{"id":21513,"date":"2001-12-15T12:01:58","date_gmt":"2001-12-15T11:01:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21513"},"modified":"2025-04-16T20:14:31","modified_gmt":"2025-04-16T18:14:31","slug":"hebraeer-10-19-22-23-25-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/hebraeer-10-19-22-23-25-2\/","title":{"rendered":"Hebr\u00e4er 10, (19-22).23-25"},"content":{"rendered":"<table border=\"0\" width=\"550\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"5\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\"><a name=\"top\"><\/a><b><a href=\"http:\/\/www.predigten.uni-goettingen.de\/\">G\u00f6ttinger Predigten im Internet<br \/>\nhg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch <\/a><\/b><\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\"><b><span style=\"color: #000099;\">1<\/span><span style=\"color: #000099;\">. Advent, 2. Dezember 2001<br \/>\nPredigt \u00fcber Hebr\u00e4er 10, (19-22).23-25 , verfa\u00dft von Hans-Gottlieb Wesenick<br \/>\nauf der Grundlage einer Predigt von Hartmut L\u00f6we <a href=\"file:\/\/\/Users\/amiralang\/Desktop\/Archiv%20GPI%20-%20U%CC%88bertrag\/archiv-4\/011202-1.html#loewe\">(1)<\/a><\/span><\/b><\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Weil wir denn nun, liebe Br\u00fcder, durch das Blut Jesu die Freiheit haben zum Eingang in das Heiligtum, den er uns aufgetan hat als neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang, das ist: durch das Opfer seines Leibes, und haben einen Hohenpriester \u00fcber das Haus Gottes, so la\u00dft uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen in vollkommenem Glauben, besprengt in unsern Herzen und los von dem b\u00f6sen Gewissen und gewaschen am Leib mit reinem Wasser.<\/p>\n<p>La\u00dft uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verhei\u00dfen hat; und la\u00dft uns aufeinander achthaben und uns anreizen zur Liebe und zu guten Werken, und nicht verlassen unsre Versammlungen, wie einige zu tun pflegen, sondern einander ermahnen, und das um so mehr, als ihr seht, da\u00df sich der Tag naht.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>Das hat wohl jeder schon erlebt: auf einmal geht es nicht mehr weiter. Eine T\u00fcr ist verschlossen; ein Grenzstein, ein Schlagbaum, ein Verbotsschild markieren pl\u00f6tzlich eine un\u00fcberwindliche Grenze. Wir stehen am Ende unserer Welt.<\/p>\n<p>Die Alten stellten sich zwischen Himmel und Erde eine Wand vor. Sie rannten dagegen an und erfuhren, wie schwer sie sich durchsto\u00dfen l\u00e4\u00dft. Sie waren fest davon \u00fcberzeugt: Gottes Welt und unsere Erde sind einander fremd, oft sogar feind. Folglich gibt es profane, also weltlich-menschliche Bereiche, und es gibt davon abgegrenzte Bezirke des Heiligen. Heute reden und denken wir nicht mehr so. Die Welt, so sagen wir, ist eine geworden, Profanes und Heiliges sind nicht l\u00e4nger mehr getrennte Bereiche.<\/p>\n<p>Da ist gewi\u00df Richtiges erkannt. Denn wir leben ja &#8222;nach Christi Geburt&#8220;, post Christum natum. Und mit dem Kommen Jesu Christi in unsere Welt sind Grenzen niedergerissen worden. Gleichwohl denke ich manchmal, ob nicht die Alten kl\u00fcger waren als wir, realistischer, n\u00fcchterner, jedenfalls mit beiden Beinen auf der Erde stehend und nicht st\u00e4ndig auf Illusionen schwebend in ihrer Welt unterwegs. Wie sie geraten auch wir nach wie vor an Grenzen. Noch immer und nicht selten schon wieder gibt es verschlossene T\u00fcren. Da k\u00f6nnen wir nicht weiter, bleiben gefangen.