{"id":21505,"date":"2000-10-15T11:48:11","date_gmt":"2000-10-15T09:48:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21505"},"modified":"2025-04-16T20:16:51","modified_gmt":"2025-04-16T18:16:51","slug":"johannes-19-25-27-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/johannes-19-25-27-3\/","title":{"rendered":"Johannes 19, 25-27"},"content":{"rendered":"<table border=\"0\" width=\"600\" align=\"CENTER\">\n<tbody>\n<tr>\n<td align=\"CENTER\">\n<hr \/>\n<p><a href=\"http:\/\/www.predigten.uni-goettingen.de\/archiv.php\"><span style=\"font-family: Arial;\"><b>G\u00f6ttinger Predigten im Internet<br \/>\nhg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch<\/b><\/span><\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"CENTER\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"CENTER\"><span style=\"color: #0000a0; font-family: Arial;\"><b>Predigtreihe &#8222;Maria&#8220;<\/b><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #0000a0; font-family: Arial;\"><b>19. Sonntag nach Trinitatis, 29. Oktober 2000<br \/>\nJohannes 19, 25-27<br \/>\nStefan Knobloch<\/b><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\"><b>&#8222;Wer zieht hier bei wem ein?&#8220; <\/b><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\"><i>25 Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. 26 Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den J\u00fcnger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! 27 Dann sagte er zu dem J\u00fcnger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der J\u00fcnger zu sich. <\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">WG&#8217;s sind unter Studierenden beliebte Wohnm\u00f6glichkeiten. Wenn die Beziehungen unter den Mitbewohnern halbwegs stimmen, haben alle den Vorteil, nicht allein auf ihren Studentenbuden zu versauern, sie teilen Wohn- und Lebensraum und testen dabei zus\u00e4tzlich ihre soziale Kompetenz. Zudem sparen sie Geld. Die Frage, wer in diesem Falle bei wem wohnt, scheint eher falsch gestellt zu sein. Obwohl es eine durch die unterschiedlichen Studienabschl\u00fcsse bedingte dauernde Fluktuation unter den Mietern gibt, und der eine oder die andere l\u00e4nger einer WG angeh\u00f6ren, als der, der gerade eben neu dazugekommen ist, obwohl das also so ist, ziehen nachr\u00fcckende Mitbewohner nicht eigentlich bei den anderen Komilitonen ein, sondern alle nehmen gegen\u00fcber dem Vermieter\/der Vermieterin in nicht unterscheidbarer Weise einen Mieterstatus ein. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">So weit, so gut. Nur, was hat diese unter Studierenden g\u00e4ngige Lebensform mit Joh 19, 25-27 zu tun? Was mit Maria, der Mutter Jesu? Und was mit dem J\u00fcnger, den Jesus liebte? In der Situation unter dem Kreuz? Sollte es in dieser existentiellen Stunde des unmenschlichen Leidens Jesu am Kreuz um die Banalit\u00e4t eines Wohnungswechsels gegangen sein? Um die Frage, wer hier bei wem einziehe? So gefa\u00dft nimmt sich die Frage in der Tat zu banal, ja im Grunde als vollkommen unpassend aus, um auch nur im entferntesten an das heranzuf\u00fchren, worum es in der Szene unter dem Kreuz ging. Andererseits kann die gewi\u00df unpassende und banale Frage &#8222;Wer zieht hier bei wem ein?