{"id":21527,"date":"2001-12-15T12:16:35","date_gmt":"2001-12-15T11:16:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21527"},"modified":"2025-04-16T20:12:09","modified_gmt":"2025-04-16T18:12:09","slug":"jesaja-52-7-10-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/jesaja-52-7-10-3\/","title":{"rendered":"Jesaja 52, 7-10"},"content":{"rendered":"<table border=\"0\" width=\"550\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"5\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\"><a name=\"top\"><\/a><b><a href=\"http:\/\/www.predigten.uni-goettingen.de\/\">G\u00f6ttinger Predigten im Internet<br \/>\nhg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch <\/a><\/b><\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\"><b><span style=\"color: #000099;\">4<\/span><span style=\"color: #000099;\">. Advent, 23. Dezember 2001<br \/>\nPredigt \u00fcber Jesaja 52, 7-10, verfa\u00dft von Christian Zippert<br \/>\n<\/span><\/b><\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>(7) Wie lieblich sind auf den Bergen die F\u00fc\u00dfe der Freudenboten, die da Frieden verk\u00fcnden, Gutes predigen, Heil verk\u00fcndigen, die da sagen zu Zion: Dein Gott ist K\u00f6nig!<br \/>\n(8) Deine W\u00e4chter rufen mit lauter Stimme und r\u00fchmen miteinander; denn alle Augen werden es sehen, wenn der Herr nach Zion zur\u00fcckkehrt.<br \/>\n(9) Seid fr\u00f6hlich und r\u00fchmt miteinander, ihr Tr\u00fcmmer Jerusalems; denn der Herr hat sein Volk getr\u00f6stet und Jerusalem erl\u00f6st.<br \/>\n(10) Der Herr hat offenbart seinen heiligen Arm vor den Augen aller V\u00f6lker, dass aller Welt Enden sehen das Heil unseres Gottes.&#8220;Wie sch\u00f6n, eine gute Nachricht zu bekommen! Wir haben uns Sorgen um einen Menschen gemacht, an dem uns viel liegt. Wir h\u00f6ren, dass es ihm gut geht. Wir haben Schmerzen und f\u00fcrchten, es ist etwas B\u00f6sartiges. Wir h\u00f6ren, dass es so schlimm nicht ist. Wir haben uns M\u00fche gegeben mit einer Aufgabe und zweifeln an unserem Erfolg. Wir h\u00f6ren, dass sie gelungen ist. Wie sch\u00f6n ist das! Unglaublich sch\u00f6n!<\/p>\n<p>So auch die Nachricht, um die es Jesaja geht: Israel sitzt in der Verbannung, fern der Heimat in Babylon. Fern auch von Gott, im Elend, fast hoffnungslos. Die M\u00e4nner haben Arbeit, die Familien ihr Auskommen. Das Leben geht weiter, wie man so sagt. Aber da ist keine Freude am Leben, kein lohnendes Ziel vor Augen. Alle M\u00fche scheint sinnlos. Und Gott schweigt.<\/p>\n<p>Aber einer sieht mehr als die anderen. Er hat Hoffnung. Und mit seiner Hoffnung will er sie anstecken. Er glaubt an Gott, an seine Liebe zu Israel. Und diesen Glauben will er mitteilen. Er spricht von der Heimkehr nach Jerusalem, als sei sie schon im Gang: Ein Bote eilt dem Zug des Volkes voraus. Er verk\u00fcndet Frieden. Er sagt zu Zion: Dein Gott ist K\u00f6nig. Die W\u00e4chter der zerst\u00f6rten Stadt sehen ihn kommen. Sie h\u00f6ren, was er sagt und brechen in Jubel aus. Und der Jubel zieht immer weitere Kreise. Die in den Tr\u00fcmmern Zur\u00fcckgebliebenen, ja, die Tr\u00fcmmer selbst, sagt der Prophet, stimmen mit ein. Und schlie\u00dflich alle Menschen auf Erden, weil sie sehen: Gott hat sich \u00fcber sein Volk erbarmt.<\/p>\n<p>Ob die Verbannten in Babylon ihm geglaubt haben? Gewiss nicht alle, vielleicht nicht einmal viele. Wie konnten sie auch? Was ihnen vor Augen war, sprach gegen ihn. Und doch hat er Recht behalten mit seiner Hoffnung: Im Jahr 538 erlaubte der K\u00f6nig der Perser, Kyros, die Heimkehr. Dabei ging es freilich viel bescheidener zu als gedacht und ertr\u00e4umt. Und die Freude \u00fcber die Heimkehr wich bald der Ern\u00fcchterung, der Entt\u00e4uschung. Und nicht lang danach neuer Not, neuem Elend, neuer Unterdr\u00fcckung.<\/p>\n<p>Den Persern folgten die Griechen, den Griechen die R\u00f6mer. Aber die Hoffnung war nicht zu unterdr\u00fccken. Das Wort des Propheten hielt sie wach, bis es sich von neuem erf\u00fcllte: Unter der Herrschaft der R\u00f6mer, zur Zeit des Kaisers Augustus, wird er geboren; zur Zeit seines Nachfolgers Tiberius erhebt er die Stimme: Ein neuer Bote, der &#8222;Frieden verk\u00fcndigt, Gutes predigt, Heil verk\u00fcndet&#8220;. Jesus tritt auf &#8211; zun\u00e4chst auf den Bergen Galil\u00e4as, dann auch in Jerusalem, der &#8222;Hochgebauten&#8220; Stadt, die bald f\u00fcr Jahrhunderte in Schutt und Asche sinken sollte.<\/p>\n<p>Er sagt: &#8222;Die Zeit ist erf\u00fcllt und das Reich Gottes ist herbeigekommen. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!