{"id":21453,"date":"1999-12-15T10:58:23","date_gmt":"1999-12-15T09:58:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21453"},"modified":"2025-04-17T09:38:39","modified_gmt":"2025-04-17T07:38:39","slug":"johannes-114-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/johannes-114-2\/","title":{"rendered":"Johannes 1,14"},"content":{"rendered":"<h3>Zweiter Weihnachtsfeiertag | 26. Dezember 1999 | Johannes 1,14 | Dorothea Zager |<\/h3>\n<p><b>Das Wort wird Tat \u2013 Eine Predigt \u00fcber den Wochenspruch zum Christfest, Joh 1,14: \u201eDas Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit.\u201c!<\/b><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>eine Lektion, die wir Menschen sehr schnell lernen ist die: blo\u00dfen Worten zu mi\u00dftrauen. Ein Kind lernt schnell, da\u00df die Eltern ihre Versprechen manchmal nicht einhalten k\u00f6nnen. Eltern lernen schnell, da\u00df die guten Vors\u00e4tze ihrer Kinder wie Seifenblasen zerplatzen k\u00f6nnen, wenn Begeisterung oder Wut mit ihnen durchgehen.<\/p>\n<p>Wir haben gelernt, blo\u00dfen Worten zu mi\u00dftrauen \u2013 seien es die Wahlversprechen der Kanzlerkandidaten oder die Sicherheitsbeteuerungen der Atom- und Chemieindustrie, seien es die goldenen Worte der Rundfunkwerbung oder die Erfolgsschw\u00fcre auf Pillen gegen \u00dcbergewicht, Kopfschmerzen oder Altersbeschwerden. Ja, selbst die Berichte in den Zeitungen lesen wir mittlerweile mit einer gesunden Skepsis \u2013 wie wir aus Erfahrung wissen, zu Recht. Wir selbst sind ja nun auch nicht gerade die glaubw\u00fcrdigsten T\u00e4ter unserer eigenen Worte. Wir wissen es genau, wie oft wir Reden halten, wie oft wir Gutes von uns behaupten und das Gegenteil tun.<\/p>\n<p>Glaubw\u00fcrdigkeit ist ein hartes Brot. Manche recht bitter hingeworfene Redensarten zeugen davon, ihr Lieben, da\u00df das Vertrauen in das Wort und die Kraft des Wortes unter uns ziemlich klein geworden sind: \u201eDein Wort in Gottes Ohr!\u201c, h\u00f6ren wir uns sagen, wenn einer von gro\u00dfen Erwartungen spricht, oder \u201eLa\u00dft Worten Taten folgen.\u201c \u201eButter bei die Fische \u201c, selbst B\u00fccher tragen mittlerweile schon solche Titel \u2013 und zwischen den Zeilen klingt immer wieder die allt\u00e4gliche Erkenntnis: Worte sind wertlos, wenn nicht Taten folgen!<\/p>\n<p>Wie konnte eigentlich das Wort so an Wert verlieren? K\u00f6nnen Worte denn nicht auch tr\u00f6sten und Mut machen? K\u00f6nnen Worte denn nicht auch loben und anspornen? Wie k\u00f6nnten wir lesen und lehren? Singen und predigen? Lehren und diskutieren? Uns kennenlernen und lieben? Unsere Welt w\u00e4re bettelarm ohne Worte. Wir Menschen w\u00e4ren v\u00f6llig hilflos, h\u00e4tten wir keine Sprache und h\u00e4tten Zeitungen und B\u00fccher nur leere Seiten.<\/p>\n<p>Es ist nicht immer so gewesen, da\u00df das Wort so an Wert verloren hatte durch so viele gebrochene Versprechen und die h\u00e4ufige Erfahrung von L\u00fcge. Das Alte Testament zeichnet ein ganz anderes Bild von der Kraft und dem Wert des Wortes: Einzig das Wort war Gottes Gef\u00e4hrte, als er die Welt erschuf. Durch das Wort lie\u00df Er das Licht werden und das Wasser vom Land sich scheiden. Das Wort rief ins Leben und setzte Adam die Grenzen f\u00fcr Erlaubtes und Verbotenes. Der Wille Gottes \u2013 in Worte gefa\u00dft und auf Steintafeln geschrieben \u2013 war das Kostbarste, was Israel besa\u00df, als es sich Kanaan zur neuen Heimat machte und in Jerusalem den Tempel baute. Die Worte des Gesetzes wurden ihm zum Heiligtum im Heiligsten, zum Wohnort Gottes.