&#8220; eine h\u00e4ufig unreflektierte Lesart von Joh 19, 25-27 zum Stolpern bringen und so die urspr\u00fcnglich gemeinten Signale neu vernehmen lassen.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">Zugegeben, die Worte Jesu am Kreuz sind schwer einzuordnen. Sie haben etwas Widerst\u00e4ndiges an sich, das es schwer macht, sie einfach zu verstehen. Worum ging es Jesus in diesem gegenseitigen Verweis seiner Mutter auf den J\u00fcnger, den er liebte, und seines J\u00fcngers auf seine Mutter? Ging es um die Sorge des zu fr\u00fch Sterbenden um die gesicherte Zukunft seiner Mutter? Ging es darum, ihren Schmerz zu lindern, indem er, der unmittelbar mit dem Tode Ringende, seiner Mutter an seiner Stelle einen anderen als Sohn anbietet? Solche Fragen, es kann nicht verborgen bleiben, greifen zu kurz. Sie greifen in die falsche Richtung. Ebenso wie die Frage, wer hier bei wem einziehe. Obgleich diese Frage nicht so ganz falsch zu liegen scheint, wo doch als Folge der Aufforderung Jesu an seine Mutter und an den J\u00fcnger, den er liebte, dieser J\u00fcnger es nicht bei blo\u00df guten Gedanken an die Mutter Jesu belie\u00df, sondern er sie tats\u00e4chlich &#8222;zu sich nahm&#8220;, wie es ausdr\u00fccklich hei\u00dft. Mein frivoles Bild des Einzugs &#8211; wer bei wem &#8211; will den Blick daf\u00fcr sch\u00e4rfen, was in Joh 19, 25-27 steht, und will wegf\u00fchren von dem, was da nicht steht. Er, der J\u00fcnger, den Jesus liebte, nahm die Mutter Jesu <i>zu sich<\/i>. In aller Regel wird mit dem Satz so umgegangen, als h\u00e4tte die Mutter Jesu den J\u00fcnger zu sich genommen, gewisserma\u00dfen um ihn zu bemuttern, eben als Sohnersatz f\u00fcr den Verlust des eigenen Sohnes. Mein frivoles Bild, ja, der Satz bei Joh lassen f\u00fcr solche Deutung keinen Platz. Um darauf aufmerksam zu mmachen, gebrauche ich das respektlose Einzugsbild, mit den Phantasien, die es nach sich ziehen mag: in welcher Richtung der M\u00f6belwagen f\u00e4hrt, vor welchem Haus er h\u00e4lt, um die M\u00f6bel zu entladen usw. Schlu\u00df mit diesem Bild. Es hat ausgedient in dem Augenblick, in dem wir realisiert haben, da\u00df der Joh-Text davon spricht, da\u00df der J\u00fcnger die Mutter Jesu zu sich nahm, und nicht umgekehrt die Mutter Jesu den J\u00fcnger. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">Damit aber beginnt die eigentliche Frage erst. Wenn es also ein f\u00fcr alle Mal nicht um einen Umzug geht, worum geht es dann? Worauf zielen die Joh-S\u00e4tze? Worauf zielt die ganze Szene der Mutter Jesu und der anderen Frauen unter dem Kreuz? Um dem n\u00e4herzukommen, ist eine interessante Beobachtung nicht ohne Bedeutung. Nur im Joh-Evangelium steht auch die Mutter Jesu unter dem Kreuz, in keinem der anderen Evangelien sonst. Lk spricht lediglich allgemein von den &#8222;Frauen&#8220;, ohne einzelne Namen zu nennen. Mk nennt &#8211; in dieser Reihenfolge &#8211; Maria aus Magdala, Maria, die Mutter von Jakobus und Joses, und eine Frau namens Salome. Mt z\u00e4hlt Maria von Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus und Josef, und die Mutter der S\u00f6hne des Zebed\u00e4us auf. Bei ihnen also ist kein Platz f\u00fcr Maria, die Mutter Jesu. