{"id":21540,"date":"2001-12-15T14:07:47","date_gmt":"2001-12-15T13:07:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=21540"},"modified":"2025-04-16T15:51:15","modified_gmt":"2025-04-16T13:51:15","slug":"galater-4-4-7-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/galater-4-4-7-5\/","title":{"rendered":"Galater 4, 4-7"},"content":{"rendered":"<table border=\"0\" width=\"550\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"5\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\"><a name=\"top\"><\/a><b><a href=\"http:\/\/www.predigten.uni-goettingen.de\/\">G\u00f6ttinger Predigten im Internet<br \/>\nhg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch <\/a><\/b><\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<div align=\"center\"><b><span style=\"color: #000099;\">1<\/span><span style=\"color: #000099;\">. Weihnachtstag, 25. Dezember 2001<br \/>\nPredigt \u00fcber Galater 4, 4-7, verfa\u00dft von Herwig Sturm<br \/>\n<\/span><\/b><\/div>\n<hr \/>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>&#8222;Als die Zeit erf\u00fcllt war sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan. Damit er die, die unter dem Gesetz waren, erl\u00f6ste damit wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr nun Kinder seid hat Gott den Geist seines Sohnes gesandt in unsere Herzen der da ruft: Abba, lieber Vater, So bist du nun nicht mehr Knecht,sondern Kind; wenn aber Kind, dann auch Erbe durch Gott.&#8220;<\/p>\n<p>1.<br \/>\nWeihnachten ist ein spannendes Fest. Spannend sind die verpackten Geschenke, die Heimlichkeiten und \u00dcberraschungen. Spannend im Sinn von Anspannung, ja Stre\u00df, sind die Erwartungen, die dem zugrunde liegen: Das Fest der Familie, das Fest des Schenkens, das Fest des Friedens.<br \/>\nWenn die Erwartungen hoch sind, dann sind leider auch die Entt\u00e4uschungen oftmals gro\u00df; und wir merken gerade beim diesem Fest, da\u00df wir zwar die Latte hoch legen, aber deshalb noch nicht dar\u00fcber springen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>2.<br \/>\nIm Vergleich mit unserer Weihnachtsstimmung erscheint der Text des Apostels Paulus absolut cool und sachlich. &#8222;Als die Zeit erf\u00fcllt war &#8230;&#8220; Doch damit beschreibt er eine noch viel gr\u00f6\u00dfere Spannung; die Spannung zwischen Zeit und Ewigkeit, zwischen Himmel und Erde, zwischen Gott und Mensch.<\/p>\n<p>Wir siedeln Gott ja gerne im Himmel an, in der Ewigkeit, im Jenseits. Da kann man es sich dann aussuchen, ob man zu den Themen und Problemen dieses Lebens und dieser Zeit auch noch an die Ewigkeit glauben und einen Gott haben will.<br \/>\nDiese Weihnachtsbotschaft zeigt aber, da\u00df es umgekehrt ist; Gott bestimmt unsere Zeit, unsere Geschichte liegt in seiner Hand.<br \/>\nGott sei Dank ist es eine Heilszeit, die Weihnachtserz\u00e4hlung ist eine Rettungsgeschichte. &#8222;Als die Zeit erf\u00fcllt war&#8230;&#8220;,. hat Gott sich hineinbegeben in unsere Welt mit Haut und Haar. Er kommt zu uns, dorthin, wo wir sind. Er wird Mensch, ein Kind, machtlos, angewiesen, hilfsbed\u00fcrftig.<\/p>\n<p>Wir haben uns daran gew\u00f6hnt und z\u00e4hlen ganz selbstverst\u00e4ndlich die Jahre &#8222;vor Christus&#8220; und &#8222;nach Christus&#8220;. Tats\u00e4chlich ist es ein unglaubliches Wunder, da\u00df Gott sich Zeit nimmt, da\u00df er in die Geschichte eintritt. Dadurch wird die Zeit kostbar, dadurch wird die Geschichte einmalig, dadurch erh\u00e4lt jeder Mensch seine W\u00fcrde.