{"id":21419,"date":"1999-11-15T10:35:51","date_gmt":"1999-11-15T09:35:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21419"},"modified":"2025-04-17T10:26:51","modified_gmt":"2025-04-17T08:26:51","slug":"offenbarung-51-14-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/offenbarung-51-14-3\/","title":{"rendered":"Offenbarung 5,1-14"},"content":{"rendered":"<h3>1. Advent | 28. November 1999 | Offenbarung 5,1-14 | <span style=\"font-family: Arial;\">Hans\u2013Gottlieb Wesenick |<\/span><\/h3>\n<p>Und ich sah in der rechten Hand dessen, der auf dem Thron sa\u00df, ein Buch, beschrieben innen und au\u00dfen, versiegelt mit sieben Siegeln. Und ich sah einen starken Engel, der rief mit gro\u00dfer Stimme: <i>&#8222;Wer ist w\u00fcrdig, das Buch aufzutun und seine Siegel zu brechen?&#8220;<\/i><\/p>\n<p>Und niemand, weder im Himmel noch auf Erden noch unter der Erde, konnte das Buch auftun und hineinsehen. Und ich weinte sehr, weil niemand f\u00fcr w\u00fcrdig befunden wurde, das Buch aufzutun und hineinzusehen. Und einer von den \u00c4ltesten spricht zu mir: <i>&#8222;Weine nicht! Siehe, es hat \u00fcberwunden der L\u00f6we aus dem Stamm Juda, die Wurzel Davids, aufzutun das Buch und seine sieben Siegel.&#8220; <\/i><\/p>\n<p>Und ich sah mitten zwischen dem Thron und den vier Gestalten und mitten unter den \u00c4ltesten ein Lamm stehen, wie geschlachtet; es hatte sieben H\u00f6rner und sieben Augen, das sind die sieben Geister Gottes, gesandt in alle Lande.<\/p>\n<p>Und es kam und nahm das Buch aus der rechten Hand dessen, der auf dem Thron sa\u00df. Und als es das Buch nahm, da fielen die vier Gestalten und die vierundzwanzig \u00c4ltesten nieder vor dem Lamm, und ein jeder hatte eine Harfe und goldene Schalen voll R\u00e4ucherwerk, das sind die Gebete der Heiligen, und sie sangen ein neues Lied: <i>&#8222;Du bist w\u00fcrdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel; denn du bist geschlachtet und hast mit deinem Blut Menschen f\u00fcr Gott erkauft aus allen St\u00e4mmen und Sprachen und V\u00f6lkern und Nationen und hast sie unserm Gott zu K\u00f6nigen und Priestern gemacht, und sie werden herrschen auf Erden.&#8220;<\/i><\/p>\n<p>Und ich sah, und ich h\u00f6rte eine Stimme vieler Engel um den Thron und um die Gestalten und um die \u00c4ltesten her, und ihre Zahl war vieltausendmal tausend; die sprachen mit gro\u00dfer Stimme: <i>&#8222;Das Lamm, das geschlachtet ist, ist w\u00fcrdig, zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und St\u00e4rke und Ehre und Preis und Lob.&#8220;<\/i><\/p>\n<p>Und jedes Gesch\u00f6pf, das im Himmel ist und auf Erden und unter der Erde und auf dem Meer und alles, was darin ist, h\u00f6rte ich sagen: <i>&#8222;Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm sei Lob und Ehre und Preis und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit!&#8220;<\/i><\/p>\n<p>Und die vier Gestalten sprachen: <i>&#8222;Amen!&#8220; <\/i>Und die \u00c4ltesten fielen nieder und beteten an.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>Um ein Buch geht es hier, genauer: um das \u00d6ffnen eines Buches, das siebenfach versiegelt ist. Und um Advent geht es hier, nat\u00fcrlich!, Darum, da\u00df wir uns \u00f6ffnen f\u00fcr eine Zeit der Erwartung und f\u00fcr das, was kommen wird, da\u00df wir uns \u00f6ffnen f\u00fcr den, der kommen wird.