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">Was sich aus dieser Beobachtung ergibt, ist auf den ersten Blick schwer zu sagen, aber es ist Anla\u00df zu weiteren Fragen, zu Fragen, die m\u00f6glicherweise \u00fcber den Charakter blo\u00dfer Vermutungen nicht hinausf\u00fchren. Warum wird im Joh-Evangelium auch Maria, die Mutter Jesu, unter das Kreuz gestellt? Und warum wendet sich der sterbende Jesus an sie? Es f\u00e4llt auf, da\u00df dies im gesamten Joh-Evangelium die zweite Stelle ist, an der Jesus seine Mutter direkt anspricht. Das erste Mal geschieht es im Rahmen der Hochzeit von Kana (Joh 2, 1-12), als Maria Jesus auf die peinliche Situation aufmerksam macht, da\u00df kein Wein mehr da sei. Eine peinliche Situation in der Tat, wenn man bedenkt, da\u00df Hochzeitsfeiern nach den damaligen j\u00fcdischen Gepflogenheiten sich bis zu einer Woche hinziehen konnten. Und das sollte ohne Wein gehen? Die Antwort Jesu ist bekannt, sie wird als schwierig empfunden, wie immer man meint den griechischen Text ins Deutsche \u00fcbersetzen zu m\u00fcssen. Die neue Einheits\u00fcbersetzung sagt: &#8222;Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.&#8220; Der Antwortform nach eine ziemliche Br\u00fcskierung, ja geradezu eine besserwisserische Zur\u00fcckweisung. Doch dann schreitet Jesus gleichwohl zur Tat. Zu welcher? Zu der, da\u00df er in einem \u00fcppigen Weinwunder auf seine &#8222;Herrlichkeit&#8220; aufmerksam macht und erste Wege anbahnt, da\u00df die J\u00fcnger an ihn &#8222;<i>glauben<\/i>&#8222;. Auf diesen Satz l\u00e4uft die ganze Erz\u00e4hlung zu. Die J\u00fcnger fingen an, an Jesus zu glauben. Nicht Wein und eine rauschende bzw. berauschende Hochzeitsfeier stehen im Vordergrund des Interesses, sondern der beginnende, noch weitgehend ungeformte Glaube der J\u00fcnger an Jesus. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">Das Stichwort des Glaubens scheint mir die Br\u00fccke zu schlagen zu Joh 19, 25-27, wenngleich das Wort &#8222;glauben&#8220; hier nicht ausdr\u00fccklich vorkommt. Die Szene ist so angelegt, da\u00df hier das Kreuz Jesu nur Personen umstehen, die &#8211; wenn man einmal von Maria, der Frau des Klopas absieht, von der wir diesbez\u00fcglich keine ausdr\u00fccklichen Hinweise in der Heiligen Schrift erhalten &#8211; fest im Glauben und in einer emotionalen Tiefe mit Jesus verwurzelt sind. Maria, seine Mutter sowieso, Maria aus Magdala ebenso. Jesus hatte sie von schwerer Krankheit geheilt (vgl. Lk 8,2), so da\u00df sie ein Lebenlang Jesus emotional verbunden blieb. Und eben der J\u00fcnger, den Jesus liebte, eine Person, so wird man wohl sagen d\u00fcrfen, die Jesus n\u00e4herstand als irgendeiner aus der Gruppe der Zw\u00f6lf, der dieser J\u00fcnger im \u00fcbrigen nicht angeh\u00f6rte. Er schien in un\u00fcbertroffener, ungebrochener und lauterer Weise an Jesus geglaubt zu haben. Er schien das, wie ein J\u00fcnger leben sollte, in geradezu vollendeter Form &#8211; bei allen Abstrichen, die immer zum menschlichen Leben geh\u00f6ren &#8211; verwirklicht zu haben. Er war wie kein anderer f\u00e4hig, Jesus zu verstehen, ihm zu folgen, an ihn zu glauben, eben auf der Basis der Gewi\u00dfheit, von Jesus geliebt zu werden. