{"id":21497,"date":"2000-10-15T11:42:32","date_gmt":"2000-10-15T09:42:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21497"},"modified":"2025-04-16T20:26:44","modified_gmt":"2025-04-16T18:26:44","slug":"matthaeus-118-25-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/matthaeus-118-25-4\/","title":{"rendered":"Matth\u00e4us 1,18 \u201325"},"content":{"rendered":"<table border=\"0\" width=\"600\" align=\"CENTER\">\n<tbody>\n<tr>\n<td align=\"CENTER\">\n<hr \/>\n<p><a href=\"http:\/\/www.predigten.uni-goettingen.de\/archiv.php\"><span style=\"font-family: Arial;\"><b>G\u00f6ttinger Predigten im Internet<br \/>\nhg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch<\/b><\/span><\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"CENTER\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"CENTER\"><span style=\"color: #0000a0; font-family: Arial;\"><b>Predigtreihe &#8222;Maria&#8220;<\/b><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #0000a0; font-family: Arial;\"><b>17. Sonntag nach Trinitatis, 15. Oktober 2000<br \/>\nMatth\u00e4us 1,18 \u201325<br \/>\nFelizitas von Sch\u00f6nborn<\/b><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span style=\"font-family: Arial;\"><b><span style=\"font-size: medium;\">Immanuel, Gott mit uns<\/span><\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial;\">1. Der Stammbaum mit dem der Evangelist Matth\u00e4us sein Evangelium beginnt, ist wie die Ouvert\u00fcre einer Oper. Nichts ist dem Zufall \u00fcberlassen, mit genau bemessenen Kl\u00e4ngen wird der Zuh\u00f6rer auf das Kommende eingestimmt. Eigentlich ist ein Stammbaum nichts anders als eine lange Liste von Ahnen, die sich begegnet sind, einen Bund geschlossen und gemeinsame Nachkommen hinterlassen haben. Leitmotivisch klingt in einer Ahnenreihe mit gro\u00dfen Namen oft ein hohe Geburt und eine besondere Bestimmung an. Leitmotiv der matth\u00e4ischen Ahnenreihe ist sein Bekenntnis, da\u00df Jesus als Nachkomme Davids der von den Propheten angek\u00fcndigte Messias ist. Das Glaubenszeugnis des Evangelisten will uns sagen will, da\u00df f\u00fcr Gott die Heilsgeschichte bereits in der Erw\u00e4hlung Abrahams begonnen und sich trotz der vieler Verfehlungen nachkommender Generationen in Jesus erf\u00fcllt hat. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial;\">2. Seine Botschaft komponiert Matth\u00e4us mit hebr\u00e4ischen Buchstaben, die zugleich Zahlenszeichen sind. Der Name \u201eDavid\u201c ergibt die Zahl vierzehn. Von Abraham \u00fcber David bis zu Jesu werden dreimal vierzehn Namen gez\u00e4hlt. Die Vierzehn setzt sich zweimal aus der heiligen Zahl Sieben zusammen. Wobei vier die Erde verk\u00f6rpert und drei die Erde. Himmel und Erde vereinen sich, wenn Gottes Reich anbricht. Unter den Frauennamen des Stammbaums finden sich nicht die gro\u00dfen j\u00fcdischen Stammesm\u00fctter Sara, Rebekka oder Lea. Matth\u00e4us erw\u00e4hnt vier wenig bekannte Frauengestalten: Thamar, Rahab, Ruth und Batseba. Alle vier sind Ausl\u00e4nderinnen und in der einen oder anderen Weise der Unzucht verd\u00e4chtigt worden. Gott hat sich diese Frauen mit niedriger Abstammung erw\u00e4hlt, um sie zu gro\u00dfen Ehren zu f\u00fchren. Er mi\u00dft mit anderem Ma\u00df als die Menschen, in seinem Reich sollen die Letzten die Ersten sein. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial;\">3. Die Heilszeit beginnt mit der Geburt Christi, die bereits vom Propheten vorausgesagt wurde; \u201eSeht, die Jungfau wird schwanger werden sein und einen Sohn geb\u00e4ren, und man wird seinen Namen Immanuel nennen\u201c. Der Name Immanuel ist ein Zeichen, da\u00df Gott bei uns Menschen weilt. In der Tradition wird Maria, die Mutter Jesus, die Jungfrau genannt. Sie ist nach Lukas eine Cousine Elisabeths, die Johanes den T\u00e4ufers geboren hat. Wir wissen weder etwas \u00fcber ihre Jugend vor ihrer Verlobung mit Josef, noch wissen wir etwas von ihrem Ende. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial;\">4. Die Vorstellung einer Geburt ohne menschlichen Vater durch g\u00f6ttliche Sch\u00f6pferkraft war in den ersten christlichen Jahrhunderten allgemein verbreitet. Man dachte, Gott w\u00fcrde der Welt auf diese Weise au\u00dfergew\u00f6hnliche Menschen schenken. So wurde angenommen, da\u00df gro\u00dfe M\u00e4nner von Plato bis Alexander ohne menschlichen Vater entstanden seien. Im Neuen Testament spielt die Jungfrauengeburt eine kleine Rolle, nur bei Matth\u00e4us und bei Lukas findet sie Erw\u00e4hnung. Beide Male wird sie von Engeln angek\u00fcndigt, aber niemals beschrieben. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial;\">5. Bei Lukas redet der Engel zu Maria, bei Matth\u00e4us zu Josef. In der Engelserscheinung kommt die N\u00e4he Gottes zum Ausdruck. Traditionell wird der Evangelist selbst, der inspirierte Vermittler zwischen dem Alten Testament und Neuen Testament, als Engel dargestellt. Engel begleiten auch den Lebensweg Jesus. Sie sind bei ihm, als er in der W\u00fcste versucht wird und dienen ihm, als der Teufel die Vergeblichkeit seiner Verf\u00fchrungsk\u00fcnste einsehen mu\u00df. In den biblischen Geschichten in denen es um Geburt und Zeugung geht, erscheint meist Gabriel, die Kraft Gottes. Nach j\u00fcdischer \u00dcberlieferung pr\u00e4gt er dem werdenden Kind das Bild Gottes ein. Als er Josef im Traum erscheint, l\u00e4\u00df er ihn den zuk\u00fcnftigen Namen des Kindes wissen. Es soll Jesus hei\u00dfen. Das ist die griechische Form von Josua &#8211; Gott ist Heil. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial;\">6. Jesus wird der lang erwartete Heiland sein und die Menschen von ihren S\u00fcnden errettet. Die Trennung des Menschen durch die S\u00fcnde, macht die Not des biblischen Menschen aus. Da\u00df Maria das dem g\u00f6ttlichen Willen gehorcht, macht sie im christlichen Sinn zur ersten Glaubenden. Sie sp\u00fcrt, da\u00df sich die Zeit erf\u00fcllt hat und eine neue \u00c4ra angebrochen ist. Von nun an kehren sich die alten Werte um, was den Menschen als klein und unbedeutend erscheint, kann vor Gott gro\u00df sein. Diese Frohe Botschaft erf\u00fcllt sie mit Jubel: <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial;\">\u201eMeine Seele preist die Gr\u00f6\u00dfe des Herren,<br \/>\nund meint Geist jubelt \u00fcber Gott, meinen Retter.<br \/>\nDenn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.<br \/>\nGott vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten&#8230;<br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">er zerstreut die im Herzen voll Hochmut sind, <\/span><br \/>\ner st\u00fcrzt die m\u00e4chtigen vom Thron<br \/>\nund erh\u00f6ht die Niedrigen,<br \/>\nDie Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben<br \/>\nund l\u00e4\u00dft die Reichen leer ausgehen&#8230;\u201c (LK1,46 ff.) <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial;\">7. Auch Josef, dem Zimmermann und Nachkommen Davids ist eine entscheidende Rolle in der Heilsgeschichte zugedacht. Auch von Josef wissen wir wenig. Er scheint noch vor dem ersten \u00f6ffentlichen Auftritten Jesu gestorben zu sein. Man kann ihn sich als noblen und g\u00fctigen Menschen vorstellen, dessen Liebe zu Maria an das Hohelied gemahnt. Auch seine Liebe ist g\u00fctig, ertr\u00e4gt, glaubt, hofft alles und h\u00e4lt allem stand. Als er erf\u00e4hrt, da\u00df seine Braut vom heiligen Geist schwanger ist, beschlie\u00dft er sie ohne Aufsehen zu verlassen. Im biblischen Kontext hei\u00dft das, er sieht von einer Strafanzeige ab, die ein Todesurteil f\u00fcr Maria h\u00e4tte bedeuten k\u00f6nnen. Denn eine Braut, die sich mit einem anderen Mann eingelassen hat, wird des Ehebruchs f\u00fcr schuldig empfunden. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial;\">8. Die Anrede des Engels \u201eSohn David\u201c zeigt, da\u00df f\u00fcr den Status des Sohnes allein die rechtliche und nicht biologische Vaterschaft entscheidend ist. Sein Gottesgehorsam wird lapidar beschrieben: \u201eAls aber Josef vom Schlaf aufstand, tat er wie ihm der Engel befohlen hatte und f\u00fchrte seine Frau heim. Und er erkannte sie nicht, bis sie einen Sohn geboren hatte, und nannte seinen Namen Jesus. \u201c Hier schlie\u00dft sich der Bogen. In dem Josef Jesus als seinen Sohn anerkennt, macht er ihn zu einem Nachkommen Davids. <\/span><\/p>\n<p><b><span style=\"font-family: Arial;\">Felizitas von Sch\u00f6nborn<br \/>\n<a href=\"mailto:felizita@iprolink.ch\">E-Mail: felizita@iprolink.ch<\/a><\/span><\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"CENTER\"><a href=\"file:\/\/\/Users\/amiralang\/Desktop\/Archiv%20GPI%20-%20U%CC%88bertrag\/archiv-2\/noch%20zu%20bearbeiten\/pr-maria-9.html#top\"><b>(zur\u00fcck zum Seitenanfang)<\/b><\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/breu.de\/cgi-bin\/01mcco.pl?j=2&amp;bn=neukirch&amp;f=pr-maria-9.html&amp;r=r1&amp;w=\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G\u00f6ttinger Predigten im Internet hg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch Predigtreihe &#8222;Maria&#8220; 17. Sonntag nach Trinitatis, 15. 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