<\/p>\n<p>Advent, Weihnachten und was dazugeh\u00f6rt, das ist uns vertraut, das kennen wir. Gewi\u00df, nicht alles davon verstehen wir von vornherein. Das Wochenlied (EG 4) von dem Heiland der Heiden ist z. B. eines von den schwer verst\u00e4ndlichen St\u00fccken dieser Zeit. Bischof Ambrosius von Mailand hat es vor \u00fcber 1.600 Jahren lateinisch gedichtet. Vor nun 475 Jahren hat Martin Luther es ins Deutsche seiner Zeit \u00fcbersetzt. Deshalb wirkt sein Versma\u00df auf unsere Ohren spr\u00f6de, und die Sprache dieses Adventsliedes, vor allem seine Bilder und Aussagen sind vielen von uns Heutigen schwer zug\u00e4nglich. Zwar wurzeln sie alle in der Bibel, gewi\u00df; aber viele unter uns kennen diese Hintergr\u00fcnde und Zusammenh\u00e4nge kaum mehr. Dennoch bleibt das Lied als solches eines der bekannten und vertrauten St\u00fccken der Advents- und Weihnachtszeit.<\/p>\n<p>Im Gegensatz dazu nun aber das 5. Kapitel aus der Offenbarung, aus dem letzten Buch der Bibel: das ist uns wirklich fremd! Das geheimnisvolle Buch mit den sieben Siegeln \u2013 bis heute von uns sprichw\u00f6rtlich f\u00fcr alles schwer Verst\u00e4ndliche gebraucht \u2013 es ist nicht zum Lesen da! Werden jedoch seine Siegel aufgebrochen, dann tun sich Visionen auf. Dann kann man etwas sehen. Und das schildert der Seher Johannes tats\u00e4chlich in den n\u00e4chsten Kapiteln: Gestalten kommen ihm entgegen, vier Pferde \u2013 ein wei\u00dfes, ein feuerrotes, ein schwarzes und ein fahles Pferd, darauf Reiter: mit einem Bogen, mit einem gro\u00dfen Schwert, mit einer Waage und zuletzt der Tod in Person. Jeder Reiter wird mit Donnerstimme herausgerufen. Und in ihrem Gefolge geschehen schreckliche Dinge, werden Schalen des Zorns ausgegossen, wird Gericht \u00fcber die Menschen und die ganze Welt gehalten.<\/p>\n<p>Was Johannes im Zusammenhang mit dem Buch sieht, kommt mir vor wie der Film auf einer Videokassette. Von au\u00dfen sieht sie auch beinahe wie ein Buch aus, und legt man sie ein, erscheinen Bilder auf der Mattscheibe. Bei Johannes tauchen sie in schneller Folge auf wie ein bunter, wilder Film mit st\u00e4ndig neuen Einstellungen. Ich z\u00e4hle nur die auf, die in unserem Predigttext geschildert werden.<\/p>\n<p>Zuerst sitzt da eine Gestalt auf dem Thron und von einem Buch ist die Rede, das mit sieben Siegeln verschlossen ist. Dann h\u00f6rt der Seher den fragenden Ruf des Engels, erlebt die Ratlosigkeit des himmlischen Hofstaates, wie sie bekanntlich schon einmal im Alten Testament geschildert worden ist (1. K\u00f6n. 22, 19\u201322). Der Seher bricht in Tr\u00e4nen aus, doch einer von den \u00c4ltesten tr\u00f6stet ihn. Da leuchtet also eine seelsorgerliche Dimension auf! Und schlie\u00dflich sieht er das Lamm mit dem Schl\u00e4chterschnitt am Hals und den Zeichen herrscherlicher W\u00fcrde (die sieben H\u00f6rner und die sieben Augen). Das Lamm nimmt das Buch, und der ganze versammelte Hofstaat kniet huldigend vor ihm nieder und stimmt einen gro\u00dfen Lobgesang an.<\/p>\n<p>Ein eigenartiger Film ist es, der da abl\u00e4uft! Beinahe k\u00f6nnte man an eine Mischung aus Science fiction, Horror und Sehnsucht nach einem guten, erl\u00f6senden Ende denken.