<\/p>\n<p>Was am 11. September in New York und Washington passierte, das ist solch eine neue Grenze. Pl\u00f6tzlich war sie da &#8211; f\u00fcr die Amerikaner und mit ihnen f\u00fcr die ganze sogenannte westliche Welt. Viel ist dar\u00fcber geredet und erkl\u00e4rt worden seither. Nur allm\u00e4hlich werden Konturen erkennbar, Konturen eines tiefgehenden und seit langem schon schmorenden Konflikts, Zusammenh\u00e4nge, Gr\u00fcnde. Der Schock sitzt tief. Und viele Reaktionen auf das schreckliche Geschehen \u00fcberzeugen nicht. Nat\u00fcrlich mu\u00df dem Terrorismus entschlossen begegnet werden, auch mit milit\u00e4rischen Mitteln. Dennoch ist noch v\u00f6llig ungewi\u00df, wie die Milit\u00e4raktionen in Afghanistan ausgehen werden. Noch ist diese T\u00fcr nicht offen.<\/p>\n<p>Und eine andere auch nicht: wird es der UNO-Konferenz, die am Dienstag in Bonn begonnen hat, gelingen, eine neue staatliche Ordnung f\u00fcr Afghanistan wenigstens im Ansatz zu vereinbaren? Oder werden hier ungewollt schon verh\u00e4ngnisvolle Weichen f\u00fcr den n\u00e4chsten Krieg gestellt?<\/p>\n<p>Als eine dritte verschlossene T\u00fcr sehe ich das recht schwierige Verh\u00e4ltnis zwischen unserer westlichen Welt und der orientalisch-muslimischen Welt. Die westliche Welt ist stark vom Christentum gepr\u00e4gt, hat sich aber von diesen Wurzeln immer mehr gel\u00f6st und trennt nun stark zwischen Religion und Glaube als pers\u00f6nlichen \u00dcberzeugungen auf der einen Seite und dem neutralen Staat und einer Gesellschaft, in der jeder gleiche Rechte hat und jeden gelten lassen soll, auf der anderen Seite. F\u00fcr Muslime ist diese Trennung kaum vorstellbar: Mensch, Staat und Gesellschaft geh\u00f6ren unter Allah auf&#8217;s engste zusammen. Die Religion, der Glaube, sie bestimmen das ganze Leben.<\/p>\n<p>Wer wird solche verschlossenen T\u00fcren aufschlie\u00dfen? Wie finden Menschen und Gesellschaften in unserer Welt trotz teilweise grundverschiedener \u00dcberzeugungen dennoch in Frieden zueinander? Wo sind Himmel und Erde wirklich f\u00fcreinander offen?<\/p>\n<p>Im Alten Testament klagt und schreit die Gemeinde: &#8222;Ach, da\u00df du den Himmel zerrissest und f\u00fchrest herab, da\u00df die Berge vor dir zerfl\u00f6ssen, wie Feuer Reisig entz\u00fcndet und wie Feuer Wasser sieden macht.&#8220; Wollte Gott doch endlich eingreifen! Diese Sehnsucht ist \u00fcberm\u00e4chtig.<\/p>\n<p>Das bleibt unsere Situation, liebe Gemeinde, auch nach Christi Geburt! Wollte Gott doch endlich eingreifen. Das w\u00fcnschen sich auch bei uns viele. Wir leben im Advent, immer wieder. T\u00fcren sind verschlossen. Himmel und Erde sind einander fremd und feind. Gott und Mensch sind einander nicht &#8222;gr\u00fcn&#8220;, und auch die Menschen untereinander stehen auf Kriegsfu\u00df miteinander.<\/p>\n<p>Wir sto\u00dfen auf un\u00fcberwindliche Grenzen. Wir haben keinen Schl\u00fcssel zu der verschlossenen T\u00fcr. Christen glauben: Das kann sich nur \u00e4ndern, wenn uns einer von der anderen Seite entgegen und zu Hilfe kommt, wenn Gott selber eine T\u00fcr auftut. Dann werden sogar eiserne Vorh\u00e4nge durchl\u00e4ssig. Dann kann der Eintritt in das Heilige gelingen. Der Autor des Hebr\u00e4erbriefes sagt: &#8222;Wir haben durch das Blut Jesu die Freiheit zum Eintritt in das Heiligtum.