{"id":21487,"date":"2000-05-15T11:35:51","date_gmt":"2000-05-15T09:35:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21487"},"modified":"2025-04-16T20:41:57","modified_gmt":"2025-04-16T18:41:57","slug":"psalm-462-f-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/psalm-462-f-2\/","title":{"rendered":"Psalm 46,2 f."},"content":{"rendered":"<table border=\"0\" width=\"600\" align=\"CENTER\">\n<tbody>\n<tr>\n<td align=\"CENTER\">\n<hr \/>\n<p><a href=\"http:\/\/www.predigten.uni-goettingen.de\/archiv.php\"><span style=\"font-family: Arial;\"><b>G\u00f6ttinger Predigten im Internet<br \/>\nhg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch<\/b><\/span><\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"CENTER\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: Arial;\"><span style=\"color: #0000a0; font-size: xx-small;\">Predigt zur Trauung<\/span><br \/>\n<b>Psalm 46,2 f. <\/b><\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: Arial;\"><b>Ulrich Nembach<\/b><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"LEFT\">Trauspruch und Predigttext: Ps. 46,2f (In der Fassung der Einheits\u00fcbersetzung des Verlages des Katholischen Bibelwerkes und der Deutschen Bibelgesellschaft)<\/p>\n<p>Liebes Brautpaar!<br \/>\nLiebe Eltern und Geschwister!<br \/>\nLiebe Gemeinde,<\/p>\n<p>K\u00fcsten geh\u00f6ren zu unseren Wunschlandschaften. Erst gestern stiegen wieder Tausende in Frankfurt in die Flieger, um an Sonnenstr\u00e4nde zu gelangen. Dort angekommen locken Sand und Wellen. Markante Punkte sind die Leuchtt\u00fcrme. Am Tage locken sie, von hoher Warte einen Blick \u00fcber Land und Meer zu werfen. Nachts faszinieren sie mit ihren Lichtkegeln. Darum verst\u00e4ndlich, wenn eins der meist bekannten Fotos Deutschland ein Leuchtturm ist, der von Westerhever an Schleswig-Holsteins Westk\u00fcste. Wer nicht selbst dort war, kennt das Foto aus der Werbung. Am Tage, bei sch\u00f6nem Wetter verhelfen Leuchtt\u00fcrme als lohnendes Ziel zu Ausfl\u00fcgen und manchen Eltern zu sinnvoller Besch\u00e4ftigung der lieben Kleinen.<\/p>\n<p>Leuchtt\u00fcrme steigern Urlaubsfreuden. Es ist wirklich spannend, \u00fcbers Meer zu schauen und zu sehen, wie etwa nachts dort das Feuer eines Turms in wei\u00df, dort in Gr\u00fcn aufblitzt und wieder verl\u00f6scht, je nach der Kennung des betreffenden Turms. Wer sich auskennt oder eine Seekarte zur Hand hat, wei\u00df genau, dort liegt das Festland, oder dort liegt eine Insel, F\u00f6hr, Amrum, Sylt. Nicht immer sieht man so viele Leuchtfeuer wie im Wattenmeer Nordfrieslands. Der etwas s\u00fcdlicher gelegene von Westerhever steht etwas einsam da. Daf\u00fcr ist er dort ein, ja, der markante Punkt zu Land und zu See.<\/p>\n<p>Gebaut sind Leuchtt\u00fcrme aber nicht f\u00fcr die Tourismusindustrie, sondern als Helfer f\u00fcr die Seefahrt. Sie weisen Schiffen den Weg sicher zum Hafen. Das tun sie bei Sonnenschein und bei Regen, bei Tag und Nacht und bei Sturm, wenn die See kocht.<\/p>\n<p>Eine Hochzeitsfeier gleicht so einem Leuchtturm. Sie ist eine Reise wert. Sie l\u00e4\u00dft frohe Laune aufkommen. Sie verlangt Vorbereitung, nicht allt\u00e4gliche Vorbereitungen. Auf einen Leuchtturm steigt man nicht t\u00e4glich, besonders nicht als Bewohner im Binnenland. Aber auch K\u00fcstenbewohner klettern nicht t\u00e4glich hinauf. Die Technik nahm selbst Leuchtturmw\u00e4rtern, das t\u00e4gliche Treppensteigen ab.