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">Herausragende Glaubensrepr\u00e4sentanten umstehen also nach Joh 19, 25-27 das Kreuz, und zwei von ihnen, Maria, die Mutter Jesu, und der J\u00fcnger, den Jesus liebte, werden hier in besonderer Weise ins Spiel gebracht. In welches? Gewi\u00df nicht in das Spiel &#8211; diese Ebene haben wir l\u00e4ngst mit Recht verlassen -, wer bei wem einziehen solle. Sie werden ins Spiel gebracht als <i>Handlungstr\u00e4ger eines ungebrochenen Glaubens<\/i> &#8211; \u00fcber den Tod Jesu hinaus, ja zun\u00e4chst im Angesicht des Todes Jesu. Nach der Darstellung der Evangelien taugten die Zw\u00f6lf in der Passion Jesu nicht f\u00fcr die Rolle, als Handlungstr\u00e4ger des Glaubens zu fungieren. Der eine hatte Jesus verraten, der andere, Petrus, hatte ihn verleugnet. Stiften gegangen, um die eigene Haut zu retten, waren sie alle. So bleiben &#8211; um nur von diesen beiden zu sprechen &#8211; Maria, die Mutter Jesu, und der J\u00fcnger, den Jesus liebte. Dabei ging es nicht um psychologischen Trost, da\u00df doch noch jemand solidarisch in der bittersten Stunde zu Jesus stand. Es ging und geht in der Szene unter dem Kreuz <i>um den Glauben<\/i> und die Bewahrung des Glaubens. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">Aber das ist noch nicht alles, was sich zu Joh 19, 25-27 sagen l\u00e4\u00dft: Da\u00df hier zwei Personen, Maria, die Mutter Jesu, und der J\u00fcnger, den Jesus liebte, unterschiedlos herangezogen worden w\u00e4ren, um den Glaubensabfall der Zw\u00f6lf und anderer J\u00fcnger zu kompensieren. Hier kommt es auf die Feinmechanik der S\u00e4tze in Joh 19, 25-27 an. Gewi\u00df richtet sich Jesus zuerst an seine Mutter: Siehe, dein Sohn! Dann erst an den J\u00fcnger: Siehe, deine Mutter! <i>Dieser<\/i> aber ist es, der Maria, die Mutter Jesu, <i>zu sich, in seinen Lebens-, in seinen Glaubensraum hereinholt<\/i>. Darin geschieht etwas anderes und mehr, als da\u00df zwei Personen sich in ihrem gemeinsamen Glauben st\u00e4rken. Der J\u00fcnger, den Jesus liebte, steht hier als<i>Repr\u00e4sentant, als Inbegriff der &#8222;glaubenden Kirche&#8220;<\/i>, der Gemeinschaft der Glaubenden, als Repr\u00e4sentant einer institutionellen Kirche in kulturell und geographisch unterschiedlichen R\u00e4umen, als Repr\u00e4sentant eines Glaubens als &#8222;consensus fidelium&#8220; bis hinein in die Unterschiedlichkeit konfessioneller Auspr\u00e4gungen. F\u00fcr diesen notwendigerweise differenten, aber letztlich einen Glaubensraum, f\u00fcr den Glauben an die Einzigkeit und Heilsuniversalit\u00e4t Jesu Christi und an die durch ihn erfolgte gnadenhafte Rechtfertigung &#8211; f\u00fcr den Glauben daran steht der J\u00fcnger, den Jesus liebte, als Repr\u00e4sentant. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">Und Maria, die Mutter Jesu? Wof\u00fcr steht sie? Steht sie gewisserma\u00dfen als &#8222;Mutter der Kirche&#8220; <i>\u00fcber<\/i> dem Repr\u00e4sentanten des Glaubens, <i>\u00fcber<\/i> dem J\u00fcnger, den Jesus liebte? Also <i>\u00fcber<\/i> den Glaubenden? <i>\u00dcber<\/i> der Kirche? Ist das angezielt in der Aufforderung Jesu an seine Mutter: Frau, siehe, dein Sohn? Nein, eben genau nicht. Der Unterschied mag geringf\u00fcgig erscheinen, ist es aber nicht. Indem der J\u00fcnger Maria, die Mutter Jesu, <i>zu sich nimmt<\/i>, ist exakt gesagt, da\u00df sie die Bedeutung ihres Glaubens als Frau des Glaubens, sogar als