{"id":21515,"date":"2001-12-15T12:07:14","date_gmt":"2001-12-15T11:07:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21515"},"modified":"2025-04-16T20:13:53","modified_gmt":"2025-04-16T18:13:53","slug":"hebraeer-10-23-25-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/hebraeer-10-23-25-2\/","title":{"rendered":"Hebr\u00e4er 10, 23-25"},"content":{"rendered":"<table border=\"0\" width=\"550\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"5\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\"><a name=\"top\"><\/a><b><a href=\"http:\/\/www.predigten.uni-goettingen.de\/\">G\u00f6ttinger Predigten im Internet<br \/>\nhg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch <\/a><\/b><\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\"><b><span style=\"color: #000099;\">1<\/span><span style=\"color: #000099;\">. Advent, 2. Dezember 2001<br \/>\nPredigt \u00fcber Hebr\u00e4er 10, 23-25 , verfa\u00dft von Ulrich Nembach<br \/>\n<\/span><\/b><\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>Advent ist. Die Erwartungen sind da, und sie sind gro\u00df &#8211; trotz und gerade wegen Afghanistan und Bin Laden. Wer noch nicht in der richtigen Stimmung ist, wird von anderen angesteckt und l\u00e4sst sich gerne anstecken. Mir erging es auch so. Das warme Wetter, gr\u00fcne Felder, noch keine Schneeprobleme &#8211; sonst war um diese Jahreszeit die Autobahn schon einmal zu gewesen; Autos, besonders LKWs kamen die Kasseler Berge nicht hoch, rutschten, und alles stand f\u00fcr Stunden &#8211; da fehlte mir einiges. Das \u00e4ndert sich, wenn andere uns ansprechen. Bei mir war es der Posaunenchor. Seine Mitglieder sind voller Vorfreude. Freudige Adventslieder wurden f\u00fcr unseren Gottesdienst vorgeschlagen. Sie nahmen mich mit in ihrer Vorfreude, und ich lie\u00df mich gern mitnehmen. Die Vorfreude gilt Weihnachten.<\/p>\n<p>Wie bereiten wir uns vor? Vielleicht eine nicht sehr intelligente Frage, denken Sie jetzt. Ich gestehe, dass ich mich etwas scheue, diese Frage zu stellen. Aber ist die Frage wirklich banal? Richtig, wir alle kennen Weihnachten und feiern es gern. Wir wissen auch schon, wie wir es dieses Mal feiern werden. Geschenke sind gekauft, oder wenigstens in Gedanken schon ausgesucht. Das ist richtig, aber ist es auch die ganze Wahrheit? Der Predigttext ist anderer Meinung und die, die ihn f\u00fcr den heutigen Sonntag uns vorschlagen, sind ebenfalls anderer Meinung.<\/p>\n<p>H\u00f6ren Sie:<br \/>\n&#8222;La\u00dft uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verhei\u00dfen hat; und lasst uns aufeinander Acht haben und uns anreizen zur Liebe und zu guten Werken und nicht verlassen unsere Versammlungen, wie einige zu tun pflegen, sondern einander ermahnen, und das um so mehr, als ihr seht, dass sich der Tag naht.&#8220; (Hebr. 10, 23-25).<\/p>\n<p>I.<br \/>\nBekenntnis. &#8222;Typisch Kirche&#8220;, mag es Ihnen jetzt durch den Kopf gegangen sein. Richtig, und wieder ist es nicht die ganze Wahrheit.<\/p>\n<p>Schauen wir uns einmal um. Hier hinter unserer Kirche steht das alte Rathaus. Dorthin kommen festlich gekleidete Paare. Freunde, Eltern begleiten sie. Sie wollen heiraten. Sie kommen in das sch\u00f6ne alte Rathaus, um sich ihr Ja in einem festlichen Rahmen zu geben. Sie legen Wert darauf. Manche leben schon Jahre zusammen, nun wollen sie es wissen und klar zum Ausdruck bringen: Ich will Dich.<\/p>\n<p>Paare kommen aus demselben Grund in diese Kirche, zu diesem Altar. Sie bitten zugleich um Gottes Segen f\u00fcr ihren gemeinsamen Weg.<\/p>\n<p>Bekenntnis ist der Wille zu einer Lebenseinstellung. So ist das christliche Bekenntnis der Wille, Christ zu sein. Da Ja der Trauung ist der Wille, sein Leben gemeinsam mit der bzw. dem anderen zu teilen.<\/p>\n<p>Um was f\u00fcr eine Bekenntnis geht es im Text? &#8222;Bekenntnis der Hoffnung&#8220; lesen wir. Die Formulierung ist unbekannt. Sie kommt auch nur hier im Neuen Testament vor. Schauen wir darum im Text nach, was damit gemeint sein k\u00f6nnte. Der Text kommt uns dabei selbst zur Hilfe. Die folgenden Verse konkretisieren das Gemeinte. Sie sagen und zwar klar, worin die hier gemeinte Lebenseinstellung besteht. Die Verse werden so konkret, dass sie uns fast zu konkret sind. So genau wollten wir es eigentlich nicht wissen. Das hat ja zur Folge, dass wir dann auch unser Leben entsprechend einstellen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>II.<br \/>\nZun\u00e4chst wird die Liebe genannt. Sie wird n\u00e4her beschrieben als Aufforderung: &#8222;La\u00dft uns aufeinander achthaben.