<\/p>\n<p>Visionen \u2013 die kennen wir auch von Videos und vom Fernsehen: die schrecklichen Dinge mit dem guten Ende, den Kampf des Guten gegen das B\u00f6se. Was wir daneben nahezu t\u00e4glich auf der Mattscheibe sehen, das sind meistens Schreckensvisionen: ein GAU ist zu bef\u00fcrchten in den unsicheren Kernkraftwerken; vom strahlenden M\u00fcll unter der Erde, auf dem Meeresgrund. Vielleicht m\u00fcssen wir uns demn\u00e4chst sogar vom All her bedroht f\u00fchlen: das Ozonloch \u00fcber den Polen der Erde ist unser Menetekel an der Wand.<\/p>\n<p>Jetzt und hier, auf unserer Erde, werden also immer wieder apokalyptische Szenarien durchgespielt: atomare Verseuchung, Hunger, Krieg; Fl\u00fcchtlinge, die \u00fcber Grenzen str\u00f6men oder festgehalten werden, Abbrennen des Regenwaldes, \u00d6lpest nach einem Tankerungl\u00fcck \u2013 und Ha\u00df und Brands\u00e4tze und menschliche Verbohrtheit. Liebe Gemeinde, solche Schrecken finden nicht im Himmel statt, sondern auf unserer kleinen Erde! Da kann einem H\u00f6ren und Sehen vergehen!<\/p>\n<p>Aber das soll doch so nicht sein! Im Gegenteil, wir sollen genau hinh\u00f6ren und hinsehen, so wie es der Seher Johannes tat. Und der soll nicht nur hinsehen, sondern auch noch aufschreiben, was er sieht: <i>&#8222;Schreibe, was du gesehen hast und was ist und was noch geschehen soll danach.&#8220; <\/i><\/p>\n<p>Und Johannes hat es aufgeschrieben: <i>&#8222;In der Hand dessen, der auf dem Thron sa\u00df, sah ich ein Buch, beschrieben innen und au\u00dfen, versiegelt mit sieben Siegeln.&#8220;<\/i> Johannes sieht eine Gestalt auf dem Thron sitzen, und damit ist Gott gemeint; doch er beschreibt diese Gestalt nicht weiter, denn von Gott soll man sich kein Bildnis machen. Diese Gestalt h\u00e4lt ein Buch in der Rechten, beschrieben innen und au\u00dfen, denn die Botschaft des Buches sprengt offenbar jeden Rahmen. Sie l\u00e4\u00dft sich nicht einbinden zwischen zwei Buchdeckeln, sie l\u00e4\u00dft sich nicht b\u00e4ndigen. Darum ist das Buch zus\u00e4tzlich versiegelt mit sieben Siegeln. Soll es darum auch f\u00fcr uns ein Buch mit sieben Siegeln sein?<\/p>\n<p>Johannes schildert, was weiter geschieht: &#8222;Ich sah einen starken Engel, der rief mit gro\u00dfer Stimme: &#8222;Wer ist w\u00fcrdig, das Buch aufzutun und seine Siegel zu brechen?&#8220;&#8220; Ein starker Engel \u2013 wer mag das sein? Jedenfalls ein Ausrufer, ein Herold, ein Bote Gottes. Nach seinem Ausruf beginnt sogleich die gro\u00dfe Suche nach dem, der w\u00fcrdig ist. Wir, liebe Gemeinde, wissen aber bereits: das kann nur einer sein!<\/p>\n<p>Auch in den M\u00e4rchen gibt es dieses Motiv: Wer ist w\u00fcrdig, die K\u00f6nigstochter aus den Klauen des feuerspeienden Drachen zu befreien, die undurchdringlichen Dornen zu \u00fcberwinden, den kostbaren Edelstein aus dem Zauberberg zu holen, den verwunschenen Bruder zu erl\u00f6sen? Immer ist es nur einer! Viele versuchen es, aber nur einem gelingt es. Und dieser Eine ist niemals der Starke, der Stolze, der Hochgestellte, sondern es ist immer der Einfache, der Bescheidene, der Schwache. Niemals ist es der L\u00f6we \u2013 immer ist es das Lamm.<\/p>\n<p>Wer ist w\u00fcrdig, Gottes Buch aufzutun? Niemand! In allen drei Lebensbereichen, im Himmel, auf der Erde und unter der Erde \u2013 niemand ist w\u00fcrdig! Keine von den M\u00e4chten, mit denen wir rechnen, sei es Mensch oder Teufel oder Engel, ist in der Lage, die Siegel zu brechen und das Buch zu \u00f6ffnen. Nur einer ist w\u00fcrdig und in der Lage dazu, und vor ihm werden die Seiten des Buches sich \u00f6ffnen wie von selber.