<\/p>\n<p>Ein Hochzeitstag ist wie ein Leuchtturm. Beide, dieser Tag und dieses Bauwerk, wollen den Weg weisen. Die standesamtliche Eheschlie\u00dfung kann mit einem Hafen verglichen werden. Zwei laufen in den Hafen ein. Dort steigen sie auf ein gr\u00f6\u00dferes Schiff um. Dieses mu\u00df wie jedes Schiff hinaus auf die See. Das ist sein Leben. Daf\u00fcr ist es gebaut. Also laufen die beiden mit ihrem Schiff aus. Hier drau\u00dfen, wo Wind und Wellen regieren, das Schiff von dem Wasser getragen, vom Wind in seinem Lauf mindestens mitbestimmt wird, gewinnt der Leuchtturm seine Bedeutung. Er weist den Weg. Er zeigt das sichere Fahrwasser. Er ist willkommen bei Sonnenschein und bei Nacht. Er ist eine Hilfe, kann zum Lebensretter bei Sturm und Dunkelheit werden. Sein Licht leuchtet weit hinaus auf die See. Dieses Licht ist noch zu sehen, wenn l\u00e4ngst alle anderen Lichter an Land nicht mehr zu erkennen sind.<\/p>\n<p>Das Licht des Leuchtturms, seine \u201eKennung\u201c, wie der Rhythmus des Aufleuchten und Verl\u00f6schens seines Lichts in der Sprache der Seefahrer hei\u00dft, pr\u00e4gt ihn, l\u00e4\u00dft ihn unverwechselbar werden. Die Kennung des Leuchtturms Hochzeitstag in der Kirche ist der Trauspruch, der auch der Text der Predigt ist.<\/p>\n<p>Liebes Brautpaar, Sie haben sich als Trauspruch Verse aus den Psalmen ausgesucht. Sie lauten:<br \/>\nGott ist uns Zuflucht und St\u00e4rke,<br \/>\nein bew\u00e4hrter Helfer in allen N\u00f6ten.<br \/>\nDarum f\u00fcrchten wir uns nicht,<br \/>\nwenn die Erde auch wankt,<br \/>\nwenn Berge st\u00fcrzen in die Tiefe des Meeres.<\/p>\n<p>Gott wird hier ein \u201eHelfer\u201c genannt. An der K\u00fcste, wenn die steinernen Helfer, die Leuchtt\u00fcrme nicht mehr weiterhelfen, m\u00fcssen die menschlichen Helfer hinaus. Sie werden besonders bei Sturm und schwerer See gebraucht. Und sie fahren hinaus. Fr\u00fcher fuhren sie mit offenen Booten, und oft mu\u00dften sie gegen das Meer anrudern. Sie lie\u00dfen sich ihre Hilfe M\u00fche und Arbeit kosten. Dazu geh\u00f6rten Mut, die eigene Angst zu \u00fcberwinden. Dazu geh\u00f6rten Intelligenz und technisches Know-how. Norweger erfanden in \u00e4lteren Zeiten einen Bootstyp, der sicher, schnell und gut zu segeln war. Neulich wurde ein Schiff nach alten Pl\u00e4nen, die gefunden wurden nachgebaut. Dieses Schiff geriet gleich auf seiner ersten Fahrt von Deutschland nach Norwegen in einen schweren Sturm. Aber das Schiff hielt. Ja, die Mannschaft war von der Sicherheit des Bootes, seiner G\u00fcte und seinen Segeleigenschaften beeindruckt. Billig waren diese Boote nicht. Sie mu\u00dften den Atlantikwellen vor Norwegens K\u00fcste trotzen. Heute haben Rettungsboote PS-starke Motoren. Hinaus m\u00fcssen die Helfer noch immer. Sie fahren, wenn l\u00e4ngst alle Feriensegler sicher im Hafen liegen. Sie m\u00fcssen an Deck, oft mit dem kleinen Tochterboot \u00fcbersetzen, um Menschen zu bergen. Das Boot tanzt, schlingert. Wellen, Brecher kommen \u00fcber. Hubschrauber starten heute. Oft mu\u00df einer hinunter in die br\u00fcllende See, um Verletzten den rettenden Gurt umzulegen, damit Verletzter und Helfer an Bord gehievt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Helfer ihrerseits brauchen auch Helfer. Ein ganzer Stab ist an der K\u00fcste im Einsatz und das rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr. Und alle diese Helfer brauchen Hilfe f\u00fcr ihre Arbeit. So gibt es klare Regelungen f\u00fcr den Funkverkehr und zwar generell, f\u00fcr alle Tage im Jahr und weitere f\u00fcr die Zeit, da Hilfe notwendig ist. Blaulicht wie auf unseren Stra\u00dfen reicht nicht aus.