&#8220;<\/p>\n<p>Eine heikle Aufforderung bekommen wir zu h\u00f6ren. Auf den anderen achtzuhaben, ist uns in unguter, sehr unguter Erinnerung aus der Zeit der DDR. Auf der anderen Seite haben wir ein ungutes Gef\u00fchl, wenn wir wieder einmal in der Zeitung lesen, dass ein Toter tagelang in seiner Wohnung lag und niemand, keine Nachbarn ihn entdeckten. Achtzuhaben und achtzuhaben ist nicht dasselbe. Bei der Trauung ist die Rede davon, auf die, auf den anderen acht zu haben &#8222;in guten und in schlechten Tagen&#8220;. Eine reiche Erfahrung aus Jahrhunderten zeigt sich hier. Die Erfahrung wird mit dem christlichen Leben, der christlichen Lebenseinstellung zusammengebracht.<\/p>\n<p>Genau das meint unser Text. Er f\u00e4hrt n\u00e4mlich fort, dass wir uns anreizen sollen zur Liebe und zu guten Werken. Die guten Werke werden von uns Evangelischen schnell abgehakt. Wir verweisen dabei auf Luther. Nur der sagte mit Recht, dass wir uns mit guten Werken nicht den Himmel verdienen k\u00f6nnen. Deshalb k\u00f6nnen sie aber getan werden und sollen getan werden. Was soll ich meinem N\u00e4chsten tun, wenn ich ihm nicht helfe, ihm ein gutes Werk tue?<\/p>\n<p>III.<br \/>\nDann gibt es noch eine weitere Konkretion. Wir sollen nicht unsere Verrammlungen verlassen, wie das offensichtlich schon damals einige taten.<\/p>\n<p>Wieder werden manche nun denken: das ist typisch Kirche. Richtig, aber auch diese Aussage ist nicht die ganze Wahrheit.<\/p>\n<p>Warum begn\u00fcgen wir uns immer mit halben Wahrheiten? Gehen wir wenigstens heute morgen einmal aufs Ganze. Der Text spricht zuvor von der Liebe zu einander. Will er uns dann anschlie\u00dfend plagen, ein schlechtes Gewissen machen? Ich denke nein.<\/p>\n<p>Konsequent wird die Liebe nun dargestellt, konkretisiert. Wie will ich dem N\u00e4chsten Gutes tun, wenn ich ihm aus dem Wege gehe?<\/p>\n<p>Ich erlebte Gemeinschaft auf einem Universit\u00e4tscampus. Ich war zu fr\u00fch da. Es war Sonntagmorgen. Ich wusste nichts so rechtes, mit mir und meiner Umgebung anzufangen. Da kam eine Frau und sprach mich an: &#8222;Do you feel a bit alone?&#8220; Ich erschrak. Es war eine ungew\u00f6hnliche Rede. Ich hatte sie noch nie geh\u00f6rt. Dann dachte ich, die Frau hat recht, vollkommen recht. Ich bejahte, und sie sagte, ich solle zum Gottesdienst mitkommen. Der beginne gleich. Ich ging mit. Ich wurde begr\u00fc\u00dft. Ich war auch nicht schwer als Fremder zu erkennen. Ich war der einzige Wei\u00dfe unter Maoris. Es war in Auckland. Alles ging gut, bis die Predigt begann. Hier sprach der Prediger in seiner Sprache und nicht in Englisch wie zu vor. Ich verstand nichts. Und doch dachte ich: &#8222;Das kommt mir vertraut vor. Das ist wie bei uns. So k\u00f6nnte auch ein Student bei uns predigen.&#8220; Nachher erfuhr ich, dass er wirklich ein Student war, der seine erste Predigt hielt. Ich war da schon zum Mittagessen eingeladen worden, das wir gemeinsam zubereiteten. Das ging ganz anders zu als bei uns. Pausen wurden gemacht und viel erz\u00e4hlt, auch von den eigenen W\u00fcnschen, wo man herkommt usw. Ich war direkt dabei. Es war sch\u00f6n, so dass ich es bis heute nicht vergessen habe.<\/p>\n<p>IV.<br \/>\nSchlie\u00dflich gibt der Text eine Begr\u00fcndung f\u00fcr seine Aufforderungen. &#8222;Der Tag naht sich.&#8220; Gemeint ist die Wiederkunft Christi. Advent meint die Geburt Jesu, woran wir bei Advent zun\u00e4chst denken, aber Advent ist auch die Zeit der Vorbereitung auf Jesu Wiederkunft. Er kommt zweimal, das erste Mal zu Weihnachten und dann bei seiner Wiederkunft.<\/p>\n<p>Die letzten Worte der Bibel, auf der letzten Seite ganz am Schluss, lauten deshalb: &#8222;Amen, ja, komm, Herr Jesus!&#8220; Und es folgt nur noch der Segen: &#8222;Die Gnade des Herrn Jesu sei mit allen&#8220;.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p><b>Prof. Dr. Dr. Ulrich Nembach<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:unembac@gwdg.de\">unembac@gwdg.de<\/a><br \/>\n<\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<hr \/>\n<p><a href=\"file:\/\/\/Users\/amiralang\/Desktop\/Archiv%20GPI%20-%20U%CC%88bertrag\/archiv-4\/011202-2.html#top\">(zur\u00fcck zum Seitenanfang)<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/breu.de\/cgi-bin\/count.pl?j=2&amp;bn=neukirch&amp;f=011202-2.html&amp;r=r1&amp;w=\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G\u00f6ttinger Predigten im Internet hg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch 1. 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