{"id":21521,"date":"2002-12-15T12:10:49","date_gmt":"2002-12-15T11:10:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21521"},"modified":"2025-04-16T15:33:24","modified_gmt":"2025-04-16T13:33:24","slug":"offenbarung-3-7-13-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/offenbarung-3-7-13-6\/","title":{"rendered":"Offenbarung 3, 7-13"},"content":{"rendered":"<table border=\"0\" width=\"550\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"5\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\"><a name=\"top\"><\/a><b><a href=\"http:\/\/www.predigten.uni-goettingen.de\/\">G\u00f6ttinger Predigten im Internet<br \/>\nhg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch <\/a><\/b><\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\"><b><span style=\"color: #000099;\">2. Advent, 9. Dezember 2001<br \/>\nPredigt \u00fcber Offenbarung 3, 7-13 , verfa\u00dft von Herbert Koch<br \/>\n<\/span><\/b><\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Der Apostel Paulus war von der baldigen Wiederkunft des auferstandenen und erh\u00f6hten Christus zum j\u00fcngsten Gericht und dem Anbruch des ewigen Gottesreiches ganz fest \u00fcberzeugt. Und zwar so, dass er damit noch in der Lebenszeitspanne seiner Generation gerechnet hat. Anders kann man ja eine bestimmte Aussage im 15. Kapitel des 1. Korintherbriefes nicht verstehen, die lautet: &#8222;Siehe ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen; wir werden aber alle verwandelt werden.&#8220;<\/p>\n<p>Aber die Zeit verging, und der Tag der Wiederkunft Christi blieb aus, Fragen und Zweifel waren die Folge davon, wie k\u00f6nnte es anders sein. Und in der Zelt, in der der Seher Johannes, der uns das letzte Buch unserer Bibel hinterlassen hat, sich mit seinen Botschaften an die Christen in Kleinasien, der heutigen T\u00fcrkei, gewandt hat, in dieser Zeit &#8211; es war das letzte Jahrzehnt des 1 . Jahrhunderts nach Christus &#8211; kam auch noch hinzu, dass die Christen dort schweren Verfolgungen ausgesetzt waren. Denn sie waren in besonderer Weise damit konfrontiert, dass die r\u00f6mischen Kaiser als G\u00f6tter betrachtet wurden. Der Kaiser Domitian nun, der zur Zeit der Johannesoffenbarung in Rom regierte, war der erste, der schon zu seinen Lebzeiten g\u00f6ttliche Verehrung f\u00fcr sich beanspruchte; und in Kleinasien war die r\u00f6mische Verwaltung besonders eifrig, den Kaiserkult den Menschen auch abzuverlangen. F\u00fcr die Christen war das allerdings undenkbar. Sie mussten das verweigern, und das konnte b\u00f6se Folgen haben, und so ist es nicht verwunderlich, dass in der Johannesoffenbarung viel von Geduld und \u00dcberwindung die Rede ist, die die wahren Christen auszeichnet, weil sie wissen, dass die Schrecken der Gegenwart die sicheren Zeichen daf\u00fcr sind, dass die Endzeit doch angebrochen ist und die Wiederkunft Christi vor der T\u00fcr steht. Die Gemeinde in der Stadt Philadelphia, an die der Predigttext von heute gerichtet ist, hat sich in dieser Lage gut bew\u00e4hrt und bekommt deshalb Bewahrung zugesagt, wenn noch gr\u00f6\u00dfere Versuchungen kommen werden. Geduld und Treue der Gemeinde k\u00f6nnen sich sehen lassen. Sie hat ihren Glauben an Christus auch unter dem Druck der Staatsgewalt nicht verleugnet.<\/p>\n<p>Freilich: Auch diese Gemeinde hat die Wiederkunft Christi, an die sie offenbar recht unersch\u00fctterlich geglaubt hat, nicht erlebt. Und bis heute ist sie ausgeblieben. Im dritten Artikel des apostolischen Glaubensbekenntnisses existiert sie allerdings in unserem Gottesdienstformular weiter, indem es dort hei\u00dft: &#8222;&#8230; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten&#8220;. Aber ich denke, dass man diese Aussage wie manches andere zu den Museumsst\u00fccken rechnen muss, die wir in unserem Gottesdienstablauf weitertragen, ohne dass noch ein lebendiger Glaube dahinter st\u00fcnde. Und die kirchliche Verm\u00f6gensverwaltung arbeitet bei der Geldanlage auch mit Perspektiven, die nicht davon ausgehen, dass der j\u00fcngste Tag jederzeit hereinbrechen kann. Zumal eine solche Erwartung, wie sie hin und wieder einmal von der einen oder anderen Sekte aktualisiert wird, kaum zusammengeht mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen unserer Zeit \u00fcber die Beschaffenheit des Kosmos.