Lieder, dankbare Psalmen, dankbare Gebete, sie strahlen zur\u00fcck zu dem, der uns alles schenkt. Von der ersten Sekunde unseres Lebens an beschenkt uns Gott: <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">Dank sei dir, Gott, f\u00fcr deine gute Sch\u00f6pfung,<br \/>\nf\u00fcr die Menschen, die du mir an die Seite gestellt hast,<br \/>\nf\u00fcr den Partner, der mich liebt,<br \/>\nf\u00fcr die Kinder, die du uns geschenkt hast.<br \/>\nf\u00fcr die Arbeit, die mich erf\u00fcllt.<br \/>\nDanke f\u00fcr deine Liebe, die uns Jesus bezeugt hat. Danke, dass du uns vergibst, wenn wir aneinander schuldig werden. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\"><b>Die dankbare Tat<\/b> richtet sich hingegen an den Mitmenschen. Wirkliche Dankbarkeit besteht n\u00e4mlich darin, dass wir f\u00fcr alles, was wir Gutes empfangen haben, Gutes wiederum tun &#8211; und zwar an den Menschen, die es brauchen:<br \/>\n&#8211; ob wir unseren Reichtum mit denen teilen, die hungern, indem wir Gaben sammeln f\u00fcr \u201eBrot f\u00fcr die Welt\u201c, so wie wir es (gestern) bei der Stra\u00dfensammlung getan haben und es auch heute in diesem Gottesdienst tun;<br \/>\n&#8211; ob wir uns im Ehrenamt engagieren f\u00fcr unseren Glauben und unsere Kirchengemeinde, im Kirchenvorstand, im Kinderchor oder im Kindergottesdienst;<br \/>\n&#8211; ob wir uns einsetzen f\u00fcr den Nachbarschaftsfrieden, f\u00fcr Menschenfreundlichkeit und den Zusammenhalt in unserer Dorfgemeinschaft;<br \/>\n&#8211; ob wir uns aktiv einsetzen f\u00fcr den Schutz der Natur oder f\u00fcr einen r\u00fccksichtsvollen Umgang mit unseren Mitgesch\u00f6pfen, den Tieren;<br \/>\nwo immer wir uns tatkr\u00e4ftig einsetzen, dass Gottes Wille unter uns Menschen geschieht und sein Reich Wirklichkeit wird, tun wir Taten der Dankbarkeit, \u00fcber die Gott sich freut. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">Und letztlich, liebe Freunde, geschieht dann etwas ganz Wunderbares, das eigentlich nur der erfahren kann, der es ausprobiert: <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\"><b>Wer Gott von Herzen dankt, der erlebt etwas ganz Wunderbares: Er wird selber reich und gl\u00fccklich.<\/b><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">Amen. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">Und der Friede Gottes, welcher h\u00f6her ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn. Amen.<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"lied\"><\/a><span style=\"font-family: Arial;\"><b>Liedvorschl\u00e4ge (Anhang der EKHN): <\/b><br \/>\nIch singe Dir mit Herz und Mund (EG 324)<br \/>\nIch lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt (EG 638)<br \/>\nNun danket alle Gott (EG 321)<br \/>\nSingt das Lied der Freude \u00fcber Gott (EG 305) <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial;\"><i>Zum Abendmahl: <\/i><br \/>\nWenn das Brot, das wir teilen, als Rose bl\u00fcht (EG 632)<br \/>\nSeht das Brot, das wir hier teilen (EG 226)<br \/>\nLasst uns Brot brechen und Gott dankbar sein (EG 582) <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\"><b>Zur Gemeindesituation<\/b><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">Wachenheim (400 Evangelische) und M\u00f6lsheim (300 Evangelische) sind zwei kleine Weinbaugemeinden westlich von Worms an der Grenze zwischen Rheinhessen und der Pfalz. Die D\u00f6rfchen liegen idyllisch mitten in Weinbergen, und die \u201eKirche steht noch im Dorf\u201c. Der d\u00f6rfliche Zusammenhalt aber schwindet. Die Menschen vereinzeln auch hier, Familien und Nachbarn werden einander fremd. Die individuelle Mobilit\u00e4t, weite Entfernungen zur jeweiligen Arbeitsstelle und der Gebrauch vielf\u00e4ltiger Medien haben die pers\u00f6nlichen und beruflichen Horizonte ge\u00f6ffnet f\u00fcr ein je sehr eigenst\u00e4ndiges Leben. Die Geborgenheit der Dorfgemeinschaft geht also zunehmend verloren.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">In unserer Kirchengemeinde gibt es keine Kreise. Kirchench\u00f6re oder Frauenhilfe hat es nie gegeben. Ein Seniorenkreis ist vor einigen Jahren eingestellt worden. Seit zwei Jahren gibt es jetzt einen ersten Chor: den Kinderchor \u201eHimmelskinder\u201c (Leitung Dorothea Zager), einen Fl\u00f6tenkreis f\u00fcr Fortgeschrittene (Leitung Dr. Werner Zager) und Erwachsenenbildung in Seminarform (z.B. Erziehungsseminare f\u00fcr Kindergarteneltern). <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">Gottesdienstbesucher sind in unseren beiden Kirchen rar. Die meisten Menschen haben sonntags anderes, f\u00fcr sie wichtigeres zu tun, als in die Kirche zu gehen. Diejenigen aber, die kommen &#8211; das sind \u00e4ltere Menschen, interessierte j\u00fcngere Paare und Konfirmanden, die hier traditionell noch zum Gottesdienst gehen m\u00fcssen, &#8211; w\u00fcnschen sich zweierlei: zum einen einen lebendigen Gottesdienst, der wohl feierlich aber nicht langweilig ist, und eine Predigt, die nicht zu lange ist und die man versteht. Sie m\u00f6chten einen Gottesdienst erleben, der mit ihrem ganz pers\u00f6nlichen, allt\u00e4glichen Leben inhaltlich in Zusammenhang steht und von dem sie eine wenn auch manchmal nur kleine, aber einpr\u00e4gsame Erkenntnis mit nach Hause tragen k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p align=\"LEFT\"><b><span style=\"font-family: Arial;\">Dorothea Zager, Wachenheim<br \/>\n<a href=\"mailto:DWZager@t-online.de\">E-Mail: DWZager@t-online.de<\/a><\/span><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>15. Sonntag nach Trinitatis \/ Erntedank | 1. Oktober 2000 | 1. Timotheus 4,4-5 | Dorothea Zager | Gnade sei mit Euch und Friede von Gott, unserem Vater und unserem Herrn und Heiland Jesus Christus. 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