&#8220; Es bleibt nicht immer nur Advent. Wir warten nicht umsonst. Verschlossene T\u00fcren werden sich auftun!<\/p>\n<p>Es ist wie am Heiligen Abend, wenn sich die T\u00fcr zum Weihnachtszimmer \u00f6ffnet: &#8222;Christus hat uns einen neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang aufgetan.&#8220; Der Vorhang im Jerusalemer Tempel verschlo\u00df das Allerheiligste dort; nur der Hohepriester durfte einmal im Jahr hinter diesen Vorhang treten und so dem G\u00f6ttlichen ein wenig n\u00e4her kommen als alle anderen Menschen. Heute m\u00f6chte ich diese Begriffe und Bilder des Hebr\u00e4erbriefes jedoch nicht weiter erkl\u00e4ren. Dazu wird ein ander Mal Gelegenheit sein. Entscheidend ist, da\u00df der Autor mit diesen S\u00e4tzen sagen will, was durch Christi Kommen in die Welt neu und anders geworden ist, n\u00e4mlich: w\u00e4hrend menschliche Wege \u00fcberall vor Mauern und verschlossenen T\u00fcren enden, gehen Christen auf einem Weg, der weiterf\u00fchrt. Ihr Weg ist eine Br\u00fccke zum Paradies. Er verbindet Himmel und Erde. Es ist Gottes Weg, der weiterf\u00fchrt. Er gibt uns nicht auf, bis er uns gefunden hat.<\/p>\n<p>Darum ist zu fragen: Wie wird Gottes Weg unser Weg? Wie bleiben wir auf seinem adventlichen Weg? Denn wir sp\u00fcren nur zu oft: immer wieder verlieren wir ihn, irren von ihm ab, wissen die Richtung nicht mehr, bewegen uns im Kreise. Damit ergeht es uns nun allerdings nicht viel anders als den Christen, an die der Hebr\u00e4erbrief gerichtet ist. Deren Eifer des Anfangs war geschwunden. Mattigkeit, M\u00fcdigkeit, Mutlosigkeit breiteten sich aus. Unklar und fraglich war diesen Christenmenschen sogar das Ziel geworden, das vor ihnen liegen sollte. Allm\u00e4hlich machte es keine Freude mehr, gegen den Strom zu schwimmen &#8211; das ist sowieso immer m\u00fchsam -, weil sich so wenig \u00e4nderte.<\/p>\n<p>Ist das nicht auch unsere Situation, liebe Gemeinde? Unsere stabil genannte Kirche erweist sich immer wieder als krisenanf\u00e4llig, labil. Wir m\u00fc\u00dften wieder mehr Freude am Glauben gewinnen, uns nicht so oft am Ende unserer M\u00f6glichkeiten sehen, wenn uns der Wind entgegenbl\u00e4st. Was ist zu tun?<\/p>\n<p>Der Mann, der an die Hebr\u00e4er geschrieben hat, gibt uns zwei Hinweise: 1. Er mahnt seine Leser, an ihrem Bekenntnis festzuhalten. Und 2. zeigt er, da\u00df Christenmenschen niemals allein sind. Immer haben sie jemanden neben sich, der auf demselben Weg ist, einen, der auch hofft und glaubt und liebt.<\/p>\n<p>&#8222;La\u00dft uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken.&#8220; Das klingt aufreizend konservativ. Ist denn das jetzt dran: festhalten, bewahren, bleiben bei dem, was formuliert ist? Viele sagen doch, wir m\u00fc\u00dften in Neuland aufbrechen, statt uns im Gewohnten einzurichten.<\/p>\n<p>Das ist nicht falsch. Aber zuerst einmal ist es notwendig, da\u00df wir uns klar werden dar\u00fcber, woher wir kommen. Wer seinen Ausgangspunkt nicht kennt, l\u00e4uft in die Irre. Das Bekenntnis der Christen, mag es noch so alt sein, gibt uns Auskunft, woher wir kommen, wer und was wir sind, und zugleich ist es ein Wegweiser, der uns Christen die Richtung angibt und miteinander auf dem Weg h\u00e4lt. Das Bekenntnis zeigt uns Herkunft und Ziel, damit wir auf dem Weg zu Gott bleiben und uns nicht verlaufen.