<\/p>\n<p>Ja, und dann gibt es immer noch Situationen, da sind die menschlichen Helfer auch am Ende wie vorher schon die steinernen, die Leuchtt\u00fcrme. In diesen F\u00e4llen sagen wir: \u201eJetzt hilft nur noch beten\u201c. Wir meinen, wir sind am Ende, nur Gott kann noch helfen. Diese Situation meint der Psalm, den Ihr Euch als Trauspruch ausgesucht habt.<\/p>\n<p>Der Text sagt, da\u00df Gott noch da ist, wenn sogar Berge ins Meer st\u00fcrzen. Berge, der Inbegriff f\u00fcr Festigkeit, f\u00fcr Best\u00e4ndigkeit nicht nur im Binnenland, sondern auch an der K\u00fcste, wenn das Meer tobt: selbst diese Berge k\u00f6nnen schwach werden. Aber, ja aber, auch dann noch kann und will Gott helfen.<\/p>\n<p>Es gibt eine Erz\u00e4hlung dazu aus der j\u00fcngeren Vergangenheit. Einer ist in Not und sieht vor seinem geistigen Auge, noch einmal sein Leben wie in einem Film ablaufen. Er sieht dabei sich und Gott am Strand entlang gehen. Dann erschrickt er, anstatt der zwei Spuren im Sand sieht er nur eine. Und das ist genau der Zeitpunkt, als er schon einmal in gro\u00dfer Not war. Er wendet sich an Gott, er macht ihm Vorw\u00fcrfe, warum er ihn allein gelassen habe, gerade damals allein gelassen habe. Da antwortet Gott ruhig: Die eine Spur, das war damals, als ich dich getragen habe.<\/p>\n<p>Ja, Gott ist ein anderer Helfer als wir. Das Wort \u201eHelfer\u201c ist unzul\u00e4nglich. Es geht mir jetzt so, wie es gelegentlich Journalisten ergeht. Sie kommen wohin, werden dahin geschickt, sollen berichten und sehen, erleben Dinge, die sie sonst nicht erleben, noch nie gesehen haben. Die Journalisten sagen dann. \u201eEs ist unbeschreiblich\u201c. Es fehlen ihnen die Worte, das, was sie sehen, was sie erleben, zu beschreiben. Luther erging es wohl genauso. Er durchlebte Tage, in denen es um die Reformation schlecht stand. Ein Krieg drohte. Da dachte Luther an den Psalm, aus dem Sie sich Verse als Trauspruch ausgesucht haben. Luther \u00fcbersetzte den Psalm. Er w\u00e4hlte daf\u00fcr die Form eines Liedes und dichtete. Er verwandt daf\u00fcr ein Bild. Als Binnenl\u00e4nder dachte Luther nicht an einen Leuchtturm, aber auch an ein Bauwerk, an eins, das f\u00fcr Sicherheit steht. Eins dieser Bauwerke hatte ihm, Luther nur wenige Jahre vorher als Zuflucht gedient und das Leben gerettet. Luther dichtete. Es wurde eins seiner bekanntesten Lieder. Die Menschen verstanden Luther. Er \u00fcbersetzte den Psalm mit den Worten:<\/p>\n<p>Ein feste Burg ist unser Gott.<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<p><b>Prof. Dr. Dr. Ulrich Nembach<br \/>\nUniversit\u00e4t G\u00f6ttingen<br \/>\n<a href=\"mailto:unembac@gwdg.de\">E-Mail: unembac@gwdg.de<\/a><\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"CENTER\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/breu.de\/cgi-bin\/01mcco.pl?j=2&amp;bn=neukirch&amp;f=traupredigt.html&amp;r=r1&amp;w=\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G\u00f6ttinger Predigten im Internet hg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch Predigt zur Trauung Psalm 46,2 f. Ulrich Nembach Trauspruch und Predigttext: Ps. 46,2f (In der Fassung der Einheits\u00fcbersetzung des Verlages des Katholischen Bibelwerkes und der Deutschen Bibelgesellschaft) Liebes Brautpaar! Liebe Eltern und Geschwister! 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