<\/p>\n<p>Dann aber verbla\u00dfte die Kraft des Wortes, weil die Menschen nicht mehr daran glaubten. Die Stimme der Propheten verstummte, weil man ihnen nicht mehr glaubte. Das Wort der Menschen wurde leer und nutzlos. Ja, selbst Jesus machte den Menschen deutlich: Ihr redet zuviel. Ihr sollt nicht plappern wie die Heiden und nicht sinnentleert \u201eHerr, Herr!\u201c rufen, handeln sollt Ihr! Ihr sollt den Willen meines Vaters im Himmel tun, tun und nicht nur davon reden. Dann seid ihr auf dem richtigen Weg!<\/p>\n<p>Hat Goethe also recht, wenn er seinen Faust beginnen l\u00e4\u00dft mit einer Neufassung des Johannesprologs: Nicht \u201eAm Anfang war das Wort\u201c, sondern: \u201eAm Anfang war die Tat\u201c? Oder wie er sp\u00e4ter schreibt in Wilhelm Meisters Lehrjahre: \u201eWorte sind gut, sie sind aber nicht das Beste. Das Beste wird nicht deutlich durch Worte. Der Geist, aus dem wir handeln, ist das H\u00f6chste. \u201c<\/p>\n<p>Ja, wenn Sie so wollen, hat Gott seine Menschenkinder erst jetzt richtig verstanden. Ihnen ist tats\u00e4chlich mit Worten nicht zu helfen. Kein Gebot, kein Verbot, keine Strafe auf dieser Welt kann einen Menschen davon \u00fcberzeugen, da\u00df er auf dem falschen Weg ist, wenn er sich von Gott entfernt. Kein Gebot, kein Verbot, keine Strafe auf dieser Welt kann einen Menschen davon \u00fcberzeugen, da\u00df Gott ihn liebt \u2013 wenn nicht eine Tat, die ihn \u00fcberzeugt; wenn nicht ein neuer Geist, der ihn durchdringt.<\/p>\n<p>Nichts anderes, Ihr Lieben, bedeutet Menschwerdung Gottes. Nichts anderes bedeutet Weihnachten: Die Zeit der Worte ist erf\u00fcllt. Die Zeit des Gesetzes ist erf\u00fcllt. Gott l\u00e4\u00dft seinen Worten Taten folgen, damit ihr Menschen ihn versteht. Taten in Jesus Christus.<\/p>\n<p>Ganz deutlich lesen wir dies im Galaterbrief, wo es hei\u00dft: \u201eAls die Zeit erf\u00fcllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, damit er die, die unter dem Gesetz waren erl\u00f6ste, damit wir die Kindschaft empfingen.\u201c (Gal 4,4) Darum hei\u00dft das Bibelwort, das seit den Anf\u00e4ngen unserer Kirche \u00fcber dem Christfest strahlt: \u201eDas Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit.\u201c (Joh 1,14)<\/p>\n<p>Das Wort wurde zur Tat. Und die Menschen, die Jesus kennenlernten und erlebten, konnten mit eigenen Herzen sp\u00fcren, wie herrlich es ist, Gott in ihm zu begegnen. Aber: Wo sind sie heute \u2013 diese T\u00e4ter Jesu? Haben wir nun nicht eigentlich doch wieder nur Worte? Worte, die uns von den Taten wieder nur erz\u00e4hlen?<\/p>\n<p>Es ist wahr: Jesus Christus ist als der Liebende, als der Glaubw\u00fcrdige, als der an K\u00f6rper und Seele Heilende unter uns Menschen t\u00e4tig gewesen. Und jetzt ist er es nicht mehr. Aber er hat sich Menschen gerufen, von woher auch immer sie kamen. Er rief sie, es ihm gleich zu tun. Und in jedem Nachfolger und in jeder Nachfolgerin bleiben Jesu Taten lebendig. Bis auf den heutigen Tag.