Mutter der Kirche, einzig und allein in der Gemeinschaft mit dem J\u00fcnger, den Jesus liebte, das hei\u00dft <i>in<\/i>der Gemeinschaft der Glaubenden und nicht losgel\u00f6st von ihnen oder geradezu \u00fcber ihnen stehend erf\u00fcllen kann. Die Frau der Geheimen Offenbarung, die gern auf Maria gedeutet wird, hat zwar Sonne und Mond zu ihren F\u00fc\u00dfen, aber nicht die Kirche. Maria ist die Mutter der Kirche nur in der Einheit mit dem J\u00fcnger, den Jesus liebte, nur in der Einheit mit den Glaubenden, nicht ohne sie, nicht getrennt von ihnen. Ihr Bei-dem-J\u00fcnger-Sein bildet die Voraussetzung, bildet die Bedingung ihres Mutterseins. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">Noch einmal: Nicht Maria nahm den J\u00fcnger zu sich, um auf diese Weise die Best\u00e4ndigkeit des Glaubens bei ihm zu garantieren, um gewisserma\u00dfen in ihrer Person zur Garantin der Glaubensidentit\u00e4t des ganzen Gottesvolkes zu werden. Die Logik in Joh, 19, 25-27 zeigt in eine Richtung. Der J\u00fcnger, den Jesus liebte, nahm Maria zu sich. In dieser ihrer Einbindung nur kann Maria ihre Rolle zur Geltung bringen, als Frau des Glaubens zur Mutter der Glaubenden und zur Mutter der Kirche zu werden. Dabei ist sie nicht im w\u00f6rtlichen Sinn &#8222;Mutter&#8220;, vielmehr steht die Gewi\u00dfheit des Glaubens und der Glaubenden zuerst auf der Basis des eigenen Glaubens, wie beim J\u00fcnger, den Jesus liebte. Das mag wohl hei\u00dfen, da\u00df Maria im Glaubensvollzug des Gottesvolkes eine wichtige Rolle einnimmt. Aber es mu\u00df nicht hei\u00dfen, da\u00df alle Vollzugsweisen des Glaubens in den unterschiedlichen christlichen Konfessionen und Denominationen zwingend auf das Glaubensvorbild der Mutter Jesu angewiesen w\u00e4ren. Vielmehr sind die einzelnen Konfessionen darauf angewiesen, ihren eigenen Glauben im Ma\u00df des J\u00fcngers, den Jesus liebte, zu sehen und zu leben. Sie m\u00fcssen nicht alle zum Gelingen ihres J\u00fcngerglaubens am Tropf des Glaubens der Gottesmutter h\u00e4ngen. <\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial;\">Wer zieht bei wem ein? Wer ist bei wem eingezogen? Maria, die Mutter Jesu, ist in die &#8222;WG&#8220; der Glaubenden eingezogen. Dort will sie ein Ferment des Glaubens ein. Sie verliert aber die F\u00e4higkeit dazu, wenn man ihr ein eigenes apartes Appartement einrichtete, in welchem sie ganz alleine leben sollte. Es w\u00e4re ihr baldiger Tod.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial;\"><b>Prof. Stefan Knobloch, Mainz<br \/>\n<a href=\"mailto:pastoralunimz@hotmail.com\">E-Mail: pastoralunimz@hotmail.com<\/a><\/b><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"CENTER\"><a href=\"file:\/\/\/Users\/amiralang\/Desktop\/Archiv%20GPI%20-%20U%CC%88bertrag\/archiv-2\/noch%20zu%20bearbeiten\/pr-maria-5.html#top\"><b>(zur\u00fcck zum Seitenanfang)<\/b><\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/breu.de\/cgi-bin\/01mcco.pl?j=2&amp;bn=neukirch&amp;f=pr-maria-5.html&amp;r=r1&amp;w=\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G\u00f6ttinger Predigten im Internet hg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch Predigtreihe &#8222;Maria&#8220; 19. Sonntag nach Trinitatis, 29. 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