<\/p>\n<p>Und zuweilen ist das Alte \u00fcberaus aktuell. Niemand braucht sich des alten Glaubensbekenntnisses zu sch\u00e4men, denn es vermag noch heute Wege zu zeigen, die uns aus unseren Verlegenheiten herausf\u00fchren. Einige Beispiele will ich nennen.<\/p>\n<p>Wir klagen \u00fcber die Zerst\u00f6rung unserer Erde. Vern\u00fcnftige Leute warnen davor, unseren Planeten weiter zu pl\u00fcndern, wie es immer noch geschieht. Wir h\u00f6ren es, und unter uns ist das Bewu\u00dftsein daf\u00fcr gewachsen, da\u00df wir alle mithelfen m\u00fcssen, die Ausbeutung von Natur und Umwelt aufzugeben. Einiges, gar nicht wenig, ist geschehen und wird auch weiterhin geschehen, manches dabei aber nur halbherzig getan. Der alte Adam rudert immer noch bequem mit im gewohnten Strom. Weithin fehlt die Kraft, das Steuer herumzurei\u00dfen und geduldig in die andere Richtung zu rudern und das auch wirklich entschlossen und konsequent zu tun. Und es wird immer teurer. Der Wirtschaftsminister hat gerade dieser Tage darauf aufmerksam gemacht. Das freilich h\u00f6rt der alte Adam gern.<\/p>\n<p>Das Bekenntnis sagt uns: Solange Euch nicht deutlich ist, wem die Erde geh\u00f6rt, kann Euch keine neue Orientierung gelingen. Ihr behandelt die Erde immer noch wie Ausbeuter. Ihr mi\u00dfbraucht sie als Material. Das aber ist schon im Ansatz verkehrt. Die Erde hat einen Herrn. Sie ist Gottes Gesch\u00f6pf. Gottes Gesch\u00f6pfe jedoch darf man nicht pl\u00fcndern. Sie wollen geliebt, sie wollen unsere Freunde sein, Gottes gute Gaben. &#8222;Ich glaube an Gott, den Allm\u00e4chtigen, den Sch\u00f6pfer des Himmels und der Erde.&#8220; Das sagt unser Bekenntnis.<\/p>\n<p>Oder: Wir sind ratlos \u00fcber den Menschen. Wir wundern uns, wie b\u00f6se er sein kann, wie grausam und wie falsch, wie sein Herz zappelt und sich sehnt nach ein bi\u00dfchen Gl\u00fcck, wie er Angst hat vor Krankheit und vor dem Ende und dem Sterben.<\/p>\n<p>Das Bekenntnis sagt uns: Am Menschen nicht irre werden kann nur, wer sein Urbild kennt, wer wei\u00df, wie der Mensch gedacht ist. Deshalb zeigt es uns Jesus Christus, der leiden mu\u00dfte, starb und auferstand. Das ist des Menschen Bestimmung: zu leben und zu sterben wie er. &#8222;Ich glaube an Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, unseren Herrn.&#8220;<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich: Wir sind verwirrt durch den &#8222;Geist der Zeit&#8220;, den manche ver\u00e4chtlich-aggressiv den &#8222;Zeitgeist&#8220; nennen, ohne jedoch zu sagen, was sie denn damit nun genau meinen. Uns beunruhigen Ideen und Ideologien. Ja, einige m\u00fcssen jede Idee, jede Mode, die von irgendwoher angeflogen kommt &#8211; je fremdartiger und je \u00f6stlicher, desto besser &#8211; umgehend ausprobieren. Wie ein Schmetterling flattern sie von Blume zu Blume, nennen das &#8222;Suchen&#8220; und lassen es sich viel kosten. Nur merken sie nicht, da\u00df sie Fantasien und Ideologien aufsitzen und sich von denen dauernd an der Nase herumf\u00fchren lassen.