<\/p>\n<p><i>&#8222;Und ich weinte sehr, weil niemand f\u00fcr w\u00fcrdig befunden wurde, das Buch aufzutun und hineinzusehen.&#8220;<\/i> Der Seher Johannes weint bei seiner Vision. Wir weinen manchmal im Traum, weil sich eine T\u00fcr nicht \u00f6ffnen lassen will oder sonst etwas ganz Trauriges oder Schreckliches passiert, und manchmal ist unser Kopfkissen am Morgen tats\u00e4chlich na\u00df von Tr\u00e4nen. Wir weinen manchmal auch, weil wir nicht mehr durchsehen, wenn unselige Verknotungen \u00fcber uns zusammenschlagen, uns l\u00e4hmen wollen und fesseln.<\/p>\n<p>Mir scheint, solche Tr\u00e4nen haben fast etwas Befreiendes. Liegt nicht Freiheit darin, Tr\u00e4nen, wenn sie kommen, ihren Lauf zu lassen, sie nicht sofort abwischen zu wollen? Jesus weinte \u00fcber sein von Gott geliebtes Volk, \u00fcber Jerusalem und auch \u00fcber Lazarus. Was Wunder, das derjenige, der das Weinen freigab und sogar mit den Menschen teilte, dann auch derjenige ist, der Knoten und Siegel zu l\u00f6sen vermag: wert und w\u00fcrdig dazu! Ein vorwitziges, neugieriges, nur allgemein interessiertes Aufknoten und &#8222;L\u00f6sen von Problemen&#8220;, ein sentimentales Husch\u2013Husch w\u00e4re hier jedenfalls nicht am Platz.<\/p>\n<p>Johannes h\u00f6rt jetzt die Stimme eines der 24 \u00c4ltesten, die Gottes Thron umstehen: <i>&#8222;Weine nicht! Siehe, es hat \u00fcberwunden der L\u00f6we aus dem Stamm Juda, die Wurzel Davids, aufzutun das Buch und seine sieben Siegel.&#8220;<\/i> \u2013 Weine nicht! Verzweifle nicht! Gib nicht auf! Es ist doch schon l\u00e4ngst einer da, der das kann, worauf du so sehns\u00fcchtig wartest! Das ist der, der den Beinamen tr\u00e4gt &#8222;L\u00f6we aus dem Stamm Juda&#8220; und &#8222;Wurzelspro\u00df&#8220;, &#8222;Nachkomme Davids&#8220;, der zu Bethlehem geboren ist, wie es die Weissagungen des Alten Testaments verhei\u00dfen, die wir zu Advent und Weihnachten verlesen und auf Jesus von Nazareth hin verstehen und deuten. Er allein ist w\u00fcrdig, das Buch und seine sieben Siegel zu \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Dem Seher erscheint dieser L\u00f6we aus dem Stamm Juda als Lamm, als geschlachtetes Lamm, als Opfer und Sieger zugleich \u2013 ein St\u00fcck Passions- und Ostergeschichte! Karfreitag und Ostern im Advent!<\/p>\n<p>Das Lamm nimmt das Buch aus der rechten Hand dessen, der auf dem Thron sitzt. <i>&#8222;Christe, du Lamm Gottes&#8220; <\/i>singen wir bei jeder Abendmahlsfeier, <i>&#8222;Christe, du Lamm Gottes, der du tr\u00e4gst die S\u00fcnde der Welt!&#8220; <\/i><\/p>\n<p>Das Lamm, der gekreuzigte Mensch, der Nachkomme Davids, Jesus Christus, der selber das volle Gericht getragen hat, das sich im jagenden Galopp jener Pferde vollzieht, die der Seher im n\u00e4chsten Kapitel schildert, Jesus Christus, der zum Opfer der Gerechtigkeit und der Gier der Menschen wurde \u2013 das Lamm enth\u00fcllt, was es mit unserer Geschichte und Wirklichkeit auf sich hat, welches ihr Sinn und ihre bestimmenden Kr\u00e4fte sind.<\/p>\n<p>Wo kommt dieses Lamm her? Nicht mehr Mensch ist es, nicht Engel \u2013 es kommt von Gott. Es ist von Anbeginn der Welt an dagewesen, und es wird am Ende der Welt dasein. In Christus, dem Lamm, fallen Vergangenheit und Zukunft zusammen. Anfang und Ende werden beschrieben, Alpha und Omega, und wir leben genau dazwischen.