<\/p>\n<p>Ein Beispiel: Die Bibel sagt: Gott ist Liebe. Es gibt niemanden, den Gott nicht liebt, den er nicht sucht, den er nicht zur\u00fcckgewinnen will. W\u00e4ren das nur Worte, w\u00e4re auch diese Gottesliebe nur ein t\u00f6nendes Erz und eine klingende Schelle. Darum wurde das Wort zur Tat: Da kam ein Mensch unter die Menschen, der mit Prostituierten und straff\u00e4llig Gewordenen an einem Tisch sa\u00df, der die Zolleinnehmer als seine Freunde behandelte, der einen verachteten Samariter zum Vorbild erkl\u00e4rte und die Ehebrecherin vor den t\u00f6dlichen Steinw\u00fcrfen bewahrte. Herrlich war es f\u00fcr einen jeden von ihm zu sp\u00fcren: Auch wenn ich schuldig geworden bin, auch wenn ich mein Leben so verpfuscht habe, da\u00df es unm\u00f6glich vor Gottes Augen bestehen kann, bleibe ich in Gottes Augen wertvoll und liebenswert. Auch wenn ich andere betrogen habe oder meinem Mann untreu war, auch wenn ich meinen eigenen Vorteil gesucht und mich von Gott und seinem Willen v\u00f6llig abgekehrt habe, Gott will mich wiederhaben. Er gibt mich nicht verloren. Im Gegenteil! Er holt mich zur\u00fcck auf die Seite der Lebenden.<\/p>\n<p>Das Wort wurde Tat. Und Jesu Liebe hat Menschen ver\u00e4ndert, zur Umkehr geleitet, gerettet. Viele haben es ihm gleichgetan. \u00dcber Jahrhunderte hinweg. Es ist nicht immer alles gelungen, manche haben \u00fcbertrieben, manche haben den rechten Weg nicht gefunden. Viele, viele aber haben aus Worten Taten gemacht. Und heute sind wir an der Reihe. Ob es uns auch gelingt, T\u00e4ter des Wortes zu werden und nicht nur H\u00f6rer allein? Wenn wir auch heute sehen wollen, wie herrlich es ist, wenn Gott unter uns gegenw\u00e4rtig ist, kommen wir nicht darum herum: Gottes Worte wollen Taten werden. Und wir sind die, die es tun k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Da sind die Kinder, die nicht nur mit ihren neuen Spielsachen spielen wollen in diesen Tagen unter dem Weihnachtsbaum. Sie wollen vielleicht viel lieber eine Geschichte h\u00f6ren oder mit ihnen gemeinsam Lego bauen, vielleicht diskutieren und ihnen ihre neueste CD vorspielen. Schenken wir ihnen die Zeit, die sie brauchen und reden wir nicht immer nur davon.<\/p>\n<p>Da sind die \u00e4lteren Menschen, die jetzt so manches Mal einsam in ihren Stuben sitzen. Die wenigsten von ihnen wollen Geschenke. Denn unsere Zimmer sind voll und die Tische reich gedeckt. Sie wollen von fr\u00fcher erz\u00e4hlen, die sch\u00f6nen Lieder singen und das Gef\u00fchl haben, da\u00df sie dazu geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Da sind Menschen, mit denen wir zerstritten sind. Denen wir nicht geschrieben haben und die uns auch nicht anrufen werden in diesen Tagen. In keiner anderen Zeit ist die Sehnsucht der Menschen nach Frieden gr\u00f6\u00dfer als in der Weihnachtszeit. Zeit also, die Hand auszustrecken zur Vers\u00f6hnung. Wenigstens ein Zeichen zu setzen f\u00fcr den Weg aufeinander zu.