&#8220; (Markus 1,15). Mit Worten und Taten macht er anschaulich, was &#8222;Reich Gottes&#8220; bedeutet: &#8222;Blinde sehen und Lahme gehen, Auss\u00e4tzige werden rein und Taube h\u00f6ren, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt, und selig ist, wer sich nicht an mir \u00e4rgert&#8220; (Matth\u00e4us 11,5f.). Wieder sind es wenige, die glauben. Und viele, sehr viele, die &#8222;sich \u00e4rgern&#8220;, die Ansto\u00df nehmen. Sie wollen ihn nicht h\u00f6ren, bringen ihn zum Schweigen. Er stirbt am Kreuz mit den Worten: &#8222;Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?&#8220; (Matth\u00e4us 27,46). Eine gro\u00dfe Hoffnung wird mit ihm begraben, scheint es.<\/p>\n<p>So scheint es auch denen, die bis zuletzt an ihn geglaubt hatten. Sie sitzen hinter verschlossenen T\u00fcren und denken: Es ist aus. Da tritt er ein &#8211; durch die verschlossenen T\u00fcren &#8211; und sagt: &#8222;Friede sei mit euch.&#8220; Mit den Augen des Herzens sehen sie: Der Gestorbene lebt. Unfassliche Freude! Noch einmal h\u00f6ren sie: &#8222;Friede sei mit euch.&#8220; Und dann: &#8222;Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch!&#8220; (Johannes 20,21). Sie h\u00f6ren es und handeln danach. Erstaunlich rasch hat ihre Botschaft &#8222;aller Welt Enden&#8220; erreicht. Und der in Jerusalem aufgebrochene Jubel hat um sich gegriffen &#8211; \u00fcber alle Grenzen hinweg. \u00dcberall in der Welt haben Menschen in Jesus den &#8222;Christus&#8220;, den &#8222;K\u00f6nig&#8220; erkannt. Und dadurch im Elend Trost gefunden, einen Weg aus der Gefangenschaft in die Freiheit entdeckt. Bis heute ist diese Bewegung in Gang.<\/p>\n<p>Irgendwann, irgendwo hat das Wort der in Jesus Christus begr\u00fcndeten Hoffnung auch uns erreicht. Und wenn es uns einmal ergriffen hat, dann l\u00e4sst es uns nicht wieder los. Auch wenn es in Zeiten der Angst und der Resignation seine Macht zu verlieren scheint. Es gibt sie ja immer wieder, diese Zeiten &#8211; aus pers\u00f6nlichen und aus politischen Gr\u00fcnden. Dann gehen wir unserer Arbeit nach wie die Verbannten in Babylon &#8211; ohne Hoffnung auf Auswege. Dann sitzen wir wie die J\u00fcnger im kleinen Kreis hinter verschlossenen T\u00fcren und fragen uns: Wer sind wir, dass wir gegen das grenzenlose Elend in der Welt oder auch nur in unserer n\u00e4chsten Umgebung angehen k\u00f6nnten?<\/p>\n<p>Wie gut, wenn uns in solcher Lage ein Wort anspricht und in Bewegung bringt. Wie die Verbannten in Babylon das Wort des Propheten Jesaja: &#8222;Wie lieblich sind auf den Bergen die F\u00fc\u00dfe der Freudenboten, die da Frieden verk\u00fcndigen ..&#8220; Wie die J\u00fcnger in Jerusalem das Wort des Auferstandenen: &#8222;Friede sei mit euch. Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.&#8220; Es ist sch\u00f6n, eine gute Nachricht zu bekommen; es ist auch sch\u00f6n, eine gute Nachricht zu \u00fcberbringen!<\/p>\n<p>Wie das aussehen k\u00f6nnte? Wir versuchen, einem Menschen, der sich verlassen f\u00fchlt, zu zeigen, dass wir ihn verstehen und in seiner Eigenart annehmen. Wir versuchen, einem Menschen, der mit einer Aufgabe nicht zurechtkommt, praktisch zu helfen und sagen ihm damit ohne Worte: Du bist nicht allein! und: Du schaffst es! Wir versuchen, einem Menschen, der trauert, wenigstens anzudeuten, dass wir auch angesichts des Todes an die Liebe Gottes glauben k\u00f6nnen. Die Weihnachtsfeiertage, die letzten Tage des alten Jahres und die ersten Tage des neuen Jahres werden uns manche Gelegenheit geben f\u00fcr solche Versuche. Gott wird sie segnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Bischof em. Prof. Dr. Christian Zippert<br \/>\nMarburg-Michelbach<br \/>\nTelefon: (06420) 821873<br \/>\nTelefax: (06420) 821875<\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<hr \/>\n<p><a href=\"file:\/\/\/Users\/amiralang\/Desktop\/Archiv%20GPI%20-%20U%CC%88bertrag\/archiv-4\/011223-1.html#top\">(zur\u00fcck zum Seitenanfang)<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/breu.de\/cgi-bin\/count.pl?j=2&amp;bn=neukirch&amp;f=011223-1.html&amp;r=r1&amp;w=\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G\u00f6ttinger Predigten im Internet hg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch 4. Advent, 23. Dezember 2001 Predigt \u00fcber Jesaja 52, 7-10, verfa\u00dft von Christian Zippert (7) Wie lieblich sind auf den Bergen die F\u00fc\u00dfe der Freudenboten, die da Frieden verk\u00fcnden, Gutes predigen, Heil verk\u00fcndigen, die da sagen zu Zion: Dein Gott ist K\u00f6nig! 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