<\/p>\n<p>Kein Wunder, sagt das Bekenntnis, da\u00df ihr Angst vor der Zukunft habt und nicht wi\u00dft, was auf euch wartet. Verge\u00dft nicht, da\u00df es den Heiligen Geist gibt. Der hilft euch, die Geister zu unterscheiden. Der f\u00fchrt euch zusammen zu einer Gemeinschaft und zeigt euch, wo Gott auf euch wartet. &#8222;Ich glaube an den heiligen Geist, die heilige christliche Kirche.&#8220; Und dazu Martin Luther: &#8222;Ich glaube, da\u00df ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesus Christus, meinen Herrn, glauben oder zu ihm kommen kann, sondern der Heilige Geist hat mich dazu berufen.&#8220;<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, um unserer Welt, um der Menschen willen lohnt es sich, am Bekenntnis festzuhalten, \u00fcber seinen Gehalt immer wieder nachzudenken, sich immer wieder dessen zu vergewissern, was unsern Glauben ausmacht und worin er wurzelt. In Neuland aufzubrechen vermag nur, wer solch ein Fundament unter seinen F\u00fc\u00dfen hat, wer sich von diesem Wegweiser an seine Herkunft erinnern und in die neue Richtung weisen l\u00e4\u00dft. So kann er zuversichtlich vorw\u00e4rts schreiten.<\/p>\n<p>Aber es geht nicht nur um das alte Bekenntnis. Wichtig ist die Einsicht: Christenmenschen sind niemals alleine. Immer gibt es jemanden neben uns, der glaubt und hofft wie wir. Das vergessen wir h\u00e4ufig und lassen uns anstecken von den st\u00e4ndig wechselnden Moden des Individualismus. Aber Einzelg\u00e4nger geben leicht auf, wenn es schwierig wird, oder werden zu Sonderlingen. Unser Bibelabschnitt empfiehlt uns dagegen: &#8222;La\u00dft uns aufeinander achthaben und uns anreizen zur Liebe und zu guten Werken.&#8220;<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich sollen wir einander nicht bevormunden. Doch das geschieht ja auch kaum irgendwo. Viel bedenklicher ist, wie achtlos wir h\u00e4ufig aneinander vor\u00fcbergehen, wie selten wir uns auf unser gemeinsames Christsein hin ansprechen und uns unseres gemeinsamen Glaubens vergewissern, gerade auch dann, wenn wir zu schwierigen Fragen des Alltags nicht unbedingt die gleichen Antworten haben.<\/p>\n<p>W\u00e4re das nicht etwas: einander zu fragen und zu sagen, was uns das Glauben leicht macht und wo unsere Zweifel sitzen? Unsere Kinder warten auf Gespr\u00e4che, in denen endlich einmal die lebenswichtigen Dinge auf der Tagesordnung stehen. In diesen Adventswochen k\u00f6nnte die Gelegenheit zu solchen Gespr\u00e4chen vielleicht besonders g\u00fcnstig sein. Und man k\u00f6nnte dann vielleicht sogar miteinander singen. Utopie? Keine Ahnung? Es k\u00e4me auf Versuche an.<\/p>\n<p>&#8222;Aufeinander achthaben&#8220;: miteinander sollte es gelingen, Aufgaben zu erkennen, die wir tats\u00e4chlich bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen, ohne da\u00df dies in Stre\u00df und Hetze ausarten m\u00fc\u00dfte. Deren Bew\u00e4ltigung l\u00e4\u00dft es aber etwas freundlicher und menschlicher auf unserer Erde werden &#8211; und das nicht nur zur Weihnachtszeit. Auch sonst im Jahr soll keiner einsam sein &#8211; m\u00fcssen! Manchmal d\u00fcrfen wir uns schon ein wenig die Sporen geben, wenn wir tr\u00e4ge werden und faul. Sonst verkommt unser Christsein in der Langeweile. Und dann wundern wir uns noch, da\u00df das Glauben keine Freude macht.