<\/p>\n<p>Da sind die Kranken, die \u00fcber die Feiertage in der Klinik bleiben m\u00fcssen oder nicht aus dem Bett d\u00fcrfen. Gute Vors\u00e4tze, ihnen mit einem Besuch eine Freude zu machen, sind Worte. Wirklich auch hinzugehen, w\u00e4re Tat.<\/p>\n<p>Da sind die Hungrigen, die sich keinen Begriff davon machen, wie reich und festlich unsere Tische in diesen Tagen gedeckt sind.<\/p>\n<p>Da sind die Fl\u00fcchtlinge, f\u00fcr die es kein Zuhause und keine Zukunft mehr gibt.<\/p>\n<p>Jeder von uns wei\u00df, wo anderen Kummer qu\u00e4lt. Und jeder von uns wei\u00df genau, wo er ganz pers\u00f6nlich helfen kann, wo er Worte zu Taten werden lassen kann. Vielleicht stehen wir eines Tages einmal auf der anderen Seite, und d\u00fcrfen sp\u00fcren, wie herrlich es ist, wenn Menschen unsere Not und unsere Traurigkeit sehen, und das Wort von der Liebe zur Tat werden lassen.<\/p>\n<p>Ich glaube, liebe Gemeinde, das war die beste Idee, die Gott je hatte: da\u00df er uns seine Liebe nicht nur hat in Worten ausrichten lassen, sondern da\u00df er sie uns hat sp\u00fcren lassen durch das Leben und die Liebe, die Jesus uns schenkte. Dadurch haben wir von der Herrlichkeit der Gnade Gottes n\u00e4mlich nicht nur geh\u00f6rt, sondern sie auch gesp\u00fcrt. Und das spornt an, diese Herrlichkeit auch andere sp\u00fcren zu lassen.<\/p>\n<p>Darum, Ihr Lieben, la\u00dft uns lieben, denn Er hat uns zuerst geliebt. La\u00dft uns Menschen werden. Gott wurde es auch.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"exegese\"><\/a>1. EXEGETISCHES<\/p>\n<p>Der theologische Gehalt dieses Wortes aus dem Johannesprolog kann nur erfa\u00dft werden durch eine Kl\u00e4rung der drei Begriffe Logos, Sarx und Doxa.<\/p>\n<p>Logos:<br \/>\nDie Auspr\u00e4gung des griechischen Logos-Begriffes ist f\u00fcr die Verwendung innerhalb des Johannesevangeliums von entscheidender Bedeutung. Diese Auspr\u00e4gung geht in zweierlei Richtung einerseits als Wort, Rede, Sprache, Offenbarung im Sinne einer rationalen Kraft, die einsichtig machen kann, und andererseits als kosmologische, weltsch\u00f6pferische Gr\u00f6\u00dfe und Hypostase der Gottheit (Deuteros, Theos). Im Johannesevangelium wird Logos zwar in zahlreichen und mannigfachen Wortverbindungen gebraucht; der absolute, pr\u00e4gnante und appositionslose Gebrauch von &#8222;O Logos&#8220; kommt aber nur im Johannesprolog vor. Das Schwergewicht der Logos-Aussage des Prologs liegt in der Vorzeitlichkeit. Das &#8222;Egeneto&#8220; in Joh. 1,14 ist der \u00dcbergangspunkt von der Pr\u00e4existenz zur Wirklichkeit: Das \u201eWort\u201c wird geschichtliche Erscheinung. Das \u201eWort\u201c hei\u00dft jetzt: Jesus. Das ganze von Jesus redende Evangelium redet von dem, der das \u201eWort\u201c ist.<\/p>\n<p>Sarx<br \/>\nDer Sprachgebrauch des Wortes &#8222;Sarx&#8220; ist im Johannesevangelium anders als bei Paulus, der \u201eFleisch\u201c nicht nur im Sinne von k\u00f6rperlicher, indischer Sph\u00e4re verwendet, sondern gleichsam als Subjekt der S\u00fcnde und als Objekt des Vertrauens. Die Wendung &#8222;Sarx Egeneto&#8220; im Johannesprolog hei\u00dft gerade nicht, da\u00df der Logos in eine durch die S\u00fcnde bestimmte indische Existenz eingegangen ist. Sie besagt vielmehr, da\u00df Gott als der sich offenbarende die Gestalt eines Menschen annahm und sie nicht etwa blo\u00df als Verkleidung trug, sondern mit ihr identisch wurde, damit die aus Gott Geborenen die Doxa des Vaters erblicken konnten, in den krassen und doch mi\u00dfverst\u00e4ndlichen Wundern wie im Gehorsam Jesu bis ans Kreuz.