<\/p>\n<p>Und so wird man ehrlicherweise erst einmal sagen m\u00fcssen: Die Vorstellung einer Wiederkunft Jesu auf den Wolken des Himmels, verbunden mit einem schlagartigen Ende der bestehenden Welt, das kann f\u00fcr uns heute zu den Inhalten unseres Glaubens kaum noch geh\u00f6ren; darf jedenfalls nicht zur Bedingung von Christ sein gemacht werden, so dass man auch sagen muss, dass von dieser Seite her betrachtet unser heutiger Text uns kein Predigttext mehr sein kann.<\/p>\n<p>Im ganzen erledigt ist er damit allerdings keineswegs. Denn eines gibt es heute wie damals, n\u00e4mlich scharfe Konkurrenz f\u00fcr den Gott, der uns mit Jesus begegnet, und an den zu glauben durchaus nicht zum religi\u00f6sen Museum geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Worin die damals wie heute besteht und worin das im Kern beruht, das hat wohl niemand besser beschrieben als Martin Luther in seiner Erkl\u00e4rung des 1. Gebots im Gro\u00dfen Katechismus. Wo er zwischen Gott und &#8222;Abgott&#8220; unterscheidet und beides mit dem Glauben in Zusammenhang bringt, den er als das &#8222;Vertrauen des Herzens&#8220; bezeichnet und dann sagt: &#8222;Woran du dein Herz h\u00e4ngst und worauf du dich verl\u00e4ssest, das ist eigentlich dein Gott.&#8220; Das muss freilich der wahre Gott nicht sein. Vielmehr sieht Luther viele, die sich ganz auf Geld und Gut verlassen und daran ihr ganzes Herz h\u00e4ngen, was er dann den &#8222;allergew\u00f6hnlichsten Abgott auf Erden&#8220; nennt.<\/p>\n<p>Genau davon hat offenbar auch Paulus einiges gewusst und deshalb \u00fcber die materiellen Dinge des Lebens gesagt, man solle sie &#8222;haben als h\u00e4tte man sie nicht&#8220;. Damit hat er nicht ein Ideal der Askese propagiert, so dass ein wahrer Christ einer w\u00e4re, der von allem, was im Leben Freuden bereitet, grunds\u00e4tzlich die Finger l\u00e4sst. Aber dass man einen bestimmten inneren Abstand zu den Dingen dieser Weit beh\u00e4lt und sich nicht an sie verliert, darum geht es, und darum geht es mit einem bestimmten Ernst. Und das ist allemal auch ein Thema in der Adventszeit. Denn eines ist ja jedes Jahr wieder gewiss in dieser Zelt, dass die Schlagzeilen immer wieder dem Weihnachtsgesch\u00e4ft gewidmet sind, wie gut oder weniger gut es ist. Als sei das alles, was wirklich wichtig ist.<\/p>\n<p>Dass man aus Anlass der Geburt Jesu anderen Menschen etwas schenkt, ist ja ein sch\u00f6ner Brauch, der einen guten Sinn hat Aber was ist in der Wohlstandsgesellschaft daraus geworden? Vielfach doch etwas, wozu die Mahnung passt, nicht zu vergessen, das einem das, woran man sein ganzes Herz h\u00e4ngt, nun einmal zum Gott wird, was immer es sei. Das Herz muss aber frei bleiben f\u00fcr den allein wahren und wirklichen Gott. Und das ist der, von dem mit bestimmten Gr\u00fcnden erz\u00e4hlt wird, dass in einem erb\u00e4rmlichen Stall seine N\u00e4he zu den Menschen in der Person und der Botschaft eines einzigartigen Menschen ihren Anfang genommen habe. Und wir wissen doch schlie\u00dflich, dass das nicht der Idylle wegen erz\u00e4hlt worden ist.<\/p>\n<p><b>Superintendent Dr. Herbert Koch<br \/>\nLaagbergstr. 46a<br \/>\n38440 Wolfsburg<\/b><br \/>\n<b>Fax: 05361-12874<\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<hr \/>\n<p><a href=\"file:\/\/\/Users\/amiralang\/Desktop\/Archiv%20GPI%20-%20U%CC%88bertrag\/archiv-4\/011209-3.html#top\">(zur\u00fcck zum Seitenanfang)<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/breu.de\/cgi-bin\/count.pl?j=2&amp;bn=neukirch&amp;f=011209-3.html&amp;r=r1&amp;w=\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G\u00f6ttinger Predigten im Internet hg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch 2. Advent, 9. 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