<\/p>\n<p>3.<br \/>\nWie wichtig dem Paulus die Menschwerdung Gottes ist zeigen die Worte: &#8222;Von einer Frau geboren und unter das Gesetz getan&#8220;.<br \/>\nIch h\u00f6re das zun\u00e4chst als Hinweis auf unsere Endlichkeit. Mit der Geburt beginnt die Unterwerfung unter das Gesetz von Schuld und Leid, der Kampf zwischen Herrschern und Beherrschten, das Zerschellen der Visionen an der Wirklichkeit.<br \/>\nMan kannn diese Worte aber auch h\u00f6ren als Hinweis auf das gro\u00dfe Geschenk: Mit der Geburt beginnt ein neues Leben; ein Mensch tritt ins Dasein, dessen Wesen und Bedeutung noch niemand kennt. Mit der Geburt erklingt der Ruf der Freiheit, die Ermutigung zur Menschlichkeit, die M\u00f6glichkeit, den anderen zu lieben.<\/p>\n<p>Paulus zeigt diese Spannung in der Gegen\u00fcberstellung von S\u00f6hnen und T\u00f6chtern und Knechten.<br \/>\nDer Knecht ist der ins Dasein geworfene Mensch, seinen F\u00e4higkeiten und seinen Unf\u00e4higkeiten ausgeliefert, das Produkt seiner Anlagen und seiner Umwelt.<br \/>\nS\u00f6hne und T\u00f6chter sind Gottes Ebenbild, befreit zum aufrechten Gang, bef\u00e4higt zur Vers\u00f6hnung und zur Fantasie f\u00fcr Frieden, mutig genug, um f\u00fcr Gerechtigkeit einzutreten. Sie sind die Verwalter des Anvertrauten, der Geheimnisse des Lebens und der Sch\u00f6nheiten dieser Erde. Sie sind die Erben der Freiheit.<\/p>\n<p>4.<br \/>\nIm \u00d6sterreichischen Rundfunk gibt es jeden Sonntag Morgen eine Sendung der Abteilung Religion mit dem Titel &#8222;Erf\u00fcllte Zeit&#8220;. Lesungen und Meditationen, vor allem sch\u00f6ne geistliche Musik schaffen einen Raum der Geborgenheit und laden ein zur Besinnung.<br \/>\nPaulus w\u00fcrde &#8222;Erf\u00fcllte Zeit&#8220; wahrscheinlich anders verstehen: F\u00fcr ihn ist die erf\u00fcllte Zeit das &#8222;Ende des Gesetzes&#8220;, das Ende der Knechtschaft unter den Schl\u00e4gen eines blinden Schicksals, das Ende der Kette von Lieblosigkeit und Gewalt.<br \/>\n&#8222;Erf\u00fcllte Zeit&#8220; ist der Platz bei dem Kind in der Krippe, ist Anteil an seinem Mut, ein Weltbewohner zu werden. Erf\u00fcllte Zeit ist die Zeit des Rufens der S\u00f6hne und T\u00f6chter dieser Erde nach dem Abba, dem Vater im Himmel. Und Zeit der Zuversicht, dass Gott auch mich erf\u00fcllen kann mit Liebe und mit seinem Geist.<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<p><b>Bischof Mag. Herwig Sturm<br \/>\nWien<br \/>\n<a href=\"mailto:bischof@okr-evang.at\">E-Mail: bischof@okr-evang.at<\/a><\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<hr \/>\n<p><a href=\"file:\/\/\/Users\/amiralang\/Desktop\/Archiv%20GPI%20-%20U%CC%88bertrag\/archiv-4\/011225-3.html#top\">(zur\u00fcck zum Seitenanfang)<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/breu.de\/cgi-bin\/count.pl?j=2&amp;bn=neukirch&amp;f=011225-3.html&amp;r=r1&amp;w=\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G\u00f6ttinger Predigten im Internet hg. von Ulrich Nembach und Johannes Neukirch 1. Weihnachtstag, 25. Dezember 2001 Predigt \u00fcber Galater 4, 4-7, verfa\u00dft von Herwig Sturm &#8222;Als die Zeit erf\u00fcllt war sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan. 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