<\/p>\n<p>Doxa<br \/>\nDie neutestamentliche Verwendung von &#8222;Doxa&#8220; entspricht nicht dem griechischen, sondern dem Sprachgebrauch der Septuaginta. Dabei liegt der Schwerpunkt abgesehen von den Bedeutungen Ruhm und Macht auf der g\u00f6ttlichen Wesensart. Das Neue Testament macht dieses Wort &#8222;Doxa&#8220; , das Tr\u00e4ger der Gottesaussage geworden war, zugleich zum Tr\u00e4ger der Christusaussage. W\u00e4hrend im Neuen Testament diese Aussagen meist die Verkl\u00e4rung des Erh\u00f6hten seit Ostern betreffen, ist im Johannesevangelium mehrfach auch von der Doxa des irdischen Jesus die Rede. Das entspricht der zweifellos bei Johannes besonders ausgepr\u00e4gten Neigung, das Leben Jesu von der Deutung des Erh\u00f6hten her zu beschreiben. Dabei bleibt aber zu betonen, da\u00df das Schauen der Doxa des Irdischen niemals anders als durch die Pistis erfolgen kann. Es ist also auch bei Johannes keineswegs an und f\u00fcr sich an Jesus die Doxa sichtbar, sowenig wie bei den Synoptikern. Das Geheimnis seiner Person mu\u00df hier wie dort enth\u00fcllt und geglaubt werden. (Vgl. ThWNT II, S. 250 ff.; IV, S. 131 ff.; VII, S: 138 ff.)<\/p>\n<p>2. ZUR GEMEINDESSITUATION<\/p>\n<p>Wachenheim und M\u00f6lsheim sind zwei kleine Weinbaugemeinden westlich von Worms an der Grenze zwischen Rheinhessen und der Pfalz. Die D\u00f6rfchen liegen idyllisch mitten in Weinbergen, und die \u201eKirche steht noch im Dorf\u201c. Der d\u00f6rfliche Zusammenhalt aber schwindet. Die Menschen vereinzeln auch hier Familien und Nachbarn werden einander fremd. Die individuelle Mobilit\u00e4t, weite Entfernungen zur jeweiligen Arbeitsstelle und der Gebrauch vielf\u00e4ltiger Medien haben die pers\u00f6nlichen und beruflichen Horizonte ge\u00f6ffnet f\u00fcr ein je sehr eigenst\u00e4ndiges Leben. Die Geborgenheit der Dorfgemeinschaft geht also zunehmend verloren.<\/p>\n<p>Gottesdienstbesucher sind in unseren beiden Kirchen rar. Die meisten Menschen haben auch \u2013 oder vielleicht gerade? \u2013 an den Weihnachtsfeiertagen anderes, f\u00fcr sie vermeintlich Wichtigeres zu tun, als in die Kirche zu gehen. Diejenigen aber, die kommen \u2013 das sind \u00e4ltere Menschen, interessierte j\u00fcngere Paare und Konfirmanden, die hier traditionell noch zum Gottesdienst gehen m\u00fcssen -, w\u00fcnschen sich zweierlei: zum einen einen lebendigen Gottesdienst, der wohl feierlich aber nicht langweilig ist, und eine Predigt, die nicht zu lang ist und die man versteht. Sie m\u00f6chten einen Gottesdienst erleben, der mit ihrem ganz pers\u00f6nlichen, allt\u00e4glichen Leben inhaltlich in Zusammenhang steht und von dem sie eine, wenn auch manchmal nur kleine, aber einpr\u00e4gsame Erkenntnis mit nach Hause tragen k\u00f6nnen. Ich predige m\u00f6glichst kurz, m\u00f6glichst frei und m\u00f6glichst unter Anwendung meiner eigenen \u201eganz normalen\u201c Sprache.