<\/p>\n<p>So haben es die Christen, f\u00fcr die Johannes seine Visionen aufschrieb, damals erlebt. Sie meinten sogar, das Ende der Welt, der Anbruch des Reiches Gottes, die Wiederkunft Christi, das j\u00fcngste Gericht st\u00fcnden nahe bevor. Denn sie lebten in arger Bedr\u00e4ngnis: Gef\u00e4ngnis, Folter und Tod warteten auf den, der nicht dem r\u00f6mischen Kaiser opferte und ihn als Gottes Sohn oder gar als Gott selber anbetete \u2013 und das wollten sie auf keinen Fall. Schlimmer konnte es kaum noch werden. Klar, da\u00df sie sich nach dem Ende solcher Bedrohungen, solcher Verfolgungen und Leiden sehnten, verst\u00e4ndlich, da\u00df sie sich Erl\u00f6sung in Gottes Herrlichkeit w\u00fcnschten.<\/p>\n<p>Verst\u00e4ndlich auch, liebe Gemeinde, da\u00df Johannes seine Visionen deshalb aufschrieb, weil er seine bedr\u00e4ngten Mitchristen tr\u00f6sten und ermutigen wollte mit der Gewi\u00dfheit: Gott, der allm\u00e4chtige, ist und bleibt Herr der Welt und aller menschlich\u2013irdischen M\u00e4chte! Solche Glaubensgewi\u00dfheit spricht auch aus dem bekannten Liedvers: <i>&#8222;Gottes Macht h\u00e4lt mich in acht, Erd und Abgrund mu\u00df verstummen, ob sie noch so brummen!&#8220; <\/i><\/p>\n<p>Sicherlich f\u00fchlen wir heute nicht gerade das Ende der Welt nahe, und wenn, dann eher im Sinne jener Schreckensbilder, die ich anfangs aufz\u00e4hlte. Die verm\u00f6gen ja durchaus zu \u00e4ngstigen, und Grund zu ver\u00e4ndertem Handeln geben sie allemal. Eines wissen wir daneben aber auch: wir suchen Trost, wenn wir traurig sind. Wir sehnen uns nach dem Ende des Leidens, wenn es \u00fcber uns gekommen ist. Und sind wir am Ende, dann m\u00f6chten wir gern neu anfangen k\u00f6nnen!<\/p>\n<p>Was nehmen wir mit von dieser Vision des Johannes mit dem Buch der sieben Siegel? Da\u00df der L\u00f6we ein Lamm wird? Da\u00df dieses Lamm an Weihnachten als Kind in unsere Welt geboren ist? Die Erwartung des Christuskindes erf\u00fcllt uns im Advent. Wir wollen es anbeten an Weihnachten und Gott die Ehre geben.<\/p>\n<p>Dazu m\u00f6chte ich aber auch den Glauben, die \u00dcberzeugung mitnehmen: wir leben im Advent genau dazwischen, n\u00e4mlich zwischen der geschehenen Geburt Jesu und seiner erhofften Wiederkunft. Wir erleben Versagen, Mi\u00dferfolg, Entt\u00e4uschung, Leiden, Weinen zur Nacht, Zeichen des Sterbens und der Vergeblichkeit. Doch wo es das gibt, da kann uns das zugleich immer auch Gottes Neuanfang anzeigen. Denn bei Gott gibt es keine aussichtslosen Situationen und keine hoffnungslosen F\u00e4lle.<\/p>\n<p>Die \u00dcberwindung, der Sieg des Lammes, sie geschehen mitten unter uns. Denn das Kind in der Krippe ist ja gekommen. Es b\u00fcrgt daf\u00fcr. Und darum d\u00fcrfen wir wie die \u00c4ltesten im himmlischen Thronsaal Gott loben und preisen und niederfallen vor dem Geheimnis: Gottes Liebe in einem Kind \u2013 f\u00fcr uns! Unsere \u00c4ngste, Sorgen und Tr\u00e4nen haben nicht das letzte Wort. Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"LEFT\">Pastor i. R. Hans\u2013Gottlieb Wesenick, Stauffenbergring 33, 37075 G\u00f6ttingen<br \/>\nTel. 05 51 \/ 2 09 97 05, Fax 2 09 97 08,<br \/>\n<a href=\"mailto:H.-G.Wesenick@t-online.de\">E\u2013mail: H.-G.Wesenick@t-online.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Advent | 28. 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