<\/p>\n<p>Vielleicht nehmen wir uns in den n\u00e4chsten Wochen etwas mehr Zeit f\u00fcreinander als sonst und versuchen, miteinander ins Gespr\u00e4ch zu kommen \u00fcber das, was z\u00e4hlt und was zweitrangig ist. Vielleicht widerstehen wir hier und da der Hetze, schenken und bereiten nicht mehr vor, als uns wirklich m\u00f6glich ist. Dann, liebe Gemeinde, wird Advent. Dann gehen wir Schritte hinein ins Heiligtum Gottes. Christus hat uns doch l\u00e4ngst die T\u00fcr zum Paradies ge\u00f6ffnet. Er ist f\u00fcr uns zu Gott gegangen. So d\u00fcrfen wir es nun mit ihm und in seinem Namen auch tun. Sein Tag kommt. Die Nacht vergeht.<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<p><b>Pastor i. R. Hans-Gottlieb Wesenick, Stauffenbergring 33, D-37075 G\u00f6ttingen<br \/>\nTel. 05 51 \/ 2 09 97 05 &#8211; Fax 2 09 97 08 &#8211; <a href=\"mailto:H.-G.Wesenick@t-online.de\">e-mail: H.-G.Wesenick@t-online.de<\/a><\/b><\/p>\n<p><b><a name=\"loewe\"><\/a>(1) Diese Predigt hat eine Predigt von Hartmut L\u00f6we zu diesem Text zur Grundlage, die in &#8222;Worte am Sonntag, heute gesagt: Predigten der Gegenwart; die Sonn- und<br \/>\nFesttage des Kirchenjahres \/ hrsg. von Horst Nitschke, 6. Perikopenreihe Bd. 1, G\u00fctersloh 1977&#8220; ver\u00f6ffentlicht wurde.<\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<hr \/>\n<p><a href=\"file:\/\/\/Users\/amiralang\/Desktop\/Archiv%20GPI%20-%20U%CC%88bertrag\/archiv-4\/011202-1.html#top\">(zur\u00fcck zum Seitenanfang)<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/breu.de\/cgi-bin\/count.pl?j=2&amp;bn=neukirch&amp;f=011202-1.html&amp;r=r1&amp;w=\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G\u00f6ttinger Predigten im Internet hg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch 1. Advent, 2. Dezember 2001 Predigt \u00fcber Hebr\u00e4er 10, (19-22).23-25 , verfa\u00dft von Hans-Gottlieb Wesenick auf der Grundlage einer Predigt von Hartmut L\u00f6we (1) Weil wir denn nun, liebe Br\u00fcder, durch das Blut Jesu die Freiheit haben zum Eingang in das Heiligtum, den er [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":21105,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[605,59,727,157,853,114,1535,1617,711,349,3,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-21513","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-1-advent","category-hebraeer","category-archiv","category-beitragende","category-bibel","category-deut","category-hans-gottlieb-wesenick","category-hartmut-loewe","category-kapitel-10-chapter-10-hebraeer","category-kasus","category-nt","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21513","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21513"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21513\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":21514,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21513\/revisions\/21514"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/21105"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21513"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21513"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21513"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=21513"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=21513"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=21513"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=21513"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}