<\/p>\n<p>3. ANREGUNGEN ZUR LITURGIE<\/p>\n<p>EINGANGSWORT<\/p>\n<p>Sieh nicht an, was du selber bist in deiner Schuld und Schw\u00e4che. Sieh den an, der gekommen ist, damit er f\u00fcr dich spreche. Sieh an, was dir heut widerf\u00e4hrt, heut, da dein Heiland eingekehrt, dich wieder heimzubringen auf adlerstarken Schwingen. Sieh nicht, wie arm du S\u00fcnder bist, sieh auf den Helfer Jesu Christ- (Quelle unbekannt)<\/p>\n<p>4. APHORISMEN \/ LESEFR\u00dcCHTE ZUM THEMA<\/p>\n<p>Taten lehren den Menschen, und Taten tr\u00f6sten ihn \u2013 fort mit den Worten! (Pestalozzi in: Lienhard und Gertrud)<\/p>\n<p>Was uns not tut, sind nicht die Phrasen, sondern Taten. (Lenin in: Neue Zeiten, alte Fehler in neuer Gestalt)<\/p>\n<p>Des echten Mannes wahre Feier ist die Tat (Goethe in: Pandora)<\/p>\n<p>In Taten liegen mehr hohe Wahrheiten als in B\u00fcchern! (Jean Paul in: Brief \u00fcber die Philosophie)<\/p>\n<p>wahre herrscher legen nicht wert auf worte. (Laotse in: Daudedsching)<\/p>\n<p>Aufs blo\u00dfe Wort glauben nur Narren. (Lenin in: \u00dcber Abenteuertum)<\/p>\n<p>Eine gute Idee f\u00fcr einen besonderen Gottesdienst: Christus \u2013 Bruder der V\u00f6lker der Welt Ein Gottesdienst zur \u00f6kumenischen Dimension der Fleischwerdung Gottes, in: Ulrich Fischer, Der Gottesdienst soll fr\u00f6hlich sein, Stuttgart 1992, S. 34 ff.<\/p>\n<p>Pfarrerin Dorothea Zager, Hauptstr. 22, 67591 Wachenheim \/ Rhh.<br \/>\nTel. 06243 &#8211; 905465<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zweiter Weihnachtsfeiertag | 26. Dezember 1999 | Johannes 1,14 | Dorothea Zager | Das Wort wird Tat \u2013 Eine Predigt \u00fcber den Wochenspruch zum Christfest, Joh 1,14: \u201eDas Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit.\u201c! Liebe Gemeinde, eine Lektion, die wir Menschen sehr schnell lernen ist die: blo\u00dfen Worten zu [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":21105,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[39,727,157,853,544,114,1428,497,349,3,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-21453","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-johannes","category-archiv","category-beitragende","category-bibel","category-christfest-ii","category-deut","category-dorothea-zager","category-kapitel-01-chapter-01-johannes","category-kasus","category-nt","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21453","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21453"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21453\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":22861,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21453\/revisions\/22861"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/21105"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21453"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21453"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21453"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=21453"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=21453"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=21453"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=21453"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}